Dann wollen wir mal...

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kleinerEisbär
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Dann wollen wir mal...

Beitrag von kleinerEisbär » 27 Juni 2020 21:17

... den ersten eigenen Met machen.

Nachdem ich mich also sowohl mit meinem Büchlein, als auch mit dem HWK und FWK schlau gemacht hatte und die passenden Gerätschaften gekauft waren, war die Überlegung was darf es für den Anfang sein. :hmm:

Erstmal ein Basismet, um nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Und erstmal nur 5L. Falls doch weggeschüttet werden muss, ist der Verlust nicht so hoch.

Also das Basismet-Rezept vom HWK genommen und alle Angaben (des 20L Ansatzes) durch 4 geteilt und ein wenig angepasst. Klingt erstmal ganz gut. Zum Ausprobieren, muss es auch nicht direkt der gute Honig vom Imker sein, man ist ja doch irgendwo ein armer Student :mrgreen:

In meinen Metansatz vom 05.06.2020 sind folgendes reingewandert:
  • 1,5kg Honig (Blütenhonig vom Discounter)
  • 1L Apfelsaft
  • Hefenährsalz, Antigel, Tannin
  • Portweinhefe
Der Rest wurde mit destilliertem Wasser auf 5L aufgefüllt.

Bei der anschließenden Messung des Säuregehalts, hat mir das Acidometer ganz schön Kopfzerbrechen bereitet.
Die erste Messung ergab einen Wert zwischen 1 und 1,5g/L. So weit so gut. Mit der Formel vom FWK habe ich dann errechnet, dass 17,5ml Milchsäure (habe leider die Skala vom Messzylinder falsch abgelesen und wahrscheinlich nur 15ml zugetan) und 10g Zitronensäure den Wert auf etwa 6,5g/L erhöhen sollten.

An dieser Stelle darf ich gerne korrigiert werden, wenn meine Rechnung falsch war. Das Acidometer zeigte danach auf jeden Fall einen Wert jenseits von 10g/L an, was mich doch sehr verwundert hat.

Da ich nicht feststellen konnte, wo der Fehler liegt, habe ich dann die (rehydrierte) Hefe zugegeben und auf das Beste gehofft.
Und tatsächlich hat bereits nach etwa 12 Stunden die Gärung eingesetzt und nach ca. 36 Stunden die Hauptgärung. Die Gärung verlief dann einige Tage recht stark und ließ dann nach 7 Tagen etwas nach. Die Hefe war aber immer noch recht aktiv.

Am 23.06.2020 war es dann an der Zeit für die erste Probeentnahme:
Der Geschmackstest hat eine deutliche Restsüße offenbart, weshalb ich dann auch nicht nachgesüßt habe. Insgesamt schmeckt der Met aber schon ganz gut.
Das Vinometer zeigte mir 15%vol. an. Diesen Wert habe ich direkt als nicht aussagekräftig eingestuft. Zum einen war noch zu viel Zucker im Ansatz und da ich den Wein vorher nicht geschüttelt habe, war auch noch recht viel Kohlensäure darin gebunden. Das hat die Messung vermutlich verfälscht.

Die Gärung verläuft auch immer noch unverändert stark ab, also nicht so stark wie am Anfang, aber doch merklich.
Kann es am Fehlen von Trübstoffen liegen, dass die Gärung so "langsam" verläuft? Ich habe mich bewusst gegen mehr Apfelsaft und zusätzliche Apfelstücke oder Rosinen entschieden, der Einfachheit wegen.

Soweit erstmal von meinem Metansatz. Montag oder Dienstag werde ich dann die zweite Probe nehmen ich bin schon gespannt.

LG der kleine Eisbär

Honkman
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Re: Dann wollen wir mal...

Beitrag von Honkman » 27 Juni 2020 22:09

solange dein met ne ordentliche restsüße hat is vinometer sehr ungenau. wie ist dein erechneter alkgehalt nach der vollständigen vergärung vom zucker?

hatte schon gärungen die nach 4 wochen durch waren und jetzt hab ich ne met gärung die nach 2 monaten nicht fertig werden will ist sehr unterschiedlich immer

Honkman
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Re: Dann wollen wir mal...

Beitrag von Honkman » 27 Juni 2020 22:20

ich hab grad nachgerechnet bei 1,5 kg honig hast du ca 1,23kg und apfelsaft 110g zucker was insgesamt ca 13% ergibt evtl bisschen viel fürn anfang
und die säure von 10 is auch bisschen viel nach HWK denke da sollten mal die alten hasen was dazu sagen für mich sieht nicht unrettbar aus nur nach bisschen nachjustieren

kleinerEisbär
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Re: Dann wollen wir mal...

Beitrag von kleinerEisbär » 28 Juni 2020 14:16

Honkman hat geschrieben:
27 Juni 2020 22:20
ich hab grad nachgerechnet bei 1,5 kg honig hast du ca 1,23kg und apfelsaft 110g zucker was insgesamt ca 13% ergibt evtl bisschen viel fürn anfang
So hatte ich gar nicht gerechnet. Klingt aber sinnvoll, werde ich mir auf jeden Fall für den nächsten Ansatz merken. Wie viel Zucker sollte denn idealerweise am Anfang enthalten sein?
Honkman hat geschrieben:
27 Juni 2020 22:20
die säure von 10 is auch bisschen viel nach HWK denke da sollten mal die alten hasen was dazu sagen für mich sieht nicht unrettbar aus nur nach bisschen nachjustieren
Ich glaube nicht, dass da wirklich so viel Säure drin ist. Eher glaube ich, dass ich mit dem Acidometer mist gebaut habe. Kann vielleicht jemand meine Rechnung zum Säuregehalt mal überprüfen?
Ich habe angenommen, dass die Zitronensäure 100%ige ist, also 1g Säure den Säuregahlt um 1g/L erhöht. Bei 10g und 5L sollten das ja dann eigentlich 2g/L sein, oder? Plus die Milchsäure (etwa 15ml) sind nochmal 2g/L laut Tabelle.

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Re: Dann wollen wir mal...

Beitrag von Fruchtweinkeller » 28 Juni 2020 21:40

Die Säurerechnung ist schon iO, aber der gemessene Anfangswert ist niedrig und könnte daher fehlerbehaftet sein. Du kannst natürlich nach der Säurezugabe einfach nochmal messen ;) Spare ich mir ehrlich gesagt in der Regel...
Ansonsten: Jo, eher zu wenig als zu viel Zucker zugeben beim Gärstart. Ich starte bei so kleinen Ansätzen gerne mit max. 1 kg Honig plus dem Zucker dem A-Saft. Das heißt jetzt nicht automatisch dass du zu viel Zucker im Ansatz hast, hängt ja auch von der Hefe ab.
90% of everything is crap... Except crap. 100% of crap is crap.
(Too much coffee man)

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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