Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

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Re: Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Ja, wenn du sauber genug arbeitest. Wie es geht ist für den Simplex auf der HP beschrieben. Beim Pulcino läuft es im Prinzip gleich.
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Re: Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

Beitrag von Bahnwein »

Beim steril filtern vielleicht besser eine Schicht zu viel als zu wenig. Sonst musst du die ganze Desinfektion und das Spülen wiederholen. Das ist wirklich lästig, wenn der letzte Liter nicht mehr durch den Filter geht. Und, wie gesagt, ich gebe der Selbstklärung viel Zeit und die Weine sind auch vorm Filtern schon sehr klar.
Azrael
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Re: Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

Beitrag von Azrael »

Samstag, der 19.2.2022, 16:23 Uhr:
30L Gärbehälter gründlich geputzt, desinfiziert, mit Isopropanol durchgewischt und ausgetrocknet, denn es war an der Zeit einen neuen Met anzusetzen.
Um den Unterschied zwischen "Säure? Mir doch egal!" und "Säure ist eingestellt!" zu ergründen, habe ich mich entschieden in diesem Ansatz wieder den billigen Aldi Honig zu nehmen, zusammen mit der Portwein Trockenhefe von Arauner.
Während ich 4Kg Honig vorsichtig erwärmte, habe ich bereits 4,5L Wasser in den Gärbehälter gegeben, die Hefe rehydrieren lassen sowie 2,1g Tannin, 10g Hefenährsalz, 15ml Antigel und 60ml der 80%igen Milchsäure in den Gärbehälter.
Nachdem ich dann den Honig in den Gärbehälter umgefüllt habe, wurde dieser kräftig gerührt und geschwenkt, bis der Honig vollständig gelöst war.
Das Ganze wurde dann weiter mit Wasser gefüllt, bis 20L Wasser im Gärbehälter verschwanden.
Die Säure einstellen war... sagen wir interessant. Im ersten Versuch landete ich bei etwa 1,4g/l, nun fing das Rechnen und Abwiegen der Zitronensäure an. Im Rezept auf dem Honigweinkeller wird erwähnt, dass 1g Zitronensäure 1L Wasser auf 1g/L bringt. Mir fehlen zu 6,5g/L also 5,1g/L in meinem Ansatz, also auf 20L dann etwa 102g Zitronensäure. Am Ende waren es dann 6,6g/L, das Lackmuspapier nahm auch die Farbe an, die auf dem Umschlag zu sehen ist, laut Beiblatt also richtig.
Jetzt noch die Hefe dazu, noch einmal gut durchgerührt und hoffen, dass der Gärspund anfängt zu blubbern.

Sonntag, der 20.2.2022, 8:12 Uhr:
Ich brauche Kaffee...
Während der Vollautomat meinen Kaffee macht, höre ich nicht unweit von mir ein leises "plop", ca. 30 Sekunden später höre ich wieder ein "plop".
Die Gärung hat dieses Mal schneller eingesetzt, als bei dem Ansatz zuvor, da hatte es bis zum Abend gedauert.
Ich bin schon auf das Ergebnis gespannt, wünscht mir Glück :)
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Fruchtweinkeller
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Re: Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Glück!
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Re: Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

Beitrag von Azrael »

Kleines Update:
Samstag, der 26.2.2022, 21:05 Uhr.
Die Gärung ließ stark nach, von 6 plops pro Minute auf 1,25 plops pro Minute, daher habe ich nun weitere 2KG Honig zugegeben.
Damit sind jetzt insgesamt 6KG Honig im Ansatz.

