Noch so ein Anfänger...

Gorth the Ork
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Noch so ein Anfänger...

Beitrag von Gorth the Ork » 15 Februar 2019 23:00

Hallo liebe Freunde des goldenen Asen-Getränks!

Am Dienstag, 5.2.19, habe ich meinen allerersten Met-Ansatz hergestellt, mehr oder weniger blindlings drauf los...
Habe mich dummerweise auch nicht an ein genaues Rezept gehalten und möglicherweise mit dem Honig und Apfelsaft
etwas übertrieben. Der 10L Ansatz enthielt zu Beginn (in etwa) folgende Bestandteile:

Blütenhonig, flüssig: 2.6kg (4 Gläser à 650g)
Apfelsaft, naturtrüb: 2.5 - 3L (Direktsaft aus eigenen Äpfeln, nichts gekauftes, überdurchschnittlich süss)
Trockenhefe, Reinzucht: 4g (ja, vorher reaktiviert!)
Hefenährsalz: 4g
Zitronensäure: 5g (1 Beutel)
Bio-Rosinen, unbehandelt: 600g
und natürlich Wasser... Den 10L Kanister habe ich bis ca. 9L gefüllt, weil Platz lassen zum nachsüssen.
Die Raumthemperatur beträgt 20°C

Bereits nach kurzer Zeit (+/- 4 Stunden) setzte eine sehr intensive Gärung ein, die sich für eine ganze Woche konstant gehalten hat.
Am 8. Tag, also Mittwoch 13.2.19, liess sie signifikant nach, also beschloss ich, nach Feierabend den Met zu überprüfen und ggf.
nachsüssen. Beim Geschmackstest kamen mir dann die ersten Zweifel... Es scheint einiges zu viel an Apfelsaft drin zu sein, der
Ansatz schmeckte jedenfalls eher wie ein Cider. Keine Ahnung ob das so sein soll, dazu fehlt mir die Erfahrung wie ein Met in diesem
Stadium zu schmecken hat. Eine leichte Restsüsse war noch vorhanden, welche nach kurzer Recherche wohl für den falschen
Alkoholwert (17%) verantwortlich zu sein scheint. Konnte ich ja vorher nicht wissen, dass das Vinometer somit nichts taugt!
Wie dem auch sei...
Aus Angst, die Gärung könnte am nächsten Tag vollständig zum erliegen kommen, habe ich noch 1kg Waldhonig hinzu gegeben.
Seither gärt der Ansatz wieder ein wenig stärker, "gemächlich" aber konstant. So, jetzt seid ihr in dieser Angelegenheit auf dem laufenden.

Dann können wir jetzt ja zu meinem Anliegen kommen! Sagt mir, wo die schlimmsten Fehler sind, ob sich mein Ansatz "normal" entwickelt,
ob ich ihn (falls verkackt) noch irgendwie retten kann und wie ihr weiter vorgehen würdet! Mein Plan sieht so aus, dass ich einfach
abwarte bis sich nichts mehr tut und die Hefe sich zu setzen beginnt. Dann den Met von der Hefe und den Rosinen trennen, schwefeln und
anschliessend filtern. Natürlich nur, wenn er auch einigermassen geniessbar wird... Ach ja, auch wenn ich mit dem Vinometer keinen
brauchbaren Alkoholwert ermitteln konnte, so rein vom Geschmack her scheint er es ziemlich in sich zu haben!

Ich danke schon mal für eure Antworten und freue mich auf eine aufschlussreiche Diskussion!

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Chesten
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Re: Noch so ein Anfänger...

Beitrag von Chesten » 16 Februar 2019 10:07

Willkommen bei uns !

Erstmal den Standartkram :

Kennst die Homepage zu diesen Forum ?
Wenn nicht da steht alles was du wissen musst und außerdem erprobte Rezepte.
https://fruchtweinkeller.de/
und darauf aufbauend der :
https://honigweinkeller.de/

Ersmal um dich zu beruhigen Wein/Met schmeckt meist schlecht während der Gärund aber nie wie das Endprodukt.

Ich sehe aber ein anderes Problem:
In deinen Ansatz ist viel zu viel Zucker !
Nur alleine der Honig gibt der Hefe Nahrung für ca. 15 vol% ohne den Zucker aus dem Apfelsaft.
Das heißt jetzt nicht das dein Met soviel Alkohol hat da das nicht in ein paar Wochen passiert sondern meist über Monate bei guten Bedingungen.
Die Probleme die daraus enstehen sind folgende: Stress für dier Hefe aufgrund des osmotischen Druckes und da raus folgt eine langsamere Gärung, wemiger Alkoholgehalt, mehr Fuselöle und kein sauberes Gärende. Daraus folgt das dein Met zu einen süßen Schädelgebräu werden kann.

