Apfelwein - 1. Versuch vom Greenhorn

bonibaz
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Apfelwein - 1. Versuch vom Greenhorn

Beitrag von bonibaz » 11 November 2018 10:45

Servus zusammen,

ich hab heuer zum ersten mal den Versuch gestartet, Apfelwein herzustellen. Hab mir einiges durchgelesen, auch die Anleitungen auf der Hauptseite.
Beginn war vor knapp 2 Wochen. Der Zuckergehalt lag bei 50 Grad Öchsle
Hab dafür 2x 12 Liter Kanister mit je ca. 8-10 Liter frisch gepressten Apfelsaft gefüllt. Hab Flüssighefe verwendet (Portwein) und Hefenärsalz hinzugefügt (lt. Mengenangabe).
Die Gärung hat fast sofort eingesetzt (die ersten Bläsen kamen noch am selben Abend). Die Temperatur lag bei ca 22 Grad (steht im Wohnzimmer). War übrigens sehr lecker im jungen Gärstadium :-) Wär fast nix übrig geblieben.
Momentan scheint es so, dass sich die Gärung dem Ende nähert - es blubbert nur noch ganz selten. Die Säure liegt bei 7,5 g/l

Jetzt meine Fragen:
Muss ich den Wein jetzt kühler stellen und nach einiger Zeit abziehen, oder gleich das erste mal abziehen? Oder nachzuckern damit der Alkoholgehalt höher wird (hab leider noch kein Vinometer, kommt diese Woche. Deshalb kann ich den Alkoholgehalt noch nicht messen. Rechnerisch müsster er aber bei um die 5-6 % liegen wenn der ganze Zucker vergoren ist, oder?).
Geschmacklich ist er eigentlich recht gut - wenn man trockene Weine mag. Kein Essiggeschmack oder -geruch.
Sollte der erste Abstich in einen Glasballon erfolgen? Oder kann ich auch ein weiteres Plastiggärfass nehmen?
Hab gelesen, dass das Fass nach dem Abstich möglichst Spundvoll sein soll um Oxidation zu verhindern. Was mach ich, wenn das Fass nicht voll wird?
Einfach hoffen, oder mit irgendwas Auffüllen z.B. Apfelsaft. Falls mit Apfelsaft, kann ich dann auch den Vakumierten nehmen, der aber nach dem Pressen abgekocht wurde?

Zur Abfüllung:
In was füllt ihr ab? Flaschen mit Korken? Oder Drehverschluss? Bügelverschluss?
Kann man auch gebrauchte Wasserflaschen aus Glas verwenden? oder ist das eher schlecht?

Ihr seht schon, Fragen über Fragen
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Re: Apfelwein - 1. Versuch vom Greenhorn

Beitrag von Fruchtweinkeller » 11 November 2018 10:50

Mahlzeit, welche Heferasse hast du denn verwendet?
90% of everything is crap... Except crap. 100% of crap is crap.
(Too much coffee man)

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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Re: Apfelwein - 1. Versuch vom Greenhorn

Beitrag von bonibaz » 11 November 2018 11:19

Hi,

Portwein Flüssighefe
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Chesten
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Re: Apfelwein - 1. Versuch vom Greenhorn

Beitrag von Chesten » 11 November 2018 14:58

Du musst dir jetzt die Frage stellen wie du deinen Wein lagerungsstabil bekommen willst.
Die Portweinhefe schafft locker 16 vol% Alkohol zu bilden und soviel Zucker hat dein Saft ganz sicher nicht !
Wenn du jetzt wieder Zucker hinzugefügst und den Wein in Flaschen abgefüllst wird die Gärung wieder einsetzen und wenn du dann die Flaschen fest verschließt werden die Flaschen explodieren !!!
Außerdem baut sich der Zucker ab womit dein Wein dann wieder scheußlich schmecken wird.

Wenn du schon die Homepage kennst schaue Mal unter dem Kapitel: Zucker da steht was du für sinnvolle Möglichkeiten du hast.
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: Apfelwein - 1. Versuch vom Greenhorn

Beitrag von bonibaz » 11 November 2018 16:21

Dass ich die Gärung vor der Abfüllung beenden muss hab ich gelesen, dachte aber dass macht man mitm Schwefeln. Hab mir die seite übern Zucker schon durchgelesen, hab aber überlesen dass das schwefeln nicht alle Hefen tötet. Gut dass ich nochmal gelesen hab.
Ich denke die Nachzuckermethode ist für mich die sinnvollste.
So wie ich das gelesen hab muss ich mich langsam an die Alkgrenze der Hefe rantasten.
Schmeckt ein Apfelwein mit 16% oder war das die falsche Hefe für mich?
Wie macht ihr dass? Denke das Abkochen auf 65Grad ist nicht wirklich das was ich möchte.
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Chesten
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Re: Apfelwein - 1. Versuch vom Greenhorn

Beitrag von Chesten » 11 November 2018 18:24

Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte:

https://honigweinkeller.de/Met/met1.html

Lass dich davon nicht irritieren dass das jetzt vom Honigweinkeller ist.
Die Vorgehensweise ist bei jedem Wein wenn man die macht Nachzuckermethode gleich.

