Bildgeschichte Filtern mit Pulcino

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Bildgeschichte Filtern mit Pulcino

Beitrag von JasonOgg » 13 Dezember 2019 14:03

In der Hoffnung, dass das eine oder andere Bild für die Filter-Praxis mit dem Pulcino interessant sein könnte, hier ein paar Bilder meiner Filteraktion. Zuerst ein paar Zahlen:

Es wurden acht Ansätze in zwei Tagen/Sitzungen gefiltert. Dabei wurden 34 halbe Filterplatten, 186 Korken für größtenteils 0,75l, aber auch 0,33l Flaschen, 7kg Zucker, unzählige Liter Spülwasser, rund 100g Kaliumpyrosulfit, Spiritus, Isopropanol usw. verbraucht. Gottseidank ist nichts zu Bruch gegangen. Aber der Reihe nach.

(Fortsetzung folgt)
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Re: Bildgeschichte Filtern mit Pulcino

Beitrag von JasonOgg » 13 Dezember 2019 14:04

Am ersten Tag habe ich in folgender Reihenfolge feingefiltert:
10l Weißwein, 20l Quitte, 15l Wichling-Pflaume, 23l Dracula (Kirsche, schwarze Johanna, Ingwer), 19l Kirsche-Aronia

Danach war der Feinfilter dicht, insbesondere deßhalb, weil ich den Bodensatz teilweise mitgefiltert habe (auch wenn das eigentlich nicht beabsichtigt war. :(
Das Ergebnis sieht dann wie folgt aus:
Bild

Das Feinfiltern machte keine Probleme, aber bei sechs EK1-Schichten kann es etwas dauern, daher musste die Pflaume bis zum zweiten Tag warten. Irgendwann ist die Lust an einem Tag aufgebraucht.
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Re: Bildgeschichte Filtern mit Pulcino

Beitrag von JasonOgg » 13 Dezember 2019 14:11

Am zweiten Tag habe ich aus dem ersten gelernt und sofort 10 halbe Schichten in den Filter gesetzt. Beim Spülen sa dann der Durchfluss so aus:

Bild

Bei der roten Jobeere dann so:
Bild

Bei der schwarzen Jobeere musste die gelernte Lektion über Bodensatz verarbeitet werden ;)
Bild

Der Durchfluss blieb konstant:
Bild

Ich war aber auch vorsichtig:
Bild

Durchfluss beim letzten Ansatz:
Bild

Und noch der Bodensatz vom Muscat Bleu Rotwein:

Bild

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Re: Bildgeschichte Filtern mit Pulcino

Beitrag von JasonOgg » 13 Dezember 2019 14:18

Der Filter sah anschließend so aus:

Bild

Man erkennt, dass es unten rechts wohl etwas geleckt hat. Von unten erkennt man fast nichts:

Bild

Also nach dem Aufmachen mal genauer angesehen. Vorne sind die Filterplatten die am weitesten rechts waren. Bitte nicht verwirren lassen, die Wölkchen habe ich für das Foto nach vorne gedreht:

Bild

Man erkennt das Leck. Die Rückseite sah so aus:

http://www.braun-senden.de/coppermine/a ... 114621.jpg

Beim Sterilfiltern müsste ich mir jetzt Gedanken machen, ob ich das Restrisiko eingehen würde (hätte ich wahrscheinlich), aber beim Feinfiltern ist mir das egal.

Der Vollständigkeit halber noch die Auffangschale, da ist nicht viel im Filter hängengeblieben:
Bild

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Re: Bildgeschichte Filtern mit Pulcino

Beitrag von JasonOgg » 13 Dezember 2019 14:26

Noch die fehlenden Mengen:
23l rote Johannisbeere, 15l Josta, 20l schwarze Jobeere, 8l Muscat Bleu Rotwein. Es waren nicht alle Ansätze von diesem Jahr, sondern auch von 2018 noch einige.

Leider war der Handy-Akku leer, also keine Fotos vom Sterilfiltern.

Hier kam noch die Wichling-Pflaume dazu, dafür blieb die schwarze Jobeere weg, ich habe nur noch 12 leere Flaschen, zu wenig für die Abfüllung.

