Met riecht nach faulen Eiern

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Metjazzer
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Met riecht nach faulen Eiern

Beitrag von Metjazzer » 10 März 2020 17:21

Hallo Alle zusammen,

Zu Beginn erstmal:
Bin absoluter Neuling und sehr froh dieses Forum gefunden zu haben.
Mein erstes Wikingerbult ist dank euch sehr gut gelungen (zumindest mir hat er geschmeckt ) . Nun habe ich allerdings folgendes Problem:

habe einen 20 Liter Metansatz gemacht der zwar an Tag zwei schon sehr intensiv gärt, aber jetzt schon total nach faulen Eiern riecht (also das was an dem Gärspund rauskommt)

Mein Rezept:

4 Liter Apfelsaft naturtrüb
4 Kilo Waldhonig
5 g Reinzuchthefe
7 g Nährsalz
8 g Citronensäure
300 g Bio rosinen (ungeschwefelt, stand zumindest nix von schwefelung drauf. Die intensive Gärung würde dem auch widersprechen)
auch 18 Liter mit wasser aufgefüllt (Platz für das Nachsüßen)

Ist das normal oder sollte ich den besser in die Tonne kippen?

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Chesten
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Re: Met riecht nach faulen Eiern

Beitrag von Chesten » 10 März 2020 17:41

Willkommen bei uns !

Das Rezept ist nicht so schlecht was wir hier manchmal hier so sehen.

Erstmal das wichtigste zu erst :

Das kann schon mal vorkommen wenn man jetzt nicht fluchtartig die Wohnung verlassen will regelt sich das meist nach ein paar Tagen wieder von selbst !
Der Stoff der den Geruch von faulen Eiern auslöst ist Schwfelwasserstoff ( H2S) der Mensch reagiert da drauf sehr empfindlich deswegen werden schon kleinste Mengen wahrgenommen.

Kennst du die Homepage zu diesesn Forum schon ?

https://fruchtweinkeller.de/

Die schreibt dazu :
Böckser: Gärungsböckser

Unter dem Begriff "Böckser" werden verschiedene Weinfehler zusammengefasst. Ihnen gemeinsam ist der Geruch nach faulen Eiern beziehungsweise Schwefelwasserstoff (H2S). In besonders schweren Fällen tritt zusätzlich ein scharfer, knoblauch- oder maggiähnlicher Geruch auf. Man spricht von einem Gärungsböckser, wenn diese Gerüche bereits während der Gärung auftreten.

Ursachen:

Schwefelwasserstoff entsteht in geringen Mengen bei jeder Gärung und kann sogar positiv zum Bouquet beitragen. Unter bestimmten Bedingungen entsteht jedoch zuviel Schwefelwasserstoff, und er wird als störend empfunden. Der Schwefelwasserstoff kann mit Alkoholen reagieren, dabei bilden sich übelriechende Schwefelalkohole, die Mercaptane. So kann z.B. aus Ethanol das Ethanthiol entstehen. (Abb. 15.4). Aus den Mercaptanen können sich weitere schlecht riechende Substanzen bilden.
Abb. 15.4: Entstehung des Mercaptans Ethanthiol aus Ethanol in Gegenwart von Schwfelwasserstoff.

Vermeidung:

Die genauen Ursachen für den Gärungsböckser sind leider noch unklar. Es gibt aber verschiedene bekannte Risikofaktoren, die das entstehen eines Böcksers fördern. Beim Traubenwein können zum Beispiel Spritzmittelrückstände auf den Trauben oder Schwefelreste im Fass den Böckser fördern. Generell riechen Maischegärungen, die reich an Trübstoffen sind, intensiver nach Schwefelwasserstoff als trübstoffarme Weine. Deshalb wird der Schleim im frisch gepressten Saft von hellen Trauben vor Beginn der Gärung gefiltert (Entschleimungsfiltration). Für den Hobbywinzer ist die Tatsache interessant, dass viele Wildhefen mehr Schwefelwasserstoff bilden als Reinzuchthefen. Dies ist ein guter Grund mehr, eine Reinzuchthefe zu verwenden. Ein weiterer bekannter Risikofaktor ist Nährstoffmangel, weswegen besonders die nährstoffarmen Honigweine einen üblen Geruch während der Gärung entwickeln können. Dem kann man durch Zugabe von Nährsalz und von Fruchtsaft entgegen wirken.

Behandlung:

Wie bereits erwähnt bildet sich bei jeder Gärung Schwefelwasserstoff in unterschiedlichen Mengen. Auch wenn der Geruch bei extrem nährstoffarmen oder bei einigen Maischegärungen sehr auffällig sein sollte führt dies in der Regel nicht zu einem andauernden Weinfehler. Woran liegt das? Die Schwefelwasserstoffbildung ist besonders intensiv in der frühen Gärphase und lässt anschließend nach. Der gebildete Schwefelwasserstoff wird mit dem Kohlendioxid ausgetrieben, Eine einfache Methode, letzte Schwefelwasserstoffreste zu neutralisieren, ist die Belüftung. Deshalb sollte man den Wein beim Abziehen über die Innseite des Ballons laufen lassen, damit er eine große Oberfläche hat. Dabei reagiert der Schwefelwasserstoff mit Sauerstoff, es bilden sich Wasser und Schwefel. Auch die Schwefelung bei beendeter Gärung bewirkt einen Schwefelwasserstoffabbau (Abb. 15.5). Bei sehr starken Böcksern kann eine Behandlung mit Aktivkohle den Weinfehler verbessern. Profis behandeln hartnäckige Böckser mit Schwermetallsalzen. Davon sollte der Hobbywinzer die Finger lassen, denn Schwermetallrückstände sind gesundheitsschädlich!
Wie gesagt leichte Fälle sind fast schon normal bei einem Met, ich habe das bei 80% meiner Metansätze gehabt und die wurden alle sehr lecker.
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Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: Met riecht nach faulen Eiern

