Der erste Met

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Rabenau
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Re: Der erste Met

Beitrag von Rabenau » 10 Juli 2018 15:47

So, im Chrome kann ich mich nach wie vor nicht anmelden, jetzt musste halt ein anderer Browser dafür herhalten. ;-)

Letzten Samstag haben wir gemessen und getestet: Es war sämtlicher Zucker vergoren, sprich er schmeckte wie eine Art sehr trockener Weisswein. Restsüsse entsprechend praktisch nicht mehr vorhanden.

Wir haben mit dem Vinometer 3 Messungen gemacht: Alle ergaben 14%. Kein schlechter Wert für zwei Wochen. ;-) Wir haben dann nachgefüttert mit 1.5kg Honig. Man darf ja davon ausgehen, dass 25g Honig pro Liter den Alkoholwert um 1% steigert. Sprich 1kg ist dafür gedacht, die letzten zwei Prozent zu erreichen, da bei der Portweinhefe wohl irgendwann zwischen 15-16% schluss sein wird. Das halbe Kilo um einen Eindruck von der "Restsüsse" zu haben. Nächsten Samstag wird dann wieder probiert. Da jetzt aber der Platz knapp wird, hoffe ich, dass auf die Mathematik verlass ist. Sobald die Gärung dann in 1-2 Wochen ausgesetzt hat, sieht der Plan so aus:

1. Spätestens am 25. Juli abziehen in 2. Gärballon, evt. nachsüssen, falls der Geschmack noch nicht getroffen wurde und dann die Süsse direkt im ganzen Met einstellen mit der 100ml-Methode: 100ml abzapfen, je nach dem ob Honigaroma fehlt oder nur "Süsse" mit Honig oder Zucker 5g-weise hinzugeben, umrühren, paar Tropfen probieren. Sobald die Süsse getroffen ist, dann auf 20l hochrechnen und dies noch beigeben.
2. Nochmal stehen lassen bis am 28./29. Juli
3. 28./29. Juli dann mit Kieselsol und Gelatine klären. FRAGE HIERZU: Man nimmt ja gleich viel Gelatine wie Kieselsol. Sprich, wenn ich 10ml Kieselsol nehme (Sollte wahrscheinlich reichen für 20l), nehme ich auch 10g Gelatine. Kann man hierzu die ganz normale Blattgelatine nehmen, diese schmelzen und mit dem Kieselsol in die Flüssigkeit geben?
4. Am Mittwoch, 1. August dann in die Flaschen abfüllen. Restmenge, die keine Flasche mehr füllt, trinken, den Rest 2-3 Wochen lagern.

Nochmals: Wir schwefeln nicht. ;-) Und das mit purer Absicht. Da wir nicht filtern, hält sich aber der Sauerstoffkontakt in Grenzen. Und in 6 Monaten ist eh alles weg, eher sogar in 3 Monaten (Nicht alles selbstgesoffen). ;-)

Wieso stehen da schon Daten? Ganz einfach: Am 3. August fliegen wir für zwei Wochen nach New York, bis dahin sollte es fertig sein. Aber da habe ich keine Bedenken, da die Gärung bis jetzt so super läuft.

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Chesten
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Re: Der erste Met

Beitrag von Chesten » 10 Juli 2018 16:05

Ich bezweifle dass sich dein Met an deinen Zeitplan hält ! Da du auch schon sehr großzügig nachgezuckerst hast !

Je mehr Prozente ein Wein hat desto länger dauert die restliche Gärung !

Wenn , ich wiederhole wenn die Gärung fertig ist zu deinem Zeitpunkt dem du dir vorgestellst kannst du deinen Met vom der Hefe abziehen, schwefeln und dann erstmal lagern. Du brauchst dir da keinen Stress zu machen ! Je klarer dein Met ist desto besser wird die Schönung ablaufen.
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
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Re: Der erste Met

Beitrag von Fruchtweinkeller » 10 Juli 2018 21:04

Richtig. Und ein Wein wird idealerweise geschönt wenn die Selbstklärung bereits Erfolge gezeigt hat. Bei gemischten Schönungen wird sinnvollerweise immer hintereinander geklärt, und sinnvollerweise wird genau so viel Schönungsmittel verwendet wie man bei Vorversuchen als hinreichend erwiesen hat.
Und ja, Blattgelatine kann man verwenden. Aber nicht in dieser Dosierung, keine Ahnung wo du das her hast. Jedenfalls nicht vom Honigweinkeller.
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Re: Der erste Met

Beitrag von Rabenau » 11 Juli 2018 15:03

Also gut, wir werden demnach trotzdem schwefeln. Wàre mir dann wirklich zu schade, wenn die 20 Liter für "n'Arsch" wären, weil er Schäden davonträgt.

