Flaschenbombe mal anders

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fibroin
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Flaschenbombe mal anders

Beitrag von fibroin » 06 Februar 2010 08:09

Ehli hat geschrieben:Drückt man den Kork zu weit rein wirken mechanische Kräfte.
Wobei der vermutete Uberdruck dem entgegenwirkt. Allerdings kann der Unterdruck mit dem Korken fertig werden.

Ohne jetzt zu wissen, was sich genau in der Flasche abspielt, ist jede weitere Überlegung ziemlich müßig. Ein Manometer, mit einer Hohlnadel, die durch den Korken gesteckt wird, könnte da Fakten schaffen. Aber erst einmal haben. 8-)
Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei.

Pantscher
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Beitrag von Pantscher » 06 Februar 2010 14:12

Was ich mir denke: Selbst wenn in der Flasche ein totales Vakuum ist, ist der Druckunterschied nie größer als etwa ein bar, nähmlich der Umgebungsdruck.
Druck ist Kraft pro Fläche, der Korken hat nen Radius von etwa 9,5mm, was ne Oberfläche von ca 284mm^2 gibt.
1bar = 10^5 N/m^2 oder 10 N/cm^2 oder 0,1 N/mm^2. Auf den Korken lastet also ne Kraft von 284mm^2 * 0,1 N/mm^2 = 28,4 N in etwa. Das ist bisschen mehr als die Gewichtskraft von 3kg. Wenn ich jetzt denke mit wie viel Kraft ich manchmal die Korken in die Flasche drücken muss, denke ich nicht, das die 28N zum Durchdrücken reichen. Zudem hab ich diese Kraft nur beuí nem Vakuum, das ich in der Weinflasche nie erreiche. Also ich denk, dass da irgentwas mitm Flaschenhals nicht passt, dass er wie oben gesagt z.B. noch unten weiter wird.


Tut mir leid, aber Klugscheißen macht manchmal echt Spass :|

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JasonOgg
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Beitrag von JasonOgg » 06 Februar 2010 14:41

Du hast ja schon erwähnt, das der Flaschenhals beim Auslaufen eine Rolle gespielt habe könnte (vielleicht auch der Korken). Der Korken braucht ja nur so viel reinzurutschen, dass ein kleiner Spalt entsteht durch den es raustropfen kann.

Der Vollständigkeit halber, für die Zork wird zum Reindrücken 20kg als Gewichtskraft angegeben.

@Catalpa, gib zu, punktuell war in Deinem Büro ein enormer Luftdruck, oder Du warst mit der Flasche tauchen 8-)
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Josef
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Beitrag von Josef » 06 Februar 2010 15:02

Wo befand sich der Korken nach dem Auslaufen denn?
Steckte der noch im Flaschenhals oder lag er in der Flasche?

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Beitrag von kiloohm » 06 Februar 2010 20:43

Ehli hat geschrieben: Na bei mir hab ich's drauf geschoben dass die Flaschen am Hals innen ja ne konvexe Wölbung haben (sollten). Drückt man den Kork zu weit rein wirken mechanische Kräfte. Deshalb schrieb ich, ich könnte mir's erklären. Vor allem war der Kork noch gut gequetscht.
Andy
Ich gebe dir Recht. Da sind mechanische Kräfte im Spiel.Der Überdruck in der Flasche baut sich langsam ab. Das kann jeder beim Entkorken einer Flasche Wein akkustisch erfahren. Es macht eben nicht "zisch" wenn der Korken herausgezogen wird, sondern "plopp" 8-) . Also strömt Luft in die Fasche, und zwar mit dem vollen Druck der Umgebungsluft. Daher das Geräusch.
Da die Flaschen eine Querschnittsverringerung im Hals haben (so ca. 1cm nach der Öffnung) ergibt sich danach eine Aufweitung des Durchmessers in Richtung Flasche. Da die "Presskraft" des Korkens, wenn er bis über diese Querschnittsverengung hineingedrückt wurde, senkrecht auf diese "schiefe Ebene" wirkt, ergibt sich über eine Kräftezerlegung auch eine Kraft in Richtung Flasche. Befindet sich Flüssigkeit zwischen Glas und Korken, wird auch noch die Reibung herabgestzt. Ergebnis: Der Korken begibt sich auf eine Wanderung in Richtung Flasche. 8-)

Gruss
Thomas

Edit Korrektur: Die Kaft des Korkens wirk nicht senkrecht auf die konische Glasfläche, sondern genau um den Winkel der "Aufweitung" reduziert. Daraus ergibt sich ja erst die Kräftezerlegung.

