Schaumweinherstellung, wie Restsüße einstellen?

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Schaumweinherstellung, wie Restsüße einstellen?

Beitrag von Bahnwein » 15 Januar 2016 22:57

Ich beschäftige mich gerade mit der Herstellung von Schaumwein. Knapp 10 Liter Apfel +Johannisbeere stehen jetzt ca. 6 Monate nach Flaschenabfüllung im Keller. Erste Tests waren schon recht vielversprechend. ;) Er ist nun halt noch auf der Hefe und absolut trocken. Eine Möglichkeit wäre bei der Flaschenabfüllung natürlich gewesen, mehr Zucker dazu zu geben, so daß noch Restzucker nach dem Erreichen von den 6 bar (oder so ca.) vorhanden ist und dieser nicht mehr vergoren werden kann. Habe ich aber nicht getan, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Außerdem wollte ich eigentlich auch nur etwas mit Kohlensäure erzeugen zum Ausprobieren.
Methode zwei scheint zu sein, dass nach dem degorgieren noch Zucker dazu gegeben wird. Die sogenannte Dosage, oder so ähnlich.
Was ich jetzt nicht verstehe ist, :mrgreen: Wieso wird dieser Zucker jetzt nicht vergoren? Beim Degorgieren gibt es doch einen Druckverlust. Ist die Hefe nach der langen zuckerfreien Zeit gestorben? Oder sind es nur noch so wenige Hefezellen, dass die weitere Gärung halt nur extrem langsam abläuft?
Vielleicht kann mich hier ja jemand Aufklären, wäre echt super.
PS.:Was wird denn bei der Dosage alles so als Likör benutzt? Scheinen ja auch Mischungen aus allem Möglichen zu sein, nicht einfach nur Zuckerlösung.

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Re: Schaumweinherstellung, wie Restsüße einstellen?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 16 Januar 2016 13:56

Bei degorgieren entfernst du die Hefe weitgehend, der Druckverlust sollte minimal sein. Da kann sich nicht mehr allzu viel regen ;)

MW besteht der so genannte "Likör" nur aus Wein plus Zucker.
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Re: Schaumweinherstellung, wie Restsüße einstellen?

Beitrag von Bahnwein » 17 Januar 2016 11:50

Ich hatte halt nicht gedacht, dass nach dem Degorgieren die Hefe nahezu restlos entfernt ist, so dass danach praktisch keine Gärung mehr stattfindet.
Wie lange überlebt denn so eine Hefe ohne Zucker im Wein /Sekt?

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Re: Schaumweinherstellung, wie Restsüße einstellen?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 17 Januar 2016 11:53

Ein paar einzelne Zellen werden wohl zurückbleiben. Aber wie lange die Überleben kann ich dir wirklich nicht sagen. Der Punkt ist aber dass sie sich unter den Bedingungen im Sekt nicht mehr vermehren.
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Re: Schaumweinherstellung, wie Restsüße einstellen?

Beitrag von Bahnwein » 17 Januar 2016 13:44

Ah ja stimmt, nicht mehr vermehren,das ist hier der Punkt. Na, dann kann ich ja beruhigt weiter rütteln, dass erste Mal in meinem Leben degorgieren, Restsüße einstellen, ein wenig warten und dann das ganze Experiment der hoffentlich angenehmen Vernichtung übergeben. :mrgreen:

Noch als Nachsatz: Wenn der Schaumwein besser wird als er jetzt schon ist, mache ich das garantiert noch öfter.

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Re: Schaumweinherstellung, wie Restsüße einstellen?

Beitrag von 420 » 17 Januar 2016 13:55

Bahnwein hat geschrieben:Knapp 10 Liter Apfel +Johannisbeere stehen jetzt ca. 6 Monate nach Flaschenabfüllung im Keller. Erste Tests waren schon recht vielversprechend. ;)
Je länger der Sekt auf der Hefe in der Flasche liegt, desto feiner werden die Perlen und desto runder der Geschmack. So wie ich es in Erinnerung habe, sollte man ruhig den Sekt 9 Monate oder länger auf der Hefe in der Flasche belassen. Wenn Du vorher mehr Zucker/l zugegeben hättest, könnte man einfach beim Degogieren Sekt von einer Flasche auf die anderen verteilen. Sekt machen ist halt recht langwierig.

Viel Erfolg
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Re: Schaumweinherstellung, wie Restsüße einstellen?

Beitrag von Bahnwein » 17 Januar 2016 14:27

Die Perlen fand ich schon erstaunlich gut. Länger liegen lassen schaffe ich bei diesem Versuch wohl nicht. Noch ein Jahr warten ist mir für diesen ersten kleinen Versuch zu lange, sollte ja auch nur "mal was mit Kohlensäure zum ausprobieren" werden. Und die Geschmacksentwicklung kann ich nur unterstreichen. Anfänglich war er einfach nur ein sehr kratziges Zeug. Wenn es so geblieben wäre, hätte es beim Trinken keine Freude gemacht. Danke für die Erfolgswünsche!

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Re: Schaumweinherstellung, wie Restsüße einstellen?

Beitrag von Bahnwein » 25 Februar 2016 12:23

Juchhuuh! Es hat auch bei uns im Südwesten noch über Nacht geschneit und ich konnte mir die nötige Zeit nehmen. So habe ich meinen Schaumwein heute degorgiert. Die Methode war die klassische Kühlung mit Schnee und beigemengtem Salz. Vorher habe ich die Kiste mit den Flaschen drin schon mit Schnee abgekühlt. Bei manchen Flaschen kam der Eisstöpsel mit der Hefe schön heraus, bei anderen musste ich noch ein wenig Eis mit Hefe dran /drin heraus kratzen. Ich habe die Flaschen wohl auch ein wenig zu lange eingefroren, aber ich war mir halt unsicher beim ersten mal. Den Restzucker habe ich mit in kochendem Wasser aufgelösten Zucker eingestellt. Natürlich war der dann schon abgekühlt. Dosiert habe ich den mit einer Spritze, so ca. 10g/l. Nun steht er erst mal wieder im Keller, wo er seit dem 06.09.2015 auf der Feinhefe stand. Warten bis zum nächsten Winter war mir für diesen Erstversuch zu lange. Jetzt also noch einmal ein wenig warten, dann probieren. :D

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Re: Schaumweinherstellung, wie Restsüße einstellen?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 25 Februar 2016 19:47

Na, dann hoffe ich mal das Beste. Lass hören wie der Tropfen mundet.
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Re: Schaumweinherstellung, wie Restsüße einstellen?

Beitrag von 420 » 25 Februar 2016 20:29

Kann ich mich nur anschließen. Glückwunsch und lass einfach mal hören, wie sich der Sekt entwickelt.

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Re: Schaumweinherstellung, wie Restsüße einstellen?

Beitrag von Bahnwein » 25 Februar 2016 21:17

Besten Dank an euch beide. @420: Wenn wir uns im April sehen, könnte ich ein Fläschchen mitbringen.

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Re: Schaumweinherstellung, wie Restsüße einstellen?

Beitrag von 420 » 25 Februar 2016 21:36

gerne :clap: , habe sicherlich auch etwas zum Trinken da. :D

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