zentrifuge

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Nathea
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Re: zentrifuge

Beitrag von Nathea » 18 Juli 2015 08:06

Vielleicht versuchst Du es ja einfach mal (da Du ja solch ein Ding zu Hause stehen hast) und berichtest anschließend von Deinen Erfahrungen?

Aus den Worten von fruchtweinkeller hatte ich gelesen, dass er den Versuch abgebrochen und das Thema nicht länger verfolgt hatte.

Gruß,
Sylvia

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Re: zentrifuge

Beitrag von Fruchtweinkeller » 18 Juli 2015 10:01

Ja und ja: War eine "Laborzentrifuge" und ich habe es abgebrochen.

Das war ein Test aus meiner prä-Filter-Zeit. Die Selbstklärung des Testweins war wohl an ihre natürliche Grenzen gestoßen, und er blockierte so hartnäckig einen Ballon. Da ich mit Schönungen auch nicht glücklich war wollte ich halt mal etwas anderes ausproboeren, deshalb der Zentrifugationsversuch.

Es ist nicht so, dass sich da gar nichts am Boden abgesetzt hätte. Aber erstens war der Überstand halt noch trüb, zweitens war das "Sediment" extrem locker, so dass ich den Überstand auch nicht einfach hätte abschütten können. Das war das Ergebnis nach einer Stunde; 4 Liter waren in der Fuge, über 10 waren noch im Ballon. Ich habe dann einfach alles wieder zusammengeschüttet :?

Kann mit anderen Weinen besser klappen, aber ich vermute mal: Nur bei den Weinen bei denen die Selbstklärung funktioniert; da kann eine Zentrifugation das Absetzen beschleunigen.
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Re: zentrifuge

Beitrag von Kuli » 20 Juli 2015 17:02

und was ist mit der Sauerstoffzufuhr :idea: beim Zentrifugieren
Kein Genuss ist vorübergehend, denn der Eindruck den er hinterläßt, ist bleibend. J.W. von Goethe

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Re: zentrifuge

Beitrag von Fruchtweinkeller » 20 Juli 2015 22:00

Naja, Sauerstoffeintrag ist natürlich gegeben, ebenso wie beispielsweise beim Abziehen vom Bodensatz nach einer Schönung.
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Re: zentrifuge

Beitrag von Has » 24 Juli 2015 10:23

Holger hat geschrieben: würde ja schon helfen wenn man die trübstoffe schon halbwegs raus kriegt, um filtermaterial zu sparen.
ginge dann zentri und dann nochmal steril filtern? das wär ja schon was.
vor dem gären den saft sauber machen hat ja wahrscheinlich kein sinn oder?
vg
Wo ich arbeite, machen wir das in etwa so, wie du es im Sinn hast. So +/- im Dezember werden die Weine per Zentrifuge von der Feinhefe getrennt. Anschliessend geht die Filtration natürlich viel flotter von statten, da der ganze Brei raus ist. Ob das bei deiner Maschinerie auch funktionieren wird, kann ich freilich nicht sagen. Sicher ist, dass du nur den "Schleudertrub" und keinen kolloidal gelösten Trub rausbringst, - wenn überhaupt. Je nach Fruchtart/Trubart/Enzymeinsatz/Zentrifugenleistung... kann es auch sein, dass du erfolglos bleibst (viel Pektin oder Glucane zB."bremsen" die Zentrifugalwirkung / die bei uns Benutzte Zentrifuge hat fast die gleiche Umdrehungszahl, ist aber mit Sicherheit VIEL grösser). Ich weiss ja nicht wie deine Zentrifuge genau funktioniert, aber die Phasen so zu trennen, dass in der flüssigen drin nachher mit Sicherheit keine Hefen mehr sind, das stell ich mir ziemlich unmöglich vor.
Ein Versuch zu machen ist sicher interessant, aber ich denke dass du verlust- und aufwandtechnisch mit Klärhilfsmitteln besser wegkommst, wenn du Filterschichten & Nerven sparen willst.

Saftklärung funktionier vielleicht, macht bei unseren Hobbymassstäben denke ich aber kaum Sinn: für die Entstehung zu hoher Gärtemperaturen aufgrund zu stürmischer Gärung (weil viel Trub) sind unsere 20-30l zu wenig, und dreckige, halb verfaulte und angegorene Früchte kann man ja vor dem Pressen aussortieren, sodass der Saft schon recht "sauber" sein sollte.
Einzig wenn du extrem auf Gäraromatik (Esterbildung) aus bist, macht klarer Most (glaub ich bei den Bierbrauern gelesen zu haben) sinn.