Der feingefilterte Wein kann ruhig stehen, das ist nichts anderes als sehr ordentlich von der Hefe abgezogen :mrgreen:

Das Ergebnis muss nur noch etikettiert werden:

Bild
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Re: Bildgeschichte Filtern mit Pulcino

Beitrag von 420 » 13 Dezember 2019 20:25

Glückwunsch zur gelungenen Filteraktion.

Zu beobachten ist auf jeden Fall, dass viele kleinere Ansätze erheblich mehr Zeit benötigen, als ein großer Ansatz - auch wenn der die doppelt Menge umfasst.
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Re: Bildgeschichte Filtern mit Pulcino

Beitrag von Fruchtweinkeller » 13 Dezember 2019 22:53

Schöne Bildergeschichte. Aber wer soll das alles nur trinken :? Und wer liefert die leeren Flaschen 8-!
90% of everything is crap... Except crap. 100% of crap is crap.
(Too much coffee man)

Am Rande des Wahnsinns hat man die beste Aussicht.

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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Re: Bildgeschichte Filtern mit Pulcino

Beitrag von JasonOgg » 14 Dezember 2019 11:15

Deswegen hatte ich mir ja ganz fest vorgenommen, dieses Jahr kürzer zu treten. Und deswegen werden die Mispeln zu Marmelade und die Pastinaken werde ich auch so essen und die Kühltruhe wird es nächstes Jahr geleert :mrgreen:
Fruchtweinkeller hat geschrieben:
13 Dezember 2019 22:53
... Und wer liefert die leeren Flaschen 8-!
Die Trinker der vollen Flaschen ;)
Die muss ich nur noch finden :?
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Re: Bildgeschichte Filtern mit Pulcino

Beitrag von JasonOgg » 14 Dezember 2019 11:26

420 hat geschrieben:
13 Dezember 2019 20:25
Zu beobachten ist auf jeden Fall, dass viele kleinere Ansätze erheblich mehr Zeit benötigen, als ein großer Ansatz - auch wenn der die doppelt Menge umfasst.
Dem kann ich nur zustimmen. Die Rüstzeiten für Filteraufbau, spülen, aufräumen bleibt gleich, egal wie viele Ansätze man bearbeitet. Natürlich braucht ein 20l Ansatz doppelt so lange zum filtern wie ein 10l Ansatz, aber das verschwindet in Relation zu den Umbau-Zeiten. Und auch bei kleinen Ansätzen muss Zucker eingestellt werden, bei zwei kleinen dauert das Messen auch doppelt so lange wie bei einem großen.

Was ich leider nicht gemessen habe ist die Zeit die man braucht, um den Zucker zu lösen. Die 1,8kg Zucker für die verhungerte rote Jobeere mit 13% habe ich in 4-mal 1,5l Wein mit dem Magnetrührer aufgelöst. Das hat schon etwas gedauert.

Platz, Geräte und penibler Ablaufplan erlauben vielleicht eine gewisse Parallelisierung der Abläufe, also Abfüllen eines Ansatzes während der nächste filtert. Da war mir der Platz ein wenig eng und das Risiko beim sterilen Arbeiten zu groß. Alleine Flaschen wurden nebenher gespült. Mit einem Helfer ist das leichter.
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Re: Bildgeschichte Filtern mit Pulcino

Beitrag von willkomm2000 » 14 Dezember 2019 13:43

JasonOgg hat geschrieben:
13 Dezember 2019 14:04
Am ersten Tag habe ich in folgender Reihenfolge feingefiltert:
10l Weißwein, 20l Quitte, 15l Wichling-Pflaume, 23l Dracula (Kirsche, schwarze Johanna, Ingwer), 19l Kirsche-Aronia

Danach war der Feinfilter dicht, insbesondere deßhalb, weil ich den Bodensatz teilweise mitgefiltert habe (auch wenn das eigentlich nicht beabsichtigt war. :(
super geschichte... ein bild sagt mehr als tausend worte...
zwei kurze nachfragen:
a) hast du etwa die ganzen knapp 90 liter am ersten tag quasi in einem rutsch mit den 8 filterplatten fein-gefiltert?
b) woher kommt solch ein leck im filter?
gruß aus ostwestfalen
klaus

