Der erste Mos(ch)t

Neugierer
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Re: Der erste Mos(ch)t

Beitrag von Neugierer » 26 Oktober 2014 09:17

Hallo !

Ja, der FrankfurterTon ist nicht Jedermanns Geschmack, aber muß es ja auch nicht.
Das ist halt SPONTAN Gärung, die variiert natürlich in der geschmacklichen Breite mehr.
Es sollte von mir eigentlich auch nur drauf hingewiesen werden, das Apfelwein mit
Spontaner Gärung nicht verdirbt, sondern immer geniesbar ist.
Komplett anders wie bei Beerenweinen, da würde ich nichts ohne Gärstarter machen.
sporty hat geschrieben:Na dann würde ich sagen, dass ich es erstmal mit dem Moscht versuche und wenn der gut ist, ist im nächsten Jahr mal Wein dran.
Der Schritt ist klein .... ganz klein ....

sporty hat geschrieben:Habe da noch eine Detailfrage: Im Ratgeber steht, dass man nach der Gärung die Lagertemperatur "kühl" halten soll bevor man den Most von der Hefe abzieht. Bezieht sich das auf einen Zeitraum von ca. einem Tag oder wie darf ich mir das vorstellen? Habe ja keine Ahnung wie "fragil" das ganze bei Raumtemperatur so ist.
Apfelmost .... wein ist nicht "fragil" und wie oben schon beschreiben sehr unkompliziert.

Wir haben hier den ganzen Winter (so bis Feb ... März) ein Faß im Keller stehen (12-18°C),
da wird nach und nach abgezapft. Nafür wird nichts von der Hefe abgezogen oder sonstwie
behandelt, da ist seit dem Gärstart der Gärspund drauf das wars dann.
Noch nie Probleme gehabt.
Wenn der Apfelrohmost durchgegoren ist, dann ist er halt säuerlich, aber immer Lecker.

Soll der Most länger gelagert werden, dann ist er natürlich von der Hefe abzuziehen.

Aber eine alte Apfelbereiter Weisheit sagt ja auch:
Der Apfelwein des Vorjahres soll bis zum neuen Most getrunken sein.


Gruß
neugierer ....
.... hat Gestern zwei Eimerchen bester Wurstsuppe organisiert
und freut sich schon darauf diese gleich geniesen zu dürfen. ;-)
Gruß, Neugierer ...

Lecker Honig, lecker Wein .... so soll es sein !

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Re: Der erste Mos(ch)t

Beitrag von Fruchtweinkeller » 26 Oktober 2014 09:41

Bei DIR gab es noch nie Probleme, bei anderen schon. Und das kann durchaus mit den Hefepopulationen bei dir zusammenhängen.

Gerade wer noch nie irgend einen Wein hergestellt hat macht keinen Fehler, zur Reinzuchthefe zu greifen.
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Re: Der erste Mos(ch)t

Beitrag von willi2000 » 26 Oktober 2014 10:53

Ich hab mit Spontangärung angefangen, weil es die anderen auch so gemacht haben und bin dabei geblieben, da es noch nie Probleme gab. Bei uns wird noch von vielen eigener Ebbelwoi hergestellt, manche geben Hefe hinzu (meist die Steinberger), wenige Schwefeln. Mein Opa hat auch Hefe zugesetzt und geschwefelt, aber nicht von der Hefe abgezogen. Der Ebbelwoi war auch nach 4 Jahren im Fass noch stabil, bei mir ist der Ebbelwoi aber eh schon nach einem Jahr getrunken. Ich mache immer mit dem ersten angestochenen Fass meine anderen Fässer spundvoll und lasse den Ebbelwoi nach dem Anstich immer komplett in Kanister ab, damit er nicht oxidiert.
Wichtig für das Gelingen eines guten Ebbelwoi ist vor allem die Wahl der richtigen (Most-)Apfelsorten und die Reife des Obst. Im Odenwald läßt man die Sorten hängen, bis sie anfangen, von alleine vom Baum zu fallen. Ich nehme bevorzugt Fallobst. Fehlt dem Most Säure, gib ich Quitte, Schlehe oder Speierling zu.

Gruss
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Re: Der erste Mos(ch)t

Beitrag von sporty » 26 Oktober 2014 12:14

Das sind wirklich jede Menge guter Infos, danke.

Mittlerweile hat sich immer noch nichts am Gärverhalten getan. Angenommen das ist in 2 Tagen immer noch so, sollte ich dann vlt was unternehmen? Mehr Hefe rein, höhere Temperatur, nichts tun?

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Re: Der erste Mos(ch)t

Beitrag von Josef » 26 Oktober 2014 13:02

sporty hat geschrieben:So, nach 2,5 Tagen passiert immer noch nicht viel. Einmal die Minute kommt da vielleicht schon ein 4er Schwall von Blasen durch den Gärspund. Sollte ich mir Gedanken machen, irgendwas zu unternehmen, oder soll ich einfach warten? Der Raum riecht mittlerweile ein bisschen nach Wein ;)
Wenn der Raum schon nach Wein riecht, muss da auch was gären.
Du hast kein Dichtigkeitsproblem?

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Re: Der erste Mos(ch)t

Beitrag von sporty » 26 Oktober 2014 13:15

Da gärt ja was, aber eben langsamer als hier beschrieben. Es blubbert halt einmal die Minute oder so 3-4 mal, dicht ist das auf jeden Fall.

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Re: Der erste Mos(ch)t

Beitrag von Fruchtweinkeller » 26 Oktober 2014 14:39

Schüttle den Ansatz mal ein bisschen. Es würde mich nicht wundern wenn dann mit einem Mal deutlich mehr CO2 frei wird.
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Re: Der erste Mos(ch)t

Beitrag von willi2000 » 26 Oktober 2014 15:06

Nur Geduld, bei mir hat's auch schon mal etwa 10 Tage gedauert, bis es losging. Der Ebbelwoi war trotdem wie erwartet. Mit Fallobst geht's schneller (3-5 Tage) und der aus der Lohnkelterei gährt schon nach 2 Tagen.

Gruss,
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Re: Der erste Mos(ch)t

Beitrag von Fruchtweinkeller » 26 Oktober 2014 15:13

sporty hat eine Reinzuchthefe zugegeben, in so einen Fall sind 10 Tage Wartezeit NICHT normal. Da erwarte ich nach 24 h eine deutliche, stabile Gäraktivität.
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Re: Der erste Mos(ch)t

Beitrag von sporty » 26 Oktober 2014 18:07

Jo, nach dem schütteln kommt ne ganze Zeit CO2 raus, aber dann wieder nicht. Maßnahmen? Soll ich einfach mal den Alkoholgehalt messen?

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Re: Der erste Mos(ch)t

Beitrag von sporty » 26 Oktober 2014 19:47

Mir ist gerade ein Gedanke gekommen: könnte zu viel Wasser im Gärspund sein, sodass der Druck, der benötigt wird, um die Luft durchzudrücken, zu groß ist, um permanent blubbern zu können?

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Re: Der erste Mos(ch)t

Beitrag von fibroin » 26 Oktober 2014 19:54

Überprüfe noch einmal die Dichtigkeit. Man ich oft schnell der Meinung, es ist dicht. Was sich aber bei genauer Kontrolle als falsch herausstellt. ;)
Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei.

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