Johannisbeerenwein (rot)

CJD
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Re: Johannisbeerenwein (rot)

Beitrag von CJD » 08 September 2014 08:39

Ich kann nur Mut machen zur Verdünnung. Ich habe Rote Johannisbeeren angesetzt mit 4,5Kg Beeren und habe verdünnt auf 14,5L sodass ich jetzt 5,6g/l Säure habe. Als Federweise schmeckt es jetzt schon hervorragend. Der Saft war auch sehr geschmackvoll.
Ich will einen leichten trockenen bis halbtrockenen Tischwein mit ca 11% herstellen daher die niedrige Säuregehalt. Bei einem Dessertwein mit 14-15% ist natürlich mehr Säure zu empfehlen. (Außerdem muss man bei 11% und Restsüße sich Gedanken machen wegen Nachgärung, aber ich habe ja einen Filter :) )

Grüß

CJD
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JasonOgg
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Re: Johannisbeerenwein (rot)

Beitrag von JasonOgg » 08 September 2014 09:28

CJD hat geschrieben:... Als Federweise schmeckt es jetzt schon hervorragend. ...
(Außerdem muss man bei 11% und Restsüße sich Gedanken machen wegen Nachgärung, aber ich habe ja einen Filter :) )
Das kann ich auch nur bestätigen, ein roter Jobeer-Prosecco schmeckt im Sommer hervorragend und kam auch sehr gut an. Schade, dass er fast alle ist.

Nur der Bodensatz beim letzten Glas stört immer :schlecht:
Trotz Filter :twisted:

Ich würde es mit dem Verdünnen nicht übertreiben, er soll ja nicht wie das Waschwasser schmecken :D

Bei normalem Säuregehalt empfehle ich Anfängern den nachgezuckerten, durchgegorenen Wein. Da passiert normalerweise nichts, selbst wenn man beim filtern nachlässig war.

Und nach ein paar Jahren gewinnt rote Johannisbeere ordentlich an Charakter.
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CJD
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Re: Johannisbeerenwein (rot)

Beitrag von CJD » 09 September 2014 11:37

JasonOgg hat geschrieben: Ich würde es mit dem Verdünnen nicht übertreiben, er soll ja nicht wie das Waschwasser schmecken :D
Ich würde nicht behaupten, dass ich es übertrieben habe mit der Verdünnung. Im Rezept steht 8kg Beeren für einen 20L Ansatz. Also 0,4Kg Beeren/L bei meinem Ansatz von 4,5Kg Beeren auf 14,5L ist das 0,38kg/L. Aber du hast Recht. Viel weiter würde ich es auch nicht verdünnen wollen.
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Re: Johannisbeerenwein (rot)

Beitrag von fibroin » 09 September 2014 11:50

Da sollte man wissen, was man tut. Weine über 7,5 Säure sind für mich schlecht genießbar. Also verdünne ich Johannisbeeren runter. In den meisten Jahren hatte ich aus gut 2 kg Beeren 10 l Wein hergestellt. Das ist zwar mächtig viel Wasser, aber das Johannisbeeraroma verkraftet das. Die Weine bleiben schmackhaft und von der Säure her trinkbar. ;)
Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei.

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JasonOgg
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Re: Johannisbeerenwein (rot)

Beitrag von JasonOgg » 09 September 2014 16:18

CJD hat geschrieben:
JasonOgg hat geschrieben: Ich würde es mit dem Verdünnen nicht übertreiben, er soll ja nicht wie das Waschwasser schmecken :D
Ich würde nicht behaupten, dass ich es übertrieben habe mit der Verdünnung. Im Rezept steht 8kg Beeren für einen 20L Ansatz. Also 0,4Kg Beeren/L bei meinem Ansatz von 4,5Kg Beeren auf 14,5L ist das 0,38kg/L. Aber du hast Recht. Viel weiter würde ich es auch nicht verdünnen wollen.
Im Anfangspost stand 5,6 g/l Säure, aber das hast du nicht mit den 4,5kg Beeren auf 14,5l erreicht.

Fibroin, ohne dir zu nahe treten zu wollen, aber ob man 2kg oder 3kg auf 10l nimmt, denn Unterschied schmeckt man schon. Ich nehme da lieber 8g/l in Kauf und 4,5kg (wenn es die Säure der Beeren hergibt)
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Re: Johannisbeerenwein (rot)

Beitrag von Anderl83 » 09 September 2014 17:37

Danke für die vielen Posts dazu....

ich war die letzten Tage auf Reise und will mich jetzt wieder meinem Wein wittmen. ;-)

So, habe jetzt auch nochmal den Säuregehalt bestimmt, und vorherh dem Wein die Kohlensäure entzogen. (glaub ich zumindest, hab 3 Minuten das Reagenzglas geschüttelt)

Jetzt färbt er sich bei 9g/l in grün.

trotzdem noch zu viel wie ihr schreibt.

