Hilfe! Honigweinansatz ausversehen geschwefelt

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Teflox
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Hilfe! Honigweinansatz ausversehen geschwefelt

Beitrag von Teflox » 11 Januar 2015 04:18

Hallo liebes fruchtweinkellerforum,

Ich habe hier schon viele gute Tipps zur weinherstellung lesen können, doch heute hab ich ein spezifisches Problem.
Mir ist heut ein ziemlich blödes Malheur passiert...

Ich habe heute 50l honigwein angesetzt (das erste mal das ich mich an größere Mengen wage) und ausversehen die pülverchen vertauscht.
Ich habe 2 mal 25liter angesetzt und beim 2. Ballon das hefenährsalz mit dem kaliumpyrosulfit vertauscht. Das heißt ich habe jetzt in einem frischen honigweinansatz von 25l 5päckchen à 1g Schwefelpulver(doppelte Menge). Normalerweise schwefelt man den Wein ja erst wenn er fertig ist (zumindest hab ich es bisher so gemacht) und jetzt befürchte ich natürlich das der Ansatz futsch ist..

Ich hab nachdem ich's bemerkt hab natürlich trotzdem noch das hefenährsalz beigegeben. Jetzt bange ich um meinen schönen Wein da ja das schwefelpulver die Aktivität im ja Wein hemmt und die Hefe garkeine Chance bekommt anzugehen.

Habt ihr vielleicht einen Tipp oder Rat, wie ich meinen Ansatz noch retten kann?


Ich hab natürlich sofort angefangen zu googlen wie das schwefelpulver genau wirkt und ob es die Hefe wirklich direkt beeinflusst und habe gelesen, dass die Reinzuchthefe selbst kaum von der Wirkung des schwefelpulvers beeinflusst wird, da diese zu stark sei. In dem fall wär natürlich alles super, aber stimmt das denn so auch?

Meine erste Idee wäre jetzt möglichst schnell nochmal Hefe zu besorgen, die wie einen gärstarter abseits des Ansatzes ein paar Tage zu vermehren und dann beizugeben..
Aber überlebt der Ansatz den mehrere inaktive Tage?? Konserviert sollte er ja sein -.-

Ich habe auch schon etwas gelesen, dass man den wein (in meinem fall den Ansatz) "auslüften" kann, ist das evtl eine Möglichkeit um die schwefelung zu schwächen?

Ich bin für jeden Rat dankbar und werd mich die nächsten Tage vor meinen Wein setzen zu dyonisos beten und jeden blubb im Röhrchen anfeuern :)

Bitte helft mir

Latemar
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Re: Hilfe! Honigweinansatz ausversehen geschwefelt

Beitrag von Latemar » 11 Januar 2015 07:43

Hallo Terflox,
erst mal ein herzliches Willkommen hier im Forum :clap:

Das ist wirklich nicht gut, zum Gärstart so zu schwefeln.
Ich gehe aber davon aus, dass die Hefe trotzdem ihre Arbeit aufnehmen wird.
Als Gegenmaßnahme würde ich tatsächlich den Wein gut Durchlüftung, damit der Schwefel mit dem Sauerstoff abreagiert.

Eine zusätzliche Möglichkeit wäre es, die beiden Ansätze zusammen zu führen und damit die Schwefelkonzentration im Ansatz zu halbieren.
Ich denke aber, dass alleine das Belüften ausreichen wird.

Also belüften kann erst mal nicht schaden und wenn der Ansatz schön warm steht, wird er auch durchstarten.

Viel Erfolg
Latemar
Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken geworden sind, alsdann den geringeren; Joh.2,10

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Re: Hilfe! Honigweinansatz ausversehen geschwefelt

Beitrag von Teflox » 11 Januar 2015 11:07

Erstmal danke für die schnelle Antwort.

