Sommernachtstraum Problem

Arai
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Sommernachtstraum Problem

Beitrag von Arai » 01 Juni 2010 22:41

Hallo zusammen :) ...

Nachdem mich mein erster Met recht zufrieden gestellt hat, habe ich mich vor genau einer Woche an den "Sommernchatstraum" - Wein gemacht.

Ich hab die Menge an Früchte auf 13 Liter runtergerechnet und alles so gemacht wie beschrieben, mit der Ausnahme dass ich am Gäranfang 1kg Zucker statt 1,3kg hinzugegeben habe.
Nach einem Tag hat er auch recht munter geblubbert doch schon zwei Tage danach ging die Aktivität stark zurück. Daraufhin habe ich 300g Zucker hinzugeben, da ich mir dachte dass wohl Zucker fehlen würde.
Nach ein paar Stunden hat er auch wieder ein wenig geblubbt, jedoch tat sich am nächsten Tag wieder nichts. Ich hab dann nochmal 350g Zucker dazugebgen, doch getan hat sich bis heute nichts mehr.

Heute, also genau nach einer Woche, hab ich den Wein von der Maische getrennt, also abgepresst und wieder in einen Gärballon gefüllt und mit einem Gäraufsatz verschlossen. Blubben tut er immernoch nicht...

Jetzt meine Frage, kann sich jemand einen Reim darauf machen, warum er sich so ziert ? Bei meinem Met war das ganz anders, der hat so heftig gegärt dass sogar der Stopfen rausgeflogen ist, okay ich hatte auch ein wenig zu viel Hefe....aber dass der Beerenwein soo schlecht gärt erscheint mir ein wenig komisch.

Kurz probiert habe ich auch, sauer oder in irgendeiner Form nach Essig schmeckt er nicht, bischen nach Alkohol und nicht sehr süß...auch schmeckt er nicht wirklich intensiv nach Beeren.

Ich hoffe ihr könnt mir ein wenig helfen...

Wäre wirklich schade wenn sich da nix mehr tun würde, weil die Beeren schon teuer waren... :( .

lg Arai

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Josef
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Sommernachtstraum Problem

Beitrag von Josef » 01 Juni 2010 23:03

Ganz ehrlich kann ich mir keinen Reim darauf machen. Aber überprüfe mal folgendes:

- Zucker ist noch vorhanden?
- Der Wein hat die tolleranzgrenz ereicht? Wäre zwar ungewöhnlich aber nicht unmöglich. Wenn die Angaben zum Zucker stimmen aber eher unmöglich.
- Steht der Wein jetzt kälter als zu Anfang?
- Ist der Stopfen dicht, kann keine Luft irgendwo entweichen?
- Hast du im nachhinein noch etwas zugefügt? Beeren mit Konservierungsmittel, oder den Wein beim abpressen geschwefelt? (hat es auch schon gegeben)

Arai
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Beitrag von Arai » 01 Juni 2010 23:27

- Zucker ist noch vorhanden?

Müsste eigentlich, schmeckt jedenfalls nicht staubtrocken

- Der Wein hat die tolleranzgrenz ereicht? Wäre zwar ungewöhnlich aber nicht unmöglich. Wenn die Angaben zum Zucker stimmen aber eher unmöglich.

Werd dann morgen mal Alkgehalt messen und davon berichten..

- Steht der Wein jetzt kälter als zu Anfang?

Selber Raum wie zuvor..

- Ist der Stopfen dicht, kann keine Luft irgendwo entweichen?

Stopfen sitzt bombenfest, da drüfte keine Luft bzw CO2 dran vorbeikommen.

- Hast du im nachhinein noch etwas zugefügt? Beeren mit Konservierungsmittel, oder den Wein beim abpressen geschwefelt? (hat es auch schon gegeben)

Keins von beidem, extra drauf geachtet Beeren ohne Konservierungsmittel zu bekommen :/...

Bin echt ratlos, aber Danke für die schnelle Antwort ! Vielleicht kommt ja beim Alkgehalt messen bischen Licht ins Dunkel.

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Josef
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Beitrag von Josef » 02 Juni 2010 07:06

Ich hatte deine Antwort fast befürchtet. ?-|
Aus irgend einem Grunde hast du eine Gärstockung. Was jetzt tun?

Ich würde aus Trockenhefe noch mal einen ordentlichen Gärstarter ansetzen (nach einem Tag müßter der blubbern wie wild) und den Starter nicht in den Wein geben, sondern den Wein nach und nach zu dem Starter, nicht das dieser einen Schock bekommt.
Damit ist zwar nicht geklärt warum der Ansatz stockt, :( aber so müßte man ihn schnell wieder in Schwung bekommen. :shock:

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 02 Juni 2010 20:53

Nur zur Sicherheit nachgefragt: Nährsalz war im Ansatz? Süßstoff enthielten die Früchte auch nicht? Hast du den Säuregehalt mal gemessen? Und der Alkohlgehalt ist natürlich wichtig für die Diagnose.

Was für eine Heferasse war es, flüssig oder trocken, Gärstarter oder nicht?
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Beitrag von Arai » 03 Juni 2010 12:32

So, da bin ich wieder, war leider ein wenig stressig darum jetzt erst die Antwort.

