Metansätze gären nicht

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T.G.W.
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Metansätze gären nicht

Beitrag von T.G.W. » 28 August 2017 10:44

Hallo zusammen,

erstmal danke für die Aufnahme ins Forum. Ich habe vor etwas über einer Woche mein erstes Met-Projekt gestartet und bin prompt in eine missliche Lage gelaufen:
2 meiner 3 Ansätze wollen nach einer Woche nicht gären.

Kurz zu meiner Vorgehensweise:
Ich habe drei 5 L Ansätze mit verschiedenen Honigsorten vorbereitet: Orangenblütenhonig, Bio-Landhonig und einen Bio-Waldhonig (alle von EDEKA)
Glasgerätschaften habe ich grundsätzlich für mindestens 30min bei 160°C im Backrohr sterlisiert.
Wasser immer für mindestens 10min abgekocht.

Als Gärstarter habe ich ein Fläschchen Arauner Portweinhefe in einer Glaskaraffe mit ca. 300mL naturtrübem Apfelsaft vom Bauern und 3g Hefenährsalz (ebenfalls Arauner) für 3 Tage bei 22-24°C im Keller inkubiert und mindestens einmal täglich gut geschwenkt. Damit die Hefen anfangs Sauerstoff haben, habe ich die Karaffe mit Aluminuimfolie abgedeckt (aerob, also nicht luftdicht). Am Ende der 3 Tage hatte sich eine gute Hefeschicht am Boden der Karaffe abgesetzt.

Für die Ansätze habe ich 1,5kg Honig in 1,5L Wasser (abgekocht und auf unter 50°C abgekühlt) gelöst und in je einen sterilen 5L Gärballon gefüllt.
In 100mL Wasser habe ich total 6g Hefenährsalz und 30g Zitronensäure gelöst und je 1/3 der Salzlösung in jeden Ansatz gegeben (2g Nährsalz und 10g Zitronensäure je 5L)
Zusätzlich kamen noch 10g Mehl pro Ansatz dazu und das Ganze wurde gut geschüttelt.
Dann kamen 1/2L Naturtrüber Apfelsaft und weitere 1,5L Wasser (alles unter 50°C) dazu.
Am Schluss (Ansätze waren unter 30°C gekühlt) habe ich 1/3 des Gärstarters (etwas über 100mL pro Ansatz) zu jedem Ansatz gegeben.

Nach einem Tag hatte ich beim Waldhonig bereits eine Stürmische Gärung, die beiden anderen Ansätze zeigten sich unbeeindruckt.
Am Tag 4 habe ich einen weiteren Gärstarter mit Apfelsaft aber ohne Nährsalz abgelegt
Tag 5 ohne Gärung habe ich die beiden Ansätze vom Bodensatz abgezogen und den Gärstarter zugesetzt
Tag 7 habe ich immer noch keine Gärung in den beiden Ansätzen.

Was kann ich jetzt tun um die beiden doch noch zu retten?
Meine erste Vermutung war, dass ich die Anätze vielleicht zu heiss mit der Hefe innokiliert habe und die Hefen dem Hitzeschock zu Ofer gefallen sind, aber der zweite Gärstarter kam zu 100% bei unter 23°C in den Ansatz.
Habe ich eventuell zuviel Zucker im Ansatz?

Danke schon mal für eure Antworten und Liebe Grüsse,

Thomas

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Re: Metansätze gären nicht

Beitrag von NeoArmageddon » 28 August 2017 11:04

Wenn ich das richtig nachrechne, hast du fast ein Honig/Flüssigkeits Verhältnis von 1:2, die Homepage empfiehlt für den Anfang ein Verhältnis von etwa 1:5. Die Zuckerkonzentration könnte der Hefe zu viel sein. Hinzu kommt noch die gärhemmende Wirkung des Honigs selber.

Ob das nach 7 Tagen ohne Gärung, nach dem Abziehen und mit deinen Zutaten noch etwas wird, kann ich nicht sagen, aber du könntest Versuchen die Ansätze weiter mit Apfelsaft oder Wasser zu verdünnen.

Die Anderen hier können dir aber sich besser weiter helfen.

http://www.honigweinkeller.de/Met/rezepte.html kennst du?

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Re: Metansätze gären nicht

Beitrag von T.G.W. » 28 August 2017 11:08

Danke schon mal für die Antwort NeoArmageddon.
Ich kenne die Seite erst seit ein paar Tagen. Meine Ansätze habe ich leider etwas zu blauäugig aus dem Netz gezogen. Mit dem Rezept hier hätte ich mir wohl einiges an Ärger erspart...

