Nachzuckern, Honigmenge, Abstände

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Nachzuckern, Honigmenge, Abstände

Beitrag von Bedamero » 09 August 2011 14:43

Hallo,

ich hoffe mal ich bin in dem Themenbereich richtig, ich hatte auch die Suchfunktion benutzt, aber nicht genau das gefunden was ich gesucht habe.

Zz gären bei mir einige Versuche. Ich habe 2 Ballons mit je 5 l nach den Anleitungen vom HWK gemacht.

Meine Frage betrifft jetzt den Anfangszuckergehalt. Ich süße mit Honig, kann mit einem Refraktrometer messen, in welchem Bereich sollte der Anfangsgehalt sein. Ab wann kommt es dabei zu Problemen bei der Gärung?

Die zweite Frage betrifft das nachsüßen, wie oft sollte ich das kontrollieren, ich habe das Gefühl das die 120 g Honig auf 5 l Ansatz in 3 - 4 Tagen fast weg sind.

Auch hier, wie viel kann man nachsüßen, ab wann wirds zuviel?

Die Säure habe ich übrigens bei beiden eingestellt. Sollte jetzt bei ca 5 % liegen. Da muss ich in den nächsten Tagen nochmal nachmessen, ob die die auch wirklich haben.
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Beitrag von fibroin » 09 August 2011 15:18

Hast du auch im Fruchtweinkeller gelesen? Da ist unter Zucker die Nachzuckermethode erklärt. Das gilt auch für Honigweine.
Der Anfangszuckergehalt bei Met ist besser rechnerisch zu ermitteln. Refraktometer werden keine zuverlässigen Werte geben, die sind für Trauben ausgelegt. Rechne mit maximal 200 g Zucker pro l. Der Honig hat ca. 0,75 Zuckeranteil. Also etwa 200 - 250 g Honig pro l Ansatz.
Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei.

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Beitrag von Bedamero » 09 August 2011 15:24

ok, das ist mal ein Wert mit dem ich was Anfange :)

Ich hab fast die ganze Homepage gelesen, HWK und FWK. Bis vl den Artikel über rechtliches. ?-|

Das Refraktrometer misst ja die Dichte der Flüßigkeit. Jeder Honig hat eine etwas andere Zusammensetzung, soweit klar. Es geht mir um einen Richtwert an dem ich mich halten kann. Weil ja die Mengenangaben doch immer etwas unterschiedlich ausfallen.

Die andere Frage war noch nach Erfahrungswerten beim Nachzuckern, wie oft und wie viel.

Hab jetzt nochmal in den Aufzeichnungen nachgesehen 200g Honig auf 1 l habe ich verwendet, lt dem Refraktrometer 12 % 50 Oe - also könnte ich beim nächsten Mal auf 250 gehen. 8-)

[Dieser Beitrag wurde am 09.08.2011 - 15:34 von Bedamero aktualisiert]
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Beitrag von fibroin » 09 August 2011 16:19

Das Nachzuckern ist eigentlich gut im Kapitel Zucker erklärt. Bei Honig kannst du 25 g pro l Wein zugeben, damit der Alkohol um ein Prozent steigt. Aber nur, wenn der Geschmacktest den Wein trocken findet.
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Beitrag von Bedamero » 09 August 2011 16:56

ok, also bei 5l dann 125 g Zucker nehme ich an, beim Honig wären das dann ca 166g. Das würde dann meine gefühlte Einschätzung treffen, und wie lange sollte die Gärung ca dauern, 5 Tage, 7 Tage, 10 Tage?

[Dieser Beitrag wurde am 09.08.2011 - 16:56 von Bedamero aktualisiert]
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Beitrag von fibroin » 09 August 2011 17:29

Jetzt ist aber die Zuckerlektüre fällig. Sonst kämen diese Fragen nicht. Es gibt keine festen Tage für Gärungen. Das kommt auf diverse Umstände an. Also Lesen!
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Beitrag von Fruchtweinkeller » 09 August 2011 17:47

Moemnte mal. Die Messung mit dem Refraktometer bestimmt nicht die Dichte, sondern den Brechungsindex einer Lösung. Da im Wein viele Inhaltsstoffe enthalten sind die den Brechungsindex bestimmen macht eine Refraktometermessung des Weins keinen Sinn.

