Holunderwein, Ablagerungen an Flaschenwand

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JasonOgg
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Re: Holunderwein, Ablagerungen an Flaschenwand

Beitrag von JasonOgg » 30 Januar 2014 11:12

Okay, kann man so machen.
Der "harte" Geschmack könnte auch auf die mitvergorenen Kerne zurückzuführen sein. Für mich reicht Farbe und Geschmack aus dem Saft.
KuHo hat geschrieben:Die abgeperlten Beeren werden auf etwa 85 ° C erhitzt, damit das Sambunigrin zerstört wird. Nach dem Abkühlen auf 50 ° C kommt das Antigel dazu. Über Nacht stehen lassen und dann abgepresst.
Das ist eauch meine bevorzugte Methode.

Aber jetzt sind wir durch meine Schuld von den Ablagerungen weg.

@FWK, Du hattest die auch schon gesehen? Hattest Du damals gefiltert?

Oder anders spekuliert, holt der Sterilfilter noch etwas heraus, was sonst die Ablagerungen begünstigt?
Ohne Probe wissen wir anscheinend noch nicht einmal, ob es organisch (z.B. Schimmel) ist oder nicht, wenn es sich schon bei stehenden Flaschen an der senkrechten Wand ablagert.
KuHo hat geschrieben:Die Flaschen waren vorher sauber.
Nun gibt es ja verschiedene Varianten Flaschen hygienisch sauber ((tm)Brouwland) zu bekommen. Könnte da irgendetwas an der Flaschenwand hängengeblieben sein, das als Katalysator gewirkt hat? Zum Beispiel hinterläßt das Chemoxi ja eine feine Staubschicht, wenn man nicht aufpasst.
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Re: Holunderwein, Ablagerungen an Flaschenwand

Beitrag von Fruchtweinkeller » 30 Januar 2014 21:26

Ich hatte "Partikel" im Wein, nicht solche Puschel. Ich hatte gefiltert. Mir hatte mal jemand eine "Puschelflasche" zugeschickt (war es Volker?). Es ist denkbar dass es an den Flaschenwänden irgend etwas (Schmutz, Unebenheiten im Glas...) gibt was als "Kristallisationskeim" wirkt weshalb gerade dort etwas "passiert".

Seufz, ihr könnt mir noch eine Flasche schicken (bitte an Firmenadresse). Ich muss mir nur etwas überlegen womit ich nach den Dingern "fischen" kann... Eine Impföse habe ich nicht :hmm:
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Re: Holunderwein, Ablagerungen an Flaschenwand

Beitrag von Josef » 30 Januar 2014 21:39

Wenn es an der Flaschenwand hängt, kannst du die Dinger abkratzen wenn du die die Flasche kaputt schlägst.
Ist ja eh kein Pfand drauf. :mrgreen:

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Re: Holunderwein, Ablagerungen an Flaschenwand

Beitrag von Fruchtweinkeller » 30 Januar 2014 21:47

Die grobmotorische Lösung wollte ich eigentlich vermeiden, auch um möglichst gezielt und "sauber" eine Probe nehmen zu können.
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Re: Holunderwein, Ablagerungen an Flaschenwand

Beitrag von Josef » 30 Januar 2014 21:51

Na wenn ihr schon keine Impföse habt (Ich musste erst mal googeln was das überhaupt ist) dachte ich ihr hättet wenigstens einen Hammer. :pfeif:

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Re: Holunderwein, Ablagerungen an Flaschenwand

Beitrag von Fruchtweinkeller » 30 Januar 2014 22:32

Joa, einen Hammer habe ich schon 8-)
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Re: Holunderwein, Ablagerungen an Flaschenwand

Beitrag von KuHo » 31 Januar 2014 08:05

Hallo,

um eine Probe raus zu fischen habe ich eine alte Stricknadel genommen, vorn bisschen umgebogen, damit man den Flaschenrand erreicht. Die Spitze etwas mit Klebeband verstärkt, damit konnte ich was von der Wand abkratzen. Für das Mikroskop.

Zu den Flaschen:
Sie waren gereinigt, nicht sterilisiert.
Ich war davon ausgegangen, das dass bei Dessertwein reicht.
Die Flaschen wurden mit heißem Wasser, Geschirrspüler, Flaschenbürste gewaschen. Dann mit klarem Wasser ausgespült und abtropfen lassen.
Da ich bei mir beim Abfüllen nicht absolut steril arbeiten kann (in der Luft fliegen Keime und Sporen rum), bis die Korken drauf sind, haben wir es bisher immer so gehandhabt. Deshalb sind alle unsre Ansätze auch als Dessertwein gemacht.
Die Flaschen waren auch vor der Wäsche nicht dreckig. Also keine eingetrockneten Reste, Schimmel usw.. Gebrauchte Flaschen werden bei uns gleich ausgespült, sauber aufgewaschen und getrocknet, bevor sie für die nächste Verwendung in den Keller weggestellt werden. Ich hatte da bisher noch keinen Schimmel drin, trotz sehr hoher sommerlicher Luftfeuchtigkeit im Keller.
Vor der erneuten Füllung werden sie dann noch mal wie oben gereinigt.

Fruchtweinkeller schrieb:
Es ist denkbar dass es an den Flaschenwänden irgend etwas (Schmutz, Unebenheiten im Glas...) gibt was als "Kristallisationskeim" wirkt weshalb gerade dort etwas "passiert".
Ja, sehe ich auch so.