Das ging dieses Mal schneller, muss ich zugeben. Beim vorherigen Ansatz ließ die Gärung erst nach 11 Tagen so stark nach, da waren es aber auch maximal 3,5 plops pro Minute. Kann das von der Säure her kommen, dass es scheinbar schneller gärt als im vorherigen Ansatz oder daran, dass ich dieses Mal 1,6g mehr Hefenährsalz beigegeben habe?
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Re: Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

Beitrag von Fruchtweinkeller »

"Basteln" könnte ich zu beiden Theorien eine Begründung, trotzdem würde ich darüber jetzt nicht spekulieren wollen.
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Azrael
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Re: Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

Beitrag von Azrael »

Update vom Mittwoch, den 2.3.2022, 23:19 Uhr:
Nachdem die Gärung erneut stark nachgelassen hatte, habe ich weitere 4KG Honig zum Ansatz hinzugegeben.
Ein schneller Alkoholtest mit dem Vinometer bei 21°C meinte schon jetzt 16%vol, Gegenprüfung mit 21°C Wasser ergab 2%vol, also 14%vol im Ansatz.
Ich bin ehrlich, ich traue dem Ergebnis nicht so recht, im Ansatz davor stieg der Alkoholgehalt deutlich langsamer als in diesem, auf der anderen Seite gärt dieser Ansatz aber auch schneller, eventuell ist das Ergebnis also doch halbwegs korrekt?

Die 4KG Honig haben den Ansatz übrigens ein wenig über meine gewünschte Restsüße gehoben (etwa 1KG darüber, mit 2KG in Reserve) da ich davon ausgehe auch hier wieder nahe an die 18%vol zu kommen.
Geschmacklich ist das ganze allerdings schon jetzt um WELTEN BESSER!
Die Süße ist nicht so aufdringlich, die Honignoten kommen viel besser zur Geltung und das Mundgefühl ist schön rund und irgendwie erfrischend.

Ich werde am Samstag bzw. am Sonntag noch einmal mit dem Vinometer und ggf. noch mit dem Alkoholmeter nachmessen und vor allem noch einmal probieren.
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Re: Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

Beitrag von Markus_K »

Hi Azrael,

wenn ich richtig lese hast du mittlerweile 10 kg Honig in etwa 26l Ansatz (20l zum Start + 6kg Honigzugabe), korrekt?
Das wären dann rechnerisch:

10 000g * 0,82gZucker/gHonig = 8 200gZucker
8 200g : 26l = 315g/l
315g/l : 20,5g/l = 15,4 %Vol (theoretisch durch den Honig) Da kommt noch Zucker vom Apfelsaft, etc hinzu.

Ich würde dir empfehlen das jetzt erstmal komplett ausgähren zu lassen, bevor du wieder Zucker oder Honig zugibst.
Du Zuckerst für meinen Geschmack sehr früh nach und dann recht große Mengen.
Und Messen mit Restsüße während der Gährung bringt viele Fehler mit sich. Das funktioniert auch Besser, wenn du mit dem Nachzuckern etwas länger wartest. ;)

Hast du dir das Kapitel Zucker auf der Homepage schonmal durchgelesen?
https://fruchtweinkeller.de/anleitungen ... er-zucker/

Abgesehen davon Glückwunsch zum Gelungenen Ansatz

Grüße
Markus
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Re: Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

Beitrag von Bahnwein »

Azrael hat geschrieben: 03 März 2022 00:51 ...Ich werde am Samstag bzw. am Sonntag noch einmal mit dem Vinometer und ggf. noch mit dem Alkoholmeter nachmessen und vor allem noch einmal probieren.
Mit was für einem Alkoholmeter willst du denn den Alkoholgehalt messen?
Azrael
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Re: Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

Beitrag von Azrael »

Markus_K hat geschrieben: 03 März 2022 09:09 Hi Azrael,

wenn ich richtig lese hast du mittlerweile 10 kg Honig in etwa 26l Ansatz (20l zum Start + 6kg Honigzugabe), korrekt?
Das wären dann rechnerisch:

