Filterbruch Pulcino - Maßnahmen

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Filterbruch Pulcino - Maßnahmen

Beitrag von 420 » 29 Dezember 2018 23:10

Heute habe ich wieder mal etwas Wein gefiltert. Es war ein Apfelquittenwein 2017 und ein Walnusswein 2018. In der Summe waren es 47 Liter.

Wie war meine Vorgehensweise?
- Zuerst grob (Seit K900)
- Dann fein (Seitz K100)
- Am Ende für 47 Liter 6 Filterschichten (0,25µ) eingelegt.

Ergebnis seht Ihr an meinen Filterplatten.

Filterplatte:
Bild

Einlass und Auslass:
Bild

Bild


Die Filterplatten waren nicht dicht und der Wein lief noch relativ normal durch den Filter. Restkapazität der Filterschichten war auch noch genügend vorhanden. Der Wein lief noch längst nicht als Rinnsal. Dennoch sieht es nicht ganz gut aus.

Wie kann man es abändern?

Bypass?

Zukünftig wird der Wein auf 0,5 µ vorgefiltert (auf 0,5 µ vorfiltern geht bei mir relativ gut, da ich noch genügend Platten (40x40) in der entsprechenden Filterschärfe besitze.), bevor er steril gefiltert wird. Hoffe, dass damit der Druck am Einlass verringert wird, weil die Platten nicht mehr so viel Partikel zurück halten müssen.

Wie ist es bei Euch?
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Martinve7
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Re: Filterbruch Pulcino - Maßnahmen

Beitrag von Martinve7 » 30 Dezember 2018 11:30

Muss ich beim nächsten Mal Filtern drauf aufpassen. Ist mir bei mir noch nie aufgefallen, allerdings filtere ich eh immer auf halbe Filterschärfe, also 2 - 1 - 0,5 - 0,25, da sich bei meinen ersten Versuchen sonst die Platten zu schnell zusetzten.
Gruß
Martin

Jesus
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Re: Filterbruch Pulcino - Maßnahmen

Beitrag von Jesus » 30 Dezember 2018 11:47

Wäre es möglich dass du eine fehlerhafte Charge an Schichten erwischt hast.
Handelt es sich bei den Schichten die dir in der Pulcino gerissen sind um Zuschnitte aus den 20er Schichten die dir im größeren Filter gerissen sind?

Sind es immer die Sterilfilter die reißen oder sind auch andere Porengrößen betroffen?

Wie behandelst du deine Schichten vor?

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Re: Filterbruch Pulcino - Maßnahmen

Beitrag von 420 » 30 Dezember 2018 20:30

Bei den Filterschichten handelt es sich um die originalen Filterschichten.

Ob es bei grob und fein auch so ist, kann ich verlässlich sagen, da ich dieses Jahr nur einmal grob und fein mit der Pulcino gefiltert habe. Und da ist mir nichts bewusst aufgefallen. Die Vorfiltration findet bei mir sehr häufig mit dem großen Filter (20x20) statt.

Vorher sind mir solche Dellen bei der Pulcino nicht aufgefallen, aber wurde vorhab mit dem großen Filter schon auf 0,5 µ gefiltert. Und wenn die Mengen einer Sorte > 100 werden, wechsele ich bei der Sterilfiltration zum großen Filter.

Filterschichtbehandlung:
trocken einsetzen, anziehen, etwas vorspülen, weiter anziehen, weiter vorspülen, sterilisieren, nachspülen, filtern.

Hat jemand von euch der Pulcino schon einen Bypass und/oder ein Manometer verpasst? Wenn ja, Bilder wäre echt von Vorteil.

VG
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Re: Filterbruch Pulcino - Maßnahmen

Beitrag von Fruchtweinkeller » 30 Dezember 2018 21:32

Ich bin ja ein alter Knauserer und neige dazu, eher zu wenig Filterschichten zu nehmen. Einmal waren die Filterschichten so dicht dass wirklich nichts mehr durchgepresst wurde, trotzdem hattte ich dieses Problem nicht. Es waren 20x20er Filterschichten von Rover die ich mir für den Pulcino zurechgeschnippelt hatte.
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Re: Filterbruch Pulcino - Maßnahmen

Beitrag von 420 » 30 Dezember 2018 23:29

Mich wundert es, dass es bei den originalen Filterschichten passierte und dann noch, obwohl die Restkapazität noch längst nicht ausgeschöpft war.

Da sehe ich hinsichtlich Bypass noch einiges an Luft nach oben, bevor er verbaut werden sollte. Früher war ich da erheblich sparsamer und habe oft noch den letzten Rest der Kapazität der Filterschichten genutzt. Seitdem ich aber viele Filterschichten geschossen habe, muss ich da nicht mehr drauf achten. Vielleicht liegt es wirklich an den originalen Filterschichten.

Deshalb werde ich beim nächsten Filtergang mal wieder einige Filterschichten schneiden und die verwenden. Theoretisch müsste ich auch auf K100 zuerst filtern, um einen Vergleich zu haben.

