Honig aus Eimer dosieren

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Latemar
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Honig aus Eimer dosieren

Beitrag von Latemar » 24 Juli 2014 14:32

Nachdem ich nun einen Imker "an der Hand" habe, bekomme ich meinen Honig im Eimer.
Zum dosieren in den Ballon, habe ich mir vorgestellt, ich stelle den Eimer mit Honig auf eine Waage und entnehme mir die Menge, welche ich für den Ansatz benötige.
Diesen gebe ich direkt in den Ansatz (evtl. mit Trichter)

Wie macht Ihr das so? Hat jemand den ultimativen "Trick" um die richtigen Mengen zu bekommen?

Gruß
Latemar
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Re: Honig aus Eimer dosieren

Beitrag von Kirschwein » 24 Juli 2014 18:27

Hallo,

"ultimativ" wohl nicht, aber ich löse den Honig (oder Zucker, bei Fruchtweinen) immer mit einem grossen Edelstahl-Schneebesen in einem lebensmittelechten Plastikeimer in ein paar Litern Wasser auf. Und dann wird das halt mit nem Trichter in den Ballon gegossen.

Die Dosierung mache ich immer mehr oder weniger nach Augenmass; wichtig ist ja am Ende nicht dass du haargenau auf das Oechsle-Grad ein bestimmtes Anfangsmostgewicht triffst, sondern dass es sich innerhalb eines Korridors bewegt der unter anderem auch von deiner eingesetzten Heferasse abhängt. Bei meinen Weinen/Mets will ich immer viel Prozente haben und verwende dementsprechende Heferassen, also seh ich immer zu dass das Anfangsmostgewicht im Bereich 80-90 Oe. ist. Nachmessen tu ich natürlich, aber wie gesagt, Zielgrösse ist immer ein bestimmter Bereich, nicht punktgenau ein bestimmter Oe-Wert.

Wenn ich den Honig in meinem Ansatz aufgelöst hab und es ist nach oben hin noch Platz, dann kommt einfach noch ne Schippe Honig (oder Zucker) oben drauf bis es in etwa passt ;-)
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Re: Honig aus Eimer dosieren

Beitrag von Fruchtweinkeller » 24 Juli 2014 21:44

Aus den Eimern "kratze" oder löffle ich den Honig heraus mit einer Schöpfkelle. Den Honig packe ich dann gerne in einen 3 L Becher wo ich ihn wiege und wo ich ihn mit Wein mische, gerne mit Überkopfrührwerk. Mit der Zeit hat man es dann im Gefühl wie viel Honig in die Kelle passt ;)
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Re: Honig aus Eimer dosieren

Beitrag von Captcha » 24 Juli 2014 21:50

Ich hab immer mit dem Messer Blöcke rausgeschnitten, dann gewogen und dann direkt in den Ballon geworfen.

Der Honig ist aber auch so fest gewesen, dass man die Stücke als Bonbon lutschen konnte :)

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Re: Honig aus Eimer dosieren

Beitrag von Latemar » 24 Juli 2014 22:11

Das mit dem Mischen in einem Becher/Eimer ist eine gute Idee.
Ist vielleicht doch besser als den Ballon zu schwenken oder im Ballon zu rühren.

Hintergrund ist folgender:
Ich beabsichtige 3 parallele Testansätze zu starten. Um absolut gleiche Bedingungen herzustellen, ist es schon wichtig, dass alle 3 Ansätze die gleichen Zutaten enthalten. Bis auf die Testingredienzien natürlich ;-)

Danke schon mal
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Noch ist der Honig flüssig genug. Scheiden ist noch nicht erforderlich.
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Re: Honig aus Eimer dosieren

Beitrag von Kirschwein » 25 Juli 2014 00:02

Ja, kann nur empfehlen, Plastikeimer (sollte lebensmittelecht sein!) und dann halt mit nem Schneebesen aus Edelstahl. Geht meist ruckzuck damit.

Manche Honigsorten sind echt wie Beton. Meine Tante die Imkerin ist hat mir gesagt dass vor allem Rapshonig dazu neigt sehr fest und hart zu werden; sowas wie Blütenhonig ist eher unproblematisch. Außerdem hängt die Festigkeit wohl auch davon ab ob der Honig gerührt wurde, und über kurz oder lang kristallisiert wohl jeder Honig aus und wird etwas fester.

"Harten" Honig stell ich immer in ein warmes Wasserbad, also jetzt das geschlossene Glas oder der geschlossene Eimer. Wärme bewirkt da immer ein bisschen was. Nur zu warm darf Honig nicht werden, etwa ab 35°C gehen ätherische Öle und andere Geschmacksbildner im Honig kaputt (was auch bedeutet dass im Grunde alle Met-Anleitungen die verlangen dass man Honig vorher abkocht Murks sind). Ach ja, und wenn ich "härteren" Honig aus einem Eimer oder Glas rausbekommen will, dann nehme ich immer einen stabilen Eiskrem-Löffel. Normale Löffel aus dem Besteckkasten verbiegen dabei tendenziell. :lol:
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Re: Honig aus Eimer dosieren

Beitrag von Metinchen » 25 Juli 2014 11:40

Betonartigen Honig habe ich auch schön öfter verarbeitet. Da ich nicht immer bis zum Hefetod vergäre, sondern meist so bei 12-13% genug habe, gehe ich gegen Ende das ganze nachzuckern eher rechnerisch an. Wenn ich nun weiß ich benötige noch z.B. 200g Honig auf den Ballon, wiege ich 200g ab und gebe ihn Stückchenweise durch den Ballonhals. Den Schritt mit dem Wasserbad spare ich mir. In den nächsten Tagen immer wieder schwenken, der löst sich schon auf. Mit Wein und Schneebesen vermischen klappt nur bei weichem Honig gut, aber frisch vom Imker sollte er ja noch sehr weich sein.
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Re: Honig aus Eimer dosieren

Beitrag von Fruchtweinkeller » 25 Juli 2014 20:54

Dabei möchte ich nochmals betonen: Die Honigfestigkeit hängt auch von der Zuckerzusammensetzung ab, und die Faustformel ist: Je fester, desto gärwilliger.

