Filterbruch Schichtenfilter 20x20 Ursachen - Problemlösungen

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Re: Filterbruch Schichtenfilter 20x20 Ursachen - Problemlösungen

Beitrag von 420 » 16 Januar 2019 21:12

Meine Platten habe ich für 13,50 € das Stück erworben. Sie stammen aus dem Filter ENO 20. Sicherlich gibt es auch andere Anbieter als bei unseren Bezugsquellen zu finden sind.

Was ist wichtig:
- exakt gleiche Größe
- Aufhängung muss für den Durchmesser der Stangen im Filter passen
- Aufhängung muss auch mit der Höhe der Aufhängung der alten Filterplatten übereinstimmen
- Die Füße für die Filterschichten sollten zu den alten Platten passen. Wenn nicht, so wie bei mir, müssen beim Übergang von den alten zu den neuen Filterplatten auf einer Seite die Füße abgeschnitten werden, weil siegegeneinander stoßen.
- Die Dicke der Filterplatten können auch noch unterschiedlich sein. Die dickeren sind auf jeden Fall besser.

Ein genaues Bild mit den richtigen Maßen versehen, hilft bei einer Anfrage beim Händler. Material würde ich Moplen nehmen. Günstiger Anbieter wäre z.B. jemand in Italien.

Das war mir damals zu unsicher und so sind wir direkt bei einem Lieferanten meines Vertrauens auf der Urlaubsrückreise vorbei gefahren.

Aber auch beim großen Filter mit den richtigen Filterplatten können Filterdellen beim Weineinlass bzw. -auslass passieren. Gebrochen ist mir dort aber noch nichts. Die Filterplatten haben schon eine andere Qualität.

VG
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Tinkerbell
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Re: Filterbruch Schichtenfilter 20x20 Ursachen - Problemlösungen

Beitrag von Tinkerbell » 12 März 2019 14:39

Ich hab mich jetzt nach ein wenig Internetrecherche und Brainstormen mal dran gemacht, die Platten von meiner Colombo zu verstärken.

Ich habe dazu viele der Vorschläge meiner geschätzten Vorredner verwendet. Bitte seht es mir nach, das ich euch nicht an der entsprechenden Stelle danke, sondern hier einmal gesammlt. Danke :clap:

Ich habe mir ein paar Meter 3 mm PP Schweißdraht im Internet bestellt (die Stege sind zwar nur 2mm hoch, aber 2mm Schweißdraht aus PP habe ich nicht gefunden) Und habe erstmal mit 3 der weißen und den roten Anfangs und Endplatten einen ersten Versuch gestartet. Ich wollte nicht alle meine Platten versauen, falls es schief geht, und mir auch nicht unnötig Arbeit machen, falls es nicht den gewünschten Effekt hat.

Zuerst habe ich die zu bearbeiteten Stellen und den Schweißdraht mit einem Dremel aufgeraut. Da die Schweißtemperatur von PP zwischen 250° und 280° liegt, habe ich den Lötkolben mit extra dafür angeschaffter Spritze auf 270° eingestellt. Hier lohnt es sich, eine breite Meisselpitze zu nehmen. Mit den feinen Spitzen schmilzt man einfach nur Löcher ins Material.
Ich hatte vor, die Platte mit einem Heißluftföhn oder einem normalen Föhn aufzuwärmen, aber der Luftstrom hat sich als furchtbar hinderlich erwießen. Immerhin arbeite ich mit ca 10 mm langen, 3 mm starken Stückchen aus Plastik. Selbst wenn ich den Föhn vor dem eigentlichen schweißen zur Seite nehme, fliegt garantiert was durch die Gegend.
Die kleinen Stückchen habe ich mit einer Pinzette an Postition gehalten, und dann mit dem Lötkolben fixiert. Das ist etwas fummelig, weil man ja nach Möglichkeit nicht die schon bestehenden Stege beschädigen will, geht aber. Wenn man die Stege erst von der einen Seite anlötet, das kurz abkühlen lässt, und dann die andere Seite macht, halten sie auch ziemlich gut. Ich glaube, bei so wenig Material und Belastung ist es nicht zwangsläufig nötig, die Grundpaltte auch aufzuwärmen.

Die so angebrachten Stege habe ich danach mit dem Dremel auf ca 2mm runtergeschliffen. Da die Stege dieser Belastung standgehalten haben, bin ich zuversichtlich, was die Haltbarkeit angeht.

