Gärprobleme

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Gärprobleme

Beitrag von Weinheimer » 10 Dezember 2018 03:19

Hallo liebe Community.
Dies ist mein erster Beitrag und ich hatte bisher nur im verborgenen von eurem Wissen provitiert und auch schon den ein oder anderen wein als auch Met hergestellt.
Nun zum Thema, ich habe einen Heidelbeerenmet als auch einen Apfel/Karamellwein angesetzt.
Der Met besteht aus 1 kg TK Heidelbeeren, 1 geriebener Apfel, 1 Glas Apfelmus und zu Beginn lediglich 1,25kg Honig. Natürlich wie üblich ca 5 g hefenährsalz und 2,5g trocken Reinzuchthefefe l, Sorte Portwein.
Genau diesen Met habe ich bereits schon einmal hergestellt nur dass ich nun die Säure anfangs etwas eingestellt habe. Ich hatte in meinem 15 Liter gärballon ca 10 Liter Flüssigkeit und gab 20 g Citronensäure hinzu um meinen Säurewert auf 4,5g/l anzuheben.
Zeitgleich habe ich wie bereits erwähnt den Apfel/Karamellwein angesetzt mit der selben Hefe, mit der ich übrigens einen Tag vorher einen Gärstarter angesetzt habe.
Nun war ich drei Tage nicht da und bei dem Met tut sich leider gar nichts .... Der Apfel Karamellwein hingegen blubbern fröhlich vor sich hin.
Beide Weine stehen nebeneinander bei etwa 22-23 Grad .
Da es lediglich einen Unterschied zu vorher gibt wäre meine Frage ob die Citronensäure die Hefe derart hemmt .
Diesbezüglich habe ich leider nichts finden können.

Schon einmal danke für eure Beiträge
Euer Weinheimer

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Chesten
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Re: Gärprobleme

Beitrag von Chesten » 10 Dezember 2018 04:32

Willkommen bei uns !

Zitronensäure ist den üblichen Mengen nicht gärhemmend oder zumindest ist mir das nicht bekannt!

Jetzt folgt mal wieder die Standartfrage und der Standartratschlag, sorry aber damit behebt man 80% der Anfängerprobleme ;) !

Wie willst du deinen Wein lagerungsstabil bekommen ?
Danach richtet sich dein weiteres Vorgehen.
Kennst du die Homepage zu diesen Forum ?
Wenn nicht hier der Link:
https://fruchtweinkeller.de/

In diesen Kapitel findest du die sinnvollen Möglichkeiten einen lagerungsstabilen Wein zu bekommen:
https://fruchtweinkeller.de/Wine/zucker.html
Ich lege dir die Nachzuckermethode ans Herz da brauchst du nur deine Zunge und Haushalszucker und die gibt auch schön viele Prozente :lol: !
Hier die Nachzuckermethode nochmal als Diagramm da ein Bild mehr als tausend Worte sagt :
https://honigweinkeller.de/Met/met1.html.

So jetzt zu deinem Problem:
Ich gehe mal stark davon aus das bei deinem Wein einfach nur der Zucker verbraucht ist und deswegen die Gärung nicht mehr läuft.
Nach einer Woche kann ein Wein schon bis zu 12 vol% haben 8-10 vol% sind völlig normal.
Außerdem kannst du die erste Gärphase die sogenannte stürmische Gärung nicht mit der Hauptgärung vergleichen da die Hauptgärung sich immer weiter verlangsamt zum Ende hin.
Und ja selbst wenn die beiden Ballone nebeneinander standen können die sich unterschiedlich entwickeln, es gibt Berichte wo ein Ansatz geteilt würde während der Gärung und die jetzt zwei Ansätze haben sich unterschiedlich entwickelt obwohl das dass selbe Zeug war.

Und was heißt das jetzt für dich ?

