Schwarze Stachelbeere 2013...

Der Lohn der Mühe: Was trinkt ihr gerade, und wie beurteilt ihr den Wein?
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Schwarze Stachelbeere 2013...

Beitrag von Professore » 19 April 2015 22:38

...aus Senden beschließt den Abend.

Optisch funkelnd rot im Glas entwickelt er sich im Abgang zu einer
wahren Fruchtbombe mit einem Hang zur schweren Süße.
Das Etikett weist ihn als halbtrocken aus, ich würde ihn lieblich nennen.

Ein perfekter Dessertwein, der schon auf Grund seiner 15% nicht dazu
geeignet ist, um in großen Gläsern getrunken zu werden.

Gruß

Jochen
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JasonOgg
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Re: Schwarze Stachelbeere 2013...

Beitrag von JasonOgg » 20 April 2015 11:27

Professore hat geschrieben:Das Etikett weist ihn als halbtrocken aus, ich würde ihn lieblich nennen.
?-? manchmal sollte man nicht nur mit Vorlagen für die Etiketten arbeiten ...

Danke für das Lob.

Der 2014 wartet im Ballon auf das Abfüllen, vielleicht sollte ich einen Hauch weniger Zucker nehmen.
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Re: Schwarze Stachelbeere 2013...

Beitrag von Steiner111 » 20 April 2015 21:00

Su manchen Weinsorten past eher Trocken, Halb Trocken, Lieblich oder sogar manche süß ausgebaut an besten schmäcken.

Zum beispiel mein Beerenmix met ist Halb Trocken bis Lieblich ausgebaut und der schmäckt so wie er ist sehr gut und mein Pflaumen/Zwegenwein ist lieblich bis süß ausgebaut (zwar müßen die beiden Weine noch ein bischen reifen, aber sonst) aber beide schmäcken beide so wie sie sind gut (nach dem geschmack von meiner Mutter, Vater und mir).

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Re: Schwarze Stachelbeere 2013...

Beitrag von CJD » 21 April 2015 11:47

Wobei ich finde manche Weine bei der Abfüllung genau richtig und dann später zu süß. Andere wiederum bei der Abfüllung zu herb, ein Jahr später aber rund und lecker.
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Re: Schwarze Stachelbeere 2013...

Beitrag von Vine » 21 April 2015 20:50

Hehe, Professore ... auch ich durfte ein Sendener Tröpfchen probieren (Brombeer-Quitte) und stellte danach meine Kenntnis über die Süßegrade von Weinen stark in Frage :roll: Das, was da als halbtrocken deklariert wurde, war auf meiner Zunge nämlich "lieblich", mit deutlicher Tendenz hin zu "süß". Danach kamen mir meine halbtrockenen Weine staubig vor :mrgreen: Aber jetzt bin ich doch ganz beruhigt, dass es sich um einen Etikettierfehler gehandelt hat.
Der Wein selbst war gar nicht schlecht: Herrlicher Quittengeschmack auf der Zunge erst, in der Mitte und beim Abgang mischt sich die Brombeere sanft hinein, nur unterstützend und ergänzend. Gute Säure, schön fruchtig, aber eben sehr, sehr süß und sehr hochprozentig. Vielleicht als Dessert nach einem Essen ...
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Re: Schwarze Stachelbeere 2013...

Beitrag von Steiner111 » 22 April 2015 21:15

Mein Beerenmix Met ist auch sehr herb und hoffe nur das es sich nicht all zu viel weniger wird, den so wie der jetzt, ist der gut (vllt. ein bischen weniger)

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Re: Schwarze Stachelbeere 2013...

Beitrag von Professore » 22 April 2015 21:58

Vine hat geschrieben:Hehe, Professore ... auch ich durfte ein Sendener Tröpfchen probieren (Brombeer-Quitte) und stellte danach meine Kenntnis über die Süßegrade von Weinen stark in Frage :roll: Das, was da als halbtrocken deklariert wurde, war auf meiner Zunge nämlich "lieblich", mit deutlicher Tendenz hin zu "süß". ...
Nun, beim Schmied hat sich anscheinend die Perspektive, was den Süßegrad des Weines
angeht, etwas verschoben.
Früher waren seine Weine eher trocken (soweit ich mich erinnern kann).

Andererseits habe ich auch schon Weine abgefüllt, die ich zum Zeitpunkt des Verkorkens als
OK befand, wenn ich dann nach einiger Zeit eine Flasche geöffnet habe, war er mir
plötzlich zu süß. Sei's drum, dem Schwiegervater schmeckt er trotzdem.

