Gärgeschwindigkeit und Heferasse

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Maede
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Gärgeschwindigkeit und Heferasse

Beitrag von Maede »

So, wenn ich schon wieder mal hier bin hab ich gleich ne Frage an die Profis.
Ich habe immer Portwein und Sherry Hefe für meine Mete benutzt, das hat mit der Nachzuckermethode für ca. 14% immer so 4-6 Monate gedauert.
Gibt es eine Hefe, z.b. Steinberg, wo die Gärung schneller geht und man so 10-12% erreicht? Ich möchte gerne mal einen etwas leichteren, süffigeren Met machen. :D
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KommandeurMumm
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Re: Gärgeschwindigkeit und Heferasse

Beitrag von KommandeurMumm »

Maede hat geschrieben:So, wenn ich schon wieder mal hier bin hab ich gleich ne Frage an die Profis.
Profis? Hier gibt es nur Amateure, du bist doch gerade unter die Profis gegangen :mrgreen:

Aber im Ernst: wieso filterst du nicht? Damit sieht der Met doch auch gleich viel besser aus in der Flasche und du kannst ihn steril auch mit weniger Alkohol abfüllen.

Grüße!
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Maede
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Re: Gärgeschwindigkeit und Heferasse

Beitrag von Maede »

Aber im Ernst: wieso filterst du nicht? Damit sieht der Met doch auch gleich viel besser aus in der Flasche und du kannst ihn steril auch mit weniger Alkohol abfüllen.
Ich habe keine Filteranlage und im Moment keine Finanzen eine anzuschaffen. :(
Bis jetzt bin ich mit Schönen ganz gut klar gekommen.

Warum soll der Met nach dem Filtern weniger Alkohol haben? Jetzt bin ich verwirrt...
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Jan
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Re: Gärgeschwindigkeit und Heferasse

Beitrag von Jan »

Maede hat geschrieben:Warum soll der Met nach dem Filtern weniger Alkohol haben? Jetzt bin ich verwirrt...
Durch das Filtern verliert der Wein keinen Alkohol. Allerdings muss du, wenn du steril filterst, nicht bis zum Alkoholtod der Hefen durchgären lassen, sondern kannst auch früher schon abbrechen und abfüllen, wenn dir der Geschmack zusagt.
Natürlich immer vorausgesetzt, du arbeitest sauber.
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KommandeurMumm
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Re: Gärgeschwindigkeit und Heferasse

Beitrag von KommandeurMumm »

Maede hat geschrieben:Durch das Filtern verliert der Wein keinen Alkohol. Allerdings muss du, wenn du steril filterst, nicht bis zum Alkoholtod der Hefen durchgären lassen, sondern kannst auch früher schon abbrechen und abfüllen, wenn dir der Geschmack zusagt.
Natürlich immer vorausgesetzt, du arbeitest sauber.
So war es gemeint, danke Jan.

Das gleiche "Problem" habe ich auch, oft sind mir 16% einfach zuviel Alk. Daher filtere ich und versuche mich jetzt an Weinen mit +/- 12 % Alk. Leider kosten die Filter wirklich eine Kleinigkeit und ich hatte bis vor kurzem auch die Situation, dass 100 Euro einfach eine Menge Geld sind! (Was macht das in Franken? :? )
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Maede
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Re: Gärgeschwindigkeit und Heferasse

Beitrag von Maede »

Hmm 100 Euro sind ca 120-125 Franken, ziemlich teuer.
Vorallem bräuchte man ja zu erst ne elektrische Filteranlage mit Pumpe oder?
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Maede
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Re: Gärgeschwindigkeit und Heferasse

Beitrag von Maede »

Was hat Sterilfiltern für einen geschmacklichen Einfluss?

Beim Schönen mit Kiselsol finde ich es sehr gut, dass der Met dann weniger bitter und 'hefig' ist, als wenn er naturtrüb belassen wird, damit war ich bis jetzt eigentlich ganz zufrieden.
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Re: Gärgeschwindigkeit und Heferasse

Beitrag von 420 »

Die Filterschichten könnten in der Schweiz günstiger sein. Schaue dann doch einfach mal bei Filtrox nach. Und wenn das nicht geht, vielleicht einen kleinen Abstecher nach Italien. Dort ist es auf jeden Fall erheblich günstiger. Schaue dann einfach mal hier nach.

Grüße
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KommandeurMumm
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Re: Gärgeschwindigkeit und Heferasse

Beitrag von KommandeurMumm »

Maede hat geschrieben:Vorallem bräuchte man ja zu erst ne elektrische Filteranlage mit Pumpe oder?
Wenn du viel herstellst, dann wäre wohl eine größere Anlage Pflicht. So hatte ich dich auch verstanden in dem anderen Thread.
Für den Hobbybereich geht ansonsten auch die manuelle Version (Simplex) für ca. 150 Euro. Wie die Preise in der Schweiz sind entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.
Maede hat geschrieben:Was hat Sterilfiltern für einen geschmacklichen Einfluss?
Schwer zu sagen, aber eher einen geringen. Für einen milden Met würde ich allerdings versuchen, etwas an den Zutaten zu verändern. Aber ich bin wirklich kein Met-Fachmann, lese hier aber immer wieder von unterschiedlichen Honigsorten o.ä.
Maede hat geschrieben: (...) dass der Met dann weniger bitter und 'hefig' ist, als wenn er naturtrüb belassen wird (...)
Achso, das dürfte dann durch das Filtern wohl auch passieren. Trüb schmecken mir Weine auch immer ganz anders als klar /gefiltert. Hat vielleicht auch mit Rest-Hefen zu tun, keine Ahnung...
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Re: Gärgeschwindigkeit und Heferasse

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Grundsätzlich profitierst du bei der Filterung geschmacklich ebenso wie auch bei der Schönung und Klärung davon dass der Trub weg ist. Der kann "hefig" oder pappig schmecken. Filterschichten gut spülen, dann gibt es keine negativen Effekte.
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Re: Gärgeschwindigkeit und Heferasse

Beitrag von Maede »

Hab grad gesehen das kleine Hobby-Filteranlagen mehrere hundert, etwas grössere schnell mehrere tausend Franken/Euro kosten.
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KommandeurMumm
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Re: Gärgeschwindigkeit und Heferasse

Beitrag von KommandeurMumm »

Für den gehobenen Hobbybereich ist die vielgelobte Pulcino sicher eine gute Idee, die liegt bei 230,- EUR plus Versand, im Herstellerland Italien ist die günstiger zu bekommen. Seit heute darf ich mich auch einen stolzen Besitzer dieses Helferleins nennen :clap:
Ohne indiskret werden zu wollen: über welche Mengen reden wir denn bei dir pro Jahr so ungefähr?

DIe Pulcino ist dauerlaufgeeignet und hat auch bei steriler Filterung ausreichend Durchsatz, dass der Engpass eher beim gleichzeitigen Abfüllen entstehen dürfte. Da könntest du in ein steriles Behältnis filtern und dann wie gewohnt abfüllen.
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