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Re: Metansätze gären nicht

Beitrag von Fruchtweinkeller » 28 August 2017 21:52

Hallo Thomas,

ja, das halte ich auch für eine sehr mögliche Problemquelle. Du kannst versuchen, die Ansätze zu verdünnen damit die Hefe doch noch in Fahrt kommt.
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Re: Metansätze gären nicht

Beitrag von T.G.W. » 29 August 2017 08:52

Ich habe die beiden Ansätze, die nicht Gären wollten mit Apfelsaft und Wasser verdünnt:
Je 1,5 L aus den 5 L Ansätzen in einen neuen Ballon
0,5 L Apfelsaft und 1 L Wasser dazu

Fazit:
Der Landhonig und die Mischung gären jetzt, der Organgenblütenhonig immer noch nicht.

Sollte ich dem noch etwas mehr Hefe aus einem der gärenden Ansätze geben oder weiter verdünnen?

Gruss,

Thomas

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Re: Metansätze gären nicht

Beitrag von Metinchen » 29 August 2017 08:58

Hallo ,
Orangenblütenhonig gilt als zickig zum vergären.
Mache einfach beides, damit es schnell in Fahrt kommt.
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Re: Metansätze gären nicht

Beitrag von Igzorn » 29 August 2017 09:07

Zum Gärstart hilft oft auch Lüften des Ansatzes. Das mag die Hefe, wenn sie sich vermehren soll.
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Re: Metansätze gären nicht

Beitrag von Fruchtweinkeller » 30 August 2017 22:51

Ja, Orangenblütenwein kann zickig sein. Viel Hefe, wenig Honig, eventuell eine Belüftung, das sind alles Faktoren die helfen können. Nach dem Basisrezept hergestellter Orangenblütenhonigwein sollte eigentlich problemlos sein, trotzdem kann es nicht schaden, die Honigmenge beim Gärstart in diesem Fall nochmals zu reduzieren.
Es lohnt sich aber, der Met wird köstlich ;)
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Re: Metansätze gären nicht

Beitrag von T.G.W. » 07 September 2017 11:21

Vielen Dank für die rasche Hilfe.

Ich habe den Orangenblütenhonig nach einem weiteren Verdünnungsschritt und mit etwas Hefe von einem blubbelnden Ansatz doch noch zum laufen bekommen. Ich komme jetzt aber nur auf eine berechnete Zuckerkonzentration von ca. 150 g/L (60 ° Oe). Würdet ihr zum Nachzuckern Zucker oder mehr Orangenhonig nehmen? Ich will die Hefen in ihrem Wachstum nicht weiter inhibieren, möchte aber auch nicht zuviel Zuckerwasser vergären.

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Re: Metansätze gären nicht

Beitrag von Igzorn » 07 September 2017 12:35

Hier ist Zuckerwasser vergären kein Verbrechen. Gibt Leute, die da anders drüber denken.
Ansonsten musst Du Deinen Honig halt über eine größere Zeitspanne zufügen. Wenn Du genug Zeit, Geld und Honig hast, dann machst Du das, wenn Du mit dem Geschmack zufrieden bist, dann das andere. Es gibt hier ganz tolle Threads zum Thema Honigwein, da wird Deine Frage von verschiedenen Standpunkten beleuchtet. Am Ende ist es ja eine Frage Deines Geschmacks und den kannst nur Du beurteilen. :geek:
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Re: Metansätze gären nicht

Beitrag von Fruchtweinkeller » 07 September 2017 20:56

Ich empfehle immer die Trockenzuckerung um den Ansatz nicht weiter zu verdünnen. Wüsste nicht, dass hier jemand diesbezüglich mal von einem "Verbrechen" geschrieben hätte :pfeif:

Nichtsdestotrotz weiß ich nicht ob das die eigentliche Frage war. Zucker ist sicherlich besser vergärbar, und besser vergärbar als Orangenblütenhonig sowieso. Wenn du den hohen Zuckergehalt brauchst um zu stabilisieren (also beispielsweise keinen Filter hast) wäre es also sicherer, mit Zucker zu arbeiten und nicht mit Honig. Hängt natürlich auch immer vom Geschmack ab. Du könntest dir auch überlegen, am Gärende nochmal mit Honig zu süßen um den Honiggeschmack zu stärken, dann solltest du eine genügend lange Klärungsphase einkalkulieren.
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