Sprudel im Ballon?

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Sprudel im Ballon?

Beitrag von patrickarntz » 09 November 2020 10:30

Hallo in die Runde,

ich bin gerade dabei meinen ersten Roten "einen Brombeerwein" zu machen.
Nachdem ich schon beim Schaum meine Zweifel hatte (die sich aber in Luft aufgelöst hatten kurz nachdem ich hier rein geschrieben hatte) hab ich jetzt das Thema Sprudel! Ich hab schon alles mögliche nachgelesen aber irgendwie scheint nix zum Thema "Sprudel" aufgekommen zu sein außer in geschlossenen Flaschen. Bei mir aber im Ballon mit Gärspund (nicht verstopft)!?

Zum Ansatz
Ich bin jetzt am 10. Tag angelangt!
Ich hatte die ersten 3 Tage lang ne heftige Gärung danach kurz Pause leicht nachgezuckert, da kaum wahrnehmbarer Restzucker vorhanden und laut Vinometer etwa 12% bei Flüssig-Bordeaux-Hefe (15%)
dann wieder 3 Tage reichlich geblubber
jetzt hab ich etwa alle 3-5min ein Blubb aber reichlich Sprudel im werdenden Weinchen ???
soweit so gut
Der Wein hat jetzt eine liebliche bis halbtrockene Restsüße > schmeckt einwandfrei und misst laut Vino ca. 14%
hab drei Proben gemessen und 13-15% abgelesen.
Durch die leichte Restsüße gibt's da Verfälschungen das weiß ich daher nehme ich mal die knapp 12 Vol.% an.

Einzig störend ist die Kohlensäure, die ihm fast etwas sektähnliches verleiht.
Ist das normal ???


grüße
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Re: Sprudel im Ballon?

Beitrag von Nathea » 09 November 2020 10:58

Dein Wein gärt noch, da ist das "sektähnliche" ganz normal. Erst wenn sich im Gärröhrchen selbst beim Schütteln gar nichts mehr tut und die Restsüße auch nach Tagen nicht mehr verändert, darfst Du davon ausgehen, dass Dein Wein sich der Fertigstellung nähert.

Wie willst Du ihn stabilisieren? Filtern?

Grüße

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Re: Sprudel im Ballon?

Beitrag von patrickarntz » 09 November 2020 12:34

Danke für die Antwort.

Gute dann passt das ja, ich war mir nicht ganz sicher da ich ja doch immer lese und meist etwas von 7-10 Tage geschrieben steht.


ja stabilisieren gute Frage im Moment bin ich noch für mich am Überlegen (bitte nicht verurteilen) ob ich einfach nur abziehe, schwefele und Vitamin C zugebe und es dann im Fass mit Auslaufhahn im Keller neben den Äppler (Apfelmost) stelle und ihm einfach bisl Zeit noch gebe!

Aber davon abgesehen hatte ich bereits Spiraltrichter & Filterpapier besorgt. Dazu gleich wegen Sauerstoffgefahr etc., das habe ich mit bedacht und lasse ich mir für den Spiraltrichter mittels 3D Druck einen Aufsatz anfertigen das dieser auch mehr oder minder Luftdicht verschlossen ist. Quasi wie ein Hebefilter

Sprich Schwefeln und Vitamin C Zugabe und dann über das Filterpapier abziehen

Ich sag mal wenn ich abziehe sind es vielleicht noch 6L etwa. War ja mein Erstversuch im Kleinformat
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Re: Sprudel im Ballon?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 09 November 2020 19:55

Spiraltrichter bringt gar nix außer Frust. Schwefelung verhindert Nachgärungen nicht sicher. Wie man Weine Stabilsiiert/Nachgärungen verhindert: Bitte dringend nachlesen auf der Homepage, Kapitel "Zucker".
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Re: Sprudel im Ballon?

