Ein Tag lang leerer Gärspund

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Beaer
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Ein Tag lang leerer Gärspund

Beitrag von Beaer » 22 November 2017 19:16

Nabend zusammen,

als erstes mein erster met ging weg wie warme semmeln :) Und jetzt probier ich auch grad n neues "Rezept".

Eigtl nur mit apfelsaft, aber der geht ab wie schmitz katze... da is auch das problem... Der hat so hoch geschaeumt und geblubbert das das gesamte wasser ausm Gärspund gedrueckt hat, heut morgen war noch wasser drin, und ich komm grad heim und das ding is leeer XD laut meiner Frau schon seit spaetem morgen. Der hatte also gut nen ganzen tag kontakt mit sauerstoff... Ist mitlerweile wieder aufgefuellt mit sicherheitsabstand ;)

Meine Frage waer nur kann ihm das arg geschadet haben das er nen Tag Sauerstoff hatte? Der Ansatz ist erst 3 Tage alt...

mfg Mike

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Josef
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Re: Ein Tag lang leerer Gärspund

Beitrag von Josef » 22 November 2017 19:47

Wenn der Wein so stark geblubbert hat, das die Flüssigkeit im Gärröhrchen verschwunden ist, dann kann man davon ausgehen, das aus dem Gärröhrchen so viel Gas ausgetreten ist, das nichts hinein kommen konnte.

Selbst wenn die Gärung komplett zum erliegen gekommen wäre, würde ich davon ausgehen, das unwesentlich Sauerstoff in den Ansatz gelangen konnte, da die Kohlensäure ja schwerer ist als Luft und als Schutzschicht auf dem Wein schwebt. Und über welchem Zeitraum reden wir denn überhaupt, gerade mal einen Tag. Also keinen Stress.

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Re: Ein Tag lang leerer Gärspund

Beitrag von Fruchtweinkeller » 22 November 2017 19:55

Richtig. Und über etwas Sauerstoff wäre die Hefe in dieser Phase ohnehin dankbar.
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Re: Ein Tag lang leerer Gärspund

Beitrag von Beaer » 22 November 2017 20:47

Puh, da bin ich aber erleichtert, er riecht naemlich schon sehr verlockend mit honig von einem bekannten imker und apfelsaft eines bauern aus der naehe. da wuerd ich so schnell nicht mehr rankommen ^^'

ab welcher dauer muss man sich denn sorgen machen?

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Re: Ein Tag lang leerer Gärspund

Beitrag von Chesten » 22 November 2017 21:00

Beaer hat geschrieben:ab welcher dauer muss man sich denn sorgen machen?
Kommt drauf an in welcher Phase sich dein Wein befindet so pauschal kann das nicht sagen aber wenn du jeden Tag mal morgens und abends eine Kontrollblick auf dem Ballon wirfst ist alles ok.
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: Ein Tag lang leerer Gärspund

Beitrag von Beaer » 22 November 2017 21:04

In der Abfuellphase z.b. wenn das Abfuellen/Filtern sagen wir mal 14 stunden dauern wuerde?

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Re: Ein Tag lang leerer Gärspund

Beitrag von Fruchtweinkeller » 22 November 2017 21:18

"Lebendige" Hefe bindet Sauerstoff. Solange solche noch im Ansatz ist kann also eine gewisse Menge Sauerstoff toleriert werden. Wie viel genau, das ist nicht vorhersagbar, weil es von mehren Faktoren abhängt. Ist der Wein "fertig" ist empfindlicher. Klar, Filteraktionen könnnen sich hinziehen, und dass das nicht optimal ist merkt man am "Filterschock". Mit etwas Glück sind die oxidativen Vorgänge aber "noch" reversibel, und die Geschmäcker harmonisieren sich im geschwefelten und gelagerten Wein wieder.
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Re: Ein Tag lang leerer Gärspund

Beitrag von Beaer » 22 November 2017 22:13

Ich hab mal gesucht aber keine genaue Definition von "Filterschock" gefunden... nur im groben das der Geschmack "fader" wird sich aber in der Flasche wieder erholt... Ist das soweit richtig? Muss ich da noch was machen außer lagern damit der oxidative Vorgang "rueckgaengig" gemacht wird?

Ich wollte eigtl. einen anderen Honig/Wasser Met am Wochenende mit einem Schwerkraftfilter (ja ich weiss nicht optimal, aber mehr Geld ist nicht da und obwohl ichs mir eigtl. nicht leisten kann macht mit das wein herstellen ein heiden vergnuegen) filtern (wenn er bis dahin da ist der filter) damit er klarer wird und der Hefe Geschmack nicht mehr so dolle ist wie beim ersten Met (ungefiltert).
Meine "Tester" meinten alle der sei geschmacklich sehr gut gewesen mit einem angenehmen Honiggeschmack im Nachgang, jedoch sei noch eine leichte bittere Note von der Hefe zu schmecken was störend sei...

Ich würde den abziehen, dann schwefeln und dann ein paar stunden filtern... ist das so richtig? sind knapp 5l und bei nem Durchsatz von 0.5l/2h waer der knappe 20 1/2 Stunden geschwefelt Sauerstoff ausgesetzt...
Ansonsten könnte ich ja den nach dem Abziehen schon mal in 1-2l Flaschen füllen und von dort aus dann filtern, würde die zeit vermindern wo er mit Sauerstoff in Kontakt kommt...
Das soll quasi der Testdurchlauf für den Apfelmet werden...

ps. woher weiss das forum das ich grad 10l wein daheim rumstehen hab? XD (nur n scherz)

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Re: Ein Tag lang leerer Gärspund

Beitrag von Fruchtweinkeller » 22 November 2017 22:38

Nein, da muss man nicht aktiv werden. Einfach filtern, schwefeln, abfüllen und sich eine Weile gedulden. Nach ein paar Wochen bis Monaten erscheint der Wein dann wieder aromatischer und "frischer". Irgendwann wird er natürlich wieder altern.

