CO2 Entgasung

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CO2 Entgasung

Beitrag von 420 » 03 September 2013 22:15

Bei meiner Suche im Netzt habe ich immer wieder Filme gesehen, bei denen Wein per Vakuumpumpe "entgast" werden.

Warum :? :?: :?:

Klärt der Wein dadurch besser :?:

Bei vielen Filmen wurde das bei Weinen gemacht, die schon sehr klar waren.

CO2 im Wein schützt doch, oder?

Kann mir da jemand auf die Sprünge helfen?

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Re: CO2 Entgasung

Beitrag von Fruchtweinkeller » 03 September 2013 22:24

Naja, Kohlensäure will man beim Wein ja eher nicht mit in der Flasche haben, nicht mal kleinste Mengen. Da kann man entweder warten bis die Kohlensäure futsch ist (was langwierig sein kann, insbesondere wenn ein BSA läuft oder lief) oder man macht Nägel mit Köpfen und hilft nach. Auch für den Winzer ist Zeit Geld.
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Re: CO2 Entgasung

Beitrag von 420 » 03 September 2013 22:30

Danke für die Info, habe das hier im Forum auch noch nirgends gelesen, dass jemand eine "Entgasung" vornimmt.

Wir haben ja mit unseren Weinen Zeit und wenn nicht, kann ich ja nun mit der Vakuumpumpe auch eine Entgasung vornehmen. :D

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Re: CO2 Entgasung

Beitrag von Fruchtweinkeller » 03 September 2013 22:54

Ich habe auch nicht in Erinnerung dass das jemand hier angewendet hätte.

Vorsicht mit derartigen Versuchen: Theoretisch reicht eine einfache Wasserstrahlpumpe mit Zwischengefäß um einen Rückschlag in den Wein zu verhindern (so eine liegt irgendwo bei mir im Schrank herum), aber vor allem muss das Weingefäß den Druckunterschied verkraften, sonst kann das böse ins Auge gehen. Die Chemiker benutzen dafür dickwandige, so genannte "Saugflaschen"; leider nicht ganz billig die Dinger.
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Re: CO2 Entgasung

Beitrag von 420 » 03 September 2013 23:01

Dank für den Tipp. So dickwandige Gefäße habe ich leider nicht.

Andere Möglichkeit wäre ja am Manometer die Verstellschraube für den Lufteinlass zu lösen, sodass max. 0,4 bar Unterdruck herrscht. Bei Plastikfässern werde ich es auf jeden Fall nicht anwenden (siehe: Professore hat da diesbezüglich schon schlechte Erfahrungen mit der Enolmatic gesammelt).

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Re: CO2 Entgasung

Beitrag von 420 » 02 Juli 2015 20:41

Ich weiß, Thema ist schon länger her.... :pfeif:

Im Netzt habe ich gelesen, einfach ausgedrückt, bei RW wenig CO2, bei WW mehr CO2. Weißweine mit wenig CO2 kommen lasch und müde rüber und kräftige und bei gerbstoffreichen RW mit viel CO2 kann die Wahrnehmung der Phenole unangenehm werden. Natürlich gibt es in der Weinbereitung noch weitere Aspekte für die Verwendung von CO2.

Beispiel 1,
Beispiel 2,
Beispiel 3.

CO2 Verluste entstehen u.a. auch bei wärmerer Gärung. Kaltgärhefen wären dann bei WW angesagt.

Und wie könnte es bei unseren Weinen sein? Aromaverluste durch mangelnes CO2? Damit könnte ich mir auch den Verlust des Aromas beim Ingerwein erklären.

Grundsätzlich dann Saftgärungen mit Kaltgärhefen und Maischegärungen mit normalen Hefen?

Fragen über Fragen.

VG
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Re: CO2 Entgasung

Beitrag von Fruchtweinkeller » 02 Juli 2015 22:51

Irgendwie verstehe ich den Sinn und Zweck dieser Diskussion nicht (mehr) (Könnte natürlich sein dass die Wärme meine letzten Hirnzellen zerkocht hat).

Man kann vieles vom Traubenwein auf Fruchtwein übertragen. Muss man aber nicht. Man kann beispielsweise öde schmeckende Weine mit etwas Kohlensäure aufpeppen. Es ist freilich mein Ziel, öde schmeckende Frucht- oder Honigweine gar nicht erst herzustellen.

Bei unserer "normalen" Arbeitsweise haben wir im Wein bei Abfüllung keine signifikante Menge Kohlensäure. Und wenn wir Kohlensäure in der Flasche haben, dann läuft da eine Gärung. Und wenn insbesondere eine Milchsäuregärung abläuft brauche ich mich über einen Aromaverlust nicht zu wundern.
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Re: CO2 Entgasung

Beitrag von 420 » 03 Juli 2015 21:22

Fruchtweinkeller hat geschrieben:Irgendwie verstehe ich den Sinn und Zweck dieser Diskussion nicht (mehr) (Könnte natürlich sein dass die Wärme meine letzten Hirnzellen zerkocht hat).
Wahrscheinlich habe ich da so Gedankengänge, die um 2 Ecken gehen.

in den angeführten Links steht z.B., dass bei Weißweinen so viel wie möglich an CO2 von der Gärung bis zur Flaschenfüllung her im Wein bleiben soll. Spundvolle Lagerung dient dem natürlich. Schönung wäre da nicht so gut, weil der Wein z.B. gerührt wird und das vorhandene CO2 im Wein dadurch entweicht. Zugesetztes CO2 ist nicht so gut, weil es nicht im Wein so gut gebunden ist.

