Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

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Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

Beitrag von Azrael »

Moin und willkommen zu meinen Met-Tagebüchern.

Den ersten Post nutze ich in erster Linie für meine beiden vergangenen Versuche, von denen es leider nur der zweite in die Flaschen geschafft hat.

Gleich vorne weg, Ich bin Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik (im Volksmund Elektriker genannt) und ein ziemlicher PC-Mensch, das spiegelt sich im 2. Versuch auch wieder.

Ich habe bei beiden Versuchen das gleiche "Equipment" genutzt, bestehend aus einem Vinometer, einem 30L und einem 20L Gärfass von Speidel, eine manuelle Abfüllpumpe von Ferrari sowie Schwefel, Hefenährsalz, Vitamin C, Milchsäure, Kieselsol und Antigel von Arauner.

Bei beiden Ansätzen habe ich den billigen Blütenhonig von Aldi für 1,99€ das 500g Glas genommen, jedoch andere Hefen.
Im ersten hatte ich die Mead Yeast M05 von Mangrove Jack verwendet und KEIN Hefenährsalz, beim zweiten die Portwein Trockenhefe von Arauner MIT Hefenährsalz, Milchsäure und Tannin.

Das grundlegende Vorgehen beim Ansatz war auch bei beiden Ansätzen gleich. 20L Wasser, 4Kg Honig, ein Päckchen Hefe, 2g Schwefel. Wenn die Gärung nachlässt, 500-1000g Honig rein bis insgesamt 10Kg Honig im Ansatz sind. Danach dann mit dem Vinometer bei 21°C den Alkoholgehalt messen (erst mit 21°C Wasser zur "Eichung", dann den Ansatz mit 21°C, so waren die Ergebnisse recht genau), Geschmacksprobe zwecks Restzucker und nach meinem Geschmack nochmal 250g Honig rein. Nach 4 Tagen den Prozess wiederholt.

Der erste Versuch aka das Lehrgeld:
Den Ansatz hatte ich schon im November 2020 angerührt und im Nachhinein meine(n) Fehler auch erkannt.
Ich brauche wohl nicht extra erwähnen, dass dieser Versuch komplett im Ausguss gelandet ist.
Wie dem auch sei, ich verbuche diesen Versuch als Lehrgeld. Spaß hatte ich während des Prozesses trotzdem und gelernt habe ich dabei auch viel.
Mein grundlegendes Vorgehen habe ich ja schon beschrieben, daher will ich hier nur die Fehler erläutern, auf dass sie nie jemand wiederholen muss.

Fehler 1:
Nachdem ich 10Kg Honig im Ansatz hatte, hatte ich 3 Tage nach Gärstopp ohne testen und probieren von der Hefe abgezogen und nochmal 3 Tage gewartet, um sicherzustellen, dass der Gärspund ruhig bleibt. Der Met war immer noch sehr trüb und extrem sauer. Blauäugig dachte ich "Ich hab schon abgezogen, kann ich einfach so mit Honig nachzuckern, das passt schon."...nein...konnte ich nicht. Obwohl der Ansatz bereits von der Hefe abgezogen war, fing er wieder an zu gären, wurde nach 4-5 Tagen wieder extrem sauer und ich die ganze Zeit am nachzuckern. Der Ansatz fing immer mehr an faulig zu riechen und nach knapp 12,25Kg Honig hab ich dann die Reißleine gezogen. Er ging in den Abfluss.
Fehler 2:
"Das Zeug gärt von selbst, da brauch ich mich nicht groß drum kümmern." Nein, ganz falscher Gedankengang. Ich hatte den Ansatz nie geschüttelt und ohne Hefenährsalz war die Hefe wohl einer sehr großen Belastung ausgesetzt, was zusammen mit Blauäugigkeit, zu Fehler 1 geführt hatte.

Fehler 3:
"Es steht so im Internet, da kann ich mich drauf verlassen, dass die Angaben Situationsunabhängig stimmen" Nein, die Umgebung und die Gegebenheiten haben einen Einfluss auf Dauer und Ablauf des ganzen Prozesses. Wenn man keine Hilfsmittel für die Temperaturüberwachung und -regelung hat, kann der Ablauf vom Zeitplan ein ganz anderer sein.

