Flaschengärung...wie gelingts wirklich?

Ciderkristen
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Re: Flaschengärung...wie gelingts wirklich?

Beitrag von Ciderkristen » 05 Mai 2020 17:06

JasonOgg hat geschrieben:
05 Mai 2020 07:50
Erst einmal Danke für den Erfahrungsbericht. Meine 10l Quitte nähert sich dem Hungertod (bei 16-17°C und SIHA 8). Danach kommt sie mit der 420-er Methode in Bügelflaschen.
Ciderkristen hat geschrieben:
04 Mai 2020 20:47
Ich hatte im Natursteinkeller einen Platzer, und der hat mich gar gefreut.
Was waren das für Flaschen ? Oder waren die einfach nur beschädigt?
Es waren dicke 0,5 Lt Bügelflaschen für Bier. Kann sein, dass die eine bereits älteren Datums war. Es hat den Boden sauber rausgehauen :-)
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Re: Flaschengärung...wie gelingts wirklich?

Beitrag von 420 » 05 Mai 2020 20:35

Wenn der Boden sauber rausgehauen wurde, war da sicherlich schon ein Problem mit der Flasche. Normal halten die Flaschen schon ein paar Bar aus.

Tipp noch: Vor dem Öffnen Flasche richtig kalt stellen. Damit wird der Druck reduziert und es schäumt weniger.
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Re: Flaschengärung...wie gelingts wirklich?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 05 Mai 2020 21:20

Hefenhährsalz riecht nicht. Und wenn doch, so hat es womöglich Feuchtigkeit angenommen und gehört weggeworfen.
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Re: Flaschengärung...wie gelingts wirklich?

Beitrag von Ciderkristen » 06 Mai 2020 07:10

Fruchtweinkeller hat geschrieben:
05 Mai 2020 21:20
Hefenhährsalz riecht nicht. Und wenn doch, so hat es womöglich Feuchtigkeit angenommen und gehört weggeworfen.
Guten Morgen

Merci für die Anregung.

Ich zitiere https://fruchtweinkeller.de/Wine/gaerstockung.html: "Viel hilft nicht viel! Die hier genannten Nährstoffmengen sollten nicht überschritten werden. Einerseits wird die Gärfreudig bei höherer Dosierung nicht noch weiter erhöht, andererseits können Überdosierungen sogar Geschmacksfehler verursachen. Wird zu viel Hefenährsalz verwendet kann der Wein salzig schmecken, eine Überversorgung mit Thiamin kann das Wachstum unerwünschter Hefen fördern die einen Geschmacksfehler verursachen ("Pferdeschweiß")."

Pferdeschweis! Doch zu viel? denn feucht wurde es nicht im Briefchen. Ich werde meine Frau fragen, die kanns gut mit Pferden...

Wie würdest denn du Trockenhefe und Nährsalz für die nachträgliche Flaschengärung auf 10 Liter dosieren?
Und: Kann es es sein, dass Trockenhefe und 5 g Zucker/l (also gar kein Salz) auch schon für reichlich Co2 sorgen?

Herzlichen Dank
Kristen
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Re: Flaschengärung...wie gelingts wirklich?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 06 Mai 2020 07:31

A) Hefenährsalz riecht trotzdem nach nichts und B) wenn du massiv unerwünschte Hefen im Ansatz hättest, so hättest du etwas falsch gemacht und das Hefenährsalz in der Dose bekäme ganz sicher keinen Geruch davon. C) unerwünschte Hefen wären im hohen Umdrehungsbereich eher inaktiv. D) Enthält dein HNS überhaupt Thiamin?

Dosierung HNS: Laut Kitzinger reichen 1 g/10 l beim Sekt. Und es kann immer sein dass von der ersten Gärung noch genügend Supplemente vorhanden sind sodass diese Dosage keinen zusätzlichen positiven Effekt bringt. Und hier wäre der finale Druck ja viel geringer.
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Re: Flaschengärung...wie gelingts wirklich?

Beitrag von JasonOgg » 17 Juni 2020 13:42

Noch eine Frage:

Ausgangswein, Nährsalz, Hefe, Zucker kommen in die Flasche zur Flaschengärung.
Flaschen regelmäßig schütteln, bis er fertig ist.

