Maracujawein - Merkwürdiger Abgang

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wotan
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Re: Maracujawein - Merkwürdiger Abgang

Beitrag von wotan » 22 Juni 2015 06:33

Ich und ein Winzerfreund von mir tippen bei uns auf eine schlechte Flüssighefe....(seit dem nur noch Trockenhefe) aber ich kann nur sagen das es sich wahrscheinlich mit der Zeit gibt.
Wir haben damals keinen erkennbaren Fehler gemacht und auch noch keinen einzigen Wein mit einer "Krankheit" gehabt. Und diese mit dem Fehlton im Geschmack haben sich
ja auch noch ins gute geändert :pfeif:
Meine Bong ist das Gärrohr :pfeif:

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Re: Maracujawein - Merkwürdiger Abgang

Beitrag von Flowie91 » 22 Juni 2015 08:18

Ja ich hoffe dass die Zeit hier die Wunden heilt :D

Flüssig Hefe habe ich aber auch nicht verwendet, seit je her Trockenhefe von kitzinger. Andere Chargen Wein mit der gleichen hefe (also gleiche Bestellung der Tütchen) haben keinen Fehlgeschmack.

Was vielleicht nochmal interessant zu wissen wäre:
Wie fällt der Fehlgeschmack bei euch aus? Bei mir ist es im Abgang etwas leicht würzig, holzig, nussiges...schwer zu sagen. Merkt man hauptsächlichen am Gaumen. Nicht extrem Prägnant, aber wie Schokolade mit etwas Salz, nicht dominierend, jedoch merkbar, dass es nicht darein gehört, selbst wenn mannoch nie Schokolade gegessen hätte.
Viele Grüße aus dem grünen Herzen Schleswig Holsteins
Flo

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Re: Maracujawein - Merkwürdiger Abgang

Beitrag von Fruchtweinkeller » 22 Juni 2015 09:06

Wobei ich generell zwischen zwischen einer unreifen "Schärfe" und einer "echten Sprittigkeit" zu unterscheiden versuchen würde... was leider nicht leicht ist.
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Re: Maracujawein - Merkwürdiger Abgang

Beitrag von Flowie91 » 22 Juni 2015 10:38

Sprittigkeit und/oder schärfe ist es definitv nicht. Das meine ich zu kennen und auch wenn es mit der Lagrrung geht.

Es ist wie gesagt ein merkwürdig schmeckender Abgang..
Kein Hefegeschmack, kein Muffton/Böckser , keine zu hohe Säure (bzw Milchsäuregeschmack) und kein sonstiger mir bekannter Weinfehler.
Es ist bei mir auch mal leicht bei einem met vorgekommen, da aber wieder abgeflaut, also gehe ich mal davon aus, dass es nicht zwingend am Grundstoff liegen muss, dieser aber den Effekt eventuell verstärkt.

Also kann man vielleicht eingrenzen auf:

- Hefe (schlechte Qualität)
- Gärbehälter (vielleicht ein Stoff im PE)
- Gärtemperatur?? (bei mir immer um 19-23°)
- nach ca. 1 bis 1,5 Wochen Gärung eintretend

Und was mir noch in den Kopf gekommen ist, vielleicht kann es am Nährsalz liegen?? Ich verwende hier ca 0,4 g/l und hab jetzt beim neuen Met Ansatz auf 0,2 g/l reduziert.
Viele Grüße aus dem grünen Herzen Schleswig Holsteins
Flo

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Re: Maracujawein - Merkwürdiger Abgang

Beitrag von Fruchtweinkeller » 22 Juni 2015 11:56

Ups, mein Beitrag gehört eigentlich in einen anderen Trööt :mrgreen:

Am Nährsalz kann das eigentlich nicht liegen.
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Re: Maracujawein - Merkwürdiger Abgang

Beitrag von mohamed » 12 Juni 2016 12:42

Hallo,

Ich habe gestern meinen Maracujawein abgezogen und musste auch einen ekelhaften Fehlton im Abgang feststellen. Während der Gärung war dies nicht der Fall.
Angesetzt wurden 8l Maracujanektar (Rauch), 1,5l dest. Wasser, 4g Nährsalz, 15ml Antigel, 1 geriebener Apfel, 1kg Zucker, Sherry Trockenhefe. Säure zu Beginn auf 8,5g/l eingestellt. Alkohol bei Gärende ca. 14%. Er gärte schnell an und hatte im Gärschrank konstante 23°C. Beim Abziehen von der Hefe war er schon aussergewöhnlich klar.
Da dieser Thread über 2000 Zugriffe hat, scheint ein Fehlton bei Maracuja kein Einzelfall zu sein. Gibt es Erfahrungen, ob dieser durch Klärung bzw. Lagerung verschwindet?

bis denn,
mo.