Also, für mich nochmals zum Verständnis:

1. Sobald keine Gärung mehr stattfindet den Met abziehen und schwefeln (1g Kaliumpyrosulfit pro 10l).
2. Nachsüssen bis persönliche Süsse erreicht ist.
3. Met dann stehen lassen, bis er sich ein wenig geklärt hat und um sicher zu gehen, dass keine Gärung mehr stattfindet.
4. Mit Kieselsol schönen.
5. Falls noch Trübstoffe da sind, mit Gelatine schönen (Geht auch mit Blattgelatine, 1g auf 100ml Wasser, davon dann beispielsweise 10ml, habe jetzt aber direkt fertige Gelatine-Lösung bestellt)
6. Dann nochmals abziehen vom Trub und ab in die Flaschen.


Meine Frage. Nehmen wir an dass die Gärung noch läuft bis wir in die Ferien fliegen: Passiert dem Met etwas, wenn nehmen wir an zwei Tage nach dem wir in den Urlaub geflogen sind, die Gärung durch ist und er dann noch so 10/12 Tage auf der Hefe liegt?


Ach ja, beim Abziehen unter 1. würden wir natürlich noch sieben, um die Apfelstücke rauszubekommen. ;-)

Ach ja, für den zweiten Ansatz sind bereits Acidometer und alle Materialien in grossen Mengen (Auch Milchsäure und Zitronensäure) bestellt, damit es eine zeitlang reicht. Scheinbar haben wir aber beim ersten vieles richtig gemacht, ich habe ja ohne Acidometer einfach mal 63g Milchsäure in den 20l Ansatz gegeben. Und die Äpfel haben wir per Pürierstab nicht komplett zermantscht aber zerkleinert. Und der Ansatz gärt ja ziemlich. Nach 6 Tagen 12% (Abzug des Zuckers) mit wenig Restsüsse, dann 1kg nachgesüsst und nach total 14 Tagen waren es bereits 14% und der Zucker war restlos vergoren. Scheint nicht schlecht getroffen zu sein, wir möchten uns aber natürlich mit jedem Mal steigern. Auch eine Filteranlage wird es irgendwann geben. ;-)

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Re: Der erste Met

Beitrag von Igzorn » 11 Juli 2018 15:32

Du musst die Restsüße direkt vorm Filtern einstellen. Alles andere ist sinnlos. Die Gärung beginnt ja sofort wieder, selbst schwefeln schützt da nicht.
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr. ... Rechtschreibfehler kommen alle durch dem Handy...

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Re: Der erste Met

Beitrag von Rabenau » 11 Juli 2018 15:42

@Igzorn: Genau, ich zitiere mich selber: "1. Sobald keine Gärung mehr stattfindet den Met abziehen und schwefeln (1g Kaliumpyrosulfit pro 10l)." ;-)


Diesen Schritt mache ich, wenn die Hefe ihren Alkoholtoleranzwert erreicht hat und nachdem ich ihn von der Hefe abgezogen habe. Von daher gehe ich nicht davon aus, dass das Nachsüssen dann noch ein Problem ist, wenn die Alkoholtoleranzgrenze erreicht ist und der Met vom grössten Teil der Hefe abgezogen ist. Lasse mich da aber überraschen. Eine Filteranlage gibt es irgendwann einmal, kann in 6 Monaten sein oder in 6 Jahren, je nach dem wie sich das Hobby so entwickelt. Dies ist ja aber auch nicht essentiell. Bis dahin wird geschönt.

