... ich glaube mein Ansatz stirbt

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NetDevil
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... ich glaube mein Ansatz stirbt

Beitrag von NetDevil » 12 Januar 2016 19:01

Hallöchen zusammen,

mittlerweile ist es so weit - mein erster Ansatz blubbert vor sich hin. Bzw.... er hat das munter. Aber jetzt gerade glaube ich es läuft was gehörig schief :?

Die schnellen Fakten:
  • Der 11 Liter Ansatz wurde gemäß Basis-Rezept vom HWK aufgesetzt. Dabei wurde für die Kitzinger Trockenhefe ein Gärstarter verwendet der über einige Tage hinweg ein sehr vitales Ergebnis produzierte (und sogar nachgezuckert wurde)
  • Der Ansatz ging am 05.01.2016 zu 23:00 Uhr an den Start - also fast exakt vor 7 Tagen
  • Die Temperatur im Zimmer des Ansatzes liegt konstant zwischen 21,9°C und 22,5°C (in den letzten Tage eher von 22,2 runter auf 21,9)
  • Der Ansatz wird 3 bis 4 mal täglich geschüttelt. Die durchschnittliche Schütteldauer beträgt zwischen 15 Sekunden und 40 Sekunden. Dabei wird so stark geschüttelt, dass die zentripedalkraft die Flüssigkeit an den Außenwänden aufsteigen lässt (sprich teilweise richtig heftig und rhythmisch)
  • Die Bpm (Blubbs per minute) lagen anfangs bei ~10 (Tag 1), dann schnell hoch Richtung 60 (Tag 2) und über ein Dauerblubbern (40 bis 120 Bpm an den Tagen 3, 4, 5) schlagartig jetzt runter auf ~9 (Tag 6) und gerade eben nur noch 2.8 Bpm (an Tag 7).
  • Dabei ist das Gärröhrchen mit Wasser als Sperrflüssigkeit gefüllt und die beiden Kugeln sind ca. halbhoch mit Wasser gefüllt. Sprich nach einem Blubb springt die Gas/Wassergrenze bis knapp unter die erst Kugel zurück und die 2. ist komplett mit Wasser gefüllt. Das Gärröhrchen sieht so aus.
Woher kann der plötzliche Absturz der Bpm kommen?
2.8 Bpm ist ja schon noch eine Gärung, klar, und sicherlich auch ok für eine gewisse Zeit. Aber schon am 7. Tag?

Erst kam mir der Gedanke => Nachzuckern. Aber mir scheint es noch zu früh, oder?

Was mir jetzt die Sorgen bereitet ist, dass sich am Boden augenscheinlich sehr viel Mist abgesetzt hat.
Nicht Hefe, die hat sich immer schon abgesetzt und wurde 3 bis 4 mal täglich wieder aufgeschüttelt, sondern irgendwelche Apfelstückchen oder so.

Hintergrundinfo: beim Hinzugeben der Äpfel habe ich eine Reibe verwendet um das "Mus" zu erzeugen. Es war am Ende eher eine sehr matschige Pampe (siehe Bilder unten). Wenige kleine, richtige Stücke und wenn dann eher Schale. Beim nächsten Mal nehme ich den Pürierstab :evil: Deshalb habe ich auch volle 10ml Antigel verwendet bei 4 großen Äpfeln (am Ende 527g Mus/Fruchtwasser die in den Ansatz kamen)

Im Ansatz habe ich schon immer im Schaum die Stücke wiedergesehen - ich denke die wurden durch die viele Kohlensäure auch da hoch gedrückt. Nur jetzt lagern die meine Hefe zu! Unten ist dazu ein Bild von gerade eben.

Entwickelt sich nun ein Teufelskreis? Apfel drückt die Hefe zu, Hefe bekommt keine Nährstoffe, Hefe produziert keine Kohlensäure, Kohlensäure drückt Apfel nicht hoch, Apfel drückt die Hefe zu?

