komischer Absatz in Flaschen

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Grape
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Re: komischer Absatz in Flaschen

Beitrag von Grape » 24 November 2018 23:59

:hmm: Ja, guter Einwand :engel:

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wickie
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Re: komischer Absatz in Flaschen

Beitrag von wickie » 26 November 2018 15:03

So ... wie mir befohlen worden ist, habe ich am Wochenende eine Flasche geköpft. Das öffnen war völlig unspektakulär und ganz unauffällig. Der Geruch aus der Flasche war etwas seltsam, alkoholisch nach Apfel und ganz zart nach Hefe (kaum bemerkbar). Es erinnertre mich an den Geruch wenn ich nach einem langen Tag nachhause komme während alles gärt. Im Glas roch es aber wieder nach Apfel, also mutig mal einen schluck genommen. Geschmacklich war er mir jetzt mit 16% zu stark, aber sonnst war er unauffällig mit einem ganz leichtem und zartem prickeln auf der Zunge. Da ich das Wochenende auch ohne Zwischenfälle überlebt habe, denke ich nicht, dass es sich um Schimmel handelt.

Ich habe auch versucht neue Bilder zu machen.
BildBild

Video

Was mich so wundert ist die Tatsache, dass es sich um 2 unterschiedliche Filterungen handelt, die auch noch 3 Wochen auseinander liegen. Denoch sind beide Chargen kontaminiert und die 150 Liter die ich über das Jahr produziert habe, sind nicht betroffen.
Wen ich einen Fehler mache ... OK, aber gleich 2 mal hintereinander den selben Fehler ist schon zu Viel Zufall. Diesen möchte ich gerne beim nächsten mal gerne vermeiden.

Was meint ihr? Alles zusammen schütten und nochmal Filtern, oder so lasen?

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JasonOgg
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Re: komischer Absatz in Flaschen

Beitrag von JasonOgg » 26 November 2018 15:12

Dann scheint es wohl doch eine Nachgärung zu sein.
Es gibt solche Tage, da passiert so etwas. Spannend, dass es wohl durchgängig alle Flaschen sind. Filterschichten verwechselt?

So lassen, regelmäßig kontrollieren, ob die Korken drohen rauszufliegen und im Sommer gut gekühlt genießen. :mrgreen:
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Re: komischer Absatz in Flaschen

Beitrag von 420 » 26 November 2018 22:20

Kontrolle hilft und damit kann man mehr sagen. :clap:

Jetzt musst Du alles genau für die Zukunft bei der Steril-Filterung ins Auge nehmen.

Zuerst den Schwefel anschauen. Wie alt war der Schwefel? Zitronensäure mit verwendet?

Nach der Wasserspülung kam ja die Sterilisation. Etwas mehr als 1 Liter, was am Anfang direkt bei der Sterilisation herauskommt, verwerfen. Grund: Schwefellösung wird zu schwach, weil ja vorher Wasser im Filter war. Danach Schwefellösung in Zirkulation laufen lassen. Pumpe ausstellen und ruhig 10 Minuten oder mehr einwirken lassen. Mit Wasser natürlich nachspülen.

Alles steril? Korken auch kurz eingetaucht? Filterbruch? Waren es die richtigen Filterschichten? Füllstopptrichter steril? Ggf. Füllstopptrichter wiederholt einsprühen. Deine Hände steril? Flaschen steril? Wie lange standen Sie auf dem Abtropfständer? Raumtemperatur recht hoch (wenn zu warm fliegen mehr Hefepilze in der Luft)? Ist der Raum schon kontaminiert mit Hefe?

Direkt in die Falsche gefiltert oder erst in einen anderen Behälter? Wenn anderer Behälter, der steril? Ablasshahn und ggf. Schlauch dann auch steril?

Fragen über Fragen.

Viel Erfolg bei der Suche.
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Re: komischer Absatz in Flaschen

Beitrag von Bahnwein » 26 November 2018 23:41

420 hat geschrieben:
26 November 2018 22:20
Nach der Wasserspülung kam ja die Sterilisation. Etwas mehr als 1 Liter, was am Anfang direkt bei der Sterilisation herauskommt, verwerfen. Grund: Schwefellösung wird zu schwach, weil ja vorher Wasser im Filter war. Danach Schwefellösung in Zirkulation laufen lassen.
Ich nehme bei der Sterilfiltration vorher kein Wasser zum Spülen der Filterschichten. Ich nehme direkt zur Desinfektion und Spülung die Schwefellösung und spare mir so einen Arbeitsschritt. So gibt es auch keine Probleme mit der Verdünnung. Nach der Sterilisation spüle ich natürlich mit sauberem Wasser, bis der Auslauf neutral schmeckt. Oder hab ich dich da falsch verstanden? Bin mir nicht so sicher.