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Re: Der erste Met

Beitrag von Chesten » 11 Juli 2018 18:51

Wenn die Alkoholtoleranzgrenze der Hefe sicher erreicht wurde !
Mit einfach Zucker/Honig reinhauen und sagen so jetzt ist fertig ist das nicht getan !
An diese Grenze muss man sich herantasten !
Ich finde du machst dir viel zu viel Stress wegen deinem Urlaub !
Ich wage zu bezweifeln das sich dein Met an deine Zeitplan hält , ich kann es nur wiederholen !
So schnell verdirbt ein Wein innerhalb der Gärung nicht auch wenn man immer wieder Horrorgeschichen im Internet liest.
Ich sage dir tue dir die Ruhe an dann wird dein Met halt eben erst nach dem Urlaub fertig , wäre das dann schlimm ?
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

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Re: Der erste Met

Beitrag von Igzorn » 11 Juli 2018 20:04

Ach hab ich falsch gelesen.
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr. ... Rechtschreibfehler kommen alle durch dem Handy...

Rabenau
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Re: Der erste Met

Beitrag von Rabenau » 12 Juli 2018 08:52

Chesten hat geschrieben:
11 Juli 2018 18:51
Wenn die Alkoholtoleranzgrenze der Hefe sicher erreicht wurde !
Mit einfach Zucker/Honig reinhauen und sagen so jetzt ist fertig ist das nicht getan !
An diese Grenze muss man sich herantasten !
Ich finde du machst dir viel zu viel Stress wegen deinem Urlaub !
Ich wage zu bezweifeln das sich dein Met an deine Zeitplan hält , ich kann es nur wiederholen !
So schnell verdirbt ein Wein innerhalb der Gärung nicht auch wenn man immer wieder Horrorgeschichen im Internet liest.
Ich sage dir tue dir die Ruhe an dann wird dein Met halt eben erst nach dem Urlaub fertig , wäre das dann schlimm ?
Das mit dem "herantasten" ist mir klar. Und auch, dass ich noch viel lernen muss. Aber eben: Es ist der erste Met und da sitzt man irgendwie wie auf Nadeln. Mit jeder weiteren Charge wird das ganze entspannter sein.

Wenn ihr eh sagt, dass dies auch kein Problem wäre, selbst wenn ein Tag nach Abflug der Met nicht mehr gärt und er dann zwei Wochen steht, dann glaube ich euch das und werde ihn somit stehen lassen, wenn die Gärung noch laufen sollte.

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Re: Der erste Met

Beitrag von Igzorn » 13 Juli 2018 15:29

Wenn genug Alkohol erreicht ist, dann passiert nichts schlimmes.
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr. ... Rechtschreibfehler kommen alle durch dem Handy...

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Re: Der erste Met

Beitrag von Rabenau » 16 Juli 2018 07:49

So, die Gärung ist jetzt sehr langsam. Eine Messung hat das dann auch gezeigt: Er hat etwas zwischen 15 bis 16% erreicht. Und das in drei Wochen. ;-) Gut, der Standort ist natürlich sehr perfekt. Es ist kein Wohnraum sondern ein ehemaliger Schweinestall, der nicht mehr genutzt wird: Es ist da konstant zwischen 18-20 Grad, es ist weder zu dunkel noch zu hell, es gibt keine Temperaturschwankungen usw. Unglaublich! Er schmeckt auch gut. Man schmeckt noch eine Säure, sprich eine stärkere Säure als bei den gekauften Produkten, aber nicht störend. Und, da der Trub noch schwimmt, natürlich sehr hefig und apfelmässig. Aber auch das wird sich ja noch geben, wenn dann der Trub mal weg ist. Aber es schmeckt sogar schon sehr gut, man merkt ihm aber seien "Umdrehungen" schon an. :-)

Da die Gärung nun langsam aussetzt, er aber noch Restsüsse hat, lassen wir jetzt den Trub setzen, zuckern nichts mehr nach, ziehen dann ab, lassen ihn wieder stehen.

Lustig ist, man kann sich nicht vorstellen, dass diese trübe Masse, die aussieht wie naturtrüber Apfelsaft, irgendwann mal einigermassen klar werden sollte. :-) Ist ein super Projekt, sehr spannend, was da alles abgeht. Und wenn das Resultat einigermassen stimmt, sind wir zufrieden, dann kann sauber nachjustiert werden für die nächste Charge. Ein Acidometer beispielsweise ist jetzt bereits in unserem Besitz. Das wir die Säure wohl ziemlich perfekt getroffen haben, war pures Glück. :-)

Igzorn
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Re: Der erste Met

Beitrag von Igzorn » 16 Juli 2018 08:07

Glückwunsch - klingt gut.
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr. ... Rechtschreibfehler kommen alle durch dem Handy...

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