Fehler 4:
Ich nenne diesen Fehler "Frözeln". Kalter Fliesenboden in der Küche bei ca. 22°C Lufttemperatur mit dem Met direkt vor dem Heizkörper. Der Ansatz hatte so gesehen mit 3 Temperaturzonen zu kämpfen. Ganz blöde Idee. Bloß nicht nachmachen.

Equipment "Upgrades" für den zweiten Ansatz:
Rollhund, Schaumstoffisolation, digitales Thermostat für die Heizung in der Küche, dicker Pullover aus Schafwolle, aufklebe Thermometer für das Gärfass, Raspberry Pi 3 mit Temperaturfühler.

Der zweite Versuch aka Mr. Met erwacht + Nerdmode Activated (It get's overkill):
Hier wird es ein wenig lustig. Ich habe den Ansatz "Mr. Met" getauft, weil das 30L Gärfass einen Pullover aus Schafwolle angezogen bekam, um Temperaturschwankungen durch Öffnen der Küchentür ein wenig abzufedern. Den Ansatz hatte ich ende Juni (so um den 19. Juni) angerührt, 3 Tage vor meiner Gesellenprüfung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. War perfekt bezüglich Außentemperaturen. War Tagsüber um die 23-27°C und meist regnerisch, bei Gärungsende ende August, anfang November waren es nachts aber schon um 7°C, perfekt für die Klärung mit Kieselsol. Meine Wohnung ist in der Regel ein Eisfach. Die einzige Heizung, die ich sonst benutze, ist die im Bad. Für die Gärung habe ich die Küchenheizung jedoch mit einem digitalen Thermostat aufgerüstet (FRITZ!DECT 301), das ich über meine Fritz!Box steuern kann. Hier kommt auch der Raspberry Pi mit dem Temperaturfühler ins Spiel. Die Portweinhefe von Arauner ist mit 19 bis 23°C angegeben, +/- 2°C sind jedoch noch im Toleranzbereich. Der RasPi prüft alle 5 Minuten, ob die Temperatur am Gärfass bei 21°C +/- 2°C liegt. Sollte dies nicht der Fall sein, sagt er dem Fritz Thermostat, dass die Temperatur hoch muss und stellt ein Soll von 25°C ein. Ist die Temperatur wieder im eingestellten Bereich, stellt er das Fritz Thermostat wieder auf 21°C. War die Temperatur schon im eingestellten Bereich macht der RasPi natürlich nichts bis zur nächsten Kontrolle in 5 Minuten. Ist die Temperatur über 23°C bekomme ich eine Meldung am FritzFon und per E-Mail, damit ich das Fenster für ein paar Minuten öffnen kann, und das Fritz Thermostat wird auf 19°C gestellt. Sollte ich nicht reagieren, wird die Temperatur am Fritz Thermostat auf 0°C gestellt und das Küchenfenster automatisch für 5 Minuten geöffnet (bin ich froh, dass Elektriker bin :P). Für den entgegengesetzten Fall, also dass die Temperatur auf 19°C fällt, wird das Fritz Thermostat auf 35°C eingestellt, um sicherzustellen, dass das Ventil der Heizung wirklich vollständig geöffnet wird und ich werde wieder per FritzFon und E-Mail benachrichtigt. Sollte die Temperatur trotz allem auf 17°C fallen, ja...hier fehlt mir jetzt eine Heizdecke, die um das Gärfass gewickelt ist und vom RasPi angesteuert wird...das Problem, dass es zu kalt ist, hatte ich bisher jedoch noch nicht, nur dass es zu warm wurde, da hat mein System, laut Logs auf dem RasPi, jedoch perfekt funktioniert.