Kannst du mir auch sagen wie genau ich das mache? Also wie lang lasse ich den Wein an der frischen Luft? Nen Tag, ne Stunde, 5min?
Vermutlich in einer Wanne mit viel Oberfläche.

Bin schonmal happy, dass es noch Hoffnung gibt.

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Re: Hilfe! Honigweinansatz ausversehen geschwefelt

Beitrag von fibroin » 11 Januar 2015 12:09

Hallo Teflox,
um Weine zu belüften, niemals länger offen stehen lassen, sondern mehrfach umgießen, möglichst den Wein an den Gefäßwänden herunterlaufen lassen. So kann er dann genug Sauerstoff aufnehmen.
Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei.

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Re: Hilfe! Honigweinansatz ausversehen geschwefelt

Beitrag von Flocki » 11 Januar 2015 12:11

Hi,

wenn du noch ein freies Gefäß hast, kannst du den Ansatz umfüllen und dabei schön plätschern lassen. Dabei kommt ausreichend Luft dazu. Ggf. auch mehrmals, für längere Zeit offen stehen lassen würde ich ihn aber nicht.

Einen weiteren Gärstarter ansetzten und nach 2-3 Tagen zum Ansatz geben ist mit Sicherheit auch eine gute Idee, falls die Hefe doch nicht so recht will.

Gruß,
Florian

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Re: Hilfe! Honigweinansatz ausversehen geschwefelt

Beitrag von Teflox » 11 Januar 2015 14:45

Sehr cool,
Danke für die vielen Tipps. Ich werd dann mal nen bisschen rumpanschen. Ich hab noch nen Ballon frei. Dann werd ich einfach 2-3mal hin und her abziehen.

Ich kann euch ja mal berichten ob der Met angegangen ist falls in Zukunft mal jemand das selbe Problem hat.

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Re: Hilfe! Honigweinansatz ausversehen geschwefelt

Beitrag von Teflox » 13 Januar 2015 01:24

immer noch keine gärung in keinem der beiden behälter, was mir solangsam etwas sorge bereitet, da laut anleitungen nach spätestens 48h die gärung einsetzen sollte. ich habe mich an den tipp mit dem auslüften gehalten und den einen ansatz ein paar mal umgefüllt und dabei an der innenseite des ballons entlang laufen lassen. trotzdem dachte ich, ich spucke euch einfach mal mein rezept aus und ihr sagt mir ob euch was dazu auffällt.
vorweg ich bin ein met anfänger und habe es bisher pimaldaumen nach einem einfachen rezept aus dem netz gemacht und bisher hat alles immer gut geklappt. allerdings waren die bisherigen ansätze auch immer nur 10l.

in einem 25liter Gärballon:
15liter abgekochtes wasser
5liter honig (ein etwas älterer sommerblüten honig den ich von einer bekannten bekommen hab, die früher geimkert hat und ihn mir billig abgetreten hat. der honig hat etwas nach propolis gerochen)
4liter naturtrüben apfelsaft
1fläschchen flüssighefe portwein (laut angabe auf der flasche, geeignet für 50liter)
entsprechende menge hefenährsalz für 25liter
in dem raum in dem der met steht sind durchgehen ca 20 grad

ich habe bisher nie einen gärstarter angesetzt und bin auch hier das erste mal darauf gestoßen, dass das bei flüssighefe ratsam wäre.. ist flüssighefe schwächer als trockenhefe, bzw wieso sollte man bei flüssighefe einen starter ansetzen wenn doch auf dem fläschchen steht, dass sie für bis zu 50l geeignet ist?