Etwas zu den Korken:
Da wir keinen geeigneten Verkorker haben, bekommen wir nur die konischen Korken in die Flasche. Die Qualität der Korken, die man zu kaufen bekommt, ist auch nicht besonders. Deshalb haben wir auch teilweise gebrauchte Plastekorken für Sektflaschen genutzt.
Der Wein soll auch nicht dauerhaft gelagert werden. Bei Kirsche und Holunder habe ich gemerkt, dass er unter diesen Bedingungen nach etwa drei Jahren anfängt zu oxidieren. Also waren wir bestrebt innerhalb von drei Jahren alles zu verbrauchen.
Werde mir jetzt wohl einen ordentlichen Verkorker zulegen und beim nächste Mal die Flaschen sterilisieren.

Zum Holunder:
Wir hatte 2010 auch einen Holunderansatz, da ist nichts passiert. Der einzige Unterschied zu den von 2011 und 2012, ist der Standort, wo wir den Holunder her haben. 2011 und 2012 kommt vom Erzgebirgskamm mit Böden von verwittertem Gneis. 2010 stammt aus der Umgebung von Dresden, Lehmboden, darunter Rotliegendes. Ich weis nicht ob der Boden sich auf die Inhaltsstoffe der Beeren auswirkt.
Eine andere Möglichkeit wäre das Wasser, es ist normales Trinkwasser aus der Leitung verwendet wurden. Wer weis was sie uns beimischen :shock: ?
Noch was zur Maischegärung bei Holunder. Da hätte ich Respekt vor. Mein Opa hat nach dem Krieg, in der Hungerzeit mal was von dem Presskuchen (Beeren + Kerne bei der Bereitung von Holundersuppe) gegessen. Ihm ist davon fürchterlich schlecht geworden. Trotz Kochens scheinen sich in den Kernen doch größere Mengen giftiger Stoffe zu halten. Auch kenne ich das von den Hühnern meiner Oma, die das Zeug vom Kompost gefressen hatten und danach in der Gegend herum getorkelt sind ;) .

Gruß, Kurt

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Re: Holunderwein, Ablagerungen an Flaschenwand

Beitrag von fibroin » 31 Januar 2014 08:43

KuHo hat geschrieben:Werde mir jetzt wohl einen ordentlichen Verkorker zulegen
Eine sehr gute Idee. :) Oxidation in einer meiner verkorkten Flaschen kenne ich nicht. Auch nach Jahren nicht.

Noch ein Wort zur Holundermaischegärung. Da ich aus Geschmacksgründen alle Früchte, außer Quitte, Apfel und Birne, vermaische, halte ich es mit Holunder auch so. Allerdings ist die Standzeit auf der Maische maximal 5 Tage. Das ist dem Geschmack (Gift) in den Kernen geschuldet. ;)
Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei.

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Re: Holunderwein, Ablagerungen an Flaschenwand

Beitrag von 420 » 01 Februar 2014 01:15

fibroin hat geschrieben: Noch ein Wort zur Holundermaischegärung. Da ich aus Geschmacksgründen alle Früchte, außer Quitte, Apfel und Birne, vermaische, halte ich es mit Holunder auch so. Allerdings ist die Standzeit auf der Maische maximal 5 Tage. Das ist dem Geschmack (Gift) in den Kernen geschuldet. ;)
Dakor, so handhabe ich es auch und fahre damit recht gut. Am 2.1. habe ich meinen Holunderbeerwein gestartet und am 7.1. abgepresst.

Grüße
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Re: Holunderwein, Ablagerungen an Flaschenwand

Beitrag von StSDijle » 01 Februar 2014 07:24

Versteh ich das richtig, die Flaschen waren im normalprogramm des Geschirrspülers, also für mind 30 Minuten auf ca 60 grad, und davor waren die Flaschen schon optisch sauber? Also die Wahrscheinlichkeit, dass da in jeder Flasche das gleiche überlebt hat ist schon absurd gering. Ich würde eher vermuten, dass das was du da hast erst mit dem Wein in die Flasche gekommen ist.

Stefan

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Re: Holunderwein, Ablagerungen an Flaschenwand

Beitrag von KuHo » 01 Februar 2014 13:30

Hallo Stefan,

ja, ich glaube auch, dass das schon im Wein war und tendiere eher zu was anorganischem.

Im Geschirrspüler waren die Flaschen nicht. Ich meine richtige Handarbeit, so wie früher :engel: , bevor es die Spüler gab.

@ Fibrion und 420:
Ja mit 5 Tage, das könnte man ja mal probieren :engel: . Wo gibt es jetzt Holunderbeeren, waren die eingefrostet?

Gruß, Kurt

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Re: Holunderwein, Ablagerungen an Flaschenwand

Beitrag von 420 » 01 Februar 2014 14:49

KuHo hat geschrieben: Wo gibt es jetzt Holunderbeeren, waren die eingefrostet?
Ja, alle meine Beeren froste ich vorab immer ein. Dafür sprechen ein paar Gründe:
- sie lassen sich, nachdem sie aufgetaut sind, leichter zermanschen
- damit bin ich bei der Weinmacherei realtiv unabhängig von der Erntezeit und kann mir es besser einteilen.
- leider sind nicht immer alle Beeren zur gleichen Zeit reif (z.B. Brombeeren)
- auch andere (Bekannte und Kollegen, örtlich weiter voneinander entfernt) können ernten und mir später die gefrosteten Beeren überlassen. (Dafür gibt es natürlich natürlich eine kleine Aufwandsentspädigung in flüssiger Form)

Grüße
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