Was habe ich, abgesehen von dem vermutlich übertriebenen System, anders gemacht?:
Ich habe den Ansatz nicht mehr auf dem kalten Fliesenboden stehen, sondern auf einem Rollhund und einer 5mm dicken Isomatte. Dazu habe ich den Ansatz nicht direkt vor dem Heizkörper stehen gehabt, sondern auf der anderen Seite des Raums, was der Temperaturüberwachung positiv entgegenkam. Dazu habe ich den Ansatz zweimal am Tag, Morgens und Abends, kurz aufgeschüttelt und dann weitere 3 Minuten auf dem Rollhund in kreisenden Bewegungen "gerührt", damit sich die Hefe besser verteilt und nicht dauerhaft am Boden liegt. Ich habe bei diesem Ansatz auch Tannin zugegeben sowie 20ml 80%ige Milchsäure. Des Weiteren habe ich bei JEDEM nachlassen der Gärung den Alkoholgehalt gemessen, probiert, mit Honig nachgezuckert und erst abgezogen, wenn 3 Messungen und Geschmacksproben im Abstand von jeweils 4 Tagen stabil waren. Danach habe ich das Spund volle 20L Gärfass bei ca. 2°C auf den Balkon gestellt und, nach Tests mit einer 200ml Probe im Kühlschrank, 18ml Kieselsol hinzugegeben sowie weitere 1,8g Schwefel. Nach 2 weiteren Tagen konnte ich einen sehr klaren, hell bernsteinfarbenen Met in 750ml Bordeaux Flaschen abfüllen.

Ich habe insgesamt 24 Flaschen abfüllen können sowie ein 500ml Glas etwa zu 3/4, welches ich gleich zur "Belohnung" getrunken habe. Stolz auf mein Werk habe ich ein paar Flaschen im familiären Umfeld und Freundeskreis zum Probieren verschenkt und bisher ein sehr gutes Feedback dazu bekommen. Ich nehme mir davon jedoch nur ein einziges wirklich zu herzen, das von meinem jüngsten Onkel. Er ist reiner Biertrinker und kann mit Wein jeglicher Art so gar nichts anfangen. Seine Worte waren "Du weißt, ich bin reiner Biertrinker, aber die Flasche hätte ich wohl auch alleine leer gemacht. War süffig und lecker." und da denke ich mir, dass ich da doch etwas halbwegs Brauchbares zustande gebracht habe. Es ist zwar vom Rezept her nichts Besonderes, verglichen mit den anderen rezepten, die ich hier so gesehen habe, aber wenn ein reiner Biertrinker meinem Met etwas abgewinnen konnte und sogar meine Oma, die abends eigentlich nur ihr kleines 20cl Gläschen Kruškovac trinkt davon begeistert ist, denke ich, dass ich für den ersten erfolgreichen Versuch schon ein wenig zufrieden sein kann.

Stand jetzt sind noch 7 Flaschen auf Vorrat und ich werde wohl in Kürze einen neuen Ansatz zusammen mischen, eventuell auch zwei, da in 2-3 Monaten die Außentemperaturen noch um 8-10°C betragen sollten und eine Klärung mit Kieselsol relativ problemlos machbar sein sollte.

Der Ansatz ist im Übrigen bei ca. 18,5%Vol. herausgekommen, ist geschmacklich ein wenig süßer als gewollt und hat einen leicht scharfen Beigeschmack, der jedoch nicht störend ist sondern sogar irgendwie angenehm, zumindest für mich. Ich vermute, dass der Beigeschmack vom hohen Alkoholgehalt kommt. Wenn jemand andere Ideen hat, woher das kommen könnte, bitte melden, wäre sehr dankbar darüber.

Pläne für die Zukunft:
Auf jeden Fall ein Upgrade in Sachen Equipment und Zusätze. Mir schmeckt mein Met zwar schon sehr gut (definitiv besser als der Met vom Imker den ich vor 2 Jahren auf dem Mittelalterfest gekauft hatte, der war einfach nur süß ohne wirkliche Fülle oder andere Nuancen), aber da geht auf jeden Fall noch mehr. Da ich nur ein wenig Milchsäure hinzugegeben habe ohne wirklich die Säure einzustellen denke ich, dass der auf jeden Fall ein wenig mehr Säure haben könnte. Als ich die Milchsäure hinzugab, mitten im Gärprozess nach ca. 7Kg Honig, fand ich die Geschmacksprobe doch besser. Man hatte da erst eine erfrischende Säure an der Zungenspitze und erst nach etwa 0,5 Sekunden einen verstärkten Honiggeschmack.

