Gärung abgeschlossen - Nachzuckern

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Antiquark
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Gärung abgeschlossen - Nachzuckern

Beitrag von Antiquark » 15 Januar 2005 21:03

dass die haltbarkeit von der zuckerkonzentration abhängig ist sollte ja selbstverständlich sein.......da wir ja alle wissen dass zucker, genau wie salz, bakterien das wasser entzieht und sie somit abtötet....trotzdem würde ich selbst hergestellten nicht länger als 2 monate und nach möglichkeit gekühlt aufbewahren.....

mit invertzucker werden auch bienen gefüttert um sie zu überwintern......also stellt euch mal vor ihr müsst 30l von dem zeug kochen.......daher gibt es das fertig......da ist es thermisch sterilisiert und vakuumverpackt (in packungen die "bag in Box" sehr ähneln).....ungeöffneten zustand sind diese dinger nach angabe 5 jahre haltbar.........(und das zeug entspricht sogar dem lebensmittelgesetz....ist bei bienen pflicht)
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Uwe12
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Gärung abgeschlossen - Nachzuckern

Beitrag von Uwe12 » 16 Januar 2005 09:44

Hallo,

@Merlin_Gor:
Fruchtweine habe ich noch keine hergestellt. Unser kleiner Garten gibt auch nicht genug Rohmaterial her. In der Metbereitung bin ich auch erst am Anfang und zum Nachzuckern während der Gärung tuts der normale Zucker. Zum Abschmecken nach Gärende habe ich jetzt nur weiteren Honig verwendet, da mir der "Honiggeschmack" noch zu gering war.

@Fruchtweinkeller:
Meine bisherigen "Angesetzten" hatten keine Probleme mit den Mengen an normalem Zucker, ich mag es aber auch nicht so sehr süß. Mit Invertzucker kann man halt den Likör zuckermäßig weitgehend im "Endzustand" abschmecken. Geschmacklich harmonisieren sich (oder manchmal auch nicht ?-| ) die Aromen natürlich noch mit der Lagerung. Aber man kann zumindest die "Zielsüße" schon ganz gut einstellen.

Das Rezept aus dem Hobbythekbuch, welches wohl nur noch antiquarisch zu finden ist, wurde X-mal im Internet abgetippt und kopiert.
Man findet es leicht, wenn man nach "doppelsaures Natron Invertzucker" googelt.
Kurz:
335g Zucker
165ml Wasser
1/2 TL Weinsäure
1/2 TL Natron
Zucker, Wasser und Säure werden im Wasserbad (ich habe die Mikrowelle benutzt) etwa 1 1/2 Stunden auf 70-80° gehalten und danach (wenn gewünscht) mit dem Natron neutralisiert, was tlw. heftig schäumen kann, also obacht! Erst eine kleine Menge Natron zugeben und beobachten, wie sich die heiße Masse verhält!
Die Haltbarkeit sei unbegrenzt, steht im Buch.

Nachteil der Likörzuckerung mit diesem Gemisch: das enthaltene Wasser verdünnt natürlich den Alkohol zusätzlich. Daher habe ich später nur noch die getrennten Einfachzucker zum Süßen genommen, da ich zum Ansetzen meist Doppelkorn zu 38% benutzt habe. Und wenn man da noch viel verdünnt, leidet der Geschmack. Außerdem spart man sich damit natürlich auch die lange Rumköchelei 8-)

Im Zusammenhang Restzucker: hat jemand schonmal die Hefe "Bioferm DOUX" benutzt? Die soll bei der Gärung mehr Fruchtzucker übrig lassen, was zu mehr Restsüße führt. Habe mir mal ein Päckchen mitbestellt und werde die mal ausprobieren.

Gruß, Uwe
Biopiraterie? Ja, das sind kriminelle Seefahrer, die sich aber gesund ernähren! (Piet Klocke)

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 16 Januar 2005 10:22

Klar, durch Lagerung spaltet sich die Saccharose langsam von selbst. Durch die Kocherei beschleunigt man den Vorgang.

Die Vinoferm Doux haben wir noch nicht getestet. Ich weiß nicht, was ich von Brouwland-Angaben halten soll. Alle Hefen scheiden ein Enzym zur Spaltung der Saccharose aus, die Invertase. Es ist normal, dass die Hefen bevorzugt die Glucose verbrauchen. Wenn die Alkoholtoleranzgrenze erreicht wird und ist ist noch Restzucker vorhanden, so wird man mehr Fruchtose als Glucose finden. Wo soll da der Unterschied zur Bioferm Doux sein? Der wird mir aufgrund der Beschreibung nicht klar. Auch diese Hefe wird uns nicht den Gefallen tun, Restsüße übrig zu lassen, wenn die Alkoholtoleranzgrenze noch nicht erreicht ist, egal, ob das nun Fructose oder Glucose ist.

[Dieser Beitrag wurde am 16.01.2005 - 10:23 von Fruchtweinkeller aktualisiert]
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Gärung abgeschlossen - Nachzuckern

Beitrag von Merlin_Gor » 17 Januar 2005 09:48

Hallo Antiquark,

könntest du mal Bezugsquellen und Preise nennen? Ich Spiele nach wie vor mit dem Gedanken, mir die Zucker getrennt zu bestellen. Ist natürlich eine Preisfrage! Denn da wird die Portokasse (vielleicht sollte man besser Weinkasse sagen) doch deutlich belastet.

Vielleicht stellt der Invertzucker (fertig) eine Alternative dar.

Zum Selbsterstellen bin ich zu faul und die Küche meiner Frau für eine klebrige Angelegenheit zu verwenden mißfällt mir.

Merlin

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Beitrag von Antiquark » 17 Januar 2005 18:10

also billiger wird dich das bestimmt nicht kommen wenn du bienenfutter kaufst.....in den behältern sind 20l dieser invertzuckerlösung........

und etwas was mir neulich noch aufgefallen ist: seit einiger zeit ist das zeug extrem süss......mittlerweile glaube ich die kochen es nciht mehr wie früher.....es schmeckt nämlich wie reines zuckerwasser, was früher nciht so war, daher würde ich abraten.....

ansonsten heisst das zeug api invert.....sollte man mittels google finden können
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