Essigmutter im Apfelwein

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Re: Essigmutter im Apfelwein

Beitrag von Metinchen » 11 Januar 2017 11:02

Gekochter Saft, neue Fässer ?
Wo soll den da die für die Gärung nötige Hefe herkommen? Das kann so nix werden. Da mußt Du schon wirklich Glück haben das ein `herumfliegendes` Hefezellchen im Fass landet.
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Re: Essigmutter im Apfelwein

Beitrag von Fruchtweinkeller » 11 Januar 2017 18:00

Gut kombiniert, so reduziert man die Wahrscheinlichkeit, dass ein paar Hefchen eine robuste Gärung vermitteln, effektiv.
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Re: Essigmutter im Apfelwein

Beitrag von Bahnwein » 11 Januar 2017 21:35

Hallo Mischa. Hast du wirklich den kompletten Apfelsaft erhitzt? Ich bin mir nicht sicher, ob ich das richtig aus deinem Beitrag herausgelesen habe.

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Re: Essigmutter im Apfelwein

Beitrag von Mischa » 12 Januar 2017 14:56

hallo,

nochmal kurz ne frage...

kann mir jemand ein Labor empfehlen um Proben von Apfelwein einzusenden die diesen dann Analysieren können?

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Re: Essigmutter im Apfelwein

Beitrag von Fruchtweinkeller » 12 Januar 2017 20:05

Du kannst hier anfragen oder einfach mal nach "Weinlabor" googeln:

http://www.weinlabor-schliessmann.de

Wir haben bei Schließmann schon mal ein paar Dinge bestellt, den Laborservice kenne ich aber nicht.
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Re: Essigmutter im Apfelwein

Beitrag von Mischa » 13 Januar 2017 07:43

Servus,

also Freunde ich hab natürlich den Saft vor der vergärung NICHT gekocht! ich habe die Fässer lediglich mit dem ungekochten Rest aus dem Maischefass aufgefüllt was nach dem Saft kochen über war, ca. 20ltr aufgeteilt auf die drei Fässer welche jetzt Probleme machen...

zu dem Labor ist mir auch klar das Google das weiß mir ging es hier eher um eine empfehlung ob jemand gute erfahrung mit einem bestimmten Labor hat oder ähnliches...

DANKE!

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Re: Essigmutter im Apfelwein

Beitrag von Fruchtweinkeller » 13 Januar 2017 22:43

GERN GESCHEHEN!

Beim nächsten Mal solltest du Reinzuchthefe in Erwägung ziehen. Eine rasche Angärung plus Minimierung des Sauerstoffkontakts wird so einen Ekelbewuchs verhindern.
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Re: Essigmutter im Apfelwein

Beitrag von Has » 17 Januar 2017 21:06

Igzorn hat geschrieben:
...es lässt sich beheben durch wegschütten, desinfizieren und neu ansetzen.
…Ich hoffe mein Kommentar kommt jetzt nicht gerade 5 Tage zu spät. Aber bitte schütte NICHT einfach so auf die schnelle 180l Apfelsaft weg, nur weil es ein bisschen eklig aussieht. Eine Essigmutter sieht auch nicht gerade appetitlich aus, trotzdem macht Essig die Salatsauce lecker ;)
Schaut euch mal an, welche Pellikel man so auf gewissen Bieren finden kann: google sour beer pellicle
Ich weiss, dass belgische Sauerbiere oftmals nicht gerade den Geschmack von Otto Normalverbraucher treffen. Aber niemand wird davon krank und manch einer mag sich sogar daran erfreuen :pfeif:

