Ingwermet mit Kohlensäure

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Ingwermet mit Kohlensäure

Beitrag von RAF60 » 11 November 2018 22:05

Ich würde gerne einen Ingwermet mit wenig Alkohol machen, vielleicht 5-6 %. Und dann mit Flaschengärung in kleinen Bierflaschen mit Kronkorkenverschluss Kohlensäure reinbringen.
Ich frage mich wie viel Druck die Bierflaschen aushalten und wie viel Zucker ich zugeben muss, um diesen Druck zu erreichen.
Und die nächste Frage ist, ob der Met komplett trocken überhaupt schmecken würde. Um Restsüße zu haben könnte man ja etwas mehr Zucker zugeben und dann die Gärung in den geschlossenen Flaschen mit Hitze stoppen.
Was sind eure Gedanken dazu?

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Re: Ingwermet mit Kohlensäure

Beitrag von Bahnwein » 12 November 2018 06:43

Eine ähnliche Fragestellung gab es vor kurzem schon, einfach mal nach dem Thema Apfelwein mit Kohlensäure suchen. Sonst gäbe es auch noch die Stichwörter Sektherstellung und Schaumwein.
( https://forum.fruchtweinkeller.de/viewt ... 33&t=13328 )
Ob dir das schmeckt, wirst du wohl selbst feststellen müssen.

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Re: Ingwermet mit Kohlensäure

Beitrag von RAF60 » 12 Dezember 2018 12:12

Ich möchte unbedingt ausprobieren, ob die Flaschengärung funktioniert und habe jetzt einen kleinen 2,5 Liter-Ansatz gestartet. Ich habe den Ingwer aber erstmal weggelassen, daher passt der Beitrag eigentlich gar nicht mehr wirklich hier rein. Ich verwende:

1 Liter naturtrüber Apfelsaft
300 g Honig (100 g Blütenhonig und 200 g Sonnenblume)
1 g Hefenährsalz (Nutrivit), 2 g Fermaid O
0,2 g Tannin (Vinoblanc)
1 g Zymex (Pektinase)
1 g Champagnerhefe (Lalvin EC1118)

Der Ansatz hatte ca. 58 Grad Oechsle, das sollte etwa 7-8 % Alkohol geben. So möchte ich vorgehen: Ich lasse den Ansatz komplett vergären, bis kein Zucker mehr vorhanden ist. Nach dem Abstich lasse ich den Met dann so gut wie möglich klären, werde ihn aber nicht schwefeln. Die Flaschen werden auch nicht geschwefelt, aber sehr gut gereinigt. Vor der Abfüllung werde ich pro Liter Met 5 g Traubenzucker einrühren. Ob an dieser Stelle nochmal eine Hefezugabe notwendig ist oder nicht, da bin ich mir nicht sicher. Wenn ja, dann werde ich vielleicht eine kleine Menge Trockenhefe einfach direkt in die Flaschen geben. Wenn die Flaschen befüllt sind, werden Sie in einem verscholssenen Eimer zwei Wochen bei Zimmertemperatur gelagert. Danach kommen sie in den kühlen Keller und werden dort einige Wochen gelagert. Ich hoffe, dass dabei ein leckeres Getränk entsteht. Falls ja, dann möchte ich das Ganze noch mit Ingwer probieren. Ich verwende Bierflaschen mit Kronkorkenverschluss, da ich finde, dass das gut zu dieser Art von Getränk passt. Außerdem hoffe ich, dass bei zu viel Druck eher der Kronkorken runter fliegt und nicht die Flasche platzt.

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Re: Ingwermet mit Kohlensäure

Beitrag von 420 » 12 Dezember 2018 19:38

Ja dann viel Erfolg.

Kurzinfo noch:
Kronenkorken verschließen besser als Bügelverschlussflaschen. Dies kannst Du daran schon erkennen, da die Flaschengärung im Sektbereich mit Kronenkorken verschlossen werden. Sicherlich nicht nur für das leichtere Degorgieren. Der Druck in so einer Flasche kann schon mal 6 Bar oder etwas mehr werden.

Auf jeden Fall werden die 5 g Zucker pro Liter längst nicht so viel Druck erzeugen.

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Re: Ingwermet mit Kohlensäure

Beitrag von Metinchen » 12 Dezember 2018 22:15

Gucke doch mal bei den Bierbrauern. Da gibt es diverse Foren im Netz. Dort habe ich schon mal was darüber gefunden, wieviel Zucker erzeugt wieviel Druck und welche Flasche hält den auch aus.
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Re: Ingwermet mit Kohlensäure

Beitrag von Bahnwein » 12 Dezember 2018 22:42

5g/l ist für eine Bierflasche überhaupt kein Problem. Kannst du also so machen wie geplant. Ist Kohlensäure in einer Menge ähnlich zum Bier.

Aber die Kronenkorken würden bei zu viel Druck nicht herunter fliegen bevor eine Bierflasche platzt.

