Brombeeren – die Überraschung

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Brombeeren – die Überraschung

Beitrag von 420 » 02 April 2013 23:59

Am Gründonnerstag habe ich 99 kg Brombeeren bekommen. Vorab war die Information, dass da max. 30 kg auf mich zukommen würden. Die Überraschung war auf jeden Fall da.



Da ich auch keinen Platz mehr in der Truhe hatte, ließ ich die Beeren auftauen. Am Karfreitag dann machte ich mich an die Arbeit. Nur 5 Kg wollte meine Frau haben und somit hatte ich noch 94 kg. Leider waren längst nicht alle Brombeeren aufgetaut, sodass ich damit doch mehr Arbeit hatte. Zuerst mit dem Handteller zerdrückt, dann mit den Fingerrücken weiter gearbeitet. Danach ein Litermaß genommen und damit gedrückt. Zwischendurch auch mal die Hand gewechselt, aber das war nicht der Börner. Irgendwann waren die Beeren soweit fertig und ich konnte sie als Maische ansetzten.

Sicherheitshalber auf 3 Behälter aufgeteilt und auch nur wenig destilliertes Wasser verwendet.



Heute, am Dienstag danach, die Beeren abgepresst – geschleudert. Einen Behälter konnte ich mit einer Füllung schleudern. Aber leider ist mir das Bettlaken gerissen. Es war wohl zu schwach und so hatte ich den Salat. Zuerst den Riss per Kabelbinder abgedichtet und weiter geschleudert. Danach die Schleuder mit Wasser von den Resten der Beeren befreit. Den geschleuderten Saft durch einen Handpressbeutel gegeben und mit der Hand abgepresst. War nicht so schlimm, da ja der meiste Trester schon weg war.

Danach ein neues Tuch genommen und den Inhalt des nächsten Behälter geschleudert. Sicherheitshalber auch diesen Federweißer durch den Handpressbeutel laufen lassen.

Von den 94 kg Brombeeren sind noch 13,8 kg Trester (ein Eimer) übrig geblieben.



Alles gesäubert und ab ins Haus.

Obwohl die Beeren süß waren, musste ich noch mit der gleichen Menge an Wasser auf ca. 8 g Säure verbessern. Die errechnete Menge Wasser verringerte sich noch etwas um die Verdrängung der Zuckerzugabe. Es fehlten mir leider noch 14 Liter destilliertes Wasser. Nun gären bei mir drei 60 Liter Behältnisse, ein 32 Literfass und noch eine 25 Ballonflasche mit Brombeerwein. Ich glaube, damit kann ich mehr als eine Party machen.

Grüße

PS: und es riecht…
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Brombeeren – die Überraschung

Beitrag von Fruchtweinkeller » 03 April 2013 00:17

Wow, die Überraschung artet ja richtig in Arbeit aus. Na, wenn die Beeren halbwegs reif waren lohnt sich der Aufwand aber bestimmt :shock:
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(Too much coffee man)

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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Beitrag von 420 » 03 April 2013 00:38

Deshalb war ich schon am überlegen, wie ich das "zermanschen" einfacher gestalten kann. Meine Finger der rechten Hand sind doch ein wenig in Mitleidenschaft gezogen. :mrgreen:

Und beim Arbeiten ist mir nichts zur Erleichterung eingefallen, außer eine ...

eine Rätzmühle

Das wärs gewesen.

Reifegrad ging. Säure war 16 g bei 94 kg Früchte und 20 Liter destilliertes Wasser.

[Dieser Beitrag wurde am 03.04.2013 - 17:57 von 420 aktualisiert]
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Beitrag von Tim » 03 April 2013 19:08

Klingt doch super! Aber eine Frage drängt sich da auf: Wie "bekommt" man 99kg Brombeeren?!? Hat da jemand eine ABM draus gemacht? Da muss doch eine Großfamilie zur Brombeerernte in den Wald gegangen sein und zwei Wochen später wieder raus!? In jedem Falle glücklich ist wer gutes Personal (in diesem Fall "Erntehelfer") hat! Glückwunsch!
Ich kann übrigens Brombeermet empfehlen! Reifen 30l bei mir und sind schon jetzt nach ca 6 Monaten sehr trinkbar!
Timidi mater non flet

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Brombeeren – die Überraschung

Beitrag von Mondwein » 03 April 2013 19:51

hallo,

auch mich hat das Beerenwein -fieber gepackt.
Wenn ich nur an meinem 10 -er beim Schütteln das Aroma in die Nase bekomme, bricht sofort Begeisterung aus, und ich muss mich stark beherrschen, dass ich nicht sofort etwas verkoste.
Da hatte ich rote Jobeeren mit Brombeeren vermischt, eine Woche Maischegärung gemacht, und dann schwarzen Jobeerensaft anstelle des Wassers, mit dem Abpressen parallel dazu gesetzt. Dunkel-fast schwarzrot und duftend wie eine junge .. :shock: :P 8-)
Nun muss eine eigene Gefriertruhe her - in weiser Voraussicht auf die kommende Beerenernte....
...Oh, ich werde nie verdursten, nie..... :D
und die Beeren werden mir massiv entgegenhüpfen.. jaaa. :P :P :P

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Beitrag von Iceman » 03 April 2013 20:43

Da ich nicht zur Landbevölkerung gehöre, habe ich kaum eine Möglichkeit an eine größere Menge frischer Beeren zu kommen und die Tiefkühlware aus dem Supermarkt ist mir für solche Ausmaße einfach viel zu teuer. :(
Nachts steht manchmal der Teufel an meinem Bett und bewundert sein Machwerk.

