klassischer Met und Pflaumen-Karamell-Met im Vergleich

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wickie
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Re: klassischer Met und Pflaumen-Karamell-Met im Vergleich

Beitrag von wickie » 20 September 2018 08:40

Hey face94 es freut mich das dir mein Rezept zusagt. 8-)

Ich mache es normalerweise mit dem Zucker so:
Zuerst wird überlegt wie viel Alkohol ich haben möchte (immer 1-2% weniger nehmen) und die entsprechende gesamte Zuckermenge ausgerechnet. Dieser Wert wird in 6 Teile aufgeteilt. 3 Teile kommen am Anfang rein, 2 Teile beim ersten nachsüßen und 1 Teil beim zweiten nachsüßen. Am Schluss kommt Zucker nur noch in ganz kleinen Mengen vorsichtig dazu, bis der gewünschte Alkoholwert erreicht ist.
Der Zeitpunkt zum Nachsüßen wird nicht durch die Bläschen bestimmt, sondern durch meine Zunge.
Meine Erfahrung sagt mir, wenn du wartest, bis nichts mehr Blubert, kann die Hefe auch schon größtenteils Tod sein und es nur schwer wieder angäheren. So etwas hatte ich schon mal und da dauerte die Gärung dann ewig.

Geschwefelt wird grundsätzlich immer erst zum Schluss. Der Chef hat mir erklärt, es gibt eigentlich keinen Grund, warum man früher schwefeln sollte. ☝️😑

Das der eine Ansatz länger oder auch langsamer Gärt als der andere liegt anscheinend in der Natur der Hefe begründet. Auch wenn du 2 identische Met ansetzt, können die unterschiedlich schnell vergären. Das ist kein Grund zur Sorge.
Panik darf man erst dann schieben, wenn der Met komisch schmeck oder irgendwie abartig riecht.

face94
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Re: klassischer Met und Pflaumen-Karamell-Met im Vergleich

Beitrag von face94 » 20 September 2018 17:30

Ich zitiere aus dem FWK/Weinfehler:

"Böckser: Hefeböckser

Die oben genannten Gerüche können auch entstehen, wenn der Wein in der Klärungsphase auf dem Hefebodensatz steht. Unbemerkt kann der faulige Geruch äußerst intensiv werden.

Ursachen:

Unsere Nase reagiert sehr empfindlich auf Fäulnisgase wie Schwefelwasserstoff, um uns vor dem Verzehr verdorbenerer Nahrungsmittel zu bewahren. Schwefelwasserstoff entsteht, wenn Biomasse unter Luftabschluss zerfällt. Genau das ist in diesem Fall geschehen: Die Hefe hat sich zersetzt und ist in Fäulnis übergegangen. An diesem Prozess können Bakterien beteiligt sein, insbesondere bei einem niedrigen Alkoholgehalt des Weins. Die sich auflösenden Hefezellen setzen Nährstoffe frei und sind deshalb ein idealer Lebensraum andere Mikroorganismen."

Gerade der Punkt das absterbende Hefezellen unter Luftabschluss zu diesem Fehler führen können, brachte mich zu meiner Überlegung ob dies auch bei lang dauernder Gärung passieren kann. Da die Alkoholgrenze fast erreicht ist verläuft die Gärung am Ende ja deutlich verringert ab und einige Hefezellen beginnen sich zu zersetzen.
Aufgrund der positiven Rückmeldungen, dass das ganz normal ist und halt auch mal so lange dauern kann bin ich jetzt aber die Bedenken los.
Zuletzt geändert von face94 am 20 September 2018 18:11, insgesamt 3-mal geändert.

face94
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Re: klassischer Met und Pflaumen-Karamell-Met im Vergleich

Beitrag von face94 » 20 September 2018 17:42

@wickie
Erstmal vielen Dank fürs Rezept und die Anregungen, die werde ich bei zukünftigen Ansätzen mit einfließen lassen.
Ich glaube mein Tagebuch ist vielleicht etwas missverständlich ausgeführt bzw. interpretiert worden. Die Garaktivität (Blässchenzeit) nutze ich selbstverständlich nicht um den Zeitpunkt fürs nachzuckern zu bestimmen. Da halte ich mich an die Nachzuckermethode und wie du schon gesagt hast an die Zunge (und wenns funktionieren würde an Alkoholmesswerte). Ich nutze diese Zeiten einfach nur um einen Trend feststellen zu können. Würde dann wohl auch ein zweimal die Woche reichen, habs aber nun täglich dokumentiert.
Da ich nun mehrfachen Zuspruch erhalten habe das alles gut ist, werde ich weiterhin vorsichtig nachzuckern und warten bis die Gärung vollends zum erliegen gekommen ist.

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Re: klassischer Met und Pflaumen-Karamell-Met im Vergleich

Beitrag von Fruchtweinkeller » 20 September 2018 22:15

Damit die Böcksergefahr reduziert wird sollst du das Hefesediment ja auch regelmäßig aufschütteln solange die Gärung noch läuft. Zu frühe Schwefelung schafft potentiell Probleme, es steigt auch die Böcksergefahr.
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Re: klassischer Met und Pflaumen-Karamell-Met im Vergleich

Beitrag von face94 » 17 Oktober 2018 13:09

Hallo,
Hier mal ein kleines Update:
Vor genau einer Woche hab ich wirklich keine Gäraktivität mehr feststellen können und deshalb geschwefelt. Ist es normal das beide Ansätze jetzt nochmal ganz sporadisch ein paar mal hintereinander blubbern und dann für den Rest des Tages Ruhe geben?
Hier nochmal ein Bild des Ansatzes mit der Frage ob ich den noch ein wenig stehen lassen soll damit sich alles absetzt (das was zwischen dem 1. und 2. Strich vor sich hint wabert)?
Bild

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Re: klassischer Met und Pflaumen-Karamell-Met im Vergleich

Beitrag von Bahnwein » 17 Oktober 2018 18:04

Mir stellt sich bei dem Foto eine Frage. Bewegt sich das Trübe wirklich oder sind es Ablagerungen auf der im unteren Ballonteil schrägen Glaswand? Da habe ich mich schon mal verguckt.

Blubbern wird zum Beispiel auch durch Temperaturänderungen erzeugt. Wenn es durch Heizungsregelung oder Sonneneinstrahlung wärmer wird und sich vor allem die Luft im Ballon dadurch ausdehnt.wäre eine Möglichkeit.

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Re: klassischer Met und Pflaumen-Karamell-Met im Vergleich

Beitrag von Fruchtweinkeller » 17 Oktober 2018 19:57

Volle Zustimmung zum Vorpost. Da setzt sich Schlunz am Innenrand ab und rutscht dann mehr oder weniger willig nach unten. Man kann den Ballon ganz vorsichtig etwas bewegen oder ruckartig drehen (beides IMMER auf einer weichen Unterlage) damit der Schlunz schneller abrutscht.
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Re: klassischer Met und Pflaumen-Karamell-Met im Vergleich

Beitrag von face94 » 18 Oktober 2018 12:39

Perfekt! Danke für den Tipp. Habe heute Morgen zweimal ruckartig gedreht und jetzt ist alles kompakt am Boden. Werde dann morgen oder übermorgen abziehen je nach Zeit.

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Re: klassischer Met und Pflaumen-Karamell-Met im Vergleich

Beitrag von Bahnwein » 18 Oktober 2018 14:06

Super, weiter viel Spaß.Das Endergebnis von Pflaume Karamell Met interessiert mich auch.

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