zusätzlich ist mir wie oben beschrieben das missgeschick mit dem schwefelpulver bei einem der ballons passiert.
inzwischen habe ich einen gärstarter auf einen liter apfelsaft mit einem weiteren fläschchen portweinhefe angesetzt um die hefe möglichst bald zu stärken.
es blubbt bisher noch garnicht (durch die glasballons lässt sich wohl ausschließen das die gefäße undicht sind) und im inneren der ballons trennen sich die dickflüssigen bestandteile des apfelsafts immer wieder von der restlichen flüssigkeit. der apfelsaft sieht auch ungewöhnlich griesig aus. das hatte ich bei meinen bisherigen ansätzen auch noch nicht. ich schwenke mehrmals am tag. an der oberfläche schwimmen kleine weiße stückchen, vermutlich teile vom apfelsaft, aber natürlich mache ich mir sorgen, dass das vorboten von schimmel sind, da der ansatz ja jetzt schon knapp 2 tage steht und sich nicht regt. außerdem waren meine bisherigen ansätze immer eine einfache trübe brühe, während er sich diesesmal ganz anders verhält.


vielleicht habt ihr selbst ja schon ansätze gehabt die nicht so richtig in die gänge kommen wollten und könnt mir mut machen. wie lange kann man einem ansatz geben bevor man davon ausgehen kann, dass er für die katz ist? erst wenn er schimmelt? es wäre wirklich schade um den honig und die mühe..

beim nächsten mal werde ich das ganze sicher etwas professioneller angehen, damit es problemloser abläuft, aber bisher hat es auf meine weise immer reibungslos geklappt.

bin für jeden zuspruch oder tipp zu haben

liebe grüße

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Re: Hilfe! Honigweinansatz ausversehen geschwefelt

Beitrag von Vinifikator » 13 Januar 2015 07:22

Hallo Teflox,

erstmal Glückwunsch zur Neuentdeckung dieses Hobbys :) Kann dir jetzt schon bestätigen, dass es nicht dein letzter Ansatz sein wird...

Zu deinem aktuellen Ansatz:

Es wäre hilfreich, wenn du mal genau den bisherigen Zeitablauf mit Datum angibst. Da dein Ansatz leider ein gravierendes Problem mit der überreichlichen Schwefelzugabe aufweist, hat es die Hefe ganz schön schwer hier den Zucker zu vergären. Schimmelbildung ist hier also nicht ganz auszuschließen. Hat dein Gärstarter ordentlich geschäumt als zu ihn zum Ansatz gegeben hast?

Zu deiner Frage mit der Flüssighefe: Die kleinen Fläschlein die es im Handel zu kaufen gibt, sind sehr oft falsch gelagert. D.h. nicht gekühlt, überlagert und zudem mit anderen unerwünschten Lebensformen verunreinigt. Im Ergebnis kannst du so ganz schnell eine Flasche erwischen in der entweder wenig oder gar keine lebende Hefe mehr vorhanden sind. Genau aus diesem Grunde empfiehlt es sich, einen Gärstarter anzusetzen. Wenn der Gärstarter nach einem Tag loslegt und schäumt hast du ein größeres Volumen mit lebendiger Hefe die auf Arbeit wartet. Wenn der Gärstarter hingegen gar nichts sagt, hast du nur das Volumen des Gärstarters eingebüßt und nicht den ganzen (eventuell auch teuren) Ansatz.

Weiterhin ist Flüssighefe unverschämt teuer. Mit dem Inhalt einer Flasche kannste für 4€ einen Ansatz starten (Wenn die Hefe noch gut war...)
Falls du vor hast weitere Weine zu starten, kann ich dir nur empfehlen, eine 100g-Tüte mit Trockenhefe zu kaufen, diese bekommst im (Online)-Fachhandel für ca 5-10€, je nach Sorte. Von der Trockenhefe reichen 5g für einen Ansatz a 20 Liter und das Ganze auch noch ohne Gärstarter.

