Fragen zum allerersten Weinversuch mit Sauerkirschen

bliss
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Fragen zum allerersten Weinversuch mit Sauerkirschen

Beitrag von bliss » 19 Juni 2011 02:12

Guten Tag Weinkenner,

ich bin absoluter Neuling im Wein herstellen und habe heute meinen ersten Wein angesetzt. Dazu habe ich ein paar Fragen, aber erst einmal die Fakten dazu:
Der Ansatz:
4kg Sauerkirschen (frisch gepflückt)
2l Sauerkirschsaft
2l Wasser
1,5kg Zucker
5 Tabletten Hefenährsalz
1mal Reinzuchthefe Portwein (1Woche davor gekauft, allerdings nicht im Kühlschrank gelagert sonder bei Zimmertemperatur, Problem?)

Gärbehälter: Glasballon 15-20l

Dann kurz zu meinem Prozedere:
Habe die Kirschen gepflückt, gewaschen, entsteint und "zermatscht". Zusammen mit dem Saft in den Gärbehälter. Anschließend habe ich das Wasser leicht erwärmt und den Zucker darin aufgelöst, dazu noch das Nährsalz gegeben und alles im Gärballon vermischt. Dann habe ich gewartet bis die komplette Mischung "abgekühlt" ist, also auf Zimmertemperatur und erst dann die Hefe hinzugegeben. Gärröhrchen mit Wasser befüllt und oben drauf.

Jetzt meine Fragen:
1. Ist es normal, dass das Wasser im Gärröhrchen angesogen wird? Kann das evtl. von der anscheinend noch weiteren Abkühlung kommen oder "verarbeiten" die Hefen zuerst noch den restlichen Sauerstoff im Behälter?
2. Muss ich die Maische irgendwann abziehen? Hab davon jetzt schon öfter etwas gelesen, aber noch nicht ganz verstanden wann und wieso man das machen muss? ODer kann ich die Maische auch bis zum Ende drin lassen, da ich die Kerne ja entfernt habe?

Für weitere Hinweise auf etwaige Fehler bin ich sehr dankbar...

Hoffe meine Fragen waren hier jetzt nicht zu banal ;)

Vielen Dank

Lampus
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Fragen zum allerersten Weinversuch mit Sauerkirschen

Beitrag von Lampus » 19 Juni 2011 10:16

Guten Morgen.

Deine Fragen sind natürlich voll in Ordnung. Als aller erstes kommt von mir aber eine Gegenfrage ;)

Kennst du die zugehörige Hompage? Fruchtweinkeller

Hier wird alles haarklein beschrieben. Das gute daran ist, dass es nicht wie ein stumpfes Kochrezept aufgebaut ist, sondern, dass du auch gesagt bekommst, warum du etwas tust.

Nun zu deinem Wein:

Du hast Portweinhefe verwendet. Das ist gut. Nun hast du Flüssighefe verwendet. Das kann man machen.
Du hast aber leider keinen Gärstarter gemacht (Siehe HP) Das ist eher nicht so gut, weil Flüssighefe ohne Starter länger braucht um anzugären, was das Wachstum unerwünschter Bakterien in deinem Wein fördern KANN. Außerdem kann es sein, dass die Hefekultur nicht ganz so gut funktioniert, was viele Gründe, u.a. auch falsche Lagerung, haben kann.

Du hast kein Antigel verwendet. Davon geht die Welt auch nicht unter, besser wäre es aber, du hättest welches genommen, da das Antigel die Schaumbildung im Ansatz verringert, das hilft dir, weil der Ballon dann nicht überschäumt ;) Außerdem fördert das Antigel die Zersetzung der Früchte, wodurch du u.U. an mehr Saft gelangen kannst.

Du hast 5 Tabletten Hefenährsalz verwendet. (Ich nehme an, á 1g, ja? ) Wenn es so ist, ist das okay :)

Die Maische wird nach 1-2 Wochen abgepresst. Wenn alles gut läuft besteht die Maische dann fast nurnoch aus den Schalen der Kirschen ;)
Hierzu kannst du ein sauberes Geschirrtuch verwenden. Umso mehr du sie auspresst, desto mehr Geschmackt kommt auch in den Wein, da das Beste meist noch in den Fruchtresten steckt.

Zu deinem Mischungsverhältnis von Kirschen, Saft und Wasser kann ich aus der Ferne nicht viel sagen, da ich den Säuregehalt deiner Kirschen nicht kenne.
Hierzu lohnt sich aber ein Acidometer, mit dem du die Säure messen und einstellen kannst.

Wieviel Liter hat denn dein Ansatz nun?
~8-9 Liter?
Die Frage ist wichtig, wegen dem Zucker, den du zu Anfang dazugibst. Ich bin kein Ass im Ausrechnen für wieviel % der verwendete Zucker reicht, aber deine 1,5 kg sollten sich noch im Rahmen bewegen.
(FWK Rezept sagt 3 kg auf 20 Liter.

Viel Spaß mit deinem Wein ;)
Lampus
Wer Wein macht, der weint.

