Schraubverschluss vs. Korken

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Das Fruchtwunder
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Schraubverschluss vs. Korken

Beitrag von Das Fruchtwunder » 25 Juni 2017 18:24

Meine ältesten Flaschen Fruchtwein mit Schraubverschluss sind aus 2010. Seit dieser Zeit verwende ich nur Schraubverschlüsse für meinen Fruchtwein, und es wurde noch keine einzige Flasche undicht. Ich verwende kein Gerät zum "Andrehen" sondern verwende neue, von mir mit 96% Alkohol sterilisierte Verschlüsse, die ich kräftig mit der Hand aufschraube. Ich mache nicht viel Fruchtwein, aber so 2-3 Ansätze mit 20-40 Liter sind es schon in einem Jahr. Hat jemand von der Korkenfraktion auch eine Ausfallsrate von 0,00% in 7 Jahren ? ;)

Ich frage mich aber von Jahr zu Jahr, wie lange meine Schraubverschlüsse wirklich halten werden. Nachdem ich allerdings dieses gesehen hatte, vermute ich, dass meine schraubverschlossenen Flaschen mich überleben werden. Denn ob ich bei meinem doch schon etwas fortgeschrittenen Alter noch weitere 38 Jahre so wie diese Flaschen schaffe, ist nicht so sicher. https://youtu.be/F0Maocz5XNg

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Chesten
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Re: Schraubverschluss vs. Korken

Beitrag von Chesten » 25 Juni 2017 19:08

Niemand sagt das Schraubverschlüsse grundsätzlich schlecht wären.
Auch Korken haben ihre Nachteile.

Dieses Jahr hatten wir zwei Weine aus 2008 gehabt mit Korken waren diese noch einwandfrei.
Letztes Jahr hatte ich einen Met aus 2010 gehabt mit Schraubverschluss und der war auch noch gut.

Wie gesagt Schraubverschlüsse und Korken haben beide Vor- und Nachteile und bei beiden kommt es dann noch auf die Qualität an.
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Josef
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Re: Schraubverschluss vs. Korken

Beitrag von Josef » 25 Juni 2017 22:50

Das Fruchtwunder hat geschrieben:Hat jemand von der Korkenfraktion auch eine Ausfallsrate von 0,00% in 7 Jahren ? ;) [/url]
Ich habe auch schon einige Tausend Flaschen verkorkt, aber an einen echten Ausfall, kann ich mich nicht erinnern.
Wenn wir von Korkkrümeln durch die Verkorkung mal absehen. Oder das sich der Wein wegen einer Nachgärung durch den Korken drückt.

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Re: Schraubverschluss vs. Korken

Beitrag von 420 » 26 Juni 2017 22:24

Selber verwende ich sowohl, als auch. Mehr Drehverschluss als Korken. Früher nur Korken. Ausfälle bei Korken bis jetzt noch nicht. Bei Korken über 20 Jahren in der Flasche, kann es passieren, daß sie erneuer werden mussten, weil sie durchweicht waren. Leider habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten, da ich vor über 20 Jahren nur Korken verwendet habe.

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Re: Schraubverschluss vs. Korken

Beitrag von Catwiesel » 17 Juni 2018 22:46

ich hol das mal aus gegebenem Anlass hoch...

ich verwende seit ich angefangen habe nur Schraubverschlüsse. ursprünglich weil ich kein Verkorker hatte, dann weil ich immer noch keinen Verkorker hatte, dann weil ich keinen Platz für den Verkorker hatte und darum noch keinen besorgt habe.

Lange Rede, kurzer Sinn... Ich habe mehrere hundert Liter Wein in Schraubverschluss Flaschen abgefüllt und habe selber nie einen negativen Einfluss wahr nehmen können.


Bei der FWT 2018 haben wir nun mehrere Flaschen von mir aus 2010/2011 verkostet. Persönlich bin ich wohl nicht allzu sensibel gegenüber Oxidation, allerdings wurden mir auch von anderen Personen keine oxidation/sherry note mit geteilt.

Das mag nun freilich Glück oder anderes sein.

Für alle die jedoch an meiner (sehr einfachen) Vorgehensweise Interessiert sind, werde ich versuchen diese aus zu führen.

- ich benutze Weinflaschen mit Schraubverschluss (Einwegflaschen aber auch Pfandflaschen)
- ich benutze die Schraubverschlüsse, die zu der jeweiligen Flaschensorte gehören (also nicht 1:1, aber generell schau ich schon, dass "der gelbe Deckel von den grünen Flaschen wieder auf den grünen Flaschen landet, nicht auf den Durchsichtigen")
- ich säubere die Deckel gründlich, lasse sie trocknen
- angeschlagende Deckel, Deckel die innen nicht 1A sind werden weg geworfen.
- vor dem Abfüllen werden die Deckel in eine starke Kaliumpyrosulfitlösung geworfen. Dort kommen sie nass heraus, werden kurz abgeschüttelt, dann auf die frisch befüllte Flaschen und werden zu gemacht
- die Deckel werden so gut es geht zu gedreht. Wenn ein Deckel sich nicht gut anfühlt oder gar durch dreht, passt er eventuell auf eine andere Flasche besser, oder aber er kommt in den Müll
- ich lagere meine Flaschen stehend im Keller

das wars eigentlich schon. Unterm Strich habe ich da nie mit irgendwelchen besonderen Tricks gearbeitet oder besonderen Aufwand betrieben.

Auch kann ich nicht sagen, dass es besser ist als Kronkorken oder richtige Korken oder neue Deckel kaufen.
Anscheinend aber, und das ist das Fazit, ist das Wiederverwenden von bereits angerollten Deckeln, kein zwingendes Todesurteil für eine Lagerung des Weines.
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Re: Schraubverschluss vs. Korken

Beitrag von 420 » 18 Juni 2018 19:54

Bei mir werden auch haupsächlich Schraubverschlussflaschen verwendet. Behandlung wie bei catwiesel. Keine Oxidation nur kann es im Eifer des Gefechts passieren, dass ich mal einen Drehverschluss vergessen habe, richtig fest zu drehen. So ziehe ich heute Drehverschlussflaschen vor, da kostengünstiger, einfacher und schneller. Dennoch verwende ich auch Kork bei bestimmten Sorten (grüner Walnusswein, Quittenwein) und wenn meine Drehverschlussflaschen nicht ausreichen.

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