Erst schimmel, dann starter, dann verhaltene gärung...

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Brudi
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Erst schimmel, dann starter, dann verhaltene gärung...

Beitrag von Brudi » 02 Januar 2005 13:40

Wir haben Met mit Nährsalz, Weinhefe, Milchsäure und Apfelstückchen angesetzt. Als er nach einigen Tagen nicht gegärt hat und die Apfelstücke angefangen haben zu schimmeln, haben wir ihn nocheinmal geöffnet und die groben Stücke rausgefiltert.
Wir hatten am anfang vergessen unsere Weinhefe richtig anzusetzen (also kein Gärstarter), also haben wir zusätzlich nocheinmal angesetzte Hefe hinzugefügt. Am anfang hat es auch wunderbar gegärt, nur jetzt tut sich seltsamerweise garnichtsmehr, nur wenn man ganz genau hinschaut sieht man noch Blässchen aufsteigen. Wir haben den Met in einen beheizten Raum gelagert. Ist das normal, oder was machen wir falsch ?

Schimmeln kann der Met jetzt ja wohl nicht mehr..die Luft sollte schon draussen sein.. aber schafft es die Hefe noch und beginnt richtig zu arbeiten ?
Es ist Vierka SherryHefe.

Mfg Brudi

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Beitrag von christoph » 02 Januar 2005 13:49

Kleine Ergänzung:
Das ist jetzt ca 2 Wochen her, nachdem sich nach ca 4 Tagen Schimmel gebildet hatte, hat er mit dem Gärstarter, der allerdings auch nur ein kleiner angesetzter Met nach etwa gleichem Rezept war, etwa einen Tag lang recht stark gegärt. Seitdem gärt er fast garnicht mehr.
Wir haben eine Flüssighefe verwendet, liegt es vielleicht an der?

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 02 Januar 2005 15:13

Hallo,

poste doch bitte das genaue Rezept. Besonsers interessiert mich, wie der Apfel zerkleinert wurde und ob Kohlendioxid austritt, wenn der Ansatz geschüttelt wird, und wie stark der Schimmelbefall war. Schimmel können sehr giftige Substanzen produzieren, die im Wein verbleiben, auch wenn der Schimmel nicht weiter wächst. Schau zu diesem Thema mal in diese Threads:

www.foren.de/system/thread-meinhonigwei ... 67322.html

www.foren.de/system/thread-2ansatzwilla ... 29916.html

Hast Du den Alkoholgehalt schon gemessen?
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Beitrag von Brudi » 02 Januar 2005 16:00

ok..der ansatz besteht aus:

6kg honig
0,5l traubensaft
1 Apfel (mit küchenmaschine zermanscht)
14l wasser
3tl vierka sherry hefe
80g milchsäure
10-20g nährsalz

und noch anis,nelken,ingwer+zimt.

den schimmel habe ich selber nie gesehen, steht bei nem freund ( ;) ...ich sag ihm er soll das mal hier rein schreiben !

alk-gehalt ham wir nich gemessen... geht das denn so einfach ? und nach 2 wochen dürfte die gärung ja auch noch nicht fertig sein denke ich...

MFG Brudi

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Beitrag von fibroin » 02 Januar 2005 16:22

Hallo Brudi,
Das ist das Standardrezept für Met. Hier im Forum haben wir herausgearbetet, dass es besser ist etwas weniger Honig zum Angären zu nehmen und den Rest später zuzufügen. Ich würde in deinem Fall nur 4 kg Honig genommen haben und wenn die Gärung ruhiger würde, den restlichen Honig beigefügt. Das fürs nächste mal.

Die Gefährlichkeit des Schimmels ist eine andere Sache. Wenn es wirklich Schimmel war, hätte ich Schwierigkeiten mit dem Met. Probier mal einen winzigen Schluck, wenn der nicht nach frischem Wein schmeckt, ist es besser alles wegzutun. Es kann aber auch sein, dass Hefe, wenn sie anfängt zu gären einige weiße Flocken auf der Oberfläche bildet, das ist natürlich ungefährlich. Die Entscheidung was zu tun ist, die liegt jatzt bei dir oder deinem Freund :schlecht:

Es kann sein, dass der Met nach 14 Tagen so weit vergoren ist, das die Gärung merkbar langsamer wird. Probier mal, wenn er trocken ist, wirds so sein. Dann mit der Nachzuckermethode weiter. (Siehe HP unter Zucker) 8-)