Nach grundlicher Säuberung der Platten habe ich heute endlich mal mein Werk probieren können. Ich habe sehr schlecht geklärten Wein (nicht meine Art, aber ich wollte einen Test unter Extrembedingungen) mit 1,2 bis 1,4 bar durch die erste Filterstufe gejagt (3µ), und konnte beim anschliesenden Auseinanderbauen keine Brüche oder Dellen mehr feststellen.

Ich deklariere also: Es funktioniert! Ich bin begeistert! So begeistert, das ich noch bevor ich mittel und steril fitlere, euch auf den neusten Stand bringen wollte :engel: Jetzt hoffe ich natürlich, das ich mich nicht zu früh gefreut habe, und es nachher schief geht, aber ich bin guter Dinge.

Ich werde versuchen, wenn ich meine restlichen Platte bearbeite, genauere Fotos von den Arbeitsschritten zu machen, und diese dann hier hochladen. Grundsätzlich kann ich aber schonmal sagen, das ich nicht für meine ruhige Hand bekannt bin. Die Anforderungen an den Handwerker halten sich also stark in Grenzen.

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Re: Filterbruch Schichtenfilter 20x20 Ursachen - Problemlösungen

Beitrag von 420 » 12 März 2019 20:40

Das hört sich ja gut an. Berichte weiter, wie es dann bei der Sterilfilterung wird.

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Re: Filterbruch Schichtenfilter 20x20 Ursachen - Problemlösungen

Beitrag von Fruchtweinkeller » 12 März 2019 20:53

Der Draht hat Kontakt mit dem Wein? Lebensmittelecht ist er?
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Re: Filterbruch Schichtenfilter 20x20 Ursachen - Problemlösungen

Beitrag von Tinkerbell » 12 März 2019 21:01

Fruchtweinkeller hat geschrieben:
12 März 2019 20:53
Der Draht hat Kontakt mit dem Wein? Lebensmittelecht ist er?
Ja, er hat Kontakt. Er ist aber auch aus PP (Polypropylen), sonst könnte ich ihn ja auch gar nicht verschweißen. Laut Händler hat der Kunststoffdraht den ich benutze, folgende Freigaben:

Lebensmittekonformität nach EU 10/2011
Lebensmittekonformität FDA

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Re: Filterbruch Schichtenfilter 20x20 Ursachen - Problemlösungen

Beitrag von Fruchtweinkeller » 12 März 2019 21:49

Ah, alles klar und Daumen hoch 8-)
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Re: Filterbruch Schichtenfilter 20x20 Ursachen - Problemlösungen

Beitrag von Tinkerbell » 14 März 2019 09:09

Auch die anderen beiden Filterstufen (0,7 und 0,25µ) gingen ohne Probleme vonstatten. Typisch Anzeichen eines Filterbruches (plötzlicher Druckabfall, plötzliche Erhöhung der Durchflussgeschwindigkeit) waren bei beiden nicht zu beobachten.

Ich wollte das Glück nicht übermäßig herrausfordern, also habe ich die Sterilfilterung mit 0,8 bar miximal gemacht. Nach zerlegen der Pumpe konnte ich keine Dellen oder Risse am Filter feststellen.
Auf der Ausflusskante der Filter konnte ich jedoch sehen, das die Filter dort erhöhtem Druck ausgesetzt waren. Es sah nicht wie ein Riss aus, und ich glaube auch, das alles in Ordnung ist, trotzdem werde ich meine abgefüllten Flaschen aus dieser Charge unter besondere Beobachtung stellen. Wenn ich in drei Monaten keinerlei Nachgärung feststellen kann, würde ich das Experiment als gelungen verbuchen.
Meine restlichen Platten werde ich auch erst dann umarbeiten. Das bedeutet, das natürlich auch die bebilderte Anleitung auch erst dann kommen wird.

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Re: Filterbruch Schichtenfilter 20x20 Ursachen - Problemlösungen

Beitrag von wickie » 14 März 2019 09:30

Sehr spannend, und ich freue mich schon auf die Bilderstory vielleicht kannst du da noch einen Link zu dem Schweißdraht dazulegen?

Wenn das so gut funktioniert, ist das sicher die bessere Lösung als kleben.