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Re: komischer Absatz in Flaschen

Beitrag von 420 » 27 November 2018 12:33

@Bahnwein
Dürfte kein Problem sein. Selber spüle ich vorher, damit ich keinen Pappgeschmack in der schwefeligen Lösung habe, da ich diese weiter verwende. Vielleicht auch zu umständlich und übertrieben.

VG
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Re: komischer Absatz in Flaschen

Beitrag von Bahnwein » 27 November 2018 17:24

420 hat geschrieben:
27 November 2018 12:33
@Bahnwein
...vorher, damit ich keinen Pappgeschmack in der schwefeligen Lösung habe, da ich diese weiter verwende..
Ah jetzt ja. Das ist natürlich ein Grund. Ob übertrieben oder nicht weiß ich nicht, aber damit bist du natürlich auf der sicheren Seite.
VG

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Re: komischer Absatz in Flaschen

Beitrag von wickie » 28 November 2018 11:48

Also ... Bei mir läuft das Folgendermaßen ab:

Zu erst Wäsche ich mir die Hände mit Hirschseife (ohne Parfüm oder ähnliches) bis zum Ellenbogen, wie ich es in meiner Lehre gelernt habe. Danach richte ich mir 1 Liter Schwefellösung, wie es auf der Homepage steht (mit Zitro) und stelle mir davon einen ½ Liter für die Korken zur Seite. Danach Spüle ich die Flaschen mit heißem Wasser, mit der Schwefellösung und wieder mit heißem Wasser. Da ich eigentlich nur 10 und 20 Liter Gärbotiche habe, reicht eigentlich der ½ Liter Lösung. Wärend die abtropfen reinige ich den Gärbehälter mit heißem Wasser, Schwefellösung und wieder heißem Wasser. Der Schwam zur Reinigung ist dabei jedes mal neu. Auch die Tücher zum aufwischen kommen frisch aus der Waschmaschine.
Jetzt wird die Filtermaschine hergerichtet, überprüft und die Schläuche angeschlossen. Die Anschlüsse werden dabei mit 70% reinem Alkohol aus dem zerstäuber desinfiziert. Nachdem ich die gewässerten Filterplatten eingelegt habe, mache ich einen weiteren Liter Schwefellösung die ich in den Ansaugstuzen fülle, da die maschine mit leerem Schlauch nicht so recht arbeiten will. Schwefellösung durch den Filter und Klares Wasser hinterher, bis es neutral schmeckt. Dauernd irgendwas an und abschrauben um irgendwas irgendwie im Greis zu Filtern, habe ich noch nie gemacht. :shock:
Dann jage ich den Wein durch, in den vorher gereinigten Gärbehälter. Da mir meine Weine eh immer zu stark sind, stört mich das verbliebene Wasser nicht wirklich. Oder soll ich den Filter nocheimal zerlegen um das Wasser abzulassen? Jetzt wird der andere Gärbehälter gereinigt damit ich den Wein wieder zurück Filtern kann. Standardmäßig wird die Prozedur, je nach klärungsgrat Grob, Mittel und EK gemacht. Bei jedem umbauen werden die entfernten Filterplatten auf Bruch kontrolliert, was ich aber dank Manometer noch nie gehabt habe. Wenn alles fertig ist, wird der Wein aus dem Gärbotich in die abgetropften Flaschen gefüllt und gleich mit den gereinigten Korken verschlossen. Die Flaschen werden abgedeckt und lasse sie 1 - 2 Tage lang rasten, das der Korken trocknen kann. Erst jetzt kommt die Schrumpfkapsel mit Kochendem Wasser drauf und die Etiketten.
Alkoholmessung und 2. Schwefelung erfolgt dabei am Vortag vor dem Filtern.

Ich habe es so schon mit dem Vinoferm gemacht und mit der Colombo habe ich nicht wirklich etwas geändert. So habe ich im Jahr etwa 150 Liter gemacht und noch keine Probleme gehabt.

Den einzigen Fehler den ich jetzt sehe ist am Schluss der Weinheber bei der Flaschenabfüllung. :/
Kann sein das ich den nicht desinfiziert habe. Oder waren die Filterplaten verkehrt? Ich weis es nicht mehr so richtig.

Ich stelle mir aber immernoch die Frage: neu Filtern, oder so lassen?

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Re: komischer Absatz in Flaschen

Beitrag von 420 » 28 November 2018 20:47

OK,
da kann man ja viel sehen.

Es geht ja nur um die Sterilfiltration. Also vor dem letzten Filtergang wird alles desinfiziert. Bei grob, mittel und fein brauchst Du nicht alles so steril wie möglich halten.

