Die Gärung meines Mets neigt sich dem Ende zu. Was nun?

Rio
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Die Gärung meines Mets neigt sich dem Ende zu. Was nun?

Beitrag von Rio » 16 August 2020 15:56

Guten Tag,
Ich habe vor ungefähr meinen Metansatz angefangen. Soweit ist auch alles gut verlaufen. Habe bisher 2 mal nachgesüßt und der Met liegt bei schätzungsweise 16% laut Vinometer.
Ich verwende übrigens eine Kitzingen Portweinhefe. Heute habe ich festgestellt das die Gärung nur noch sehr langsam von statten geht. Es hat sich auch schon eine kleine Hefeschicht am Boden das Gärballon abgesetzt.

Folgende Frage: soll ich jetzt einfach den letzten Kilo Honig hinzugeben, 3-4 Tage kühl und dunkel Lagern und Schwefeln? Anschließend mit meiner Filteranlage Filtern? Oder ist ein anderes Vorgehen sinnvoller?

Ich hoffe man konnte verstehen was ich zum Ausdruck bringen wollten.

Danke für jede Rückmeldung!

Rio
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Re: Die Gärung meines Mets neigt sich dem Ende zu. Was nun?

Beitrag von Rio » 16 August 2020 17:10

Rio hat geschrieben:
16 August 2020 15:56
Guten Tag,
Ich habe vor ungefähr meinen Metansatz angefangen. Soweit ist auch alles gut verlaufen. Habe bisher 2 mal nachgesüßt und der Met liegt bei schätzungsweise 16% laut Vinometer.
Ich verwende übrigens eine Kitzingen Portweinhefe. Heute habe ich festgestellt das die Gärung nur noch sehr langsam von statten geht. Es hat sich auch schon eine kleine Hefeschicht am Boden das Gärballon abgesetzt.

Folgende Frage: soll ich jetzt einfach den letzten Kilo Honig hinzugeben, 3-4 Tage kühl und dunkel Lagern und Schwefeln? Anschließend mit meiner Filteranlage Filtern? Oder ist ein anderes Vorgehen sinnvoller?

Ich hoffe man konnte verstehen was ich zum Ausdruck bringen wollten.

Danke für jede Rückmeldung!
Außerdem, wann ziehe ich den Met sinnvollerweise von der Hefe ab?

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wickie
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Re: Die Gärung meines Mets neigt sich dem Ende zu. Was nun?

Beitrag von wickie » 16 August 2020 18:44

Auch wenn die Gärung nur langsam von statten geht heist es, dass der Met immernoch gärt. Ob du jetzt bei 16% noch einen Honig hinzufügen sollst, kommt eher darauf an ob dir der Met schmeckt oder nicht. Bei dieser hohen Umdrehunszahl, glaube ich nicht, dass deine Hefe jetzt noch Honig vergären kann und/oder wird.
Einfach mal kosten wie er schmeckt und nach dem geschmack Honig dazu oder auch nicht.

Meine Empfehlung ist, die Hefe jetzt eher aushungern zu lassen, biss sich nichts mehr tut. Dazu schüttel ich mein Fass etwas und lege mein Ohr darauf, dann kann ich es im Inneren Prikeln hören. Wenn nichts mehr Prikelt ist die gärung abgeschlossen und ich schwefel das erste mal, danach das Fass 1 Woche nicht mehr anrühren. In dieser Zeit sollte sich die Hefe am Boden absetzen, dass man in einem Glasbalon auch sehen kann. Mann sollte aber nicht zu lange warten. Wenn sich die Hefe abgesetzt hat, ist dies der Moment zum Abziehen. Wirklich nur jetzt und auch nur einmal. Dann kann man den Met zur klärung hinstellen.
Zwischen dem Abziehen und der Filterung sollte man auch mindestens 1 - 2 Wochen warten, damit sich restbestandteile (besonders bei Fruchtmed) auch noch einmal absetzen können. Dann setzt sich der Filter nicht so stark zu.