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Beitrag von 420 » 03 April 2013 20:44

@Mondwein
war kein Fiber, sondern eine echte Überraschung. Und mit dem Probieren ist es bei der Menge (ca. 210 Liter) unerheblich. Es fällt nicht auf und es bleibt genug übrig. :P

@Tim
2 ältere Menschen, eine Frau und ein Mann haben sich gefunden und... beide haben je ein großes Grundstück mit Brombeergewächsen. 30 und mehr kg pro Garten waren da letztes Jahr angesagt. Und dann noch das Vorjahr...- auf jeden Fall zu viel. Nächstes Jahr wird auf jeden Fall besser geplant.

Die Menge ist definitiv zu viel für mich. Werde, wenn der Wein gut wird, immer wieder mal ein paar Flaschen als Mitbringsel verschenken. Natürlich werde ich mich bei den Spendern respektvoll mit Wein bedanken – Ehrensache. :D

So sieht es nun aus. Riechen könnt ihr es ja nicht. Und das Getöse müsst ihr ja auch nicht hören. :D



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Beitrag von Josef » 03 April 2013 22:32

Oh man, da weiß ich nicht ob ich dich beglückwünschen oder bedauern soll. :schlecht:
Aber die schwierigste Arbeit ist ja jetzt getan, also Glückwunsch. :shock: Und die Flasche Wein haben sich deine beiden Lieferanten auch verdient. :D

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Beitrag von Mondwein » 03 April 2013 22:43

@420,

da mir mein Gefühl sagt, dass du deinen Wein mit Liebe machst,und genau das ist es, was alles andere unwichtig macht, drücke ich dir beide Daumen, dass Alles nach deinen Vorstellungen verläuft, und du ein schönes, wertvolles Ergebnis, letztendlich erhalten wirst ! :twisted:

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Beitrag von 420 » 03 April 2013 22:45

Hallo Josef,

es war schon Arbeit. Bis jetzt ca. 16 Stunden. Wie die Zeit dabei verfliegt :P .

Später dann noch die Filterei incl. Flaschenspülung. Obwohl da werde ich bei Gelegenheit die 5 Liter-Beutel für Wein kaufen. Zu Not habe ich ja noch die gut 40 Flaschen a 5 Liter auf dem Dachboden. Mit Korken wäre ja auch eine Lösung. :D

Die Lieferanten werden mit Sicherheit auch je einen SixPack bekommen.
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Beitrag von KommandeurMumm » 04 April 2013 07:28

Hallo 420.

Na, das sind ja Mengen. Genau so sehr, wie mich die Menge wundert, wundert mich aber auch, dass du mal eben so die Behältnisse dafür hast :D Bei mir ist zwar im Moment auch fast alles frei, aber ich komme maximal auf 125 Liter insgesamt. Mit Steigraum eher nur 90 Liter...

Da würde ich gerne mal ein Tauschgeschäft arrangieren :) Kuli und ich haben letztens schonmal erfolgreich je ein Fläschchen Brombeerwein eingetauscht und die Unterschiede sind gravierend. Deiner würde mich im Vergleich dazu auch interessieren :shock:

Grüße!
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Beitrag von 420 » 04 April 2013 18:55

@KommandeurMumm

wenn der Wein fertig ist, gerne.

Bezüglich Behälter: Da habe ich noch etwas Luft nach oben.

2 Kunststofffässer a 120 Liter, aber die sind voll nicht mehr mit der Hand die Treppen herunter zu transportieren. Für die Maische im Sommer in der Garage ja, aber sonst. Da fehlen mir die Räumlichkeiten und die technischen Hilfsmittel. Und zusätzlich sind mir die Mengen dann zu viel. Soviel kann ich nicht verschenken, denn….wenn man etwas im Überfluss hat und immer wieder etwas an denselben Personenkreis weggibt und verschenkt, ist dies Geschenk oft nichts mehr Wert. Beispiel: Früher, als junger Erwachsener, hatten wir oft so viel Obst, das keiner mehr das Obst haben wollte. Vom Pflücken war da überhaupt nicht die Rede, sondern vom Bringen.

Das war dann irgendwann der Auslöser, Wein zu machen. Paar Jahre später haben wir den Garten verkauft. Grund: Ortswechsel und Bauphase.

Beim Klären bin ich noch am überlegen. Kunststoff, lieber nein. Und wenn ich alles in Glas klären lassen will, müsste ich platzmäßig 3 Ballonflaschen im Holzgestell übereinander stapeln. 2 Reihen würden somit schon einmal 150 Liter gestapelt. Daneben würde ich dann noch eine 50 Liter Ballonflasche stellen. Dann wäre noch Platz für ein paar kleine Ansätze. :D

Zum Stapeln plane ich kein festes Regal, sondern Holzgestelle, die die Innenhöhe einer Bauchflasche plus Gäraufsatz haben. Paletten könnten dort das entsprechende Holz liefern. Damit wäre ich auch bezüglich des Lagerortes immer flexibel.

Grüße
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