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Re: Filterbruch Schichtenfilter 20x20 Ursachen - Problemlösungen

Beitrag von Tinkerbell » 29 März 2019 12:53

Update: Ich habe leider schon wieder einen Hefeschleier in meinen Flaschen. Das was ich in meinem letzten Post als "Stelle mit erhöhtem Druck" bezeichnet habe, war wohl doch ein Riss. Also alle wieder aufmachen und mit der Pulcino nochmal filtern....

Ich glaube allerdings, das das Verfahren, mit dem aufschweißen von den Stegen an sich richtig ist, und nur die Platzierung der Stege blöd gewählt war. Ich hab immerhin direkt vor dem kleinen Ausflussloch einen Steg quer angebracht. Den werde ich mal wieder entfernen, und es erneut versuchen. Und diesmal knack ich die Flügelschrauben vielleicht nicht an wie ein Berserker :pfeif:

Alle weiteren Versuche werde ich mit etwas durchführen, was ich "Testsuppe" getauft habe. Die besteht aus löslichem Eistee, Wasser, Zucker und einem Gärstarter. Das sollte genug Schwebstoffe haben, um sich zusetzende Filterschichten zu simulieren, und mit Zucker und Gärstarter sollte es auch gärfähig sein. Das soll und wird nicht schmecken, aber so kann ich prüfen, ob die Flaschen nachgären, ohne wieder guten Wein in Gefahr zu bringen.

Ich werde euch auf dem laufenden halten, wenn ich die nächste Runde Tests angeschmissen habe.

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Re: Filterbruch Schichtenfilter 20x20 Ursachen - Problemlösungen

Beitrag von wickie » 01 April 2019 09:07

Wir haben jetzt keine Bilder von der geschweißten Stelle gesehen, aber das dass nicht taugt hätten wir dir auch sagen können. ;)

Wenn ich an meinem Filter denke, dann habe ich da so eine riesige Fehlstelle, das ich dort auch ein richtiges Gitter anbringen müsste. Mit einem Steg ... der müsste ja gleich 2 cm dick sein. :lol:

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Re: Filterbruch Schichtenfilter 20x20 Ursachen - Problemlösungen

Beitrag von Tinkerbell » 01 April 2019 10:41

wickie hat geschrieben:
01 April 2019 09:07
Wir haben jetzt keine Bilder von der geschweißten Stelle gesehen, aber das dass nicht taugt hätten wir dir auch sagen können. ;)

Wenn ich an meinem Filter denke, dann habe ich da so eine riesige Fehlstelle, das ich dort auch ein richtiges Gitter anbringen müsste. Mit einem Steg ... der müsste ja gleich 2 cm dick sein. :lol:
Ja, Bilder wären wirklich sinnvoll gewesen. Ich hole dies nach :lol:

Bild

Für die zwei Centimeter, die du erwähnst, habe ich tatsächlich so etwas wie ein Gitter angebracht. Der Steg ganz links im Bild sitzt allerdings direkt vor dem Ausfluss (oder Einfluss, aber auf der Rückseite ist er auch angebracht und ich hatte nur ein Bild von der Vorderseite auf dem Handy). Ich bin der Meinung, das der zuviel des guten war, und entweder ganz entfernt oder in der Mitte geteilt werden muss.

Auf dem Foto sieht es so aus, als wären die Stege sehr viel Höher als die schon vorhandenen. Das ist eine optische Täuschung bedingt durch die verschiedenen Farben, sie sind gleich hoch

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Re: Filterbruch Schichtenfilter 20x20 Ursachen - Problemlösungen

Beitrag von Tinkerbell » 17 Mai 2019 12:27

Hallo Zusammen!
Ich hab das jetzt nochmal probiert damit zu filtern, und hab jetzt seit 6 Wochen keine Nachgärung oder Schleierbildung in den Flaschen fesstellen können. Ich hab also offenbar bei der letzten Abfüllung einen anderen Fehler gemacht.
Das Stege aufbringen unterstützt die Filterschichten offenbar doch genug.

Ich werde jetzt demnächst die anderen Filterplatten mit Stgen versehen, dann folgt die versprochene bebilderte Anleitung.

Das mit den Stegen ist auf jeden Fall nicht die perfekte Lösung, weil es doch echt fummelig ist die anzulöten. Aber ich finde sie besser als kleben oder neue Platten kaufen. Oder Nachgärung. Vielleicht hat jemand ja noch einen anderen Vorschlag.

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