Alles was du nicht haben willst !

Folgende Möglichkeiten hast du:

1.Verdünnen um den Zuckergehalt zu senken aber es kann auch passieren das die Gärung nicht wieder so richtig in Fahrt kommt.
Faustregel beim Verdünnen je früher desto besser !

2.Warten und hoffen das es sich von alleine regelt.

3.Verdünnen und dann filtern mit einen professionellen Weinfilter, Kostenpunkt ca. 150 Euro Anschaffungskosten.
Und bitter nehme keinen Kaffee oder Schwerkraft filter damit verhunzt du nur deinen Met !
Ersten bekommst du nicht damit die Hefe abgetrennt und außerdem oxidiert dein Met dabei !

Als erstes würde ich die Rosinen abseihen je länger die im Ansatz sind desto mehr Fusel ensteht.
Und lieber einen grob gehackten Apfel mit Schale aber ohne Kernhaus in den Ansatz geben das wird der Hefe helfen.

Lief am besten die Homepages und wenn noch Fragen offen sind immer raus damit !
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: Noch so ein Anfänger...

Beitrag von Igzorn » 16 Februar 2019 23:36

Für den ersten Ansatz so lassen und beim nächsten Mal vorher die Nachzuckermethode auf der Homepage nachlesen. Dann wird es.

Ja, hol Rosinen raus. Sind die geschwefelt? Dann such hier im Forum nach Schwefel und Hefe.

Solange Du auf Deinen Met wartest, ließ im Forum über Met, Honigsorten und Zucker. Unglaublich spannend!
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr. ... Rechtschreibfehler kommen alle durch dem Handy...

Gorth the Ork
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Re: Noch so ein Anfänger...

Beitrag von Gorth the Ork » 17 Februar 2019 01:06

@Igzorn

Nein, die Rosinen sind nicht geschwefelt, jedenfalls konnte ich nichts finden das darauf hinweist.
Ich habe diese hier verwendet:
https://produkte.migros.ch/bio-sultaninen

Da sie "gewachst" wurden, habe ich sie vorher natürlich gründlich mit heissem Wasser gewaschen!
Oh, da fällt mir gerade auf, es sind nur 400g, nicht 600...

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Re: Noch so ein Anfänger...

Beitrag von Gorth the Ork » 17 Februar 2019 01:41

@Chesten

Danke für die sxchnelle Antwort! Hat mir sehr geholfen!

Ich denke dass ich folgendermassen vorgehen werde, wenn du damit einverstanden bist:
- Met aus dem Kanister abziehen
- Kanister von Rosinen und Bodensatz befreien und reinigen
- ca. 8L Met mit Wasser verdünnen
- 1 zerhackten Apfel dazu
- Gärung beobachten und ggf. mit 2g Hefe nachhelfen

Wenn du irgendwelche Einwände hast, lass es mich wissen! Schliesslich arbeite ich hier nur
anhand von Halbwissen und Intuition... Ratschläge von erfahrenen Leuten sind immer
willkommen!

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Re: Noch so ein Anfänger...

Beitrag von Bahnwein » 17 Februar 2019 08:55

Nicht den Bodensatz wegwerfen, da ist auch sehr viel Hefe drin. Die würde dir bei der weiteren Gärung fehlen. Neue hinzufügen um den Verlust auszugleichen ist nicht ideal, da sich diese erst mal an den schon vorhandenen Alkohol gewöhnen muss und die Hefevermehrung zu Beginn der Gärung stattfindet. Ausserdem braucht es auch die Trübstoffe im Ansatz. Wenn also die Rosinen raus sollen, alles schön aufrühren, durch ein Sieb gießen und dann zurück ins Gärgefäß. Dieses täglich ordentlich schwenken oder rühren bis der ganze Bodensatz wieder in Schwebe ist.

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Re: Noch so ein Anfänger...

Beitrag von Chesten » 17 Februar 2019 12:34

Gorth the Ork hat geschrieben:Ich denke dass ich folgendermassen vorgehen werde, wenn du damit einverstanden bist:
Du kannst machen mit deinem Ansatz was du willst du musst mich nicht um Erlaubnis fragen :lol: !

99 % der Hefe befindet sich im Bodensatz und somit 99% der Gärleistung und wenn du den Bodensatz verwirfst und das willst du nicht da sich dann die Gärung ewig hinziehen wird.

Einfach durch ein einfaches Küchen- oder Nudelsieb abseihen und zurück in den Ballon, fertig.

Auf 18 Liter verdünne n ist etwas arg viel du willst ja auch noch Geschmack haben außerdem machen große Verdünnungen meist Probleme !
Auf 12-15 Liter wird wahrscheinlch ausreichen wobei weniger mehr ist.