Gruß

Jochen
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Re: Schwarze Stachelbeere 2013...

Beitrag von Vine » 23 April 2015 00:53

Ich empfinde das Einstellen der Restsüße als einer der schwierigsten Akte überhaupt, was die Weinbereiterei betrifft. Es hilft nichts: Man muss vor der Sterilfiltration/Abfüllung den Wein beurteilen, ob oder wieviel Süße man ihm gönnt. Da spielt viel Tagesform mit hinein und auch benötigt es gewisse prophetische Eigenschaften ;) Eine lange Erfahrung ist da sicherlich von Vorteil - auf eine solche kann ich nur leider noch nicht zurückgreifen, sodass ich bei einigen meiner Weine nicht zufrieden bin, was den Süßegrad angeht. Z. B. meine Erdbeere ... die war sehr ansprechend, als ich sie abfüllte. Habe sie so auf 10-11 g/l eingestellt (ein Drittel Zucker natürlich noch dazu, wegen des Schwunds), doch mittlerweile kommt sie wahrlich trocken daher und ein leicht bitterer Geschmack tritt hervor. Wenn ich im Glas ein wenig nachzuckere, schmeckt sie wieder so köstlich, wie zuvor.
Nun ja ... mit der Zeit wird alles besser werden :)
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Re: Schwarze Stachelbeere 2013...

Beitrag von JasonOgg » 23 April 2015 08:16

Professore hat geschrieben:Nun, beim Schmied hat sich anscheinend die Perspektive, was den Süßegrad des Weines
angeht, etwas verschoben.
Früher waren seine Weine eher trocken (soweit ich mich erinnern kann).
:mrgreen:
Ja, da ist etwas dran.

Ich habe mich zu der Einsicht durchgerungen, dass Zucker auch Geschmacksverstärker ist.
Vine hat geschrieben:Ich empfinde das Einstellen der Restsüße als einer der schwierigsten Akte überhaupt, was die Weinbereiterei betrifft. ... Da spielt viel Tagesform mit hinein und auch benötigt es gewisse prophetische Eigenschaften ;)
Genau aus der Sackgasse versuche ich herauszukommen.

1. etwas süßer wegen des Süßkraftverlustes
2. inzwischen bin ich schon unter 1025 :pfeif:
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Re: Schwarze Stachelbeere 2013...

Beitrag von Vinifikator » 23 April 2015 10:54

JasonOgg hat geschrieben:Ich habe mich zu der Einsicht durchgerungen, dass Zucker auch Geschmacksverstärker ist.
Das ist in der Tat so! Bei mir ist es aber komischerweise genau andersrum. Ich habe anno 2011 ausschließlich mit lieblichen Weinen angefangen (Restzuckerzugabe zwischen 20-30g/l) und bin im Laufe der Zeit immer mehr auf den Geschmack gekommen, den Weinen weniger Restzucker zuzugeben. Meine letzten Weine habe ich dann überwiegend nur noch mit 5g/l versetzt, was laut Definition einem trockenen Wein entspricht. Das passt nach Monaten und Jahren der Lagerung ganz besonders gut zu eher schwereren Weinen wie Schlehe und Brombeere. Der Trick ist glaube ich, bei wenig Restzucker mehr Gerbstoff als üblich im Wein zu haben. So zumindest meine Erfahrung.

Man könnte diesbezüglich vielleicht auch vom "Harmonie-Viereck" sprechen ??? Alkohol-Säure-Zucker-Gerbstoff...
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Re: Schwarze Stachelbeere 2013...

Beitrag von Steiner111 » 23 April 2015 13:12

Der eigene geschmack ändert sich über die jahre bzw. die anderen sagen das der zu trocken oder zu süß ist.

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Re: Schwarze Stachelbeere 2013...

Beitrag von Tompson » 23 April 2015 20:04

Ich bin zwar ein wenig vom Zucker abgekommen aber nur wenig. Wie jemand hier im Trööt sagte, die Tagesform. Immer bekommt man es nicht ideal hin. :tsts:

Aber ich bin weit davon entfernt, das irgendwelchen Geräte oder Labopraktiken zu überlassen. Kelle und Holzlöffel plus Zuckertüte, das Ganze kurz vorm Sterilfiltern abschmecken plus ein wenig drauf und dann ab in die Flasche. Eigentlich hat das bis jetzt immer funktioniert :)
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