Tip gegen die Oxidation

kiloohm
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Tip gegen die Oxidation

Beitrag von kiloohm » 28 Januar 2010 23:11

Ich weiss zwar nicht, ob das schon mal hier verbreitet wurde? Wenn ja, dann irgendwohin ins Archiv verbannen.
Sonst:

Sauerstoffkontakt während der Klärung, Umfüllung, usw...

Ich habe meine unfiltrierbare Zwetschge mit Klärungsmitteln Kieselsol und Gelantine geimpft, da sich die Selbstklärung nicht einstellen wollte. Da ich langsam unruhig wurde, ob sich bei 12L Wein beim Ruhigstellen im 15L Ballon (grosse Obefläche ) nicht doch eine geschmacklich bemerkbare Veränderung einstellen würde, habe ich CO2 in den Ballon gegeben um eine Schutzatmosphäe aufzubauen.
Wie ? Ganz einfach!
1/3 Füllung einer Mineralwasserflasche ausgetrunken, Korken durchbort, Schlauch hineingedrückt, in den Flaschenhals gedrückt, das andere Ende in den Ballon gesteckt und fixiert, Mineralwasserflasche kräftig geschüttelt. Das CO2 gelangt in den Gärballon, und da es sich durch das spezifische Gewicht unter die "Luft" schiebt ist die "Schutzatmosphäre" hergestellt. :D

Thomas

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fibroin
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Beitrag von fibroin » 28 Januar 2010 23:20

Wie oft wechselst du die Mineralwasserflasche? Irgenwann ist da das CO2 mal weg.
Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei.

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Beitrag von kiloohm » 28 Januar 2010 23:25

Moin, wieso soll das CO2 "weg" sein? Wenn der Wein kein eigenes CO2 erzeugt und der Ballon mit Gärverschluss sichergestellt ist, sehe ich da keine "Hausbestzung" durch Sauerstoffradikale 8-)

Gruss
Thomas

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Beitrag von TrockenHefe » 28 Januar 2010 23:33

ich würd der restlichen Luft aber die Möglichkeit lassen aus dem Ballon zu verschwinden und dannach erst dicht abschließen dann würds sogar ein Dichter Korken tun. Interessante Idee.

Mfg Matti
Es fließt der Wein es fließt das Bier
hoch die Krüge trinken wir.


kiloohm
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Beitrag von kiloohm » 28 Januar 2010 23:42

Wenn ich "genügend flute", sollte der Ballon voll sein. Schlauch wieder vosichtig herausziehen. Der Rest der Umgebungatmosphräre bleibt oben im Ballon. Zumindestens Sauerstoff. Verschiessen des Balons und keine Sorgen mehr, oder?

Thomas

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Pantscher
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Beitrag von Pantscher » 29 Januar 2010 00:50

CO2 löst sich im Wein, dann ist es weg!

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fibroin
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Beitrag von fibroin » 29 Januar 2010 07:53

Leider ist die CO2-Flutung nicht so einfach. Im Wein wird sich das CO2 bis zur Sättigung lösen. Durch den Gäraufsatz diffisiert Luft in den Ballon und verdünnt langsam die CO2-Schicht. Sinnvoll wäre es, immer kleine Dosen Gas einzuspülen, damit der CO2-Schutzschild auch da ist.

Bei der Abfüllung kommt das Problem, das gelöste Gas wieder los zu werden. Das kann dann nur mit Luftkontakt geschehen. Bei aller Liebe zu der Flutung, ein spundvoll gefüllter Ballon ist da viel pflegeleichter... 8-)
Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei.

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Beitrag von matzl0505 » 29 Januar 2010 12:22

Wie schon gesagt, eine einmalige Flutung bringt nix.
Eine Möglichkeit einen Ballon dauerhaft zu fluten, ist ihn mit einem noch gärenden Wein zu verbinden.
Trotzdem hast du das Problem, dass der Wein CO2 aufnimmt.
Als alternative könntest du den Wein mit Stickstoff oder Lachgas(aus Sahnesprühkatuschen) fluten. Da sollte das lösen kein Problem dastellen.

gruß
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Man nimmt eine Handvoll Brombeeren, lässt diese zur Erde fallen. Die Beeren verbinden sich mit der Erde zu Erdbeeren und Brom wird frei."