Bei Bedarf kann ich noch gerne Bilder einer anfänglich überschwänglichen Schaumschicht (3 bis 4 cm) sowie Videos des Dauerblubbs (nicht das 120 Bpm leider) zur Verfügung stellen.

Aber hier erstmal die Problembilder von gerade eben.
(@Cheffe: ab wann darf man eigentlich Anhänge in die Posts einfügen oder ist das nur dir überlassen :) ? Dann könnte ich mir das aufwändige Resizen fürs Vorschaubild und Hochladen auf meinen Server sparen :lol: )

Was denkt ihr sollte man jetzt tun? Alles noch im grünen Bereich? Apfelstücke rausfiltern? Nachzuckern für mehr Gärung damit sich die Hefe wieder Luft verschafft? :cry:

Bin für jedes Feedback dankbar :)

Anhang 1: Met an Tag 7, oben (für größeres Bild einfach anklicken)
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Anhang 2: Met an Tag 7, unten (für größeres Bild einfach anklicken)
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Re: ... ich glaube mein Ansatz stirbt

Beitrag von Chesten » 12 Januar 2016 19:23

NetDevil hat geschrieben:Erst kam mir der Gedanke => Nachzuckern. Aber mir scheint es noch zu früh, oder?
Nach 7 Tagen kann schon bei guten Bedingungen durchaus ein Großteil des Zuckers vergören sein.
Wenn du auf Nummer sicher gehen willst ziehe eine Probe und verkoste sie dann, wirst du schon merken ob es am fehlenden Zucker liegt.

Einmal täglich schüttelt reicht völlig damit nix passiert, ich hab jetzt meinen Met in den Keller gestellt zum Hefe absetzen der wird jetzt 2 Wochen nicht bewegt und da wird auch nix passieren. "Auf Holz klopf"
NetDevil hat geschrieben: beim Hinzugeben der Äpfel habe ich eine Reibe verwendet um das "Mus" zu erzeugen. Es war am Ende eher eine sehr matschige Pampe (siehe Bilder unten). Wenige kleine, richtige Stücke und wenn dann eher Schale. Beim nächsten Mal nehme ich den Pürierstab :evil: Deshalb habe ich auch volle 10ml Antigel verwendet bei 4 großen Äpfeln (am Ende 527g Mus/Fruchtwasser die in den Ansatz kamen)
Bitte keinen Pürierstab verwenden ! Das verraspeln mit einer Küchenreibe reicht völlig wenn du Mus machst bring das nichts mehr und dein Met klärt hinterher viel schlechter.
NetDevil hat geschrieben:Was denkt ihr sollte man jetzt tun? Alles noch im grünen Bereich? Apfelstücke rausfiltern? Nachzuckern für mehr Gärung damit sich die Hefe wieder Luft verschafft? :cry:
So wie ich das sehe ist alles ok und es fehlt wohl nur Zucker aber das kann man ja schnel herrausfinden ;) .
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

Holger
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Re: ... ich glaube mein Ansatz stirbt

Beitrag von Holger » 12 Januar 2016 20:30

wie schon gesagt wurde - probe ziehen und verkosten, ggbf. alkoholgehalt messen. deine hefe wird einfach nur keine nahrung mehr haben. da stirbt nix :engel:

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Re: ... ich glaube mein Ansatz stirbt

Beitrag von NetDevil » 12 Januar 2016 23:02

Chesten hat geschrieben:Nach 7 Tagen kann schon bei guten Bedingungen durchaus ein Großteil des Zuckers vergören sein.
Dann nehme ich die guten Bedingungen jetzt mal an (klopf mir dafür selber auf die Schulter :lol: ) und werde morgen verkosten und ggf. nachzuckern!