Vorschlag / meine Gedanken bei der Sterilfiltration
So würde ich die Schläuche nicht vorher mit 70 %igem Alkohol desinfizieren. Mir reicht bei der Grob-, Mittel- und Feinfiltration, dass die Schläuche sauber sind. Wasserspülung reicht vollkommen aus. Danach schicke ich ja die Schwefellösung durch die Schläuche und durch den Filter. Da besprühe ich auch den Außenschlauch am Weinausgang, aber nur am Ende wo der Wein herauskommt (so ca. 30 cm).

Du spülst mit Wasser vor und lässt den Filter soweit leer laufen. Wenn ja, stehen geschätzt noch ca. 300 ml Wasser im Filter. Da würde ich eine 2 Literlösung ansetzten und ca. 0,75 Liter am Anfang an die Seite stellen (bei einer weiteren Verwendung einfach noch etwas nachschwefeln, weil die Lösung zu schwach geworden ist). Danach würde ich für 5 Minuten im Kreis pumpen. Einfach Auslassschlauch in den Behälter geben, aus dem angesaugt wird. Pumpe ausstellen, 10 Minuten warten und dann geht es weiter. Mit an- und abschrauben hat es nichts zu tun. Schaue mal hier bei 2:59.

Wenn Du nur die Filter wässerst und dann den Schwefel hinterher schickst, würde ich auch im Kreis pumpen lassen, Filter ausstellen und einwirken lassen.

Schätze mal, dass die Einwirkzeit zu gering war um alle Hefepilze zu töten. Da sehe ich einen Schwachpunkt.

Weiterhin musst Du nicht in einen Gärbehälter filtern und dann abfüllen. Man kann auch direkt per Füllstopptrichter abfüllen. Damit ggf. noch Restwasser nicht in die ersten Flaschen gelangt, einfach den gefilterten Wein dem Wein beigeben, der noch gefiltert werden muss.

Und ob Du noch mal filtern willst - musst Du wissen.

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Re: komischer Absatz in Flaschen

Beitrag von Fruchtweinkeller » 28 November 2018 22:06

Ich habe es nur überflogen, ich mache nicht so viel Aufwand, und bei mir klappt es ja (siehe Homepage). Kleiner Hinweis: Mit Schwefellösung desinfiziertes Material wird NICHT mit Wasser nachgespült. Wasser ist nicht steril.

Generell gilt: Luftzug vermeiden, Aerosolbildung vermeiden, überlegen was man wie anpackt. Bei mir steht die Schale mit Korken in Schwefellösung immer parat, die stecke ich im Zweifelsfall die Finger kurz hinein.
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Re: komischer Absatz in Flaschen

Beitrag von Steppenwolf » 29 November 2018 11:30

Fruchtweinkeller hat geschrieben:
28 November 2018 22:06
Ich habe es nur überflogen, ich mache nicht so viel Aufwand, und bei mir klappt es ja (siehe Homepage). Kleiner Hinweis: Mit Schwefellösung desinfiziertes Material wird NICHT mit Wasser nachgespült. Wasser ist nicht steril.
Das ist ein Punkt, der mir immer mal wieder Kopfzerbrechen bereitet. Am Anfang haben wir den Filter auch sterilisiert und dann direkt den Wein durchgejagt. Dann solange das Ergebnis verworfen, wie es farbliche oder geruchliche Störfaktoren gab. Leider gab es so schonmal eine vollkommen überschwefelte Flasche... Meine Abhilfe: Schwefelsuppe in der EK-Filterstufe einwirken lassen dann 5 Liter Wasser durchlaufen lassen, die Stunden zuvor in einem Kochtopf gekocht und wieder auf Zimmertemperatur abkühlt wurden (alles bei geschlossenem Deckel). Ist das sinnvoll?

@wickie: Diese Ablagerungen - die nach deiner Analyse wohl Hefe sind - habe ich genauso schonmal gesehen. Das war auch bei einer Filterung mit der Colombo. Wir haben lange überlegt. Damals war es wohl ein Fehler beim Handling des Filters. An der Sterilisation lag es eher nicht. Bei dem Aufwand den du bei der Sauberkeit und Sterilisation betreibst (löblich!), würde ich mich auch eher folgenden Fragen zuwenden: Filterplatten richtig eingelegt? Druck und Durchflussgeschwindigkeit okay? Und damit verbunden: kein Riss in einer der Filterplatten?

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Re: komischer Absatz in Flaschen

Beitrag von Fruchtweinkeller » 29 November 2018 22:23

So wie es auf der HP steht: Was die sterilisierten EK-Filterschichten passiert ist steril. Gilt für Wein als auch für Wasser. Somit kann die Schwefelsuppe ausgespült werden mit unsterilem Wasser: Der für die Entkeimung kritische Bereich "hinter" den Filerschichten bleibt selbstverständlich steril.
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