Alkgehalt hab ich gemessen, das Alkometer zeigt 7,5% an. Nährsazl war drin, gesüßt waren die Früchte nicht.
Säuregehalt hab ich leider nicht gemessen, weil ich nur Blaulauge zur Verfügung hab und der Wein doch schon sehr dunkel rot ist....würde den Farbumschlag also nicht sehen. Hab aber die Möglichkeit am Montag ein Ph-Meter zu bekommen und kann damit ja dann bis zum Umschlagspunkt des Indikators titrieren.
Gärstarter hab ich nicht verwendet, Hefe (Portwein) kam direkt rein..

Jetzt ist heute ja leider ein Feiertag, das heißt ich kann erst morgen bei der Raiffeisen anfragen ob sie mir Portweinhefe bestellen können, da ich die erste aus dem Internet hatte.

Meine Frage: Bei dem Met hab ich, auch wenn es nicht so ideal war, eine Weisweinhefe benutzt. Macht es Sinn diese jetzt in die Beerenweinansatz zuzugeben?

lg
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Beitrag von Fruchtweinkeller » 03 Juni 2010 16:09

Ich würde die Weißweinhefe nicht nutzen. Da diese eine geringere Alkohltoleranz hat wäre das nicht optimal.

Ich weiß nicht ob du das gleiche Problem hast, aber hier unsere Tarragona-Geschichte: Flüssighefe bestellt, geliefert bekommen, wie bei uns üblich auf Platten vermehrt: Sieht eigentümlich runzelig aus und riecht etwas fuselig/lösungsmittelähnlich. Aber das es zweifellos eine Hefe war haben wir sie für einen Johannisbeere/Honigansatz verwendet. Der war, trotz bestem Zureden und viel investierter Zeit, nicht auf mehr als 13% zu kriegen und zeigte das typische Low Alk-Zickenverhalten. Ein paar Monate später: Die gleiche Hefe beim selben Anbieter nochmals bestellt: Diesmal sah sie auf der Platte gut aus, roch gut und ein Testwein erreichte bequem 15%.

Lange Rede, kurzer Sinn: Das zeigt dass in den Flüssighefen nicht immer das enthalten ist was drauf steht. Vielleicht liegen deine Probleme nicht an dir, sondern an der Hefe.

Du kannst eine weitere High Alk Hefe zugeben, du solltest dabei idealerweise vorgehen wie unter Homepage -> Weinkrankheiten -> Gärprobleme angegeben.
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Beitrag von Arai » 15 Juni 2010 14:11

So, jetzt meld ich mich nochmal...

Gestern war es soweit, die Hefe war nun endlich da und ich hab direkt damit angefangen einen kleinen Gäransatz, so wie es auf der Homepage beschrieben ist, anzusetzten.

War am Anfang auch alles super, nach Zugabe der ersten 100ml Problemwein sprudelte es munter weiter nur nach knapp vier Stunden wurde es immer weniger...ich hab den Ansatz dann noch eine halbe Stunde stehen lassen und es spurdelte zwar immernoch aber definitiv nicht mehr so stark wie am Anfang...

Danach kamen 200ml Wein und 100ml Apfelsaft rein und ich hab es über Nacht stehen lassen.

Heute morgen hat das ganze kaum noch geblubbert, jedoch stiegen nach Schütteln der Flasche eine Zeit lang Gasblasen auf, sodass ich angenommen hab dass die Gärung noch im Gang ist.

Das ganze hab ich dann auch heute morgen zu dem restlichen Wein gegeben.

War gerade schaun was sich so tut...und das Ergebnis ist ernüchternd...es blubbert nicht!

Bei schwenken des Ballons sind ein paar aufsteigende Blasen zu erkennen, die Menge reicht aus dass das Gärröhrchen einmal klapppert aber danach ist wieder Stille...

Ich fürchte der Ansatz ist hinüber ?...

lg

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Beitrag von fibroin » 15 Juni 2010 15:19

Wie hat sich der Geschmack des Ansatzes entwickelt? Ist noch Zucker drin oder doch zu viel?
Irgendwelche Fehltöne zu schmecken?

Kann es sein, dass der Wein im oberen Alkoholbereich ist, und die Gärung darum nur so schleppend daher kommt?

Kannst du darüber Auskunft geben, auch wenn zum wiederholten Male?
Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei.

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Beitrag von Arai » 15 Juni 2010 18:01

Alkometer zeigt 10% an, verwendet hab ich eine Portweinhefe.

Schmecken tut das ganze nicht sehr stark nach früchten, nicht sehr süß (könnte man ein wenig Zucker reinmachen) und ein bischen sauer jedoch nicht nach Essig.

lg

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Beitrag von fibroin » 15 Juni 2010 18:43

Da fällt mir noch folgendes ein:
Anfänger hier im Forum haben schon mal bei dem Rezept die letzten Zutaten für das Gärende schon mal zum Anfang zugegeben. Da steht als Zugaben:
Milchsäure nach Bedarf
Kaliumpyrosulfit
Vitamin C

Du hast bestimmt nicht einen Schuss Milchsäure nur so reingegeben, Kaliumpyrosulfit und Vitamin C sind auch noch nicht drin!

Ich kann jetzt deinen Geschmack nicht recht einordnen. Falls Zucker fehlt, wird es natürlich nicht gären. Fehlender Zucker holt den Säuregeschmack hoch und die Früchte sind im Hintergrund. Gib doch mal wenig Zucker bei, bis dir der Wein schmeckt. Dann ist auch Zucker zum Gären da.
Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei.

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Beitrag von Arai » 15 Juni 2010 20:44

Ich hab weder geschwefelt, noch Vitamin C oder Milchsäre hinzugegeben...v.v

Ich geb nachher nochmal so 100g Zucker dazu und schau mal was passiert.

lg

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