Ich hatte mich mit dem Imker auf dem Mittelaltermarkt sehr gut verstanden, könnte am Nachnamen gelegen haben, da der sehr Familiennah war (würde mich nicht wundern, wenn sich herausstellt, dass das ein entfernter Verwandter ist xD), und will den mal Anschreiben, ob er mir eventuell einen besseren Preis machen könnte bei Abnahme 12,5Kg. Ich will beim nächsten Ansatz auf jeden Fall einen hochwertigeren Honig nehmen. Das beste Angebot habe ich bei einer Großimkerei (Großimkerei Seip aus Butzbach) gefunden, 12,5Kg für rund 107€ für einen flüssigen Blütenhonig aus Sommerblüten. (Seip bietet auch Imker Lehrgänge an, finde ich auch sehr interessant. Werde ich bei gelegenheit wohl auch mal teilnehmen. [Merkt man dass ich Met bevorzuge bzw. das einzige ist dass ich gerne trinke ist? Vielleicht mal ein Desperatos wenn kein Met vorhanden ist...aber grundsätzlich, lieber gar keinen Alkohol wenn keinen Met bekomme xD])

Was ich bereits bestellt habe, ist das "Analyse Kit 2" von Arauner sowie 1Kg Zitronensäure, 1Kg Milchsäute und ein 60L Gärfass sowie ein weiteres 30L Gäfass von Speidel (Auf bitten eines Freundes), um die Säure bei den nächsten Ansätzen wirklich einstellen zu können und um mehr Met auf einmal zu bekommen (Flaschen sind natürlich auch schon neue auf dem Weg, weitere 50 750ml Bordeaux Flaschen von Flaschenbauer, ich konnte von den 12 Verschenkten Flaschen ganze 11 wiederbekommen...eine ist bei der Weihnachtsfeier meiner Hausärztin leider zu bruch gegangen).

Ich liebäugle auch mit einer Pulcino Filteranlage, allerdings schreckt mich der Preis doch ein wenig ab. Und da es wohl 2 verschiedene Ausführungen gibt, einmal mit Messing bzw. Bronze Innereien, die wohl nicht sehr Säureresistent sind, und einmal mit Edelstahl Innereien (Preisunterschied etwa 30-50€) und die meisten Händler nicht wirklich angeben aus welchem Material dasss Schaufelrad bzw. Gehäuse ist, erschwert das die Suche zusätzlich. Und soweit ich das richtig verstehe, ist der Vorteil der Pulcino nur dass ich bei XX%Vol sagen kann "Okay, reicht, hier ist Ende, ich filter jetzt grob, fein, steril und füll ab.", dass ich bei der Klärung nicht so sehr Temperaturabhängig bin wie mit Kieselsol und effektiv mehr von meinem Ansatz behalte, ist das so korrekt oder hat eine Pulcino bzw. eine Filteranlage noch andere Vorteile? (Würde das Geld eigentlich lieber in meinen PC oder eine kleine Airbrush-Ausrüstung für meine RC-Cars investieren, aber wenn die Vorteile für Met mehr sind als dass was ich bereits genannt habe würde ich eher zur Pulcino greifen und die Airbrush-Ausrüstung zurückstellen).

Eventuell einen Kirschmet (Drachenblut) Ansatz wenn die Kirschbäume (Herzkirschen...die einzigen Kirschen die mein Verdauungsapperat verträgt...fragt nicht...) bei meinem Bekannten im Schrebergarten wieder Früchte tragen. Vielleicht auch ein kleines Experiment mit den Nashi-Birnen die er zieht (und ja, ich weiß dass "Nashi" übersetzt "Birne" heißt und die Frucht selbst entsprechend "Birne-Birne" heißt...wer auch immer auf diese "gloreiche" Idee kam -.-), Rhabarber und Erdbeere klingt für mich auch erstmal interessant für einen Met.