Bei RW wäre das Entweichen von CO2 positiv zu sehen.
Fruchtweinkeller hat geschrieben:Man kann vieles vom Traubenwein auf Fruchtwein übertragen. Muss man aber nicht. Man kann beispielsweise öde schmeckende Weine mit etwas Kohlensäure aufpeppen. Es ist freilich mein Ziel, öde schmeckende Frucht- oder Honigweine gar nicht erst herzustellen.
Ja, deshalb auch hier die Erwähnung mit den entsprechenden Links. Öde Weine wollen wir nicht produzieren, klar. Deshalb könnte es doch so sein, dass bei Saftgärungen das CO2 bei der Herstellung so weit wie möglich im Wein verbleiben soll. Analogschluss zum WW. Wir treiben aber das CO2 am Ende der Gärung durch das Schütteln heraus, obwohl einige von uns am Ende filtern. Dies könnte doch kontraproduktiv sein oder auch ein Grund warum z.B. mein Ingerwein nach 1/2 Jahr erheblich lascher mundet. Oder sehe ich das vollkommen falsch?
Fruchtweinkeller hat geschrieben:Bei unserer "normalen" Arbeitsweise haben wir im Wein bei Abfüllung keine signifikante Menge Kohlensäure. Und wenn wir Kohlensäure in der Flasche haben, dann läuft da eine Gärung. Und wenn insbesondere eine Milchsäuregärung abläuft brauche ich mich über einen Aromaverlust nicht zu wundern.
Wenn wir Filterer den Wein nicht so schütteln und gegen die Milchsäuregärung geschwefelt haben, müsste der Wein doch voller munden oder?

Bei RW sieht es da ja anders aus. Da soll ja nicht so viel CO2 im Wein verbleiben. Wäre da ein Analogschluss zu Maischegärungen möglich? Oder gilt das nur für RW und nicht für Fruchtwein?

Hoffe, dass es etwas klarer geworden ist. Ich weiß, Randgebiete, wo vielleicht wenig Interesse besteht. :pfeif:

VG
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Re: CO2 Entgasung

Beitrag von Fruchtweinkeller » 03 Juli 2015 22:10

Ich habe es bei meinem ersten Beitrag oben unter den Tisch fallen lassen, aber die Geschichte "CO2 in WW vs. RW" ist eigentlich ein alter Hut, und hier im Forum müsste es tief vergraben auch Beiträge dazu geben. Die Spitze des CO2-WW-Eisbergs wäre salopp gesagt der Schaumwein.

Letztlich treiben wir das CO2 vor allem durch die Standzeiten, das Abziehen, Filtration, Flaschenabfüllung aus. Da bleibt kein CO2 mehr übrig, ganz egal, was du vorher angestellt hast. Wenn du CO2 haben willst musst du vor der Abfüllung begasen, am Besten per feinporiger Fritte. Auch dazu gibt es hier irgendwo Beiträge.

Um es auf den Punkt zu bringen: Ein nicht moussierender Wein hat auch keine nennenswerte CO2-Menge gelöst. Was nicht vorhanden ist kann sich nicht auf den Geschmack auswirken. Ganz egal wie alt er ist.

Wenn du deinen abgefüllten Weinnicht mit Extra-CO2 versorgt hast und er trotzdem moussiert, so dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Weinfehler vorliegen. Eine Milchsäuregärung "sorgt" vielleicht für CO2, macht dir letztlich aber jedes Aroma kaputt.

Zu deinem Ingwerwein: Weine verändern sich mit der Zeit. Sie können bei Lagerung gewinnen, aber irgendwann hat jeder Wein seinen Zenit überschritten. Damit müssen wir leben ;)
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Re: CO2 Entgasung

Beitrag von 420 » 04 Juli 2015 23:03

Du kennst es vielleicht von anderen Beiträgen von mir.... so ab und zu bin ich recht sturr :D :D und versuche mein Ding trotzdem. Mal klappt es (Weinschleuder), mal nicht (Kerzenfilter). ;)

Und gerade auch deshalb, DANKE für die Info.

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Re: CO2 Entgasung

Beitrag von 7896321 » 05 Juli 2015 16:26

Wenn man den Wein während der Gärung nicht schüttelt, und danach sorgsam pumpt, bleibt sehrwohl Co2 im Wein auch ohne nachträglich zugesetzt zu werden.

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Re: CO2 Entgasung

Beitrag von tiga » 05 Juli 2015 16:29

7896321 hat geschrieben:Wenn man den Wein während der Gärung nicht schüttelt, und danach sorgsam pumpt, bleibt sehrwohl Co2 im Wein auch ohne nachträglich zugesetzt zu werden.
In der Praxis dann aber eher doch nicht.
Schon die erste Filterstufe treibt praktisch alles an CO2 aus und nach einer Sterilfiltration ist ganz sicher kein CO2 mehr im Wein. Die starken Druckschwankungen beim Filtern sorgen dafür, dass das CO2 komplett entweicht.

Wenn man den Wein während der Gärung nicht bewegt, wird sich die Hefe im Unteren Teil verdichten und zersetzen. Ich glaube das ist dann geschmacklich eher von Nachteil.

CO2 ist billig. Wenn man unbedingt meint, mehr CO2 im Wein zu brauchen, dann begast man ihn eben. Ein Problem ist das sicher nicht. Allein der tatsächliche Nutzen bleibt fraglich
Gruss
Jan

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