Oder kann es auch am Wein liegen? Gefiltert wurden: Zuerst ein Apfelquittenwein und danach ein grüner Walnusswein.

Es war noch kein Bruch, aber ob der Pilz wirklich zurückgehalten werden konnte werde ich bald sehen. Da steht eine Flasche vom grünen Walnusswein relativ warm in der Wohnung. Und wenn der in 3 Wochen keine Nachgärung hat, wird wohl alles ok sein.
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Re: Filterbruch Pulcino - Maßnahmen

Beitrag von NeoArmageddon » 02 Januar 2019 16:51

Mir ist auch noch nichts gerissen. Nutze Original, sowie selbst geschnittene.

Einen Bypass fänd ich aber dennoch ganz nützlich.

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Re: Filterbruch Pulcino - Maßnahmen

Beitrag von Jesus » 02 Januar 2019 21:17

Wäre es möglich dass es an deiner Vorbehandlung liegt?

Die meisten scheinen ihre Filterschichten zuerst in Wasser einzulegen und dann erst einzubauen.
Vlt. führt deine Methode dazu dass sich Spannungen auf/abbauen sobald die Schichten sich vollsaugen?

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Re: Filterbruch Pulcino - Maßnahmen

Beitrag von Martinve7 » 02 Januar 2019 21:30

Ich setze meine Platten auch immer trocken ein, solche Ausbeulungen hatte ich noch nie.

Bei der nächsten Filteraktion mache ich Fotos.

Ich weiß allerdings nicht, was ein Bypass bringen sollte. Die Pulcino Pumpe baut doch kaum Druck auf...
Gruß
Martin

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Re: Filterbruch Pulcino - Maßnahmen

Beitrag von 420 » 02 Januar 2019 23:02

Am Trockeneinsetzen wird es wohl nicht liegen. Früher setzte ich die Filterschichten feucht ein, später auch trocken und da ist es nicht passiert. Es ist ja nicht so, dass ich des Filterns von Weinen unkundig bin. :pfeif:

Bypass:
Die Pulcino baut auf jeden Fall auch Druck auf. Ob das über 1 Bar geht, weiß ich nicht, da am kleinen Filter kein Manometer verbaut ist.

Mit einem Bypass wird der Wein bei zu hohem Druck mehr im Kreislauf gepumpt. Wenn nur die Pumpe genutzt wird, verbleibt der Wein im Pumpgehäuse und wird dort stark durch die Flügel in der Pumpe bewegt. Schätze mal, dass für den Wein der Bypass besser ist.

Mein Gedanken:
Die Filterschichten haben bzw. hatten noch genug Kapazität zur Verfügung. Sie waren noch längst nicht dicht. Schätze mal, dass die Filterschichten noch für 20 Liter gut waren. Damit wäre sicherlich die Druckdifferenz am Einlass und am Auslass nicht höher als 1 Bar. Bei der Firma EATON ist bei der Sterilfiltration auf 0,1 - 0,3µ der max. Differenzdruck 1,5 bar. Messen könnte man nur, wenn 2 Manometer (Einlass und Auslass) verbaut wären. So gehe ich nicht davon aus, dass dieser Druck erreicht wurde.

Frage wäre, ob durch das Aus- und Anstellen Filterschläge in einem so hohen Maß auftreten, dass die Filterschichten in Mitleidenschaft gezogen werden. Umgehen könnte man das mit einem Einlasshahn (Auslasshahn dient ja der Druckerhöhung). Einlasshahn zu und danach die Pumpe ausstellen.

Bei meiner letzten Filterung:
Die Pumpe wurde während der Vorspülung, Sterilisation, Nachspülung und Filterung der zwei Weine mehrere Male an und ausgestellt. Jetzt mal eine Aufstellung, wie es bei (Abfüllung via Vakuumpumpe und einem Ventil via Enolmatic) incl. Vorspülung, Sterilisation und Nachspülung von statten gegangen ist.

An: Filterschichten mit Wasser spülen
Aus: Nachziehen der Schrauben, da zuviel an den Seiten vorbeispritzt
An: Filterschichten mit Wasser spülen
Aus: Nachziehen der Schrauben, da immer noch zu viel an den Seiten vorbeispritzt
An: Filterschichten mit Wasser spülen
Aus: Vorspülung beendet
An: Filter mit der Sterillösung spülen
Aus: Einwirkzeit der Sterillösung
An: Einwirkzeit Ende und Nachspülung mit Wasser nachspülen
Aus:
An: mit Wein filtern beginnen
Aus: die wässrige Wein/Wasserlösung verwerfen
An: Filterung beginnt
Aus: Ballonflasche für die Flaschenfüllung ist voll. Es erfolgt die Flaschenfüllung.
An: durch die Flaschenfüllung via Enolmatic ist noch Wein im Rücklaufbehälter und der wird dem zu filterndem restlichen Wein zugegeben
Aus: vom 2. Wein wurde ca. 1/2 Liter schon durch den Filter geschickt, damit der restliche Wein der ersten Filterung noch abgefüllt werden kann. 1. Wein wird in Flaschen gefüllt.
An: der 2. Wein wird steril in die Bauchflasche für die Flaschenfüllung gefiltert
Aus: Bauchflasche war voll und Flaschenfüllung via Enolmatic läuft
An: restlicher Wein wird weiter in die Bauchflasche gefiltert
Aus: Filterung vorläufig beendet, Abfüllung in Flaschen erfolgt
An: restlicher Wein aus dem Rücklauf (wie bei der Enolmatic) wird gefiltert
Aus: Filterung beendet

