Sauerkirchen aus Angesetztem und Cold Crash

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FruchtBrandt
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Sauerkirchen aus Angesetztem und Cold Crash

Beitrag von FruchtBrandt »

Hallo zusammen.
bin neu hier und hab mich schon im passendem Thread vorgestellt.
Ich habe zwei Fragen:
Ich hab gestern meinen ersten Ansatz "gebaut". Der Ansatz bestand aus ausgepressten Sauerkirschen, welche ich aus meinem Angesetzen (mit Wodka) herausfilterte. Die Sauerkirschen habe ich mit ca. 400g Zucker und 1 Liter Wasser aufgekocht. Danach dann ausgepresst. In die 3 Liter Glasflasche kam drr Ansatz wie folgt:
Ca. 1.5 Liter Sauerkirschzuckersaft
Ca. 250 g Honig auf 1 Liter mit Wasser aufgefüllt
Ca. 300 ml Apfelsaft
2 Päckchen Hefenährsalz
Rehydrierte Portweintrockenhefe

Die Gärung kam nach wenigen Stunden schon in die Gänge.

Jetzt zu meinen Fragen:
Brauche ich bei diesen Zutaten zwingend Antigel?

Ich bin seit diesem Jahr auch Hobbybrauer. Im Hobbybraubereich wird die Klärung durch einen "Cold Crash" herbeigeführt. Dazu wird der Gärbehälter nach der Hauptgärung in einen Kühlschrank gestellt und auf ca. 0-2 Grad abgekühlt. Dort verweilt er für ca. 3-4 Tage. Die Hefe sedimemtiert dadurch besser und schneller. Funktioniert das auch bei Fruchtwein?

Danke für eure Hilfe :engel:
Bahnwein
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Re: Sauerkirchen aus Angesetztem und Cold Crash

Beitrag von Bahnwein »

Das beantwortet die Frage, die ich in deiner Vorstellung hatte. Die Hefe verhält sich im Fruchtwein bei geringer Temperatur auch wenig aktiv und setzt sich dadurch besser ab. Die Fragen die bleiben sind, warum hat du Kirschen aus dem Likör verwendet, da sind der Großteil der Aromen doch schon in den Wodka gewandert? Und warum kochst du das dann noch, eine “Maischegärung“, wenn man das überhaupt noch so nennen darf, wäre wahrscheinlich besser gewesen. Oder noch besser, gleich Tiefkühlfrüchte verwenden. Das Fazit bleibt, egal, jetzt einfach weitermachen.
FruchtBrandt
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Re: Sauerkirchen aus Angesetztem und Cold Crash

Beitrag von FruchtBrandt »

Erst muss ich nochmal klar stellen. Ich wollte eigentlich nur den Met machen und habe dann die Sauerkirschen gesehen. Ist also eher ein Experiment meinerseits.

Alles gute Fragen und eine Antwort: Habe mir nicht den Kopf drum gemacht und wollte erst einmal anfangen.
Du hast vollkommen recht, dass leider die meisten Aromen bereits im Likör gebunden wurden.
Was hab ich mir dabei gedacht: Ich hatte nix anderes da und dachte "besser die Früchte noch einmal abkochen wegen dem bereits sehr hohen Alkoholgehalt in Ihnen".
Das mit dem Antigel hab ich mir nochmal durchgelesen. Da es sich bei mir wohl eher um eine Saftgärung handelt, brauche ich es wohl nicht.
Wenn ich noch Steigraum übrig hätte, könnte ich auch jetzt noch TK-Früchte nachfüllen? Bzw. In ein größeres Gefäß auf TK-Früchte Umschlauchen zum "Nachzuckern"?
Verzeiht meine Wortwahl aber manche Dinge ähneln der Bierherstellung.
Danke für die schnelle Hilfe und die Anmerkungen.
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Josef
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Re: Sauerkirchen aus Angesetztem und Cold Crash

Beitrag von Josef »

Ok, wenn du sowieso nur einen Met herstellen wolltest, wird das mir den Früchten kein Problem sein. Wenn auch nur wenig Aroma daraus kommen wird, bringen die Kirschen wenigsten ein bisschen Farbe ins Spiel. Nur Kochen brauchtest du das ganze nicht, dadurch wird sich der Geschmack nicht verbessert haben. Aber egal, ist jetzt halt so und eine Katastrophe ist es auch nicht.
Antigel kann man rein machen, muss man aber nicht. Viele, ich auch, verwenden Antigel grundsätzlich bei jedem Ansatz. Wenn es auch nicht immer etwas nutzt, richtet es auch keinen Schaden an.
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Re: Sauerkirchen aus Angesetztem und Cold Crash