Fibroin hat natürlich Recht: Die Weinbereitung hält sich nicht an Fahrpläne. Der Wein braucht so lange wie er braucht, wir als Hobbywinzer können nur beobachten, beurteilen und danach zeitgerecht handeln.
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Beitrag von Bedamero » 09 August 2011 18:47

ich hab das Kapitel gelesen, mehrmals ?-|

ich wollte gerne Erfahrungswerte, wie lange es bei den anderen gedauert hat, mir ist schon klar dass ich das immer nach dem Geschmack und der Gäraktivität beurteilen muss.

Das mit dem Refraktrometer hatte ich schonmal gehört, müsste man nicht doch auch vergleichswerte bekommen, da Honig ja immer ähnlich zusammengesetzt ist? Also sagen wir mal dass ich nach dem 50 Versuch sagen kann bei welchem Messwert es gut geht, und bei welchem nicht mehr so gut?

[Dieser Beitrag wurde am 09.08.2011 - 18:50 von Bedamero aktualisiert]
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Beitrag von fibroin » 09 August 2011 19:13

Ich habe Erfahrungswerte für Met ausgesucht, Gärung bis 13 %:

Akazie August 2006 - 35 Tage
Linde Juni 2007 - 38 Tage
Waldhonig September 2008 - 8 Tage
Orangenblüte Feb. März 2009 - 38 Tage
Blütenhonig Okt. Nov. 2010 - 33 Tage
Linde Juli 2011 - 15 Tage

Gärzeiten von 8 bis 38 Tagen bis 13 %. Dann kommt noch die oft endlose Gärung in die höheren Prozenten. Interessant die verschiedenen Lindehonige mit einem Abstand von 23 Tagen, obwohl beide im Sommer vergoren wurden. Hieraus kann man keine Regel ableiten.
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Beitrag von Fruchtweinkeller » 09 August 2011 19:39

Bedamero hat geschrieben:Das mit dem Refraktrometer hatte ich schonmal gehört, müsste man nicht doch auch vergleichswerte bekommen, da Honig ja immer ähnlich zusammengesetzt ist? Also sagen wir mal dass ich nach dem 50 Versuch sagen kann bei welchem Messwert es gut geht, und bei welchem nicht mehr so gut?
Da Honig ja immer ähnlich viel Zucker enthält reicht ein Dreisatz um den Zuckergehalt in deinem Ansatz beim Gärstart abzuschätzen. Eine Messung ist völlig überflüssig.
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Beitrag von Bedamero » 09 August 2011 20:31

vielen Dank für die Mühe des Raussuchens, ich werde mich natürlich auch weiterhin an die Nachzuckermethode vom HWK halten 8-)

@Fruchtweinkeller, jetzt habe ich so ein schönes Spielzeug und soll es nicht benutzen? ?-| Wenn ich die FWK-Seite etwas früher entdeckt hätte, hät ich mir das sparen können :schlecht:

Werde mich in Zukunft an den Dreisatz halten, also wenn ich vorher richtig gerechnet habe 33 g Honig pro l zum nachzuckern wenn die Gärung nachlässt und kein schmeckbarer Restzucker vorhanden ist, gegen Ende dann weniger um die Süße einzustellen.

[Dieser Beitrag wurde am 09.08.2011 - 20:32 von Bedamero aktualisiert]
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Beitrag von fibroin » 09 August 2011 21:17

Du kannst das Refraktometer benutzen, aber die Ablesewerte zu deuten, dass musst du selbst herausfinden. Das ist hier im Forum kein Usus. Nicht einmal bei Trauben ist zwischen Refratometer und Öechslemeter Übereinstimmung. Bei meinen beiden Geräten habe ich eine Differenz von 5 Oe.
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