Hoffentlich hilft dir das weiter :(

Fibroin
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Beitrag von christoph » 02 Januar 2005 16:44

Wir haben den Apfel fast zu Mus zerkleinert bevor wir ihn eingefüllt haben. Der Schimmel war eindeutig nur auf den Apfelstückchen die an der Oberfläche geschwommen sind, teilweise auch Grünschimmel (fast Pfenniggroß ;) . Bei Schimmel ist das halt sone Sache, meint ihr der ist auch auf den Met übergegangen? Ich hab den Met gleich als ich es gesehn hab nochmal gefiltert, jetzt sind nurnoch einige ganz kleine Apfelstücke drin, Schimmel kann ich keinen erkennen.

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Beitrag von christoph » 02 Januar 2005 16:54

Habs grad mal getestet: Wenn man ihn schüttelt tritt kein, oder nicht merklich CO2 aus.

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Beitrag von Antiquark » 02 Januar 2005 17:04

also allein des schimmels und den daraus resultierenden Mykotoxinen würde ich das zeug schon wegschütten.....Schimmelgifte sind nicht gerade ungefährlich......
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Beitrag von Brudi » 02 Januar 2005 17:14

aber es haben ja wohl wirklich nur die apfelstücke geschimmelt..und die sind draussen !

ausserdem... hat es schon mal jemandem geschadet wenn er aus Versehen ein stück verschimmetes Brot gegessen hat ?! sind ja nich aus zucker... ;)


haltet ihr es für sinnvoll nochmal einen Gärstarter zu machen und den reinzukippen ?

MFG Brudi

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Beitrag von Antiquark » 02 Januar 2005 17:51

nur die apfelstücke......wenn ich mal laienhaft zum thema schimmelpilze äußern darf...

der schimmel ist nicht nur das was man oben sieht.....wenn es soweit kommt, dass man ihn sieht hat sich der schimmel schon sehr weit ausgebreitet....da werden bestimmt auch einige fäden in eurer brühe herumschwimmen......

ich meine, ihr wollt es trinken und wenn ihr meinst es so zu konsumieren.....ich hab meinen teil gesagt und kann nun nichtmehr wegen unterlassung irgend einer art belangt werden.....
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Beitrag von Fruchtweinkeller » 02 Januar 2005 18:04

Grüssle,

zunächst zum Schimmel: Ich würe es wegschütten. Offensichtlich hat die Gärung nicht vernünftig eingesetzt, und der Schimmel konnte die ganze Zeit ungehindert wachsen. Pilzfäden können im gesamten Weinansatz unerkannt herumschwimmen, auch wenn das gröbste entfernt wurde (was ich auch in den zitierten Postings bereits gesagte hatte). Ich hab mal aus dem Tetrapack einen veschimmelten Orangensaft gekostet, gestorben bin ich zwar nicht, aber lecker war es auch nicht gerade. Viele Schimmelgifte sind übrigens nicht aktut giftig, sondern "nur" krebserregend. Bon appetit.
Am Rezept fallen mir mehrere Sachen auf. Schau mal in die Honigwein-FAQ, sind alle Punkte genau erklärt. Also das nächste mal:

-viel weniger Honig beim Gärstart (2 kg auf 10 l)
-weniger Hefenährsalz (ein wenig hilft viel, aber viel hilft nicht besser, könnte irgendwann aber "salzig" schmecken)
-viel mehr Frucht/Apfel (bringt Trübstoffe, Säure und viele essentielle Vitamine und Spurenelemente)

kurz gesagt: folge einfach dem Basisrezept in der FAQ unter besonderen Berücksichtigung der Punkte "Nachzuckern" und "Säure". Und schau Dir mal das Kapitel "Analytik" an zum Thema Alkoholbestimmung. Mach unbedingt einen Gärstarter. Siehe auch z.B. hier:

www.foren.de/system/thread-qualitaetvon ... 89319.html

Ups, Antiquark war schneller. Gutes Posting zum Thema Schimmel ;)
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Beitrag von Brudi » 02 Januar 2005 18:08

ok, du bist ausm schneider 8-)

ja ich weis.. den eigentlichen schimmelpilz sieht man ja gar nich...
aber ich schätze wenn man ihn nur auf apfelstücken gesehen hat dann war auch nur in den äpfeln.

naja, noch jemand ne idee um die gärung wieder in gang zu bringen ?

Mfg Brudi

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