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Re: Maracujawein - Merkwürdiger Abgang

Beitrag von Fruchtweinkeller » 12 Juni 2016 18:40

Naja, ob die Anzahl der Posts etwas aussagt über die Fehlerhäufigkeit wage ich zu bezweifeln.

Aber: Ich hatte letztlich einen Maracujasaft zum kochen gekauft, der schmeckte irgendwie pappiger und hatte auch eine andere Farbe als gewohnt. Früher hatte ich Saft aus Tetrapacks, dieser war von einem anderen Anbieter in PET-Flasche. Wie der sich im Wein gemacht hätte kann ich freilich nicht sagen; aber vielleicht gibt es hier doch signifikante Sortenunterschiede.
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Re: Maracujawein - Merkwürdiger Abgang

Beitrag von mohamed » 14 Juni 2016 07:51

Der Saft ist der gleiche den Chesten in seinem Beispielweintagebuch verwendet.
Ich werde den Wein so 3 bis 4 Monate erstmal im Keller klären lassen, dann nochmal probieren und hier berichten ob sich etwas verändert hat.

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Re: Maracujawein - Merkwürdiger Abgang

Beitrag von Chesten » 14 Juni 2016 18:27

mohamed hat geschrieben:Der Saft ist der gleiche den Chesten in seinem Beispielweintagebuch verwendet.
Ich werde den Wein so 3 bis 4 Monate erstmal im Keller klären lassen, dann nochmal probieren und hier berichten ob sich etwas verändert hat.
Fehltöne im Geschmack können von vielen Faktoren abhängen, vielleicht stimmt das Zucker-Alkohol-Säure-Verhältnis einfach nicht.
Nimm doch mal eine Probe und zuckere diese etwas auf wenn, dann der Wein besser schmeckt lag es wohl da dran.
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: Maracujawein - Merkwürdiger Abgang

Beitrag von Drunkenmaster » 15 Juni 2016 23:13

bei meinem Met habe ich auch einen ähnlichen Fehlton wie hier beschrieben. Durch Sterilfiltern ist es bereits besser geworden und durch zwei Wochen Lagern ist es auch deutlich zurückgegangen.

Hefe kann ich ausschließen, da selben Gärstarter für Apfelwein und Kirschmet verwendet.
Eventuell ist es die Honigsorte? Gleichen Honig habe ich aber auch für den Kirschmet verwendet.
Oder einfach zuspät von der Hefe abgezogen?
Der Fehlton ist bei mir auch erst zum Schluss aufgetaucht. Vielleicht ist in dem Ballon auch irgendwas mit der Hefe passiert.
:hmm: :hmm: :hmm:

Wenn es aber durch Lagerung besser wird, muss man eben etwas länger warten :roll:
Wäre trotzdem gut die genaue Ursache zu kennen.
Auf den Alkohol! Den Ursprung und die Lösung sämtlicher Lebensprobleme!
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Re: Maracujawein - Merkwürdiger Abgang

Beitrag von Fruchtweinkeller » 16 Juni 2016 21:36

Die Hefe kann man streng genommen nicht ausschließen. Die kann sich in unterschiedlichen Ansätzen auch unterschiedlich verhalten.
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Re: Maracujawein - Merkwürdiger Abgang

Beitrag von mohamed » 16 September 2016 12:33

Hallo,

also der Maracujawein war jetzt drei Monate im Keller. Einen Monat im Ballon, danach steril gefiltert und nun zwei Monate in der Flasche. Der Fehlton ist schwächer geworden, aber immer noch vorhanden. Auch hat sich in allen Flaschen ein Bodensatz gebildet. Bei anderen Weinen, die ich im selben Durchgang gefiltert habe ist dies nicht der Fall.

Mo.

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