Schleimreste

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Lenarf
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Schleimreste

Beitrag von Lenarf » 14 April 2018 15:19

Moin,

mein Met ist fertig, schmeckt ganz in Ordnung, lasse Ihne jetzt altern.
Aber ich vermute es sind noch schleimartige Reste im Wein.
Habe mich an der Schönung probiert, hat ganz gut geklappt, nur ist ein wenig Schleim beim Abziehen mitgekommen.

Nach mehreren Tagen ist noch immer kein Bodensatz zu sehen, der Wein ist ziemlich klar, minimale Resttrübung, wahrscheinlich von den Schleimstoffen.

Wie kriege ich die da raus? Reicht ein Kaffeefilter? Oder setzen die sich auch irgendwann ab?

Bei der Menge (7x500 ml) lohnt sich größerer Aufwand nicht.

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Chesten
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Re: Schleimreste

Beitrag von Chesten » 14 April 2018 16:33

Mit Kaffeefiltern oder gleichen bekommst du zwar den gröbsten Schlonz abgetrennt aber dabei oxidiert dein Met und das willst du nicht.
Deswegen lieber großzügiger den Wein von der Hefe abziehen damit sowas nicht nochmal passiert.
Und in der Regel setzt sich das in binnen von ein paar Wochen ab aber bis dein Met völlig klar ist durch die Selbstklärung kann es Monate dauern.
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: Schleimreste

Beitrag von Fruchtweinkeller » 14 April 2018 19:42

Was mich etwas irritiert ist der Begriff "Schleim". "Schleim" hat im Wein ja eigentlich nichts zu suchen und könnte sogar auf einen Weinfehler hindeuten; Trübstoffe sind eher "fein-flockig" wenn sie sich absetzten. Ist "Schleim" eine treffende Beschreibung für den Zustand in dem sich der Wein gerade befindet?
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Re: Schleimreste

Beitrag von Igzorn » 15 April 2018 00:09

Ich vermute, er hat mit Gelatine geschönt.
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Re: Schleimreste

Beitrag von Lenarf » 15 April 2018 10:15

Ich habe lediglich mit Kieselsol geschönt.

Die "Schleimreste" die ich meine, waren nicht im Bodensatz, von dem ist beim Abziehen nichts mitgekommen.

Mir fiel nur kein besseres Wort ein als Schleim, um es zu beschreiben. Man kann dicke Schlieren sehen, nach einer Weile im Glas sieht man die besser.

Ich habe zudem das Gefühl, dass etwas den Geschmack beeinflusst, ich denke mal das kommt daher.

Welche Porenweite wird denn benötigt, um solche Schlieren zu entfernen? Kaffeefilter haben anscheinend eine Porenweite von 10 µm, reicht das theoretisch aus?

Wie stark wirkt sich die Oxidation aus? Lohnt sich ein Versuch?

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Re: Schleimreste

Beitrag von Igzorn » 15 April 2018 10:21

Also Kaffeefilter oxidieren Deinen Met nur. Das bringt nichts. Probieren kannst Du es natürlich.
Stell den Kollegen kalt. Eventuell in den Tiefkühler (im Auge behalten, dass Flasche nicht platzt).
Wenn sich dann was absetzt, dann stellst Du sie alle kalt und ziehst noch ab.
Sonst bin ich ratlos. Filtern mit Pulcino oder Simplex ist eine Option. Eventuell bist Du in der Nähe von Hamburg, dann kannst Du zum Filtern vorbei kommen. Hab alles da. Musst nur Material bezahlen.
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Re: Schleimreste

Beitrag von Lenarf » 15 April 2018 11:17

Danke für das Angebot, aber ich wohne in Mainz :?
Es sind zudem gerade einmal 3 1/2 l, da lohnt sich das Bemühen des Pulcino nicht.

Ich nehme an, die Weinfilter aus dem Winzerbedarf haben den selben oxidativen Effekt wie der Kaffeefilter?


Ich stell's mal kühl, mal sehen, was passiert.

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Re: Schleimreste

Beitrag von Igzorn » 15 April 2018 18:51

Diese Falten- oder Schwerkraft-Filter sind Schrott. Selbst bei 3 Litern kannst es lassen. Versuch es mit einem Teesieb. Das geht schnell und manchmal klappt das.
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Re: Schleimreste

Beitrag von Moneysac » 16 April 2018 10:39

Stimme den Vorrednern weitgehend zu. Generell sind die Faltenfilter die man beim Weinbedarf bekommt zwar besser als ein Kaffefilter, da es verschiedene Filterschärfen gibt und er vor der Fläche größer ist aber trotzdem funktioniert es ziemlich schlecht.

Falls du es dennoch probieren möchtest, rate ich dir deswegen zu den Faltenfiltern und keinesfalls zum Kaffefilter. Wenn deine Trübung wirklich nur minimal ist, könnte ich mir vorstellen das es außnahmsweise funktioniert - gerade im Hinblick darauf, dass du nur 3 Liter "filtern" möchtest. Problem ist allerdings, du musst mehr oder weniger alle Filterschärfen kaufen, da niemand abschätzen kann was am besten in deinem Fall ist. Des Weiteren würde ich dir eine zusätzliche Schwefelung vorschlagen, die den Wein etwas vor der angesprochenen Oxidation schützt.

Fazit: Wenn es überhaupt funktioniert, dann nur mit erhöhtem Aufwand und den entsprechenden Kosten.

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Re: Schleimreste

Beitrag von Fruchtweinkeller » 16 April 2018 20:06

"Schlieren" klingt für mich nicht normal. Schau mal auf der Homepage und lies dir die Beschreibung zum Weinfehler "Zähwerden" durch. Könnte das passen? Und schreib mal auf nach welchem Rezept du gearbeitet hast.
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