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Josef
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Fragen zum allerersten Weinversuch mit Sauerkirschen

Beitrag von Josef » 19 Juni 2011 10:19

Hallo bliss und Willkommen bei uns. :shock:

Fangen wir mal vorne:

Die obligatorische Frage vorab: Kennst du den Fruchtweinkeller?

Bei deinem Rezept fehlt mir Antigel.
Hefenährsalz brauchst du bei der Ansatzmenge ca. 3g (Weiss jetzt nicht wieviel g eine Tablette hat)
Reinzuchthefe, da gehe ich mal von Flüssighefe aus. Hast du einen Gärstarter gemacht? wenn nicht kann es sich lange hinziehen bis die Gärung einsetzt.
Besser ist hier Trockenhefe, damit hättest du den Ansatz am nächsten Tag am blubbern.
Ein schnelles einsetzen der Gärung ist wichtig damit der Ansatz geschützt wird, ein gärender Ansatz schimmelt nicht mehr.

Ach ja, deine Fragen:
1. Das mit dem Gärröhrchen siehst du richtig, wenn die Gärung einsetzt, blubbert es auch in die richtige Richtung.

2. Von der Maische wird nach 1-2 Wochen abgezogen, dann liegt der Alc.gehalt bei ca. 10%. Aber das steht alles auf der HP ausführlich beschrieben.

bliss
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Fragen zum allerersten Weinversuch mit Sauerkirschen

Beitrag von bliss » 19 Juni 2011 10:30

Guten Morgen,

vielen Dank für eure schnellen Antworten!!

also die Nährsalztabletten haben je 0,8g und auf der Packung steht 3-6 für 10l Ansatz...
Ich dürfte insgesamt mit Maische und allem so um die 8-9l Ansatz haben

Habe kein Antigel genommen, weil mein Verkäufer des Vertrauens gesagt hat, des brauch ich eig nich bei Sauerkirschen...
Ja gut also das mit dem Gärstarter sollte ich dann beim nächsten mal unbedingt, dann hoff ich mal dass es jetzt so einfach irgedwann auch mal anfängt zu gären ohne zu schimmeln ;)
so langsam bilden sich auch schon kleine schaumkronen auf der oberfläche, yippieh

kann ich jetzt noch irgendwas machen? z.b. trockenhefe hinterher schütten?? oder einfach abwarten und tee trinken? oder wein^^

dankeschön
bliss

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Beitrag von Josef » 19 Juni 2011 10:34

Wenn es schäumt, ist schon mal gut, aber blubbert das Gärröhrchen auch?
Wenn sich bis morgen nichts getan hat, würde ich Trockenhefe nachschieben. Heute wirst du sicher keine bekommen.

bliss
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Beitrag von bliss » 19 Juni 2011 10:36

ne am blubbern ist es leider noch nicht, aber so leichte schaumkronen bilden sich...
ja stimmt heute bekomm ich keine mehr, dann wart ich mal bis morgen ab und kauf zur not trockenhefe nach und schütt die hinter her...

vielen dank

Lampus
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Beitrag von Lampus » 19 Juni 2011 10:38

Ich will dir nicht die Hoffnung nehmen, aber der Schaum kann auch gut vom Schütteln kommen ;)
Wer Wein macht, der weint.

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Beitrag von Zecke » 19 Juni 2011 11:19

Hi,

schüttel den Ansatz mal kräftig, dann solltest du sehen, ob der Schaum von der Hefe kommt. Dann sollte das Gärröhrchen Aktivität zeigen.

Gruß
Zecke

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Beitrag von bliss » 19 Juni 2011 11:50

ok habs jetzt mal mit schütteln probiert, blubbert aber noch nix... mal abwarten

hab jetzt gesehen dass in meinem Haushalt noch Trockenhefe vorhaden ist, allerdings nur zum Backen eigentlich, die kann ich wohl nicht hernehmen oder? Brauch ich da spezielle Hefe für Wein? Wenn doch sollt ich noch ein Tag warten oder zur Sicherheit gleich mal was rein tun? Wieviel überhaupt, ca.?

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Beitrag von Josef » 19 Juni 2011 11:59

Nein, keine Backhefe. :mrgreen: Die wird zwar gären wie Teufel, bringt aber nicht das gewünschte Ergebnis. :(
Richtige Trockenhefe besorgen, gibts auch als Portwein. :shock:

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Beitrag von bliss » 20 Juni 2011 11:18

also, ich war jetz grad bei meinem dealer des vertrauens und die haben dort leider keine trockenhefe. da es ja so langsam dann schon dringend wird, wollte ich mir die bei amazon.de bestellen. dort gibts aber nur die hier: www.amazon.de/Kitzinger-Reinhefe … 369&sr=8-1
ist halt nicht extra "portwein"-hefe, is aber denk ich egal oder?

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Beitrag von Zecke » 20 Juni 2011 11:41

Hi,

vielleicht existiert noch ein weiterer Händler in deiner Nähe? Leider steht bei Amazon keine Informationen zur Hefe ... ich würde auf jeden Fall eine "Art" Portweinhefe (also eine Südweinhefe) nehmen.

Gruß
Zecke

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