Versuch eines Weihnachtlichen Mets

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Stephan_Hartl
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Versuch eines Weihnachtlichen Mets

Beitrag von Stephan_Hartl » 22 Juli 2018 20:06

Servus zusammen,

Der Plan war, einen Met anzusetzen, der für Weihnachten ein paar winterliche Aromen mitbringt, Zimt, Sternanais, Nelken usw. Das, was ich eben auch in meinen Glühwein gebe.

Bisher passierte folgendes: Für einen Ansatz von 4 Litern verwendete ich als Gewürze:
* 15 Nelken
* 5 Zimtstangen
* 2 Sternanis
* 0,5 TL Kaffeepulver

Ansonsten noch 1,14 Kilo, davon 0,5 Kilo Waldhonig, Rest Blütenhonig und 3,2 Liter Wasser. Die Gewürze habe ich in Wasser aufgekocht und ziehen lassen. Dann das Ganze mit dem Honig und dem restl. Wasser vermischt. Berechneterweise sollten es 12 Vol% Alkohol geben, die gemessenen 92 Grad Oechsle gaben dieselbe Richtung vor. Die Säuremessung ergab nur 1 Promille, so daß ich mit 14,5 Gramm Zitronensäure aufgesäuert habe. Das reichte zwar nach Rechnung nicht für meine gewünschten 6 Promille, aber mehr hatte ich nicht im Haus und Aufsäuern kann ich ja später auch noch.

Am 04.07. startete ich das Ganze. Am 09.08. hatte ich einen leichten Geruch nach gekochten Eiern, weswegen ich nochmal Nährsalz zugab, sowie zur Aromatisierung die Schale (ohne das weiße Zeug) einer Orange. Am 15.07. ließ die Gäraktivität schon sehr deutlich nach, am 16. konnte ich keine mehr erkennen. Ich ließ den Ballon in Ruhe, damit sich die Hefe absetzen konnte.

Heute habe ich dann von der Hefe abgezogen. Erster Geschmackstest: Gar nicht mal schlecht, aber nichts von dem, was ich erwartet habe. Die Orange ist sehr deutlich, vom Honig schmeckt man genausowenig, wie von den Gewürzen. Die Säure kam mir geschmacklich hoch vor, aber gut, war ja auch noch nicht gezuckert. Die Mostwaage ergab 7 Grad Oechsle, also so gut wie durchgegoren, paßt also. Die Säuremessung ergab 6 Promille. Wo kommen die denn her? So viel habe ich doch gar nicht zugesetzt? Und das Schätzeisen ergab Werte zwischen 11 und 18 Vol% Alkohol. Messung also unbrauchbar.

Um erst mal auf 80 gr/ltr Zucker zu kommen, habe ich entsprechend mit Zucker gesüßt. Auch anschließens ließ sich kein Honigaroma erschmecken. Zum Aromatisieren kamen jetzt nochmal 2 Zimtstangen, 10 Nelken und 1 Sternanis rein. Und um der Oxidation vorzubeugen, habe ich mit 0,4 gr geschwefelt.

Und was soll ich sagen: Der Hefestamm scheint sehr zäh zu sein: Eine Woche ohne sichtbare Gärtätigkeit und kaum gibts Zucker ... Eine halbe Stunde später setzte die Gärung wieder ein. Damit habe ich jetzt nicht gerechnet. Ich schau mal, wie das weiter geht.

Viele Grüße,
Stephan

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Re: Versuch eines Weihnachtlichen Mets

Beitrag von Fruchtweinkeller » 22 Juli 2018 20:31

Sehr schön gezeigt: Zucker wirkt als Geschmacksverstärker.
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Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

Stephan_Hartl
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Re: Versuch eines Weihnachtlichen Mets

Beitrag von Stephan_Hartl » 22 Juli 2018 20:33

Hier leider nicht gezeigt: Den Honig schmeckte ich vor dem Zuckern so wenig, wie nachher. Aber ich will mit der Süße eh noch etwas rauf, da nehme ich dann Honig. Ich habe nur mit Zucker angefangen, um zu sehen, ob das Ding nochmal zu gären beginnt.

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Re: Versuch eines Weihnachtlichen Mets

Beitrag von Fruchtweinkeller » 22 Juli 2018 20:49

:oops: Ups, da habe ich ein kleines Wörtchen überlesen, sorry :oops:
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Re: Versuch eines Weihnachtlichen Mets

Beitrag von Stephan_Hartl » 05 August 2018 19:48

Servus zusammen,

mal eine kurze Zwischenmeldung von der heutigen Verkostung: Langsam wirds. Die Orange geht in den Hintergrund, Säure und Süße sind geschmacklich ok, allerdings brauchen die Gewürze noch etwas Zeit, um Aroma abzugeben.

Viele Grüße,
Stephan

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Re: Versuch eines Weihnachtlichen Mets

Beitrag von Stephan_Hartl » 03 Oktober 2018 17:17

Hallo, zusammen,

der Vollständigkeit halber: Ich habe den Wein dann am 13.09. steril gefiltert und auf Flaschen gezogen. 14% Alk. sind's geworden. Das Filtern hat dann doch einige Aromen rausgenommen, aber er war immer noch lecker, so daß ich mittlerweile nochmal 4,5 Liter angesetzt habe (man braucht ja Weihnachtsgeschenke).

Viele Grüße,
Stephan

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Re: Versuch eines Weihnachtlichen Mets

Beitrag von Fruchtweinkeller » 03 Oktober 2018 23:11

Vielleicht war das nur der Filterschock: Würde mich nicht wundern wenn der Wein nach etwas Ruhe wieder aromatischer schmeckt.
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Re: Versuch eines Weihnachtlichen Mets

Beitrag von Stephan_Hartl » 05 Januar 2019 18:10

Servus,

hattest recht ;-) Jetzt ist er wirklich gut

Viele Grüße,
Stephan

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wickie
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Re: Versuch eines Weihnachtlichen Mets

Beitrag von wickie » 08 Januar 2019 15:12

Ach ja, die typischen Anfänger Fehler. Ungeduldig sein und den Wein vorverurteilen. :lol:

Ich finde Geduld ist gerade in den Anfängen schwer aufzubringen, da man ja den Wein unbedingt kosten will und vielleicht noch mit Freunden teilen.

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Re: Versuch eines Weihnachtlichen Mets

Beitrag von Stephan_Hartl » 08 Januar 2019 17:37

Servus,

in diesem Fall ging's eher darum, festzustellen, ob er was taugt, damit ich für Weihnachten nochmal was ansetzen kann, was auch noch fertig wird ;-) Hat aber eh nicht geklappt, der zweite Ansatz blubbert deutlich länger vor sich hin, als gedacht.Ist immer noch nicht fertig

Viele Grüße,
Stephan

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