[Dieser Beitrag wurde am 06.02.2010 - 20:55 von kiloohm aktualisiert]

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Beitrag von Josef » 06 Februar 2010 20:57

Da ist was dran. :shock:
Trotzdem braucht es ein wenig Unterdruck, damit der Korken eingezogen wird.

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Beitrag von kiloohm » 06 Februar 2010 21:02

Nö, eigentlich nicht. Je weiter der Korken reinwandert, je geringer wird die Abdichtung. Der entstehende Überdruck kann immer schneller entweichen.

Versuch mal einen wie auch immergearteten Verschluss un eine konische Öffnung zu stecken. Der arbeitet sich immer wieder heraus. :D

Ganz grobes Beispiel ein Trichter. Versuch da mal einen Verschuss reinzudrücken. :D

Dreh den Trichter auf den Kopf, und dein Verschluss fällt auf den Tisch, oder wie bei der Flasche nach innen. 8-)

[Dieser Beitrag wurde am 06.02.2010 - 22:25 von kiloohm aktualisiert]

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Beitrag von Ehli » 06 Februar 2010 22:41

Du hast meinen plumpen Versuch meinen Gedankengang in Worte zu fassen extrem gut Beispielhaft umgesetzt. Danke.
Andy
Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen.

Winston Churchill


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Beitrag von Catalpa » 06 Februar 2010 22:49

@JasonOgg: nein, ich vermute eher ein Wurmloch in der Flasche ;)

Ich denke, ich schließe mich der Flaschenhals-Rutsch-These an! Nach genaustem untersuchen und betasten (Innen) des Flaschenhalses stelle ich fest, dass der Hals knapp unter dieser Krepe (ich denke die dient dem maschinellem Abfüllen) einen Knick nach Außen macht! Er weitet sich also ca. 15mm unter der Flaschenöffnung leicht auf und wird dann wieder gerade. Dumm ist nur, dass ich nicht weiß wieviel von diesen Flasche ich noch habe :(

Naja, ich war heute im Baumarkt und habe 2 Weinregale gekauft, die kommen jetzt in die Garage! Im Büro habe ich Parkett und das hat fast eine halbe Flasche Wein verkraften müssen, hoffentlich wird ihm nicht schlecht ;) In der Garage ist das eher egal und frostfrei ist es da auch...

Vielen Dank an alle!

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Beitrag von fibroin » 06 Februar 2010 23:03

kΏ hat geschrieben:Es macht eben nicht "zisch" wenn der Korken herausgezogen wird, sondern "plopp"
Was ist mit Sekt, das ploppt auch, ich höre nichts zischen... Das war mir auch eingefallen, gehört aber weniger zum Thema. :|
Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei.

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Beitrag von kiloohm » 06 Februar 2010 23:43

Sekt ist mit ganz ganz ganz :D viel Co2 gesätigt, und viel Überschuss im Raum zwischen Korken und Flüssigkeitsoberfäche. Also mehr als gesätigt. Enorm viel Überdruck. Ich rätsel allerdings noch, warum die Kunstoff- Lamellen- Korken gleich viel Druck wie bei teuren Schaumweinen ( Ich weiss jetzt nicht wie man Schampanjer schreibt :happy :) ) aushalten. Sind die vielleicht doch keine Naturkorken? Vielleicht mit Sillikon oder etwas ähnlichem behandelt ( Chemiker und Verfahrenstechniker an die Front :happy :) )

Hmm........ denk
Gruss
Thomas

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Beitrag von kiloohm » 07 Februar 2010 00:00

Catalpa hat geschrieben: @JasonOgg: nein, ich vermute eher ein Wurmloch in der Flasche ;)
Das ist natürlich bisher überhaupt noch nicht erörtert worden. Waurum eigentlich nicht?
..... Wurmloch....... Oh mein Gott!!!
Gibst das auch im Wein ?
Nach meinem Diplom in " Per Anhalter durch die Galaxis" hätte ich da viel eher drauf kommen können. Vergesst die Kräftezerlegung. Ganz schnell................ Enox ist im Spiel! Warten wir mal auf seine Antwort.





Alles Blödsinn!

Die Winkelfunktionen stimmen immer noch! Trotzdem spassig, oder ?




Thomas

[Dieser Beitrag wurde am 07.02.2010 - 00:04 von kiloohm aktualisiert]

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