Die meisten hier im Forum sprechen bei der klärung von Monaten bis zu einem Jahr. Warum? Das erschließt sich mir nicht ganz, aber es werden sicher einige eine gute Antwort parat haben. :lol:

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Re: Die Gärung meines Mets neigt sich dem Ende zu. Was nun?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 16 August 2020 19:11

Guter Ratschlag von Wickie, ich hätte freilich auch eine längere Selbstklärung empfohlen. Die Lagerung auf der Feinhefe verbessert den Geschmack, zudem ist die Filterei dann weniger zickig. Aber ja, grundsätzlich kann man sich auch beeilen ;)
Es sei nochmals betont: Honigzugabe am Ende kann für hartnäckige Trübungen sowie Filtrationsfrust verstärken, außerdem wirkt er gärhemmend (aber nicht gärstoppend, was ein Problem werden kann beim Erkennen des Gärendes).
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Re: Die Gärung meines Mets neigt sich dem Ende zu. Was nun?

Beitrag von Rio » 16 August 2020 21:17

wickie hat geschrieben:
16 August 2020 18:44
Auch wenn die Gärung nur langsam von statten geht heist es, dass der Met immernoch gärt. Ob du jetzt bei 16% noch einen Honig hinzufügen sollst, kommt eher darauf an ob dir der Met schmeckt oder nicht. Bei dieser hohen Umdrehunszahl, glaube ich nicht, dass deine Hefe jetzt noch Honig vergären kann und/oder wird.
Einfach mal kosten wie er schmeckt und nach dem geschmack Honig dazu oder auch nicht.

Meine Empfehlung ist, die Hefe jetzt eher aushungern zu lassen, biss sich nichts mehr tut. Dazu schüttel ich mein Fass etwas und lege mein Ohr darauf, dann kann ich es im Inneren Prikeln hören. Wenn nichts mehr Prikelt ist die gärung abgeschlossen und ich schwefel das erste mal, danach das Fass 1 Woche nicht mehr anrühren. In dieser Zeit sollte sich die Hefe am Boden absetzen, dass man in einem Glasbalon auch sehen kann. Mann sollte aber nicht zu lange warten. Wenn sich die Hefe abgesetzt hat, ist dies der Moment zum Abziehen. Wirklich nur jetzt und auch nur einmal. Dann kann man den Met zur klärung hinstellen.
Zwischen dem Abziehen und der Filterung sollte man auch mindestens 1 - 2 Wochen warten, damit sich restbestandteile (besonders bei Fruchtmed) auch noch einmal absetzen können. Dann setzt sich der Filter nicht so stark zu.

Die meisten hier im Forum sprechen bei der klärung von Monaten bis zu einem Jahr. Warum? Das erschließt sich mir nicht ganz, aber es werden sicher einige eine gute Antwort parat haben. :lol:

Alles klar, danke für die schnelle Antwort.

Habe jetzt noch einmal gekostet und festgestellt das noch etwas restsüße vorhanden war. Habe jetzt nich etwas Honig hinzu gegeben und denke das die süße so stimmen sollte. Ich warte jetzt erst einmal bis die Gärung beendet ist.

Ach ja, noch eine Frage: “ich Schwefel das erste mal” schwefelt man grundsätzlich mehrmals?

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Re: Die Gärung meines Mets neigt sich dem Ende zu. Was nun?

Beitrag von Rio » 16 August 2020 21:26

Da fällt mir gerade nich eine Frage ein. Es handelt sich zwar mehr um eine Frage über Gerätschaften, aber ich frage einfach mal hier: I habe mir eine pulcino oil filter Anlage besorgt, nun musste ich feststellen das es auch einen Druck Regler zu kaufen gibt. Braucht man diesen da sonst die Filterplatten reißen oder ist dieser obsolet.
Außerdem habt ihr irgendwelche tips/Erfahrungen für die Benutzung dieser Anlage?

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Re: Die Gärung meines Mets neigt sich dem Ende zu. Was nun?

Beitrag von 420 » 16 August 2020 22:06

Bei der Pulcino habe ich auch keinen Druckregler / Bypass. Finde es bei der kleinen auch nicht ganz so wichtig.