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Re: Bildgeschichte Filtern mit Pulcino

Beitrag von JasonOgg » 14 Dezember 2019 16:08

willkomm2000 hat geschrieben:
14 Dezember 2019 13:43
a) hast du etwa die ganzen knapp 90 liter am ersten tag quasi in einem rutsch mit den 8 filterplatten fein-gefiltert?
Ja, gute Vorklärung hilft, dass man keine Grob- oder Mittelfilter nehmen muss. Die Quitte, die Pflaume und der Dracula hatten fast ein Jahr zum klären, dass waren Ansätze von 2018.

Wobei der Bodensatz die Kirsche-Aronia doch ganz schön gebremst hat, siehe den eingezogenen Bodensatz. Man darf halt nicht das Saugrohr in den Bodensatz fallen lassen :twisted: Daher habe ich für den zweiten Tag auch direkt 10 Platten genommen, sonst kann ein Hobby auch irgendwann aufhören Spaß zu machen :pfeif:

Ich habe immer noch einige Tropfen des letzten Ansatzes in den letzten Ballon filtern lassen, auch wenn der neue Ansatz schon angesaugt wurde. Im Filter ist ja doch noch ein ziemlicher Rest vorhanden. So habe ich nur wenige Centiliter gemischt. Dazu kommt, dass es mich nicht juckt, ob da ein halbes Glas rote Johannisbeere in den 20l Ballon mit der schwarzen kommt. Erstens ist die dort sowieso schon drin, zweitens werden die geschmack- und farbintensivsten Ansätze immer zuletzt gefiltert, da kommt das geschmacklich bzw. farblich gar nicht durch. Auch hier sind große Ansätze von Vorteil, denn ob man 5l oder 20l mit einem halben Glas verunreinigt macht doch einen Unterschied. Die Aronia oder Holunder könnte man da schon als Einfärbung erkennen oder Himbeere rausschmecken.

willkomm2000 hat geschrieben:
14 Dezember 2019 13:43
b) woher kommt solch ein leck im filter?
Ich hatte erst den Verdacht, dass ich die Löcher zu ungenau gestanzt habe. Aber wenn man genau hinschaut, dann sieht man, dass das keine Rolle spielt. Ich vermute zwei Ursachen:
  1. Nicht fest genug zugeschraubt, man sieht die eingefärbten Klemmlinien, die sollten eher weiß sein.
  2. Den letzten Rest beim Filtern mit aller Gewalt durchgeprügelt solange es noch nicht nur tropft.
    Der Pulcino baut doch etwas Druck auf. Wenn der Wein wegen Verstopfung nicht mehr durch die gewollte Fläche geht, dann sucht er sich einen anderen Weg und das ist dann halt der Rand.
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Re: Bildgeschichte Filtern mit Pulcino

Beitrag von willkomm2000 » 14 Dezember 2019 17:21

JasonOgg hat geschrieben:
14 Dezember 2019 16:08

Wobei der Bodensatz die Kirsche-Aronia doch ganz schön gebremst hat, siehe den eingezogenen Bodensatz. Man darf halt nicht das Saugrohr in den Bodensatz fallen lassen :twisted: Daher habe ich für den zweiten Tag auch direkt 10 Platten genommen, sonst kann ein Hobby auch irgendwann aufhören Spaß zu machen :pfeif:
hab mir für meinen ersten im frühjahr anstehenden filterversuch schon überlegt, ob ich direkt vor dem filtern den wein erste einmal manuell vom bodensatz abziehe, dann brauch ich beim langsameren filtern nicht so aufpassen :?:

bin mir aber nicht sicher, ob das dem wein gut-tut? bei der umfüllerei und filterei und abfüllerei kommt doch ganz schön luft an das getränk bevor er denn mal in der flasche ist?

hast du noch eine spezielltechnik fürs abfüllen deiner vielen flaschen, oder ganz low-tech mit ansaugschlauch und füllstopptrichter :?:

gruß aus ostwestfalen
klaus

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