Also doch viele Male wurde die Pumpe an- und ausgestellt. Damit könnten doch Filterschläge aufgetreten sein. Abhilfe könnte, wie obenschon geschrieben, ein Einlasshahn schaffen. Vor dem Ausstellen des Filters Einlasshahn zu und es entstehen keine Filterschläge. Damit der Wein nicht rückwärts spritzt, wäre ggf. doch ein Bypass nicht verkehrt.

Wie oft stellt ihr denn eure Pumpe bei der Sterilfiltration ein und aus?

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Re: Filterbruch Pulcino - Maßnahmen

Beitrag von 420 » 05 Januar 2019 18:55

Heute wurde wieder gefiltert. In der Summe waren es 57 Liter (roter und schwarzer Johannisbeerwein). Es wurde vorgefiltert und bei der Sterilfiltration wurden 8 Schichten genommen. Diese waren auch am Ende längst noch nicht dicht.

Vorgehensweise:
- Filterschichten wurden trocken eingelegt und angezogen.
- Wasser (ca. 1,5 Liter) wurde in den Schlauch gegeben. Filterschichten waren durchnässt und ich konnte weiter anziehen.
- Pumpe an:
Wasser wurde gepumpt
- Nach gut 7 Litern Wasser zog zuerst die Pumpe Luft und daraufhin wurde die Schwefellösung genommen.
- Gute 2,5 Liter verworfen und danach wurde die Schwefellösung im Kreislauf gepumpt (ca. 15 Mintuen)
- In der Zwischenzeit wurden Flaschen und die Abfüllanlage sterilisiert
- Danach wurde Wasser (ca. 5 Liter) nachgepumpt um den Schwefel aus der Anlage zu bekommen.
- Es wurde solange Wein gepumpt, bis Wein am Filterausgang ankam.
- Pumpe aus:
Wasser und verdünnter Wein wurde aus meiner Bauchflasche per Abfüllventil gezogen und verworfen.
- Pumpe an:
Johannisbeerwein wurde gefiltert.
- Pumpe aus:
Restlicher Johannisbeerwein wurde per Bauchflasche, Vakuumpumpe und Abfüllventil in Flaschen gezogen.
- Pumpe an:
schwarzer Johannisbeerwein wurde gefiltert
- Pumpe aus: ENDE

In der Summe wurde die Pumpe 3 X an- und ausgestellt. Also nicht die Welt.
Hier nun das Ergebnis:

8 Filterschichten:

Bild

Weineinlass sieht ok aus.

Bild

Filterschicht - Weinauslass scheint nicht ganz ok.

Bild

Nun 2 Bilder wo man es genauer sehen kann.

Bild

Bild

Rückseite der entsprechenden Filterschicht:

Bild

Filterplatte:

Bild


Weinauslass ist demnach das Problem. Weiterhin habe ich mir schon überlegt, ob man einen Absperrhahn incl. Bypass direkt nach der Pumpe, also vor den Filterplatten, verbauen könnte. Das sieht schlecht aus, weil dort kaum Platz ist. Ein Bypass würde per y-Schlauchverbinder wohl funktionieren.

Schlussfolgerung: Wenn ihr es nicht habt, könnte es auch an den Filterschichten liegen. Um dies zu klassifizieren verwende ich bei der nächsten Filteraktion selbst geschnittene Filterschichten.

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Re: Filterbruch Pulcino - Maßnahmen

Beitrag von wickie » 08 Januar 2019 10:52

@420 Also so oft schalte ich meine Maschine nicht ein und aus. Villeicht 4 mal?

Am Anfang waren so kleine Probier Filter dabei (5 Stück pro Packung), die erschienenen mir etwas dicker zu sein. Damit hatte ich keine Probleme. Danach habe ich normale Filter benutzt (25 Filter pro Packung), die ich aber bei der selben Firma bestellt habe, und die scheinen etwas dünner vom Material her. Damit habe ich Probleme. Zwischen Wein und Pumpe habe ich ein Manometer um den Druck zu kontrollieren, aber auch bei 0,5 bar beult sich alles aus, auch ohne das der Filter dicht erscheint.

Auf deinen Bildern sehe ich aber genau das selbe Problem, dass ich auch habe. Da wo der Wein in den Filter hinein fließt, sind Stege vorhanden, da wo er aus dem Filter rauskommt, fehlen die Stege. Eigentlich eine Fehlkonstruktion. :cry:

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