Wann ist er fertig?

Bodensatz ist ein schlechtes Kriterium, denn nach dem Abziehen sind die meisten Trubstoffe sowieso gar nicht erst mitgekommen, also hat sich das von Anfang an geklärt.

Irgendein Tipp, oder einfach probieren?
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Re: Flaschengärung...wie gelingts wirklich?

Beitrag von 420 » 17 Juni 2020 15:31

Geschüttelt wurde bei mir 6 Wochen lang. Danach durfte sich die Hefe absetzen und mehr als 1 Jahr in der Flasche verbleiben. Bei einigen Flaschen habe ich erst nach über 2 Jahren degorgoert, was dem Sekt sehr gut getan hat.

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Re: Flaschengärung...wie gelingts wirklich?

Beitrag von JasonOgg » 18 Juni 2020 08:59

Bisher hatte ich das im Hinterkopf:
420 hat geschrieben:
08 Februar 2020 20:58
...
- Wein in die Bügelflasche
- Bei ca. 20 - 24 Grad ca. 2 Wochen die Zweitgärung vornehmen
- man kann jeden Tag einmal die Flasche etwas schütteln, damit die Hefe besser arbeiten kann
- danach noch mindestens 2 Wochen den Cidre ruhen lassen (geht sehr gut im Kühlschrank)
- Flasche vorsichtig öffnen und probieren. Vorsichtig öffnen deshalb, damit kein Überschäumen passiert.
...
Da ich nur 17-18°C habe, passen die 2 Wochen natürlich nicht, aber 4 Wochen habe ich jetzt doch schon. Grob hochgerechnet entspricht das 600 Flaschen aus dem Kasten nehmen, schütteln und wieder reinsetzen. :o
420 hat geschrieben:
17 Juni 2020 15:31
Bei einigen Flaschen habe ich erst nach über 2 Jahren degorgoert, was dem Sekt sehr gut getan hat.
Wenn das mit dem Wetter so bleibt, dann sollte ein Jahr Wartezeit kein Problem darstellen :lol:
Degorgieren hatte ich bisher noch nicht im Blick, aber das sollte mit Bügelflaschen auch funktionieren und so könnte ich das mal probieren.. Mal schauen, wie der Winter wird. :mrgreen:

Danke für alle Hinweise und Tipps.
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Re: Flaschengärung...wie gelingts wirklich?

Beitrag von 420 » 18 Juni 2020 10:39

:oops: Entschuldigung, es ging ja um Cidre und nicht um Sekt! :oops:

Beim Cidre geht es natürlich alles viel schneller.

Da würde ich schon nach ca. 3 Monaten probieren. Das könnte schon ausreichend sein. Selber würde ich auch kein Rüttelbrett verwenden, sondern einfach vorsichtig öffnen.
Überschäumen dürfte es nicht, da der Wein vorher klar war und auch nicht zuviel Zucker für die Zweitgärung verwendet wurde. Ergebnis könnte so sein, wie ein Bier in der Zweitgärung.

VG

PS: was ich im Netz schon gesehen habe ist, dass die vollen Flaschen (waren mit Drehverschluß) in ein Wasserbad erhitzt wurden. Damit wurde dann ein Cidre mit Restsüße geschaffen - aber mit weniger Alkohol.
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Re: Flaschengärung...wie gelingts wirklich?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 18 Juni 2020 12:31

420 hat geschrieben:
18 Juni 2020 10:39
PS: was ich im Netz schon gesehen habe ist, dass die vollen Flaschen (waren mit Drehverschluß) in ein Wasserbad erhitzt wurden. Damit wurde dann ein Cidre mit Restsüße geschaffen - aber mit weniger Alkohol.
Das birgt das Restrisiko dabei platzender Flaschen in sich, ich würde davon abraten. Ich würde das, wenn überhaupt, nur mit Sektflaschen und Kronenkorken wagen.
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Re: Flaschengärung...wie gelingts wirklich?

Beitrag von JasonOgg » 19 Juni 2020 13:14

Der wird im Mund schon warm genug um zu bizzeln.
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