Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

wfmicha
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Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

Beitrag von wfmicha »

Hallo!
Ich lese immer wieder bei Kirschwein/Kirschmet, das auf Maischegärung gesetzt wird. Hat das einen Grund?
Ich habe bisher immer mit Saftgärung gearbeitet, und würde gerne die Sauerei beim Abpressen vermeiden.
Den Saft bekommt man doch relativ gut aus den Kirschen raus, die Nachbarin hat so viele Kirschen, dass ich auch nicht den letzten Tropfen rausdrücken muss...
Mein Plan ist...
Süßkirschen ca. 90%, Sauerkirschen 10% und den Rest so, wie im Grundrezept. Das hab ich letztes Jahr sehr gut hinbekommen.
Ich würde im Verhältnis weniger Wasser und mehr Kirschsaft nehmen wollen.
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Re: Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Das hat einen guten Grund: Es schmeckt einfach besser :mrgreen:

Warum? Das steht hier: https://fruchtweinkeller.de/anleitungen ... hegaerung/
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wfmicha
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Re: Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

Beitrag von wfmicha »

Okay, überredet :D

Also dann erstmal Maische 1-2 Wochen gären lassen, heisst einen Grundwein nur aus Kirschen machen, dann abpressen und den Rest für Met ergänzen, seh ich das richtig?
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Re: Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Du setzt einen Kirschwein an wie hier beschrieben: https://fruchtweinkeller.de/rezepte/kirschwein/

Mit folgenden Änderungen: Den Zucker beim Gärstart ersetzt du durch Honig. Zugabe von Zucker oder Honig im Gärverlauf, abhängig von der Intensität des Honigaromas. Und die Kirschmenge sollte man reduzieren damit Kirsche und Honig in ausgewogenem Verhältnis zueinander sind. Das macht man nach persönlichem Geschmack, Faustregel für Neulinge auf dem Gebiet: Halbiere die Kirschmenge.
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Re: Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

Beitrag von Husky110 »

Kleiner Tipp von mir noch wegen der Sauerei beim Abpressen:
Kauf dir eventuell ein paar Presstücher und pack eins davon über einen großen Trichter. Wenn du einen großen Trichter hast und die Gärung in einem Eimer startest, dann kannst du die Einzelteile mit einer Schöpfkelle aus dem Ansatz "löffeln" und in den Trichter packen. Wenn das Tuch dann voll ist, verdrillen und in einem Eimer auspressen.
Die Suppe in den Ballon, den Trester in den Müll, Kompost oder wo auch immer und das Ganze von vorn bis der Eimer leer ist. :)
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Re: Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

Beitrag von wfmicha »

Super, danke für die Tipps.

Ein paar Sauerkirschen hab ich heute schon organisiert, aus dem Stadtpark. Gefunden über mundraub.org
War ganz witzig, der Baum steht direkt an einem Weg im Park. Hatte etwas Muffe, das ich da die Polizei o. ä. auf den Hals gehetzt bekomme. Deswegen vorher beim Ordnungsamt erkundigt und Erlaubnis bekommen.
Und siehe da... echt nur positive Reaktionen der Passanten. War echt spaßig.
Hat sich Kirschentechnisch nicht soooo gelohnt, aber die positiven Reaktionen waren schon schön.
Mal sehen, vielleicht bekomm ich Sonntag noch welche von ner Streuobstwiese.
Hab aber wenig Hoffnung, alle Leute mit Sauerkirschbäumen sagten bisher, noch nicht reif.
Vielleicht fahr ich dann Montagmorgen nochmal los und hole Tiefkühlkost. Oder reicht ein halber 10l Eimer schon, wenn ich die Säure ordentlich einstelle?
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Re: Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Gute Aktion, es ist immer schade wenn die Früchte ungenutzt vergammeln.

Ich habe da keine Ahnung wie viele Kilo du da im Eimer hast... und wie groß dein Ansatz wird...
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wfmicha
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Re: Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

Beitrag von wfmicha »

Das war ein lustiger Kirschkerntag heute... :mrgreen:
Der Ansatz ist jetzt für die Maischegärung etwa 25l, 5% Sauerkirschen und Rest Süßkirschen.
Das alles im 50l Ballon.
Kirschen waren Volumentechnisch etwa 4 volle 10l Eimer.
Antigel, Hefenährsalz und etwas Milchsäure. Destilliertes Wasser 5l und Honig 5 Kilo. Knapp ein Kilo Zucker hab ich auch schon mit dazugegeben.
Wollte den Rest des 10kg Eimers Honig erst nach der Maischegärung. zusammen mit nochmal 5l dest. Wasser, dazugeben.
Die Maischegärung dient ja erstmal dazu, den Geschmack aus den Kirschen zu holen, wenn ich das richtig verstanden habe.
Also wollte ich erstmal nicht soooo viel Volumen machen, wird auch schwer vom Handling her.
Morgen kommen dann hoffentlich noch ein paar Kilo Sauerkirschen dazu, wobei meine Hoffnung dahingehend gering ist.
Aber das nachsäuern mit Milchsäure und Zitronensäure bringt im Falle des Falles hoffentlich auch gute Ergebnisse? Sonst kauf ich noch ein Kilo TK Sauerkirschen...