Du hast die richtige Hefe für die Nachzuckermethode da man dafür eine Heferasse mit hoher Alkoholtoleranzgrenze braucht was die Portweinhefe hat mit ca. 16 vol% .

Hier ein paar Eckdaten:
man braucht ca. 20 g\ L Haushaltszucker für 1 vol% Alkohol.
Und man gibt nicht den kompletten Zucker auf einmal hinzu sondern immer nur pro Woche für 1 , 0,5 oder 0,25 vol% den Rest nimmst du vom Fruchtweinkeller oder aus dem Diagramm was ich dir verlinkt habe.

Wenn du deinen Wein bis aus ca. 16 vol% ausbaust musst du die Säure und die Restsüße anpassen schau mal das auf der Homepage bei den Rezepten da findest du gute Richtwerte.
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: Apfelwein - 1. Versuch vom Greenhorn

Beitrag von bonibaz » 11 November 2018 19:35

Top. Dank dir!
Bin echt gespannt ob der was wird
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Re: Apfelwein - 1. Versuch vom Greenhorn

Beitrag von Chesten » 11 November 2018 20:14

Dafür ist dieses Forum da: Leuten zu helfen.
Wenn noch Fragen sind immer raus damit bevor du deinen Wein verhunzt sobald es angefangen hat zu gären hat man auch mehr Zeit für die einzelnen Arbeitsschritte also lieber uns mit "dummen" Fragen löchern als den sich nicht sicher sein und den Wein vielleicht zu versauen.
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

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http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: Apfelwein - 1. Versuch vom Greenhorn

Beitrag von Igzorn » 12 November 2018 07:32

Und ansonsten - trink ihn einfach aus. Bevor Du Dir zu viele Gedanken machst.
Glas oder Plastik? Kommt bei Apfelwein nicht drauf an. Der wird eh schnell getrunken. Sonst Glas.

Abfüllen nach der Nachzuckermethode in Bügelflasche - kommt bei Apfelwein einfach kultig.

Ist geschmacklich auch kein Problem, wenn das Gsöff 16% hat. Wird ein witziger Abend. :)
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Re: Apfelwein - 1. Versuch vom Greenhorn

Beitrag von bonibaz » 12 November 2018 11:01

Igzorn hat geschrieben:
12 November 2018 07:32
Abfüllen nach der Nachzuckermethode in Bügelflasche - kommt bei Apfelwein einfach kultig.
Mach ich
Igzorn hat geschrieben:
12 November 2018 07:32
Ist geschmacklich auch kein Problem, wenn das Gsöff 16% hat. Wird ein witziger Abend. :)
Das denk ich wohl auch :D
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Re: Apfelwein - 1. Versuch vom Greenhorn

Beitrag von Igzorn » 12 November 2018 22:13

Ich bin dann vom Sofa gefallen. Hatte nur 1l Flaschen. :lol: seit dem strebe ich Weine an, die man gut allein wegtrinken kann. 0,75 l bei max 13 % oder 11% ich arbeite mich weiter nach unten. 11% sind schon an der Schimmelgrenze. 9% sehe ich als gut an. Da muss man man nicht aufhören und es trinkt sich wie Bier (nur ohne dauern Rennen zu müssen)...
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Re: Apfelwein - 1. Versuch vom Greenhorn

Beitrag von wickie » 13 November 2018 11:09

Ich kann dir ganz klar die Bügel Flaschen für den Anfang empfehlen. Sie sind günstig, überall zu bekommen und man kann sie immer wieder verwenden. Damit habe ich auch angefangen. Bügel Flaschen sollten aber nur stehen, da die Gefahr des auslaufens besteht.
Später, wenn du mehr zum einlagern produzierst, sollte man aber schon über Weinflaschen mit Korken oder Schraubverschluss nachdenken. Sind besser geeignet, wenn man den Wein reifen lassen möchte.

Weiter kann ich dir auch empfehlen beim ausschenken des Weines eine Flasche Sprudelwasser bereit zu stellen, da die 16% schon eine ordentliche Ansage sind. Mir sind solche Weine schon zu stark.

Also gutes gelingen 👋

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