Nach der Gärung: Schwefeln, Hefe absetzen lassen, dann innerhalb weniger Wochen abziehen, spundvoll lagern und Selbstklärung abwarten. Wenn er optisch klar ist (nach Wochen oder Monaten): Abziehen vom Bodensatz und filtern.

Der Schwerkraftfilter taugt gar nichts. Für finanzielle Nöte habe ich größtes Verständnis, aber wer billig kauft, der kauft doppelt ;) Wie auf der HP angegeben ist der Simplex-Filter der günstigste Filter, mit dem man sinnvoll arbeiten kann. Da der Pulcino Oil aber nicht so viel teurer, aber sehr viel komfortabler ist, würde ich heute zum Pulcino raten (~170 Teuros). Ganz ehrlich: Wenn du das nicht investieren willst, so verzichte lieber lieber ganz auf die Filterei. Geht auch, wie einige hier im Forum beweisen ;)
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Re: Ein Tag lang leerer Gärspund

Beitrag von Beaer » 22 November 2017 23:07

Also vorm abziehen schwefeln, warten und dann nachm filtern nochmal schwefeln? Ich dachte bisher nur einmal nachm abziehen schwefeln :shock:
das mit dem selbstklaeren ist bei mir so ne sache... ich hab den letzten ansatz knappe 4 1/2 Monate stehen lassen und er war trueb wie nach dem ersten abziehen... und auch die "oberste" schicht hat einen merklichen hefe geschmack.. ich hatte gehofft das der schwerkraftfilter gegen den was ausrichten koennte.

170 Euros sind leider knappe 100 euro zu viel ^^' Wenn das selbstklaeren funktionieren wuerde, wuerde ich auch gerne aufs filtern verzichten, aber es tut sich einfach rein gar nix, steht in nem dunklen raum bei ~14°Ich hab mim ersten ansatz auch mit chemie probiert (mit ner probe), aber das wurde nur noch "nebliger" egal wie rum ichs gemacht hab...

Pulcino ist doch der mit dem Motor bzw der elektrischen pumpe richtig? da wuerde mir meine frau auch was erzaehlen wenn ich das inner kueche aufbaue, und keller und/oder garten haben wir nicht wirklich...

Leider gibts hier inner gegend (Niedersachsten raum Holzminden) auch keinen der so ne filteranlage hat, wo ich mal meinen Wein ansammeln koennte und dann bei dem durchlassen koennte, im gegenzug das ich die ein oder andere Flasche dann stehen lassen wuerde...

Nur mal so als kompletter Laie gefragt.. warum taugt der Schwerkraftfilter nichts? weil es zu lang dauert und zu viel sauerstoff rankommt? weil er nicht "richtig" filtert?

**edit**
moooooment ich hab grad nen geistesblitz... kann es sein das die selbstklaerung nicht in schuss kommt wenn man nachm abziehen schwefelt statt davor?

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Re: Ein Tag lang leerer Gärspund

Beitrag von Fruchtweinkeller » 22 November 2017 23:17

Der Schwerkraftfilter baut weniger Druck auf als der Simplex oder der Pulcino und arbeitet nur mit einer Filterschicht. Wenn du mit sichtbar trüben Wein arbeitest ist der Filter praktisch sofort dicht und es läuft gar nichts mehr durch. Dazu gibt es hier im Forum auch einige "Augenzeugenberichte". Natürlich kann man Schönungen versuchen, aber leider funktionieren die auch nicht reproduzierbar.

Die Schwefelung nach (!) Gärende reduziert die Hefeaktivität noch weiter und fördert das raschere Absetzen derselben. Dann kann man von der Hefe abziehen und die Selbstklärung abwarten. Je nach Ansatz funktioniert die Selbstkärung ausgezeichnet bis kaum ;) Hast du gekauften, trüben Apfelsaft verwendet? Antigel? Falls ja und nein: Problem und Problem. Der Saft ist so behandelt dass sich eher ungern etwas absetzt; Antigel könnte helfen, muss aber nicht. Mit etwas Glück und ohne Gewähr könnte eine Kieselsol-Schönung helfen. Das sollte man aber vorher mit einem kleinen Testvolumen ausprobieren.
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Re: Ein Tag lang leerer Gärspund

Beitrag von Igzorn » 23 November 2017 07:48

Ich habe zwei Erfahrungen mit Trübungen gemacht.

1. Im Winter den Ballon rausstellen, hilft kolossal.
2. Wenn der Saft gekocht wurde oder aus dem Dampfentsafter kommt, dann klärt er nicht. Auch nicht im Winter draussen.

Filter

Simplex geht, ist Aufwand - Schwerkraftfilter kenne ich nicht, aber so wie der Simplex läuft, bin ich überzeugt davon, dass der Druck eines Schwerkraft Filters nicht reicht. Da kannst auch nen Kaffeefilter nehmen. Probier es aus. Du wirst es hassen. :twisted:
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr. ... Rechtschreibfehler kommen alle durch dem Handy...

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