Große Unsicherheit beim ersten Met!

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Akolyth
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Große Unsicherheit beim ersten Met!

Beitrag von Akolyth » 03 Januar 2020 21:20

Hallo Leute,
ich bin grade neu hier, habe einige Threads gelesen aber nicht so richtig eine Antwort gefunden. Ich habe am 23.12. einen Met angesetzt (2,5 Liter naturtrüben Apfelsaft, 2,5 Kilo Blütenhonig, 5,5 gr. Universal Reinzuchthefe von Kitzinger, 6 gr. Hefenährsalz, 5 gr. Zitronensäure und dann auf 10 Liter mit Wasser aufgefüllt). Die Gärung ging fix los, lief alles nach Plan. Letzten Sonntag (29.12.) hatte ich laut Vinometer und einigen Messungen ca. 12% Alkohol und eine kaum schmeckbare Restsüße. Habe dann mit 1,5 Kilo Blütenhonig nachgesüßt. Die Gärung lief dann immer langsamer und ist jetzt fast zum Erliegen gekommen, d.h. es blubbert nur noch alle 2-3 Minuten Mal. Die Restsüße ist jetzt grade noch stark da, d.h. wenn der fertige Met so süß wäre wie jetzt, wäre es perfekt. Der Alkoholgehalt liegt bei 15%. Was muss ich nun tun? Laut Rezept hätte ich noch mindestens ein Mal mit nem Kilo nachsüßen müssen, und in dem 12 Liter Speidelfass sind jetzt auch nur knapp 11 Liter drin. Es ist noch etwas Co2 vorhanden, aber er schmeckt nicht mehr wie Federweißer und ist auch auf der Zunge nur ganz wenig spritzig. Ist die Gärung jetzt nach so kurzer Zeit schon vorbei, oder geht das jetzt nochmal wieder los?

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Re: Große Unsicherheit beim ersten Met!

Beitrag von Bahnwein » 04 Januar 2020 08:28

Wenn man grob die Zuckermenge ausrechnet kommen ca 300g vom Apfelsaft und 4kg x 0,8 = 3,2kg vom Honig. Gesamt also 3,5 kg Zucker in 11 Liter, oder 320 g/l Zucker. (Alles nur überschlagsweise ohne Taschenrechner) Da gut 20 g/l für 1% Alkohol gebraucht werden kommt dein Ansatz auf ca 15 -16%.
Ich kenne die Alkoholtoleranzgrenze deiner Hefe nicht, aber die könnte so langsam an ihr Arbeitsende kommen. Da du aber noch deutliche Restsüße schmeckst und Vinometer auch nur Schätzeisen sind, nehme ich an das dein Alkoholgehalt noch niedriger ist als 15%.
Es ist normal, das die Gärungsgeschwindigkeit bei höherem Alkoholgehalt nachlässt und alle 2-3 Minuten ist noch ganz ordentlich.
Also schön weiter täglich schwenken und ruhig bleiben.

Nicht optimal war dein Vorgehen beim Nachzuckern. Ich hätte dieses in kleineren Schritten getan. Es könnte sein, das deine Hefe jetzt gestresst ist und ein wenig zickt. Dann zieht sich alles in die Länge. Aber auch dann weiter schwenken. Die Gärung ist erst dann vorbei, wenn die Restsüße über mindestens zwei Wochen stabil ist.

Die wichtigste Frage am Schluss, kennst du den Fruchtweinkeller und den Honigweinkeller, die Homepages zum Forum? Dort ist alles super erklärt, viel zum nachlesen, aber es lohnt sich.
Weiterhin viel Spaß mit deinen Ansätzen und dem Forum.

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Re: Große Unsicherheit beim ersten Met!

Beitrag von Fruchtweinkeller » 04 Januar 2020 18:19

Danke Bahnwein, dem ist nichts hinzuzufügen. Ich vermute dass der Zucker sogar für etwas mehr Alkohol reichen könnte.

Es ist möglich dass du dir dank diese "tollen" Rezepts eine Gärstockung eingefangen hast. Was sagt eigentlich der Rezeptautor zu deinem Problem? So oder so: Schau dir mal auf der Homepage das Kapitel "Zucker" an, dort ist beschrieben wie man Gärungen bei gewünschter Restsüße einstellen kann. Ob die dort beschriebene "Nachzuckermethode" funktionieren wird bezweifle ich allerdings (wg. Gärstockung).
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Re: Große Unsicherheit beim ersten Met!