Namenhafte Hersteller sind hier z.B, Bioferm, Erbslöh oder Begerow. Google benutzen musst du aber selbst ;)

Ich hab am Anfang auch immer mit Flüssighefe experimentiert...lass es lieber. Das verdirbt die Freude am Hobby :)

Im Ergebnis kann man sagen, dass ein Ansatz der mit Trockenhefe oder einem aktivem Gärstarter gestartet wurde, allerspätestens nach zwei Tagen eine deutliche Gärung aufweisen sollte. Im Normalfall ist die Gärung aber bereits am nächsten Tag in vollem Gange. Je länger der Ansatz ohne eine laufende Gärung steht, desto größer wird die Gefahr, dass sich unerwünschte Lebensformen wie Schimmel breit machen. Dann ist der Ansatz definitiv für die Katz. Die von dir beschriebenen "weißen Punkte" klingen für mich schon auffällig.

Gruß
Vinifikator
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Re: Hilfe! Honigweinansatz ausversehen geschwefelt

Beitrag von Teflox » 13 Januar 2015 23:47

der met blubbert! und zwar beide ballons :)

da die ansätze heute den dritten tag inaktiv rumstanden hab ich bereits panik geschoben und jeden krümel und schaum nach dem schwenken für schimmel befunden, aber als ich heute abend reingeschaut hab ist der "ungeschwefelte bereits voll abgegangen und der "geschwefelte" ist zumindest leicht aktiv, schäumt und blubbert ab und zu.

der nachträgliche gärstarter für den einen und das wein auslüften scheint das schwefelpulver besiegt zu haben und der andere brauchte wohl nur etwas zeit, da die erste flüssighefe etwas schwach auf der brust war.

erstmal tausend dank für eure schnelle hilfe





@vinifikator
danke für die erklärung, leuchtet ein
ich denke es war zusätzlich zu meinem missgeschick auch schuld der flüssighefe, dass der ansatz nicht angegangen ist.
die ersten beiden fläschchen die ich beim ansetzen benutzt hab, hatten überhaupt keinen druck auf der flasche beim öffnen. (also nicht sehr aktive hefen im fläschchen)
das fläschchen das ich für den gärstarter nachgekauft habe hatte hingegen ordentlich druck drauf und der starter hat auch innerhalb von ein paar stunden gut geschäumt.
ich werd mal schauen ob es in meinem weinzubehör-laden (dehner) auch eine gute trockenhefe gibt oder eben mit startern arbeiten um meine nerven in zukunft zu schonen:D




falls jemand in zukunft mal das selbe problem hat:

LÖSUNG MEINES PROBLEMS

-den zu früh geschwefelten wein auslüften d.h. für kurze zeit (ein paar minütchen) sauerstoff an den wein lassen, hierbei auf größtmögliche oberfläche achten, damit dieser bestmöglich reagieren kann, s.o.

-möglichst schnell einen gärstarter ansetzen (rezept gibts auf fruchtweinkeller.de) und diesen hinzugeben sobald er deutlich aktivität zeigt (selbstverständlich die gleiche hefesorte wie im ansatz benutzen)

-den wein viel schwenken und darauf achten, dass er warm steht (20-30grad)

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Vinifikator
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Re: Hilfe! Honigweinansatz ausversehen geschwefelt

Beitrag von Vinifikator » 14 Januar 2015 07:19

Hey Teflox!

Super das die Gärung jetzt endlich eingesetzt hat. Jetzt heißt es regelmäßig schütteln. 8-)

Der besagte "Fachhändler" mit D hat zwar eine gut sortierte Ecke mit Zubehör für die Weinbereitung, das dürfte aber auf Dauer ziemlich Teuer werden, da die meisten Artikel Kleinstmengen sind und dazu noch ziemlich teuer. Ich hab hier auch einen solchen Markt um die Ecke, wo ich im allergrößten Notfall mal was kaufe, wenn es mir nicht schnell genug gehen kann. Grundsätzlich kommst du aber wesentlich besser weg, wenn du dir dein Zubehör in Großpackungen Online bestellst.

Lies einfach mal bissel das Forum, dann bekommst du schnell raus was gute Bezugsquellen sind. Mag gerade keine Werbung machen ;)

Gruß
Vinifikator
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