Chesten hat geschrieben: Einmal täglich schüttelt reicht völlig damit nix passiert, ich hab jetzt meinen Met in den Keller gestellt zum Hefe absetzen der wird jetzt 2 Wochen nicht bewegt und da wird auch nix passieren. "Auf Holz klopf"
Zwecks Absetzphase ist das ja auch ok, da soll die Hefe ja auch bewusst nix mehr machen bzw. "darf" absterben (solange sie noch nicht verrottet). Jetzt gerade wäre ich nicht böse wenn sie noch etwas weiterleben wird :)

Chesten hat geschrieben:Bitte keinen Pürierstab verwenden ! Das verraspeln mit einer Küchenreibe reicht völlig wenn du Mus machst bring das nichts mehr und dein Met klärt hinterher viel schlechter.
Merk ich mir. Danke! (wobei ich mir schon auf weniger Arbeit gefreut hatte ... das Raspeln war eine Drecksmaloche ...

Danke für euer schnelles Feedback :clap: Ich berichte mal übermorgen früh ob alles geklappt hat wie angenommen
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Re: ... ich glaube mein Ansatz stirbt

Beitrag von Fruchtweinkeller » 12 Januar 2016 23:25

Ergänzend zum Apfelraspeln: Da ich das nicht gut für meine Finger ist habe ich mir das beim letzten Mal abgewöhnt, ich habe den Apfel durch einen Apfelschneider/Spiralschneider gejagt. Die Spirale (mit Schale) schneide ich dann mit einem Messer in passgerechte Stücke die bequem durch den Ballonhals passen. Zusammen mit der regelmäßigen Bewegung hat's bei mir so gut geklappt.
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Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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Re: ... ich glaube mein Ansatz stirbt

Beitrag von CJD » 13 Januar 2016 01:21

Bei meinem letzten Met habe ich die Äpfel in 8-10 Stücke geschnitten, hat auch funktioniert.
"Sie schnitten eine Weinrebe ab, die so schwer war, dass zwei Männer sie an einer Stange tragen mussten." 4.Mose 13,23

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Re: ... ich glaube mein Ansatz stirbt

Beitrag von NetDevil » 14 Januar 2016 08:06

So, es gibt - mal wieder - Entwarnung.
Wie angekündigt ein kleines Feedback (falls es wen interessiert :lol: )

Gestern Abend 22 Uhr habe ich meinen 11 Liter Ansatz mit 581g Honig analog für 2% Vol. nachgezuckert und heute morgen um 7:20 blubberte es schon wieder gut mit 13.8 Bpm.
Jetzt mal abwarten wie sich der Apfel-Absatz am Boden so verhält die nächsten Tage.

Interessanterweise waren nach 7 Tagen bereits ~9.5 % Alkohol im Ansatz (Mittelwert aus 6 Messungen mit Präzisionsvinometer, Probe gefiltert mit Küchentuch und Kohlensäure rausgeschüttelt). Daher habe ich direkt Zucker für 2% genommen - was rechnerisch nur für 2 Tage vorhalten dürfte :shock:

2 Themen würde ich aber gerne aufgreifen.
  1. Nutzung Pipette:
    ich habe eine Glaspipette (so wie diese hier) mit der ich irgendwie nicht wirklich Proben ziehen kann. Wenn ich sie in den Ansatz halte steigt ein bisschen Flüssigkeit in den Körper, nach ein paar Sekunden verstopft die Öffnung aber wegen den Apfelstücken. Einzige Lösung: oben den Mund ansetzen und ordentlich ziehen. Nicht so weit, dass Met in den Mund kommt und Speichel zurückfließen könnte - aber anders geht es halt nicht. Haltet ihr das für schlimm?
    (Und Nebenfrage: desinfiziert ihr eure Pipetten jedes mal vorher? Ich habe die nach der letzten Nutzung ausgewaschen und trocknen lassen - jetzt waren aber ein paar Wasserflecken / Kalkablagerungen im Körper der Pipette vorhanden :-/ )
  2. Punkt: die Äpfel und das raspeln: das klingt schon echt super mit den Schneiden der Äpfel bloß in Stücke. Aber sollen die kleinen Apfelteile nicht gerade dafür sorgen, dass die Hefen an Ihnen haften können und durch den Ansatz schwirren? Die großen Apfelstücke dürften bei euch wohl eher nur am Boden liegen und sich dort überlappen?
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Holger
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Re: ... ich glaube mein Ansatz stirbt