19,5 l Wein mit 9 g/l Säure
Der Wein hat 19,5 l mal 9 g/l = 175,5 g Gesamtsäure
7 g/l bis 8 g/l sollten es laut Rezept sein:

175,5 g / 7 g/l ergibt 25,07 l Wein >>> 19,5 l hab ich schon, müssen also noch 5,5 l dazugeschüttet werden.
175,5 g / 7,5 g/l ergibt 23,40 l Wein >>> 19,5 l hab ich schon, müssen also noch 3,9 l dazugeschüttet werden.
175,5 g / 8 g/l ergibt 21,94 l Wein >>> 19,5 l hab ich schon, müssen also noch 2,5 l dazugeschüttet werden.

Glaube ich werde mal die 4 Liter dazuschütten, warte aber noch auf euer ok :-)

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Re: Johannisbeerenwein (rot)

Beitrag von Fruchtweinkeller » 09 September 2014 20:29

Du hast schon richtig gerechnet. Aber die Entscheidung musst du schon alleine treffen :)
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Re: Johannisbeerenwein (rot)

Beitrag von Anderl83 » 10 September 2014 10:22

so, 4 Liter sind drin.

Jetzt lass ich den Wein mal ein Tag ruhen und messe dann nochmal nach....

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Re: Johannisbeerenwein (rot)

Beitrag von Anderl83 » 10 September 2014 16:36

was ich jetzt für seltsam empfinde ist, dass sich die Gärventilkappe gar nicht mehr nach oben bewegt.
Sonst ist das immer nach 30 Minuten wieder schwimmen gewesen...jetzt scheint es als würden keine gase mehr austreten, hmmm

jemand ne idee was das jetzt bedeutet?

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Re: Johannisbeerenwein (rot)

Beitrag von Nathea » 10 September 2014 16:53

Was passiert ist? Dazu braucht es nur ein wenig Phantasie:

1. Du hast den Ballon geöffnet. CO2, das sich im Ballon befand, ist ausgetreten. Mit dem Wassereintrag hast Du quasi auch noch den Weinling "umgerührt" und das CO2 hat sich gelöst und ist ausgetreten. Nun muss sich das "Überdruck-Polster", das so eine Gärkappe nach oben drücken kann, erst wieder langsam aufbauen.

2. Du hast den Weinling verdünnt. Damit ist die gleiche Anzahl Hefeteilchen in einem größeren Volumen Flüssigkeit gelandet und die müssen sich nun quasi erst mal wieder "neu wohnlich einrichten" und sich vermehren.

3. Durch den Wassereintrag hat sich die vertraute Umgebung, in der die Hefchen bisher aktiv waren, geändert. Zuckergehalt, Säuregehalt und Alkoholkonzentration sind nun anders. Hefchen sind Gewohnheitstiere. Wenn sich was ändert, müssen sie sich auch erst mal auf die neue Situation einstellen.

Also: Geduld ist gefragt. Lass der Hefe Zeit, wieder in dem neuen Millieu heimisch zu werden und die Arbeit neu aufzunehmen. In einigen Stunden wird sich auch der Gäraufsatz wieder bewegen, da bin ich sicher.

Viele Grüße,
Sylvia

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Re: Johannisbeerenwein (rot)

Beitrag von Fruchtweinkeller » 10 September 2014 18:39

Jupp. CO2 tritt nur dann aus wenn der Ansatz damit übersättigt ist. Das Verdünnen hast du auch das gelöste CO2 "verdünnt".
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Re: Johannisbeerenwein (rot)

Beitrag von Anderl83 » 12 September 2014 15:44

nachdem ich jetzt nochmal alles nachgemessen habe bin ich noch verwirrter als vorher. dieses mal habe ich an Hand der Ochslewaage auch den Zuckergehalt gemessen (messen wollen)

Hier die Werte:

Säuregehalt : 8g/l
Zucker: 25 oe
Alc. heute: 10,5%

Das mit den Oe verwirrt mich ein wenig. Bitte mal schauen ob der Wert so passt.

Rein geschmacklich ist er anfangs sauer dann süß.....

glaube ich werde nochmal bissel Wasser dazuschütten.

Was meint ihr?

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