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Re: Ingwermet mit Kohlensäure

Beitrag von 420 » 12 Dezember 2018 22:49

Metinchen hat geschrieben:
12 Dezember 2018 22:15
Gucke doch mal bei den Bierbrauern. Da gibt es diverse Foren im Netz. Dort habe ich schon mal was darüber gefunden, wieviel Zucker erzeugt wieviel Druck und welche Flasche hält den auch aus.
Ja, da hast Du vollkommen Recht. Selber habe ich da auch schon viel gelesen.

genaue Beschreibungen / Erklärungen im alten Forum
hier dann diverse Berechnungen incl. Speise / Zuckerberechnung für die Nachgärung in den Flaschen

und im Kitzinger steht bei Sekt dann auf Seite 199
4 g Zucker/l Wein = 2 g CO2 = 1 bar
8 g Zucker/l Wein = 4 g CO2 = 2 bar
12g Zucker/l Wein = 6 g CO2 = 3 bar
......

Das Ganze ist natürlich temperaturabhängig.

Beim Bier liegt man bei der Karbonisierung (Zuckerzugabe für die Zweitgärung in der Flasche für das CO2) oft bei 5 g und beim Weizen geht es auch mal bis 7 g/l hoch.
Bei einer Zugabe von 5 g pro Liter wird das Getränkt etwas mehr Alkoholgehalt bekommen (2,5g für Zucker und 2,5 g für Alkohol). Das wären dann ca. 2,5 x 0,125 = 0,3125 % Vol.

Wichtig dabei ist noch, dass der Wein so wenig wie möglich noch Trubstoffe enthält, da Du sonst beim Öffnen eine schäumende Überraschung hast.

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Re: Ingwermet mit Kohlensäure

Beitrag von Fruchtweinkeller » 12 Dezember 2018 23:24

Ich habe mal irgendwo gelesen dass die Kronenkorken so konstruiert sind dass die bei Innendruck nachgeben bevor eine typische Bierflasche platzt. Das habe ich so abgespeichert, aber ausprobiert habe ich es noch nicht 8-)
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Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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Re: Ingwermet mit Kohlensäure

Beitrag von Bahnwein » 13 Dezember 2018 07:29

Da spricht die Flaschengärung bei Sekt dagegen, bei der heben sich die Kronenkorken nicht von der Flasche ab. Da man dafür aber nur die schweren Sektflaschen verwendet, wegen der Gefahr des Platzens, denke ich, das Bierflaschen damit überfordert sind und daher explodieren, bevor der Kronenkorken aufgibt.

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Re: Ingwermet mit Kohlensäure

Beitrag von RAF60 » 13 Dezember 2018 13:51

Ich habe im Internet "Karbonisierunsdrops" gefunden. Diese bestehen wohl aus 100 % Traubenzucker. Für eine 0,5 L-Flasche wird empfohlen 2 Drops zu nehmen und 1 Drop hat 1,5 g. Somit ergibt sich eine empfohlene Menge von 6 g pro Liter. Ich hab mir gedacht, wenn ich einfach 1 g weniger pro Liter nehme, dürfte eigentlich nichts passieren, da ich Bierflaschen verwende.
In einer bekannten amerikaschen Fernsehserie (würde mich interessieren, ob jemand die Szene und die Serie kennt) sind im Keller eines der Hauptcharaktere die Bierflaschen in der Nacht aufgeploppt (das hörte sich dann an wie Schüsse und die Person ist panisch aufgewacht). So bin ich auf die Idee gekommen, dass erst die Kronkorken fliegen, bevor die Flasche platzt... Aber ich finde unabhängig davon, dass Kronkorken einfach gut zu einem karbonisierten Getränk passen und gut aussehen.

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Re: Ingwermet mit Kohlensäure

Beitrag von Upgrayedd » 13 Dezember 2018 14:41

RAF60 hat geschrieben:
13 Dezember 2018 13:51
In einer bekannten amerikaschen Fernsehserie (würde mich interessieren, ob jemand die Szene und die Serie kennt) sind im Keller eines der Hauptcharaktere die Bierflaschen in der Nacht aufgeploppt (das hörte sich dann an wie Schüsse und die Person ist panisch aufgewacht).
Der arme Hank! Pass bloß auf, dass das mit deinem Ingwer-Schrader-Bräu nicht auch passiert :D

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Re: Ingwermet mit Kohlensäure

Beitrag von 420 » 13 Dezember 2018 20:52

RAF60 hat geschrieben:
13 Dezember 2018 13:51
.... Somit ergibt sich eine empfohlene Menge von 6 g pro Liter. Ich hab mir gedacht, wenn ich einfach 1 g weniger pro Liter nehme, dürfte eigentlich nichts passieren, da ich Bierflaschen verwende.
Das passt. 5 bis 7 Gramm pro Liter ist gut. Wichtig nur, dass der Wein vorher ausgegoren war. Sonst wäre der Druck höher als gewollt.
RAF60 hat geschrieben:
13 Dezember 2018 13:51
... Aber ich finde unabhängig davon, dass Kronkorken einfach gut zu einem karbonisierten Getränk passen und gut aussehen.
Nicht nur, dass sie gut dazu passen, sie halten auch, wie Bahnwein schon schrieb. Auch etwas mehr als 6 Bar.

Viel Erfolg und berichte später
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