Wenn Ihr, in all eurer Weisheit, noch "must haves" habt lasst es mich bitte wissen, ich bin leider mit einer extremen Neugier und Wissbegierde geboren worden. Wenn ich etwas wirklich wissen will nerve ich so lange mit Fragen bis ich weiß was ich wissen will(...eine meiner "Schwächen).

Ich plane diesen Thread fortzusetzen wenn ich den nächsten Ansatz anrühre. Freut euch auf mehr "Wahnsinn" :)

Etwaige Rechtschreib- und Grammatikfehler bitte ich zu entschuldigen, es ist 6:30 Uhr morgens, ich habe noch nicht geschlafen und habe einiges von meinem Met intus :P

Ich hoffe allerdings dass einige von meinen Fehlern lernen können und ihr erster Versuch ein brauchbares Ergebnis liefert.

- Azrael
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Re: Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

Beitrag von Fruchtweinkeller »

OMG WOT 😱
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Re: Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

Beitrag von Azrael »

Ich bin nicht sicher wie ich deinen Post werten soll xD
Was genau hat dich so geschockt?

- Azrael
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Re: Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Ich bin immer bemüht, Fragen in Beiträgen zu suchen die ich ggf. beantworten soll. Auf die schnelle habe ich aber keine gefunden was mich erst mal irritiert hat :mrgreen: Sollte ich welche beim Querlesen übersehen haben: Bitte nochmals herausstellen :engel: ;)
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Re: Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

Beitrag von Bahnwein »

Ein weiterer Vorteil des Filters ist, du kommst normalerweise ohne Schönung aus. Diese funktioniert nicht immer problemlos und kann dadurch auch die Qualität des Weines verschlechtern. Und die Möglichkeit einen lagerstabilen Wein mit gewünschter Restsüße bei geringerem Alkoholgehalt herstellen zu können ist schon super.
Die für uns geeignete Variante ist der Pulcino Oil.
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Re: Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

Beitrag von Azrael »

Fruchtweinkeller hat geschrieben: 23 Januar 2022 09:25 Ich bin immer bemüht, Fragen in Beiträgen zu suchen die ich ggf. beantworten soll. Auf die schnelle habe ich aber keine gefunden was mich erst mal irritiert hat :mrgreen: Sollte ich welche beim Querlesen übersehen haben: Bitte nochmals herausstellen :engel: ;)
Die einzigen Fragen in der Textwand sind bezüglich Filteranlage bzw. Pulcino, wo zu Bahnwein bereits etwas geschrieben hat, da bin ich aber über jede Info dankbar. Die zweite Frage war bezüglich einer geschmacklichen Eigenheit in Form eines leicht scharfen Beigeschmacks, den ich mir laienhaft über den hohen Alkoholgehalt erklärt habe, da bin ich mir aber halt nicht sicher.
Bahnwein hat geschrieben: 23 Januar 2022 09:28 Ein weiterer Vorteil des Filters ist, du kommst normalerweise ohne Schönung aus. Diese funktioniert nicht immer problemlos und kann dadurch auch die Qualität des Weines verschlechtern. Und die Möglichkeit einen lagerstabilen Wein mit gewünschter Restsüße bei geringerem Alkoholgehalt herstellen zu können ist schon super.
Die für uns geeignete Variante ist der Pulcino Oil.
Dass für unsere Zwecke die Pulcino Oil die Richtige ist, habe ich hier im Forum schon gelesen. Mir ist dabei aber aufgefallen, dass es da eben 2 Varianten zu geben scheint. Eine "normale" Oil und eine INOX Variante die preislich etwa 40-50€ auseinander liegen, daher bin ich ein wenig unsicher welche da jetzt die Richtige wäre.
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Re: Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Scharfer Beigeschmack = Womöglich stimmt das "Harmoniedreieck" aus Alkohol/Säure/Restsüße nicht. Ein vernünftiges Säuremanagement scheinst du ja ins Auge gefasst zu haben.