Du hast ca. 3,6 kg Honig und 3 Liter Apfelsaft die Zucker bringen.
Ich gehe von einem vergärbaren Zuckeranteil im Honig von ca. 80% aus und der Apfelsaft ca. 100g/L Zucker.
3600g * 0,8 + 3L*100g/L = 2880g * 300g = 3180 g Gesamtzucker.
3180g / 20,5g/L (für 1 vol% Alkohol) / 9 Liter = 17,5 vol% Alkohol maximal.

Dabei ist zu beachten das dass nur eine Faustformel ist!
Die Hefe vermehrt sich auch und stellt auch Gärnebenprodukte her was nicht in diese Rechnung eingeht.
Allgemein kann man sagen das je nach Gärphase die Alkoholproduktion sehr unterschiedlich ist.

Wenn du jetzt auf 12 Liter verdünnst kommst du auch ca. 12vol% maximalen Gesamtalkoholgehalt wenn der ganze Zucker zu Alkohol vergärt würde.
Damit kann man gut arbeiten!
Gorth the Ork hat geschrieben:Ratschläge von erfahrenen Leuten sind immer willkommen!
Dafür ist das Forum schließlich da ! Ich wäre froh gewesen wenn ich zu meinen Anfangszeiten solche Hilfe bekommen hätte !
Wir helfen alle hier gerne weiter !
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Re: Noch so ein Anfänger...

Beitrag von Gorth the Ork » 03 März 2019 12:29

@ Chesten

Soo... nachdem ich die Rosinen entfernt und den Ansatz mit Wasser verdünnt habe, sieht das Ganze jetzt so aus:
Die Gärung ging weiter, wenn auch nur mehr spärlich
Der Zucker scheint vollständig vergoren zu sein
Der Met ist sehr trocken und hat eine leichte Säure vom Apfelsaft
Alkoholgehalt liegt bei gut 14%

Ich werde nun mit Waldhonig nachzuckern (für den Geschmack), schwefeln und danach alles durch den Vinoferm jagen...
Schmeckt an sich schon gar nicht schlecht, ein Glas Honig (600g) sollten da schon reichen, da man wie ich finde die Säure
ruhig noch bemerken darf. Sollte der Met dann doch noch nicht süss genug sein, werde ich wohl einfach mit feinem Zucker
nachhelfen.

Vielen Dank für die Hilfe und Tipps! Ohne euch wäre wahrscheinlich alles in die Hose gegangen!
Danke, Danke, Danke!

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Re: Noch so ein Anfänger...

Beitrag von Chesten » 03 März 2019 12:56

Dann wünsche ich weiterhin gutes Gelingen !
Kannst dich ja melden wenn du den Met abgefüllt hast oder wenn es noch Fragen gibt !

Das sich die Gärung verlangsamt ist normal für einen Met ist ein Blubb alle 3-5 min in dieser Phase noch eine ordentliche Gärung !
Man kann die letzte Phase der Gärung nicht mit der stürmischen Gärung ganz zu Anfang vergleichen und somit meinen viele Anfänger
:" Da gärt ja nix mehr weil es nicht sekündlich blubbt !" aber das ist ein Trugschluss !
Aber dir kann es relativ egal sein ob die Gärung nun zu Ende ist oder nicht wenn du einen richtigen Weinfilter hast.
Pass aber auf die Filterschichen auf ! Es gibt Hersteller von Filterschichten auf denen "steril" drauf steht es aber bei der Porengröße es nicht sind !
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Re: Noch so ein Anfänger...

Beitrag von Gorth the Ork » 03 März 2019 14:55

Ich habe jetzt mal mit 100ml an der Süsse experimentiert. 1 El Honig reicht völlig aus. Wenn man also für 1 EL mit 25g rechnet, müsste ich 2,5kg Honig zum abschmecken verwenden... Scheint mir zu viel, also erst mal "nur" 1,5kg, mehr kann ich dann immernoch reinkippen! Zum filtern verwende ich wie gesagt das Vinoferm System mit den Platten "grob" und "fein", aber zuvor wird geschwefelt.

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Re: Noch so ein Anfänger...

Beitrag von Fruchtweinkeller » 03 März 2019 21:01

Auch 1,5 kg Honig erscheint mir viel. Wie sind Säure- und Alkoholgehalt?
Vorsicht mit Honig, das kann dir die Filterschichten sehr schnell verstopfen. Da brauchst du eine lange Wartephase, sonst könnte die Filterei unschön enden.
90% of everything is crap... Except crap. 100% of crap is crap.
(Too much coffee man)

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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Re: Noch so ein Anfänger...

Beitrag von Gorth the Ork » 03 März 2019 21:29

Also geschmacklich ist er ok so. Ich werde ihn noch ein paar Tage stehen lassen, damit sich alles wieder etwas setzen kann.

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