Erfahrungen habe ich. Was willst Du denn wissen? Hier habe ich z.B. die Fließrichtung mal aufgenommen. KLICK

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Re: Die Gärung meines Mets neigt sich dem Ende zu. Was nun?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 16 August 2020 22:11

Wie viele Schwefelungen ich empfehle steht auf der Homepage, Kapitel "Sauberkeit und Sterilität" ;)
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Am Rande des Wahnsinns hat man die beste Aussicht.

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Re: Die Gärung meines Mets neigt sich dem Ende zu. Was nun?

Beitrag von Rio » 16 August 2020 22:39

420 hat geschrieben:
16 August 2020 22:06
Bei der Pulcino habe ich auch keinen Druckregler / Bypass. Finde es bei der kleinen auch nicht ganz so wichtig.

Erfahrungen habe ich. Was willst Du denn wissen? Hier habe ich z.B. die Fließrichtung mal aufgenommen. KLICK

VG

Alles klar habe mir das Video angeschaut, nach welchem Prinzip beurteilst du denn wie viele Platten man benötigt? Ich habe grobe feine und welche für steril.

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Re: Die Gärung meines Mets neigt sich dem Ende zu. Was nun?

Beitrag von Rio » 16 August 2020 22:39

Fruchtweinkeller hat geschrieben:
16 August 2020 22:11
Wie viele Schwefelungen ich empfehle steht auf der Homepage, Kapitel "Sauberkeit und Sterilität" ;)
Alles klar, vielen Dank.

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Re: Die Gärung meines Mets neigt sich dem Ende zu. Was nun?

Beitrag von 420 » 16 August 2020 23:37

Rio hat geschrieben:
16 August 2020 22:39
Alles klar habe mir das Video angeschaut, nach welchem Prinzip beurteilst du denn wie viele Platten man benötigt? Ich habe grobe feine und welche für steril.
Unterscheidung ist Fallweise zu betrachten. Selber benötige ich fast nie die groben mit 3 µ sondern filtere oft erst fein und dann steril. Das hängt immer davon ab, wie klar der Wein ist. Da wirst Du sicherlich ganz schnell Deine Erfahrungen sammeln, wenn die Filterschichten dicht sind und kein Wein läuft mehr durch, hast Du zu wenige eingeplant. :pfeif: :pfeif:

Sonst rechne ich grob mit 10 Liter pro Filterschicht. Ab und zu filtere ich auch direkt steril. Dann nehme ich, damit gerade bei der Sterilfilterung kein Engpass entsteht, lieber eine oder sogar 2 Filterschichten mehr. Warum ist klar. Man muss die Prozedur der Sterilisierung nur ein Mal machen. Nichts ist ärgerlicher, als wenn man mitten bei der Filterung abbrechen muss, weil die Filterschichten dicht sind.

VG
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Re: Die Gärung meines Mets neigt sich dem Ende zu. Was nun?

Beitrag von Rio » 17 August 2020 14:58

420 hat geschrieben:
16 August 2020 23:37
Rio hat geschrieben:
16 August 2020 22:39
Alles klar habe mir das Video angeschaut, nach welchem Prinzip beurteilst du denn wie viele Platten man benötigt? Ich habe grobe feine und welche für steril.
Unterscheidung ist Fallweise zu betrachten. Selber benötige ich fast nie die groben mit 3 µ sondern filtere oft erst fein und dann steril. Das hängt immer davon ab, wie klar der Wein ist. Da wirst Du sicherlich ganz schnell Deine Erfahrungen sammeln, wenn die Filterschichten dicht sind und kein Wein läuft mehr durch, hast Du zu wenige eingeplant. :pfeif: :pfeif:

Sonst rechne ich grob mit 10 Liter pro Filterschicht. Ab und zu filtere ich auch direkt steril. Dann nehme ich, damit gerade bei der Sterilfilterung kein Engpass entsteht, lieber eine oder sogar 2 Filterschichten mehr. Warum ist klar. Man muss die Prozedur der Sterilisierung nur ein Mal machen. Nichts ist ärgerlicher, als wenn man mitten bei der Filterung abbrechen muss, weil die Filterschichten dicht sind.

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