Es gibt 10 Arten von Menschen. Die, die das Binärsystem verstehen und die, die es nicht verstehen.


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Beitrag von kiloohm » 29 Januar 2010 22:55

Ich gebe euch recht, aber über welche Zeiten reden wir? Ich will den Wein nicht ein halbes Jahr im Ballon lassen. Was ich meine, ist ein Zwischenparken bis zur Weiterverarbeitung. Das der Wein CO2 aufnimmt ist klar, unsere Ozeane sind ja auch die grössten CO2-Schlucker. Deshalb bekommen sie ja auch zunehmend Probleme.
Wenn mein Ballon nicht vollständig gefüllt werden kann, betrachte ich dieses Vorgehen als sehr gute Massnahme gegen Oxidation. Die Diffusion durch das Gärröhrchen wird nur sehr langsam stattfinden. Wenn die Co2-Aufnahme des Weins genügend schnell vorsichgehen sollte, also schneller als die Diffusion, müsste sich ein Unterdruck einstellen. Das hab ich noch nicht beobachtet.
Weine mit langen Selbstklärungsphasen haben auch dieses Problem.
Also ich betrachte das Fluten als probate Massnahme.

Gruss
Thomas

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 30 Januar 2010 10:27

Wir haben eine CO2-Flasche plus Fritte und haben damit Versuche gestartet. Obwohl man davon ausgehen müsste dass die Fritte für eine vernünftige CO2-Sättigung im Wein sorgt haben die Ballons trotzdem sichtbar Luft durch das Gärröhrchen angesaugt. Unter dem Strich wird die Sauerstoffmenge über dem Wein sicherlich niedriger sein als in einem "unbehandelten" Wein, aber sie ist deshalb eben nicht "Null" und man muss damit rechnen dass immer neue Luft in geringen Mengen angesaugt wird. Das Gelbe vom Ei ist die Lösung also schlicht nicht. Und ich fürchte dass es ohne Fritte, wenn also wenn du nicht für eine CO2-Sättigung in der Flüssigkeit sorgst, so gut wie nichts bringt.

In Flüssigkeit gelöstes Gas A beeinflusst ferner nicht wesentlich die Löslichkeit von gelöstem Gas B. Ein CO2-gesättiger Wein nimmt also durchaus noch O2 auf.

[Dieser Beitrag wurde am 30.01.2010 - 10:27 von Fruchtweinkeller aktualisiert]
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Beitrag von kiloohm » 30 Januar 2010 15:31

Ich will das ja nicht künstlich in die Länge ziehen. Auf der HP Thema "Die Selbstklärung" ist beschrieben, dass dem Wein eine Selbstklärungsphase von mehreren Monaten gut tut, usw.... Ihr kennt den Text.
Da er vorher beherzt (HP) geschüttelt wurde, ist nicht mehr viel CO2 gelöst wenn er im Klärungsballon vorsich hin schläft. Wo kommt da der Schutz her? Irgendwann sind auch die letzten durchgschüpften Hefchen tot.

Tut mir leid, aber das passt nicht so ganz zu euren Antworten. :?:

Gruss Thomas

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 30 Januar 2010 16:44

Das passt alles wunderbar. Also nochmal zum Mitschreiben.

Die Gase über dem Wein und das im Wein gelöste Gas stehen miteinander in einem Gleichgewicht.

CO2 ist in Wein sehr gut löslich.

CO2 im Wein gelöst bewirkt keinen Oxidationsschutz.

Entsteht im Wein CO2 und wird freigesetzt, so wird der Luftsauerstoff über dem Wein verdrängt: Supergut.

Wein in der Selbstklärungsphase ist nicht mit CO2 gesättigt.

Flutet man den Raum über einen nicht mit CO2 gesättigten Wein, so löst sich CO2 im Wein. Luft wird nachgesaugt. Nicht so supergut.

Selbst bei Begasung aus der CO2-Flasche mit einer Fritte bekommt man die CO2-Sättigung nicht vollständig/dauerhaft hin: Besser, aber immer noch nicht supergut.
kilhoom hat geschrieben:Wo kommt da der Schutz her?
Schwefelung, spundvolle Lagerung, eventuell Gärspund mit einer Sperrflüssigkeit füllen die als Diffusionsbarriere dient. Steht alles auf der HP.
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