Gärung zu Ende?

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Chesten
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Re: Gärung zu Ende?

Beitrag von Chesten » 12 April 2019 10:02

Flunki hat geschrieben:Ich hab den Wein einmal komplett in einen Eimer gegeben und dann wieder zurück, mehrmals hab ich mich nicht getraut. Vielleicht reicht es ja mit dem Sauerstoff, mal sehen, aber erstmal Danke.
Je öffter du das gemacht hättest desto mehr Sauerstoff kommt in dem Wein.
2 oder 3 Umschütten sollten kein Problem sein aber das etwas Sauerstoff in den Wein kommt um die Hefe etwas zu "beleben" sollte das schon OK sein.
Erwarte aber keine Wunder ! Das kann helfen aber muss nicht. Und wundere dich nicht das es die nächste Zeit nicht blubbt da die Gärung eh schon sehr schwach ist, deswegen hast du das ja gemacht aber durch die Aktion hast du die Kohlensäure ausgetrieben. Jetzt muss der Wein sich mit Kohlensäure erst wieder sättigen und das dauert bis es wieder von alleine blubbt. Aber in der Regel solltest du eh einmal am Tag den Ansatz schütteln und damit das CO2 austreiben.
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
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Re: Gärung zu Ende?

Beitrag von Flunki » 12 April 2019 15:27

Ok, ich werd noch zweimal umschütten, ich hatte nur Angst, dass evtl. eine Infektion oder anderes eintritt. Aber einmal am Tag schwenk ich immer den ganzen Ansatz um, sodass am Grund kein Sud mehr steht. Es war dabei aber immer sehr viel CO2 hörbar entwichen.

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Re: Gärung zu Ende?

Beitrag von Kulmen » 12 April 2019 16:17

Man möge mich korrigieren, wenn ich jetzt Käse erzähle.
Aber ich meine, solange beim Schütteln CO2 entweicht (zumindest mehr als ein müder Blubb, der durch Temperaturschwankungen entstehen kann), ist da noch Gärungsaktivität vorhanden. Also hat die Hefe zumindest noch ein wenig Futter und die Toleranzgrenze noch nicht erreicht.
Heißt: weitermachen, wie bisher ...

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Re: Gärung zu Ende?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 12 April 2019 19:02

Sehe ich ebenso.
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Re: Gärung zu Ende?

Beitrag von Flunki » 13 April 2019 17:51

Ok, danke euch beiden - ich mach weiter und hab noch zweimal umgeschüttet. Wenn das nicht zur sichtbaren Gärung führt, kipp ich nochmal um.

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Re: Gärung zu Ende?

Beitrag von Chesten » 13 April 2019 19:32

Flunki hat geschrieben:Ok, danke euch beiden - ich mach weiter und hab noch zweimal umgeschüttet. Wenn das nicht zur sichtbaren Gärung führt, kipp ich nochmal um.
Anstelle jetzt ständig deinen Wein hin und her zu kippen solltest du mal die Restsüße kontrollieren !
Wenn die Hefe keine Nahrung hat gär nix mehr egal wie viel du den Wein belüftest.
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Re: Gärung zu Ende?

Beitrag von Flunki » 14 April 2019 22:59

Hm, also die Restsüße kontrollieren, da bin ich ein bisschen ratlos. Ich hab die Süße immer nur nach meinem Geschmack kontrolliert, danach ist noch genügend drin. Gibt es denn ein objektiveres Verfahren? Entschuldige bitte dieses Frage, aber meine bisherigen Weine hab ich immer nach den Rezepten und Anleitung des FWK und Forum gemacht gemäß Nachzuckermethode ohne große Probleme, bisher zumindestens. Süße oder Restsüße hab ich nie gemessen. Wie mess ich die Restsüße?

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Re: Gärung zu Ende?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 14 April 2019 23:29

Kontrolle per Geschmack ist OK, ich gehe davon aus dass Chesten genau das meint. Wichtig bei der Beurteilung der Lage sind sowohl vorhandene Süße als auch deren Stabilität über ein, zwei oder mehr Wochen hinweg.
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Re: Gärung zu Ende?

Beitrag von Chesten » 16 April 2019 13:35

Du kannst dich beim Endpunkt der Gärung nicht auf das zählen von Blubbs verlassen. Diesen Fehler machen eigentlich alle Anfänger.

Es gibt ein Phänomen was der Chef gerne als "schwarzes Loch" beschreibt. Es gärt zwar im dem sich die Restsüße abbaut aber man merkt keinen Blubb !

Ich weiß nicht ob ich das hier auch schon geschrieben habe aber zum Ende der Gärung hilft das zählen von Blubbs nicht mehr. Die Gärung ist so schwach das die Temperatur- und Luftdruckschwankungen über den Tag mehr Blubbs machen als die eigentliche Gärung.
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Re: Gärung zu Ende?

Beitrag von Flunki » 20 April 2019 10:22

@ Chesten
Danke, das mit dem "schwarzen Loch" könnte zutreffen. Man hört kein Blubb, man sieht keine kleinen Schaumnester, es schäumt aber beim Schütteln kräftig und wenn ich den Finger von der Gummikappenöffnung nehme, entweicht leise zischend ein Gas, also Gärung. Der Alkoholgehalt ist aber nur minimal gestiegen, gut 11%.
Ich überlege, ob ich den Rest vom sehr aktiven Quittenwein aus dem kleinen Ballon komplett in den großen Ballon gebe, zur Gäranregung. Oder vielleicht einen Gärneustart, wie es im FWK ausführlich beschrieben wird, also abziehen vom Sud mit Gärstarter. Ich hab momentan aber nur normale frische Bäckerhefe, damit hat die Weinherstellung auch schon geklappt.
Schöne Ostern

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Re: Gärung zu Ende?

Beitrag von Chesten » 20 April 2019 13:16

Hefe mischen ist keine gute Idee die behindern sich nur gegenseitig und somit hilft das nix!

Bei 11vol% macht keine Heferasse schlapp.

Ich würde eine Probe ziehen und gucken ob sich dir beim Verkostung die Fußnägel aufrollen. Dann ist der Fall klar es fehlt dann einfach Zucker für die Gärung.
20,5 g/L Haushaltszucker für 1 vol% wenn dein Wein kannst du für 1vol% nachzuckern.
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