Beitrag von patrickarntz » 10 November 2020 11:28

hab ich hab ich keine Sorge...
Glaube hab die Homepage schon gelesen bevor ich das Obst abgeerntet hatte!

sowohl Simplex-Filter, pasteurisieren mit 65° als auch Kaliumsorbat hab ich alles gelesen

allerdings will ich den kleinen Ansatz nicht großartig lange stehen lassen und wollte daher erstmals über den Filter (weiß ich vom Lesen das das nicht zu 100% filtert) abziehen (eventuell sogar mit geringem Unterdruck, ist noch ein Bastelprojekt). Dann Schwefeln und wie den Apfelmost für die 4-6 Wochen wo er halten soll einlagern. Hab ich auch schon mit Saft gemacht für klare Liköre daher bin ich die Geduld gewohnt mit dem Filter!

ich weiß für die Weinliebhaber ist das vermutlich schwer zu verstehen aber der schmeckt gerade sooo gut das ich nicht glaub das die 5-6 Literchen länger als 4-5 Wochen halten müssen bisse leer sind. :lol:

Ansonsten habe ich für kommende größere Gebinde bereits den Simplex-Filter zum Abziehen auf meiner Bestellliste und werde in Zukunft bei den großen Gebinden dann zum stabilisieren entweder mit Temperatur oder auch mit Kaliumsorbat arbeiten! Was da aber dann für mich eher in Frage kommt muss ich zuerst noch testen ob ich da geschmacklich für mich einen Unterschied merke etc.
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Re: Sprudel im Ballon?

Beitrag von Nathea » 10 November 2020 13:24

Vielleicht reicht es Dir - bei der Aussicht, dass der Wein ohnehin nicht auf Flasche soll - ja auch absolut aus, den durchgegorenen Wein von der Hefe abzuziehen, zu schwefeln und danach nur noch 4 Wochen kühl zur Klärung zu stellen. Mit Glück ist er nach der kurzen Klärphase auch ohne den Filter schon einigermaßen trinkfertig und Du kannst die Menge, die Du Dir gönnen möchtest, immer direkt aus dem Ballon ziehen?

Das, was Du da mit dem Filter planst, wird Dir eine (kurze, kühle) Klärphase nicht ersparen können, vermute ich.

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Re: Sprudel im Ballon?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 10 November 2020 21:06

Ich kann den Simplexfiler nicht mehr empfehlen. Der Pulcino Oil ist zwar etwas teurer, der Mehrwert ist mE aber größer als der Mehrpreis.
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Re: Sprudel im Ballon?

Beitrag von patrickarntz » 11 November 2020 00:38

Okay...
Naja hab grad mal geschaut für 11L Druckbehälter mit Simplex bezahlt man 149 Euro der Pulcino Oil kostet auch 159€
Wenn du sagst das der viel besser ist gehe ich gleich auf den Pulcino Oil wegen den 10 €!

Hatte mir ja bereits deine Empfehlung auf der Homepage durchgelesen aber da waren es noch deutliche größere Unterschiede damals. 🤗
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Re: Sprudel im Ballon?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 11 November 2020 19:37

Ich glaube den Simlex gibt es auch etwas günstiger, ändert aber nix an meiner Empfehlung ;)
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Re: Sprudel im Ballon?

Beitrag von patrickarntz » 12 November 2020 08:54

ja wenn ich mir den Simplex einzeln kaufe und einen Drucksprüher aus dem Baumarkt dann wird definitiv günstiger aber ich habe mir jetzt noch einmal die vor und Nachteile angeschaut und werde wenn auf den Pulcino Oil setzen da es vom Handling auch nicht sooooo umständlich ist wie mit den zig Schrauben beim Simplex-Filtersystem!


Im Übrigen:

Der Sprudel lässt jetzt auch fast komplett nach jetzt nach knapp 14 Tagen
Probe ist trocken bis halbtrocken jetzt, Restsüße kaum noch spürbar PH liegt bei 3,34 aktuell laut PH-Meter.
Säure will ich nach dem Abziehen & Filtern (Nachbar ist so nett und leiht mir seinen Simplex für die Münzprobe) dann bestimmen mit Acidometer und entsprechend einstellen falls nötig!

Grüße
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