Es gibt den "Pulcino" mit Messinggehäuse und den "Pulcino Oil" mit der rostfreien Inox-Legierung. Letzterer ist der Filter der Wahl.
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Re: Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

Beitrag von Azrael »

Also ich hab gerade nochmal geguckt und sehe 2 Varianten der Pulcino 10.
Die ohne den "Oil" Zusatz, bei der ist als Gehäusematerial "Emaillierter Stahl" angegeben und sonst Messing, die ist also eher nicht gemeint (ca. 162€).
Dann die mit dem "Oil" Zusatz, bei der wird beim Gehäusematerial ebenfalls "Emaillierter Stahl" angegeben und sonst auch Emaillierter Stahl (wird als "NOVAX" betitelt), denke die ist dann gemeint (ca. 168€).
Den "INOX" Zusatz finde ich erst ab der Pulcino 12, die wäre mir dann allerdings doch zu teuer mit rund 313€

Vielleicht gucke ich aber auch einfach nur im falschen Shop.
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Re: Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Novax ist beim Pulcino schon richtig.
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Re: Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

Beitrag von Azrael »

Gut, dann hab ich mich da wohl selbst zu sehr auf das "INOX" konzentriert, die ca. 170€ kann ich dann guten Gewissens beim nächsten Ansatz rechtfertigen, es wird eh nicht "nur" bei dem Nächsten bleiben. Hab quasi schon wieder "Vorbestellungen" von Freunden und Verwandten und muss wohl bei Gelegenheit auf das 60L Gärfass von Speidel aufrüsten.

Wie würde das Filtern dann etwa ablaufen? Grob -> Mittel -> Fein -> Steril? Also 4 Durchgänge insgesamt oder ist es eventuell sogar empfehlenswert, die Filter zu mischen, also zum Beispiel 6 grobe und 4 mittlere Filter in einem Durchgang?

Ach, noch was, Arauner schreibt bei der Zitronensäure, dass ein Wert von 6-7g/L optimal wäre. Sollte ich dann beim nächsten Ansatz auf die goldene Mitte von 6,5g/L zielen?

Zu dem Harmoniedreieck aus Alkohol/Süße/Säure, das könnte sehr gut hinkommen. Ich hatte im zweiten Ansatz die Milchsäure erst mitten drin zugegeben, da war vorher auch schon ein leicht scharfer Beigeschmack vorhanden gewesen, nachdem die Milchsäure drin war und ich am Folgetag noch einmal probiert hatte, war der komplett weg. Dafür hatte ich, wie gesagt, erst eine erfrischende Säure auf der Zunge bevor der Honig wie mit einem Dampfhammer auf die Zunge einschlug. Bei den 20ML die ich dazu gab dürfte der fertige Met wohl bei ca. 0,6-0,7g/L liegen.
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Re: Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

Beitrag von Bahnwein »

Zu den Filterschichten kann man keine eindeutige Antwort geben, da jeder Ansatz sich anders verhält. Das Wichtigste, keine verschiedenen Filterschichten mischen. Die einzelnen Filterplatten werden parallel durchströmt und nicht hintereinander. Ich selber benutze im Regelfall nur fein und steril, da ich den Ansätzen vorher viel Zeit zur Selbstklärung gebe hat das bisher gut funktioniert. Je trüber der Ansatz noch ist, um so gröber muss die erste Filterung sein und um so problematischer kann die Filterei sein. Ich benutze pro 10 Liter meist eine Filterplatte. Das ist eine reine Erfahrungssache, die wird sich bei dir auch einstellen.
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Re: Azraels Met-Tagebücher (Von Fehlschlägen, Erfolgen und künftigen Plänen)

Beitrag von Azrael »

Ach so, gut, ich bin tatsächlich davon ausgegangen, dass die in nacheinander durchströmt werden, aber so kann man natürlich keine Schichten mischen.
Die pro 10L eine Schicht ist aber schonmal eine interessante Info die nebenbei auch noch ein wenig Geld sparen kann, danke dafür.

Ich hab das aber schon richtig verstanden, dass ich mit den Sterilfilterschichten auch vor eigentlichem Gärende sagen kann "Ist jetzt genug Alkohol drin" und so mehr oder weniger den Gärprozess beenden kann, oder?
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