Bergbaumäßiges Honigschürfen lohnt sich also.
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Re: Honig aus Eimer dosieren

Beitrag von Kirschwein » 26 Juli 2014 16:09

Fruchtweinkeller hat geschrieben:Dabei möchte ich nochmals betonen: Die Honigfestigkeit hängt auch von der Zuckerzusammensetzung ab, und die Faustformel ist: Je fester, desto gärwilliger.

Bergbaumäßiges Honigschürfen lohnt sich also.
Dann eignet sich Rapshonig also mit am besten zur Met-Herstellung? :hmm:

Der Blütenhonig von meiner Tante den ich neulich in meinem Salbeimet eingesetzt habe hat aber auch sehr munter gegärt. Der war auch etwas fester geworden, nachdem er bereits ein Dreiviertel Jahr bei uns im Keller gestanden hat (kühl, dunkel, trocken und gut verschlossen in Eimern) und ziemlich stark auskristallisiert war.

Hier übrigens nochmal ein Tipp, was sich als "Schürfwerkzeug" eignet:

http://www.amazon.de/Jamie-Oliver-JB660 ... D6CQ5YQ1FR

(muss ja nicht gleich ein original Jamie Oliver-Eislöffel sein :lol: ... aber mit so nem stabilen einteiligen Löffel nach der Art geht es wirklich etwas leichter wenn der Honig sehr hart ist)
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Re: Honig aus Eimer dosieren

Beitrag von Latemar » 26 Juli 2014 20:53

Vor der Herausforderung mit "Betonhonig" zu arbeiten stand ich zum Glück noch nicht (noch nicht :lol: )
Habe bisher aus 500gr Behältnissen vom Discounter nachgefüllt.
Nachdem ich jetzt einen Imker an der Hand habe, kann das natürlich schon vorkommen.
Also gut, dass wir schon mal darüber reden.
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Re: Honig aus Eimer dosieren

Beitrag von MetNewbi » 31 August 2014 02:16

Zu flüssiger Honig ist fast noch nerviger, als schön Fester :)
Für halbfeste oder auch chremige Honige nehme ich eine Plastikschaufel, die halbrund ist und wie eine längs aufgeschlitzte Flasche aussieht. Der Hobbock kommt auf die digitale 40 kg Waage, diese wird genullt und dann rausgeschaufelt.
Festere Honige schabe ich mit einem Esslöffel ab.
Den Honig lasse ich dann in meinen 60L Speideltank mit Weithalsverschraubung plumpsen. Danach kommt mein Edelstahlrührquirl (ich imerke auch) in meinen Mörtelrührer und dann wird der Tank mal ein paar Minuten durchgeackert :D

Gruß Gerald
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Re: Honig aus Eimer dosieren

Beitrag von Neugierer » 01 September 2014 22:16

Hallo !

Ich lese ja hier im Forum oftmals nur so drüber ...
... aber jetzt muß ich mal etwas schreiben:
Metinchen hat geschrieben:aber frisch vom Imker sollte er ja noch sehr weich sein.
Was verstehst Du unter "frisch" und sehr weich ist es nur unter gewissen Voraussetzungen.
Ein reiner Rapshonig ist ohne besonderes zutun des Imkers:
Steinhart und grob kristalisiert das man ein Küchenmesser abbrechen kann,
Weißtannenhonig ist lange flüssig und kristalisiert erst langsam aus ...
Fruchtweinkeller hat geschrieben:Faustformel ist: Je fester, desto gärwilliger.
Auf den Punkt gebracht:
Die Glykose kristalliesiert aus, die dazwischen existierende wasserreiche "Mutterlauge" ist sehr Fructosereich und bildet ein ausgesprochen günstiges Boden für osmophile Hefen.
Kirschwein hat geschrieben:Dann eignet sich Rapshonig also mit am besten zur Met-Herstellung? :hmm:
Der Blütenhonig ...
Hmmm ... ich würde eher sagen:
Ein Honig mit hohem Wasseranteil (der kann steinhart sein) gärt am Besten.

Rapshonig ist nicht "dominat" und bietet sich so für die Verfeinerung von anderen dominierenden Bestandteilen an.
Ein reiner Met schmeckt lecker aus "Genußhonigen", z.B. Kastanie,
spezielle aus Linde oder Tanne können auch gut sein.
Latemar hat geschrieben:Nachdem ich jetzt einen Imker an der Hand habe, kann das natürlich schon vorkommen.
Das kommt daruf an was Du dort haben möchtest,
feuchte Honige (z.B. Wassergehalt über der Honigverordnung)
ungerührt nimmt uns auch ein Metbrauer ab.
Möchte er Ihn nach DIB Richtlinien und cremiggerührt kostet das eben .... mehr.


Achso:
Für festere Honige nehme ich ganz gerne die kleine Handschaufel von der Fima mit dem Strauß.


Gruß
neugierer ....
... hat in diesem Jahr zuviel Bienen (Völker und Königinnen) und zuwenig Honig (insb. Sommer).
Gruß, Neugierer ...

Lecker Honig, lecker Wein .... so soll es sein !

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