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Wenn es naturtrüber Apfelsaft war würde ich Antigel empfehlen.
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Re: Sauerkirchen aus Angesetztem und Cold Crash

Beitrag von FruchtBrandt »

Danke. Antigel hatte ich noch nicht. Hab ich jetzt bestellt. Sollte ja kein Problem sein auch noch während der Gärung zu ergänzen.
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Re: Sauerkirchen aus Angesetztem und Cold Crash

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Nein, ist kein Problem.
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Re: Sauerkirchen aus Angesetztem und Cold Crash

Beitrag von FruchtBrandt »

Hallo zusammen,

kleines Update und eine Frage:

Hingegen meiner Erwartung ist der Sauerkirschansatz überragend. Was hab ich getan?
Ich habe den ersten Ansatz nach etwa 2 Wochen auf TK Sauerkirschen abgezogen mit ein wenig Zucker. Als die Gäraktivität nachließ habe ich den Ansatz in ein größeres Gefäß "umgesiedelt" und von den Früchten gezogen. Mit Wasser auf spundvollen Füllstand aufgefüllt und wieder Zucker hinzugegeben.
Das Refraktometer zeigte mir heute 5 Brix an und das Vinometer knappe 10%. Ich habe mit 200 g Zucker nachgezucktert. Geschmacklich war keine Restsüße zu schmecken. Für mich war die Sauerkirsche gut zu schmecken.

Der Met:
Der Ansatz ist unverändert und ich habe schon 2 mal nachgezucktert. Bei der heutigen Probe zeigte das Vinometer knappe 16 % an und das Refraktometer 11,6 Brix. Die Daten des Refraktomertes weiß ich nicht ganz einzuordnern, ich weiß nur dass nach dem letzten Zuckern das Refrakromerter ca. 16 Brix anzeigte.
Problem beim Met ist, dass er unfassbar sauer schmeckt und leicht scharf. Wodran kann das liegen?
Der Apfel schwimmt noch in Stücken im Met rum. Hätte ich schon vom Apfel trennen müssen?

Acidometer besitze ich noch nicht, deshalb kann ich die Säure nicht bestimmen.

Gruß
Fabian
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Re: Sauerkirchen aus Angesetztem und Cold Crash

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Refraktometermessung bei laufender Gärung? Zeigt Unsinn, bitte unbedingt nachlesen: https://fruchtweinkeller.de/anleitungen ... -analytik/

An den Äpfel liegt das sicher nicht, die können bis zum Ende im Ansatz bleiben. Da fehlt schlicht Restsüße. Das Kapitel "Zucker" bitte ebenfalls studieren falls noch nicht geschehen ;)
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Re: Sauerkirchen aus Angesetztem und Cold Crash

Beitrag von FruchtBrandt »

Hab ich alles schon gelesen.
Das mit dem Refraktometer liegt wohl am Brauen. Dass ich damit gerne irgendwas messen möchte.

Ich hab mir gerade noch den Spaß gemacht und eine etwas größere Probe des Mets entnommen. Habe Zuckerwasser angerührt und mit einer Pipette immer ein wenig hinzugegeben. Leider blieb der Beigeschmack egal wieviel Zuckerwasser ich hinzugab. Zum Schluss war es einfach süß und scharf/sauer.

Ich lasse es mal weiter gären und werde weiter nachzuckern. Mal sehen was noch passiert. Ich halte auf dem Laufenden.

Danke für die Hilfe.
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Re: Sauerkirchen aus Angesetztem und Cold Crash

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Warte erstmal ab wie sich das geschmacklich entwickelt. Wenn Trub und Hefe nicht mehr vorhanden sind kann das Erscheinungsbild geschmacklich ganz anders sein. Auch wenn es jetzt subjektiv zu sauer erscheint solltest du die Säure auf jeden Fall messen und einstellen, Restsüße dann nach objektivem Empfinden.
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Re: Sauerkirchen aus Angesetztem und Cold Crash

Beitrag von Bahnwein »

Hat du deinen Met mit Honig oder Zucker nachgezuckert?
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