Mach den Ballon auf und ziehe eine kleine Probe und keine Angst dein Wein verdirbt dadurch nicht auch wenn meist im Internet was anderes steht.
Diese Probe misst du dann mit einen Vinometer auf den Alkoholgehalt und verkostest den Rest.
Je scheußlicher dein Wein schmeckt desto weniger/gar kein Zucker ist noch im Ansatz ich sage immer wenn sich dir die Fußnägel aufrollen ist kein Zucker mehr drin. Wenn der noch lecker oder ok ist einfach eine Woche warten und einmal täglich kräftig schütteln.
Wenn sich dir die Fußnägel aufrollen machst du je nach Alkoholgehalt Zucker oder Honig rein.
Ca. 20,5 g/L Haushaltzucker braucht die Hefe für ca. 1 vol%. Wenn du Honig nehmen willst musst du mehr nehmen da Honig nicht vergärbaren Zucker hat ich gehe immer von ca. 80% vergärbaren Zucker aus also ca. 26 g/L Honig für 1 vol% Alkohol. Aber bedenke das wenn du Honig nimmst dein Wein immer süßer wird wegen dem Nicht vergärbaren Zucker und der dann zu süß werden kann außerdem wirkt Honig gärhemmend was die Hefe stresst besonders bei höheren Prozenten also am Anfang Honig und zum Ende hin Haushaltzucker.
Die Portweinhefe ist eine super Einsteigerheferasse und wenn man keine groben Fehler macht gär die sauber bis ca. 16 vol% mit einem super Mundgefühl durch. Wenn du Zucker/Honig in Schritten von 1 ; 0,5 oder 0,25 vol% hinzugibst sollte das eigentlich keine Probleme geben und bedenke je höher der Alkoholgehalt desto weniger Zucker nach der Geschmacksprobe wird hinzugeben damit dein Met nicht zu süß wird ! Weil der Zucker der drin ist bekommst du nicht mehr raus ! Und erst wenn die Gärung zu Ende ist stellst du Restsüße ein und zwar so wie es dir schmeckt und mit der Methode kannst du auch einen trocken Met/Wein erstellen.

Auf der Homepage dir ich dir verlinkt habe steht alles was du wissen musst lies dich bitte etwas ein und wenn dann nocht Fragen sind immer raus damit ! Auch wenn du normalerweise um ca. 4:30 Uhr morgens in der Früh noch keine Anwort bekommst aber im laufes eines Tages schon ;) !

Wurde jetzt doch länger als gedacht du hast Glück gehabt das ich von den ganzen Coffein nicht schlafen aber dafür schnell tippen kann :lol: :lol: :lol: !
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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wickie
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Re: Gärprobleme

Beitrag von wickie » 10 Dezember 2018 09:45

Meine Persönliche Erfahrung mit Portweinhefe sind durchwegs positiv. Was ich aber aus der Erfahrung gelernt habe ist die Tatsache, das die Heferasse sehr schnell angärt und den Zucker regelrecht verschlingt. Wenn sie sich dann "überfressen" hat, endet die gärung auch mal abrupt.

In der Früh noch 3 Blubbs pro Sekunde und am Abend nur noch 1 Blupp pro Minute. Das ist kein Grund zur Panik. Wie mein Vorredner schon geschrieben hat ist Geduld angesagt und das Probieren. Alkohol und säuremessung sind wichtig, aber nur die Geruch und Geschmacksprobe kann dir sagen ob der Wein in Ordnung ist.

Alkoholwert, Säurewert, wie er aussieht, wie er riecht und wie er schmeckt sind Informationen die für uns wichtig sind um eine ferndiagnose überhaupt Wagen zu können.
Zuletzt geändert von wickie am 10 Dezember 2018 09:51, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Gärprobleme

Beitrag von Weinheimer » 10 Dezember 2018 09:49

Danke für die schnelle Antwort aber all die Tipps, sind mir wohl bekannt.
Habe bisher auch immer die nachzucker Methode angewendet und immer Ergebnisse von 13-16% erzielt.
Hatte ich wohl vergessen zu erwähnen dass der Wein bei Probe durchaus noch Restzucker hatte, daher hätte es mich gewundert dass es keine Gäraktivität gibt.
Nun muss ich aber auch gestehen dass es sich um diese Polnische Hefe auf getrockneten Früchten handelte über die hier im Forum schon schlecht berichtet wurde.
Da ich heute noch einen 60 Liter Ingwer Zitronenwein ansetze hatte ich erneut einen Gärstarter hergestellt mit meiner gestern angekommenen Hefe oenoferm pino Type.
Habe davon etwas in den Met gegeben und jetzt nach dem Aufstehen blubbern beides..
Schätze war wohl eine Kombination aus mehreren Faktoren aber am Ende war wohl diese "Tabskhefe" wie sie hier genannt wird nicht ganz in Ordnung.
Ab jetzt lieber richtige Hefe nehmen, obwohl es mich wie bereit erwähnt dann wundert dass der wein daneben mit der selben Hefe gärt aber sei es drumm.

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Re: Gärprobleme

Beitrag von Fruchtweinkeller » 10 Dezember 2018 22:01

Zitronensäure ist nicht gärhemmend. Aber Honig kann gärhemmende Wirkung haben, ebenso Heidelbeeren. Da kann es schon mal passieren dass ein Ansatz schneller in Gang kommt als ein parallel angesetzter. In solchen Fällen hilft es manchmal auch, einfach mehr Hefe zu verwenden.

Hefemischungen können (müssen aber nicht) problematisch sein. Wenn möglich würde ich das vermeiden.
90% of everything is crap... Except crap. 100% of crap is crap.
(Too much coffee man)

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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