...etwas viel Info, die ich alle aus dem Gedächtnis zusammengekratzt habe... mit Vorsicht und kritischer Haltung (wie stets alles im Leben ;) ) zu geniessen!

Grüsse

Holger
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Re: zentrifuge

Beitrag von Holger » 24 Juli 2015 12:54

besten dank für die ausführliche ino :)
also fazit, "zentrieren" um die sterilfilterei zu sparen geht nicht, allenfalls als hilfsmittel um den grob-feinen dreck rauszubekommen?
vg

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Re: zentrifuge

Beitrag von Has » 25 Juli 2015 21:16

Fruchtweinkeller hat geschrieben: ...
Kann mit anderen Weinen besser klappen, aber ich vermute mal: Nur bei den Weinen bei denen die Selbstklärung funktioniert; da kann eine Zentrifugation das Absetzen beschleunigen.
Holger hat geschrieben:besten dank für die ausführliche ino :)
also fazit, "zentrieren" um die sterilfilterei zu sparen geht nicht, allenfalls als hilfsmittel um den grob-feinen dreck rauszubekommen?
vg
...in etwas so würde ich das formulieren!

Grüsse

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Re: zentrifuge

Beitrag von Has » 25 Juli 2015 21:27

Has hat geschrieben: die bei uns Benutzte Zentrifuge hat fast die gleiche Umdrehungszahl, ist aber mit Sicherheit VIEL grösser
hier müsste man natürlich noch bedenken, dass bei uns auch der Durchfluss viel höher ist (so 6000l/h).

Hab mal so nach Zahlen gegoogelt für Rahm/Magermilch und Hefe/Wein. Das Verhältnisse kamen ähnlich raus... will heissen, dass man mit einer Milchzentrifuge auch Hefe abtrennen können sollte. Von einem kleinen Versuch mit deiner Zentrifuge will ich dir also keineswegs abraten!

Holger
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Re: zentrifuge

Beitrag von Holger » 25 Juli 2015 21:31

6000l/h? olle katze. :shock: :shock:

ich hab überlegt ob man sich den handdruckbehälter für so nen vinoferm nicht sparen könnte und so ne kleine säurefeste aquariumpumpe zweckentfremden könnte. was braucht der filter für nen vordruck? 1 bar sollten reichen oder?
ich werd auf jedenfall mal 2-3 flaschen vom ersten ansatz zentrieren und abfüllen. mehr wie sauerei kanns ja nicht geben ;)
vg

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Re: zentrifuge

Beitrag von 420 » 25 Juli 2015 21:59

Holger hat geschrieben:6000l/h? olle katze. :shock: :shock:
ich hab überlegt ob man sich den handdruckbehälter für so nen vinoferm nicht sparen könnte und so ne kleine säurefeste aquariumpumpe zweckentfremden könnte. was braucht der filter für nen vordruck? 1 bar sollten reichen oder? vg
Bei Filterschichten im Schichtenfilter gibt oft der Produzent bis max. 0,7 bar Druck an. Wenn max 1 Bar Druck kommt, wird es auch funzen. Nur dann wird wahrscheinlich einiges beim Vinofermfilter herausgedrückt werden. Da kann ich nicht mitreden, da ich mittels Schichtenfilter den Wein von den Pilzen befreie. Wenn der Druck zu hoch bzw. die Pumpe entlasten willst, könntest Du dann auch noch einen kleinen Bypass konstruieren, damit nicht zu viel Druck aufgebaut wird. Etwas Schlauch, 2 y-Stücke aus Kunststoff und Schlauchklemmen reichen da schon.

VG
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Re: zentrifuge

Beitrag von Holger » 25 Juli 2015 22:02

bypass sowieso. hab ich bei meiner pflanzenölzentrifuge auch, da hängt ne wesentlich stärkere zahnradpumpe dran, als die zentrifuge verkraften würde.
ich find die vinofermgeschichte aber irgendwie noch zu teuer. ich hab noch 10" kerzenfiltergehäuse da, ne 0,25micron patrone kostet grade mal 24 euro. allein das vinofermgehäuse...naja sprechen wir nicht drüber.

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Re: zentrifuge

Beitrag von 420 » 25 Juli 2015 22:11

Mit Wasserkerzenfilter und 0,5 µ habe ich mal gestestet und es funktionierte nicht vernünftig. Kannst Du auch hier sehen.
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