Beitrag von Metjazzer » 10 März 2020 17:52

Hallo Chesten,

Erstmal vielen lieben Dank für deine Schnelle Antwort.
Ja da bin ich ja beruhigt. Bei meinem Wikingerblut roch es nämlich immer sehr angenehm nach cidre. Egal in welchem Stadium. Deswegen bin ich ein bisschen in Panik gekommen :D
Also erstmal abwarten und immer fleißig schütteln nehme ich an?

Lg

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Re: Met riecht nach faulen Eiern

Beitrag von Chesten » 10 März 2020 17:57

Kein Problem ;) !

Ich war halt gerade online.

Ja einmal am Tag kräftig den Bodensatz durchmischen das reicht.
20 Liter im Glasballon ist schon harte Arbeit :lol: !
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Re: Met riecht nach faulen Eiern

Beitrag von Metjazzer » 10 März 2020 18:16

Das krieg ich schon hin mit dem schwenken. Nur meine Freundin ist nicht so von meinem Projekt überzeugt :D:D:D

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Re: Met riecht nach faulen Eiern

Beitrag von Chesten » 10 März 2020 18:49

Metjazzer hat geschrieben: Das krieg ich schon hin mit dem schwenken. Nur meine Freundin ist nicht so von meinem Projekt überzeugt :D:D:D
Ich stehe auf halbtrockene Weißweine und meine Freundin auf trockene Rotweine und ich habe sie auch überzeugt bekommen :lol: !
Ein Johannisbeerwein halb weiß halb rot schmeckte ihr nicht aber eine Quitte sagte ihr sehr zu.
Letztens waren ihre Eltern aus Kanada da und ihre Mutter meinte das dieser Wein nahe der Perfektion wäre !
Braucht es mehr Lob :D ???

Nicht jeder Wein schmeckt jeden so ist das nun so mal und Met strinkt manchmal :lol: ! Meine Freundin liebt den Apfelfederweißer von der Homepage.
Ich sag lad´ein paar Leute ein ich bringe alles zu dir und dann kaufen wir mal ebend den Apfelsaft und in ca. 5 Tagen machen wir eine Party mit deinem Federweißer. Joa "noch" ist der Funke nicht übergesprungen aber zumindest möchte sie wieder mit zum Forumstreffen, genannt Fruchtweintagung, so schlecht kann also der Stoff nicht sein den ich und die Anderen hier poduzieren :lol: !
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Re: Met riecht nach faulen Eiern

Beitrag von Metjazzer » 10 März 2020 20:35

Ja super dass es deiner Schwiegermutter so gefallen hat :)
Ich denke dass das Endprodukt meine Freundin auch überzeugen wird. Mein Wikingerblut hat ja während der Gärung auch nicht so derbe gestunken. Und schmeckte ihr sehr gut. Sie ist nur gerade kein Fan von dem ´´dezenten´´Geruch von faulen Eiern der durch die Bude müffelt :D

Aber interessant das es sogar Foren- Treffen hier gibt. Sind die öffentlich oder auf Einladung?

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Re: Met riecht nach faulen Eiern

Beitrag von JasonOgg » 11 März 2020 07:49

Metjazzer hat geschrieben:
10 März 2020 20:35
Aber interessant das es sogar Foren- Treffen hier gibt. Sind die öffentlich oder auf Einladung?
Die sind öffentlich, du kannst Dich selber einladen.

Leider ist es für dieses Jahr schon voll.

Aber manchmal gibt es auch regionale Treffen.
'And what would humans be without love?' - 'RARE', said Death.
T.Pratchett - Sourcery (1988)

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Re: Met riecht nach faulen Eiern

Beitrag von Metjazzer » 14 März 2020 15:23

Kleines Update und nochmals ein Dankeschön:

Nach täglichem Schwenken (ca. 3 Mal am Tag) entweicht nun ein herrlicher Honigduft aus meinem Gärspund :D Das Zeug war heute sogar so furztrocken das ich jetzt schon nachsüßen musste :O Kann das überhaupt sein? Normalerweise habe ich das erst nach 10 tagen machen müssen. Aber es war wirklich jeglicher Zucker weg. Und nachdem ich Honig nachgegeben habe rastet mein Met förmlich wieder aus!!! Ist kaum zu bändigen wie es blubbert. Habt ihr auch ab ud zu so unterschiedliche Reaktionen in der Gärung? Oder verläuft es bei euch immer gleich?

LG Metjazzer

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Re: Met riecht nach faulen Eiern

Beitrag von Fruchtweinkeller » 14 März 2020 23:06

Jeder Ballon hat seinen eigenen Kopf. Du bist auf dem richtigen Weg, einfach weitermachen ;)
90% of everything is crap... Except crap. 100% of crap is crap.
(Too much coffee man)

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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