Der Imker und seine Frau waren von meinem letzten Met übrigens sehr begeistert und sie hatten bereits einen Eimer Honig für mich bereitgestellt :!: :lol:
Wie alle anderen auch begeistert waren. Dank des guten Grundrezepts von hier.
:clap:
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Re: Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Man kann später noch verdünnen, dann aber direkt nach dem Abpressen. Je später man das macht, desto eher kann der Hefe die Puste ausgehen. Und ja, Säure kannst du natürlich ergänzen. Speziell wenn der Fruchtanteil reduziert ist wird das wahrscheinlich nötig sein.

Schön dass der Met geschmeckt hat 👌👍
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Re: Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

Beitrag von wfmicha »

Ok... mal sehen, es gärt seit gestern Abend.
Heute sind noch mal ein paar Kilo schöne, kleine, sehr dunkle Kirschen dazugekommen. Auch nicht wirklich Sauerkirschen, ich glaube fast, dass es bei einem veredelten Süßkirschen Baum am Anfang des Wuchses ein Problem gab, und ich jetzt die Grundkirsche habe... ein Ast,(echt nur ein einziger, aber dicker Ast) hatte richtig dicke, "normale" Süßkirschen. Der Rest des Baumes viel kleinere, dunkle, leicht säuerliche Kirschen. Die hab ich mitgenommen. Der Rest auf der Streuobstwiese... alles Süßkirschen. Ein paar Bäume hatten ganz kleine, dunkle Kirschen, aber die waren ziemlich bitter. Die hab ich lieber hängen lassen...

Wann ist denn theoretisch der Beste Zeitpunkt zum abpressen? Eher nach einer Woche, wenn ich noch verdünnen will? Oder weil es wenig Sauerkirschen sind, lieber 2 Wochen?

Ist die Zugabe von Tannin bei Kirschmet notwendig oder empfehlenswert?
Und die Äpfel? Sollte man die auch zugeben? Hab sie erstmal weggelassen.
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Re: Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Hömma, dazu gibt es sogar ein Rezept auf der Homepage 😅 https://honigweinkeller.de/rezepte/kirsch-met/

Äpfel brauchst du nicht, Tannin ist nicht unbedingt nötig (schadet aber auch nicht und ist im Zweifel nützlich), Abpressen grob im Bereich von 11-12%, wenn der Ansatz trocken ist (dann ist die Kollateralschäden durch klebrige Spritzer geringer).
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Re: Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

Beitrag von wfmicha »

Kleines Update und Hilfegesuch
Hatte nach 8 Tagen von der Maische abgepresst.
Aufgefüllt auf gut 35l mit Wasser und nochmals ca. 2,5 Kilo Honig.
Der Met ist wieder komplett ausgerastet, so dass ich nach 2 Wochen nochmal etwa 1-1.5 Kilo Honig nachgeworfen habe, weil es so schön lief. Danach hat es noch gut eine Woche gut bis verhalten weitergegärt. Und dann war plötzlich Ruhe. Ca. 2 Wochen. Diese Woche hatte ich 3 Tage bei ordentlich schütteln so 10 mal Blubb. Jetzt seit 2 Tagen wieder gar nichts.
Die Restsüße ist jetzt 3 Wochen recht stabil und noch gut vorhanden. Es riecht auch noch gut und schmeckt auch lecker. Es ist allerdings ne sehr trübe Brühe, das aber von Anfang an
Ich schiebe es mal auf die Süßkirschen. (?!)
Hatte an dem Tag, wo ich abgepresst hatte, noch von nem Nachbarn nen Eimer Sauerkirschen ergattert (über Ebay Kleinanzeigen, da hätte ich echt zu Fuß hingehen können... unglaublich... :D ). Der Sauerkirschwein gärt super und ist nach dem Schütteln nach ner Stunde wieder fast klar. Hab da aber auch mit wenig Zucker angefangen. Vinometer zeigt beim Sauerkirschwein fast 20% an, was nicht sein kann. Hefe Bordeux beim Sauerkirschwein und gärt noch gut. Beim Kirschmet zeigt es 16-17.
Der Met aber eben eine ziemlich trübe Brühe, weshalb ich das Ergebnis mit Vinometer nicht annähernd für korrekt halte.
Alkohol ist schon ordentlich da, aber ich kann mir eben nicht vorstellen, dass die Gärung schon durch ist. Ich glaube eher an eine Gärstockung wegen einer zu hohen Honigzugabe beim letzten Nachzuckern.
Hatte den Honig gut aufgelöst, indem ich etwa 2l in einen Edelstahleimer abgezogen habe und Honig und Wein gut vermischt.
Bei Gärstockung hab ich hier schon mehrfach von belüften gelesen. Auch auf der HP hab ich mir die Gärstockung durchgelesen, bin mir in meinem Fall aber nicht sicher. Soll ich belüften mal versuchen?
Kann ich evtl. auch von dem Sauerkirschwein was dazutun, so 1-1,5l? Der Met ist mit Portweinhefe angesetzt. Würde das auch helfen, oder mischt man 2 Hefen nicht?
Oder doch lieber jetzt schwefeln, ne Pulcino kaufen und steril filtern?
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