10 000g * 0,82gZucker/gHonig = 8 200gZucker
8 200g : 26l = 315g/l
315g/l : 20,5g/l = 15,4 %Vol (theoretisch durch den Honig) Da kommt noch Zucker vom Apfelsaft, etc hinzu.
Da ist kein Apfelsaft oder sonstiges drin. Nur Wasser, Honig, Milch- und Zitronensäure, Hefenährsalz, Tannin, Antigel und Hefe.
Aber gut zu wissen, dass es rechnerisch wohl passen könnte.
Markus_K hat geschrieben: 03 März 2022 09:09 Ich würde dir empfehlen das jetzt erstmal komplett ausgähren zu lassen, bevor du wieder Zucker oder Honig zugibst.
Du Zuckerst für meinen Geschmack sehr früh nach und dann recht große Mengen.
Und Messen mit Restsüße während der Gährung bringt viele Fehler mit sich. Das funktioniert auch Besser, wenn du mit dem Nachzuckern etwas länger wartest. ;)
Das jetzt dann erstmal ausgären lassen war der Plan. Mein Vorgehen ist exakt das gleiche wie in dem Ansatz davor, der Unterschied ist nur, dass dieser Ansatz deutlich schneller gärt. Als Beispiel: Im vorherigen Ansatz brauchte es etwa 11 Tage bis die anfänglichen 4KG Honig so weit vergoren waren, dass die Gäraktivität fast zum Erliegen kam (1,25 plops pro Minute) und ich nachgelegt hatte.
In diesem Ansatz war dieser Punkt bereits nach rund 7 Tagen erreicht.
Markus_K hat geschrieben: 03 März 2022 09:09 Hast du dir das Kapitel Zucker auf der Homepage schonmal durchgelesen?
https://fruchtweinkeller.de/anleitungen ... er-zucker/
Natürlich, mitten im vorherigen Ansatz, als schon 6KG Honig drin waren, was mich zu der Zeit massiv verunsichert hatte. Ich habe dann trotzdem so weiter gemacht wie den Ansatz über und wurde am Ende mit Met belohnt der grundsätzlich lecker ist, aber wegen der nicht eingestellten Säure einen leicht scharfen Beigeschmack aufweist.
Markus_K hat geschrieben: 03 März 2022 09:09 Abgesehen davon Glückwunsch zum Gelungenen Ansatz

Grüße
Markus
Danke :)
Bahnwein hat geschrieben: 03 März 2022 11:16
Azrael hat geschrieben: 03 März 2022 00:51 ...Ich werde am Samstag bzw. am Sonntag noch einmal mit dem Vinometer und ggf. noch mit dem Alkoholmeter nachmessen und vor allem noch einmal probieren.
Mit was für einem Alkoholmeter willst du denn den Alkoholgehalt messen?
Ja, da muss ich mich korrigieren. Das, was Arauner im "Analyse Kit 2" hat, ist kein Alkoholmeter, sondern eine Oechslewaage, da hatte ich gestern etwas durcheinander gebracht.
Zudem wäre meine Erwartung ohnehin eher niedrig gewesen, da die Alkoholmeter, die Arauner verkauft genau so aussehen und funktionieren wie eine Oechslewaage, wird das bei Met durch den hohen Zuckergehalt wohl nichts Genaues anzeigen können.
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Re: Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Bei dem Kit scheint mir so ein billiges Vinometer-Ding enthalten sein. Hoffentlich taugt das was... ergänzend zu deinem Post oben: Nur weil das Ding bei Wasser 2% anzeigt heißt das nicht automatisch dass der Fehler über den gesamten Messbereich hinweg gleich ist.
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Re: Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

Beitrag von Azrael »

Fruchtweinkeller hat geschrieben: 03 März 2022 19:27 Nur weil das Ding bei Wasser 2% anzeigt heißt das nicht automatisch dass der Fehler über den gesamten Messbereich hinweg gleich ist.
Hmm... Das ist ein guter Einwand. Ich erwarte aber auch keine 100% Genauigkeit für den Privatbereich, würde mich aber trotzdem interessieren, was ich noch an Stelle des Vinometer nehmen könnte, um den Alkoholgehalt ungefähr zu ermitteln, ohne gleich tausende Euro für Messinstrumente in Laborqualität investieren zu müssen.
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