Die weissen Flocken, die man auf den Bildern sieht, würden mich jetzt gar nicht beunruhigen. Von dem ausgehend, was ich bis jetzt auf Bier und Apfelmost gesehen habe, würde ich sagen, das ist etwas, was im schlimmsten Fall flüchtige Phenole ("Brett"/Pferdestallaroma) produziert. Das würde dann halt dementsprechend riechen (Pferdestall, Würzig, stechend, Nagellackentferner) und in einem späteren Stadium eine ziemlich glatte, milchige bis Schneeweisse Haut bilden.
Ich kann mich aber auch erinnern, dass wir vor Jahren mal weissen Bewuchs im Most hatten. Der hat dann später Fäden gezogen und war nicht mehr so lecker :?
Kahmbewuchs, den ich von der Oberfläche von Traubenwein kenne, riecht "übertrieben fruchtig" und nach Essig und Nagellackentferner. Von dem hätte ich mehr Respekt. Die Weine entwickelten immer schnell einen Essigstich! Die Haut war dann im späteren Stadium aber immer sehr staubig und wasserabweisend.
Die Bezeichnung Nachgeburt für den braunen Schlunz auf dem zweiten Bild find ich sehr treffend :) Keine Ahnung was das ist.

Ich würde den Apfelwein einfach schön brav vom Sauerstoff fernhalten und schauen, was daraus wird. Die Fässer Spundvoll halten oder gegebenenfalls in Glasballone umziehen ist wichtig!

Zur zukünftigen Vermeidung des Problems, wenn man es denn überhaupt so bezeichnen will, wurde ja schon alles gesagt.

Schönen Abend
Hansi

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Re: Essigmutter im Apfelwein

Beitrag von Fruchtweinkeller » 17 Januar 2017 21:34

Kahmhefen veratmen Kohlenstoffquellen und produzieren keinen Essig. Wenn es nach Essig und Lösungsmittel riecht ist es eben keine Kahmhaut, dann sind Essigsäurebakterien am Werk.
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Re: Essigmutter im Apfelwein

Beitrag von Has » 17 Januar 2017 22:25

Ich weiss natürlich nicht wirklich, welche Viecher genau in diesen Häuten auf dem Traubenwein waren. Wie eine Essigmutter hat es auf alle Fälle nicht ausgesehen, und die Kamhefebeschreibung von Dittrich/Grossmann ("Chemie des Weines", Ulmer-Verlag, Kapitel 11 in der 4. Auflage) passt ehrlich gesagt ziemlich genau 8-)
Da steht unter anderem auch: "Als Folge des Alkoholabbaus treten Acetaldehyd, Essigsäure und deren Ester auf. Erst wenn der grösste Teil des Alkohols veratmet ist, wird die Essigsäure restlos veratmet."
Keine Ahnung wieviel Essigsäure dadurch so entstehen kann. Es kann gut sein, dass der von mir beschriebene Essigstich eigentlich eher ein Lösungsmittelton war...

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Re: Essigmutter im Apfelwein

Beitrag von Fruchtweinkeller » 18 Januar 2017 00:06

Wenn ich den Trööt richtig in Erinnerung habe riecht es aber nicht nach Essig, und es ist unklar ob da überhaupt eine solide (alkoholische) Gärung eingesetzt hatte... und Apfelwein ist kein Traubenwein... :pfeif: Immer diese Ferndiagnosen ;)

Beim Wein gilt ja dasselbe wie beim Bier: Man kann sich jeden Fehler und auch seltsame belgische Biere schön saufen. Muss man aber nicht :lol: Vor ein paar Monaten hatte ich irgend so ein sauteures Craft-Bier, das war richtiggehend widerlich. Da hätte ich ehrlich gesagt jedes 0815-Industriebier vorgezogen.

P.S. Nichts gegen belgische Biere, einige schätze ich sehr. Aber manches erinnert mich geschmacklich doch etwas an Bremsflüssigkeit mit einem Schuss Sauerkraut :mrgreen:
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Re: Essigmutter im Apfelwein

Beitrag von Has » 18 Januar 2017 00:23

Ich trinke viel Bier und probiere gerne jeweils die aus, welche ich noch nicht kenne. Es stimmt: gerade auch bei Sauerbieren zahlt man des öfteren ein schönes Sümmchen. Und sehr oft braucht man beim Trinken hinterher viel guten Willen, um sich einzureden, was wie Salatsauce mit faulen Eiern drin schmeckt, sei in Wirklichkeit halt eben sehr speziell und interessant :)

gute Nacht

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