Beitrag von Akolyth » 26 Januar 2020 16:37

Danke für die Antworten. Ich habe mir die Seite einmal komplett durchgelesen und führe die Gährung seitdem mit der Nachzuckermethode der Website weiter. Ich habe seitdem in kleineren Schritten nachgesüßt und regelmäßig den Alkoholgehalt gemessen. Gärstockung hatte ich auch erst gedacht, aber seitdem ich in kleineren Schritten wochenweise nachschmecke und nachsüße läuft es jetzt auf das Ende der Gährung zu. Danke dass ich da auf eure Erfahrungswerte zurückgreifen kann. Beim ersten Met ist man da ja manchmal etwas ungestüm, aber das sind ja Erfahrungen die wertvoll sind und die man bei zukünftigen Projekten verringern kann.

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Re: Große Unsicherheit beim ersten Met!

Beitrag von Fruchtweinkeller » 26 Januar 2020 18:44

Dann drücke ich die Daumen dass das noch gut klappt!
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Re: Große Unsicherheit beim ersten Met!

Beitrag von Akolyth » 29 September 2020 12:31

Hallo. Ich wollte mich jetzt nochmal zu Wort melden. Entschuldigt bitte die späte Antwort. Der Met ist mit der Nachzuckermethode vom Honigweinkeller zuende gegoren worden. Hab ihn dann mit einem Simplex Filter gefiltert. Am Ende war er bei ca. 15-16% Alkohol laut Testreihe mit einem Vinometer und ich muss sagen er ist echt gut geworden für meinen ersten Met. Danke nochmal für eure Hilfe im Januar.

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Re: Große Unsicherheit beim ersten Met!

Beitrag von Fruchtweinkeller » 29 September 2020 22:09

Schön, Glückwunsch zum gelungenen Tropfen :clap: Ja, ein Simplex ist eine Anschaffung, aber Filtration ist schon eine feine Sache 8-)
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Re: Große Unsicherheit beim ersten Met!

Beitrag von Akolyth » 05 Oktober 2020 19:18

Ja ich hab mir den Simplex Filter von einem Freund geborgt, der mittlerweile auf einen elektrischen Pumpfilter umgestiegen ist und ich muss sagen, dass der Met danach echt richtig schön klar geworden ist. Kann ich uneingeschränkt empfehlen zur Filterung von kleinen Mengen. Ich hab mittlerweile zwei 12 Liter Speidel Gärfässer und hab jetzt schon vier Mets damit gefiltert und hat bei allen echt gut funktioniert.

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Re: Große Unsicherheit beim ersten Met!

Beitrag von Fruchtweinkeller » 05 Oktober 2020 22:09

Jupp, abgesehen vom praktischen Nutzen des Filters zum Verhindern von Nachgärungen ist das brillante Funkeln eines gefilterten Weins im Glas schon schön und macht auch Spaß 8-)
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Re: Große Unsicherheit beim ersten Met!

Beitrag von Akolyth » 09 Oktober 2020 14:18

Eine Frage hätte ich da noch. Ich hab den Met gefiltert und in Flaschen gefüllt. Alle Flaschen waren bis jetzt gut, aber eine hatte einen Essigstich. Da ich die Nachsüßmethode gemacht habe, war der Alkoholgehlt bei ca. 15-16%, ich habe ordentlich geschwefelt und auch direkt nach dem Filtern in sterilisierte Flaschen gefüllt. Hab ich da irgendwas übersehen?

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Re: Große Unsicherheit beim ersten Met!

Beitrag von Fruchtweinkeller » 09 Oktober 2020 22:42

Ich würde sagen: Nicht unmöglich, aber unwahrscheinlich. Bist du dir mit der Diagnose sicher? Essig ist ja sehr typisch im Geruch. Hast du die Säure nochmals gemessen? Wie genau hast du die Flaschen verschlossen?
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Re: Große Unsicherheit beim ersten Met!

Beitrag von Akolyth » 10 Oktober 2020 10:26

Also ich habe die Flasche einem Freund geschenkt und er hat mir das berichtet. Er bringt mir die Flasche bald vorbei, damit ich auch mal schauen kann. Da er selber schon lange Met selbst macht und ich von ihm auch den Filter geliehen habe, glaube ich ihm da erstmal :) Ich hab die Flaschen abgekocht und dann mit Korken und Schrumpfschlauch verschlossen. Die Flaschen, Korken und Schrumpfschläuche waren alle von flaschenland.de und neu. Also da war vorher nichts drin. Hat mich selbst sehr gewundert und ärgert mich ein wenig, weil alle anderen Flaschen gut waren und die halt ein Dankeschön an ihn war, da er mir gut geholfen hat meinen Met Produktions Start zu bestreiten :(

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