Beitrag von Holger » 14 Januar 2016 10:54

NetDevil hat geschrieben:Daher habe ich direkt Zucker für 2% genommen - was rechnerisch nur für 2 Tage vorhalten dürfte
das ist nicht so. bis um die 10% geht es rasend schnell und dann geht es nur noch sehr langsam. also keine panik, wenn du für 1% auch schonmal ne woche brauchst, grade wenn es zum endpunkt der gährung hingeht.

zur pipette, da gibt es saugbälle, so einen würd ich mal ausprobieren.

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Re: ... ich glaube mein Ansatz stirbt

Beitrag von Nathea » 14 Januar 2016 12:16

NetDevil hat geschrieben:...
  1. Nutzung Pipette:
    ich habe eine Glaspipette (so wie diese hier) mit der ich irgendwie nicht wirklich Proben ziehen kann.
    Da kann ich Dir von ganzem Herzen die Weinheber unseres Users Imker2306 ans Herz legen: Link

    Er hat bei der letzten FWT auf Wunsch kleine Weinheber gebaut, die ganz toll auch in kleine Ballons passen, die hitzefest sind (man kann sie also auch heiss spülen/sterilisieren) und die sich super handhaben lassen. Ich selbst möchte meinen nicht mehr hergeben. Sind nicht ganz billig, aber jeden Cent wert.

    Viele Grüße,
    Sylvia

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    Re: ... ich glaube mein Ansatz stirbt

    Beitrag von NetDevil » 14 Januar 2016 12:50

    Holger hat geschrieben:
    NetDevil hat geschrieben:Daher habe ich direkt Zucker für 2% genommen - was rechnerisch nur für 2 Tage vorhalten dürfte
    das ist nicht so. bis um die 10% geht es rasend schnell und dann geht es nur noch sehr langsam. also keine panik, wenn du für 1% auch schonmal ne woche brauchst, grade wenn es zum endpunkt der gährung hingeht.
    Genau deshalb habe ich auch "rechnerisch" geschrieben :mrgreen: Hätte selber keinen Bock alle 2 Tage nachzuzuckern :-/ Auch wenn der Met dann linear skaliert schnell an den 15% wäre :lol:

    Pipetten-Tipps schaue ich mir zuhause mal an - Danke sehr!
    Beim Bockmeyer bei mir um die Ecke gab es auch Weinheber mit Ballon-Pumpe dran - für 50€. Da hatte ich doch erstmal abgewunken :schlecht:
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    Re: ... ich glaube mein Ansatz stirbt

    Beitrag von Chesten » 14 Januar 2016 13:00

    Der Weinheber vom Imker2306 wird nur mit Geld aufgewogen ;) .
    Spaß beiseite, der ist wirklich super und das das reine Handarbeit ist zu dem Preis sogar günstig.
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    Re: ... ich glaube mein Ansatz stirbt

    Beitrag von Fruchtweinkeller » 14 Januar 2016 21:53

    Die große Oberfläche der geriebenen Äpfel ist sicher von Vorteil, aber ich bin halt manchmal etwas bequem :pfeif:

    Genau so eine Messpipette mit Brand macro Pipettierhelfer verwende ich auch zur Probenentnahme und zur Titration. Bei manchen Ansätzen kann die Pipette schon mal verstopfen, das ist richtig. Da die groben Trübstoffe aber bei einem gärenden Wein aber meist an die Oberfläche getragen werden ist die Lösung ganz einfach: Die Pipette einfach tiefer in den Wein halten und die Proben von weiter unten ziehen. Für spezialgelagerte Sonderfälle habe ich auch noch ein paar längere 20- und 25 mL-Messpipetten... und neuerdings noch einen Weinheber von Imker2306 8-)
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