Schlehen-Versuchsansatz

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Schlehen-Versuchsansatz

Beitrag von Metnase » 24 Oktober 2013 18:55

Hallo Forengemeinde,

ich habe heute beim Hundespaziergang eine Hand voll Schlehen gepflückt. Sind genau 445g

Damit würde ich gerne einen Versuchsansatz staren.

Muß man die Schlehen erst kurz einfrieren bevor man sie als Maische ansetzt oder geht das auch ohne vorherige Frstung.

Ich habe irgendwo gelesen, das die Schlehe immer erst mal Frost abbekommen soll damit sie schmeckt und eventuelle Giftstoffe kaputt gehen oder ist das quatsch?

Gruß
Torsten
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Re: Schlehen-Versuchsansatz

Beitrag von StSDijle » 24 Oktober 2013 19:12

Is kein Quatsch, aber den Frost müssen sie am Strauch bekommen einfrieren bringt nix. Wobei von giftig habe ich noch nichts gehört nur von ungenießbar ...

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Re: Schlehen-Versuchsansatz

Beitrag von Fruchtweinkeller » 24 Oktober 2013 20:09

Jupp, "giftig" wäre mir auch neu.
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Re: Schlehen-Versuchsansatz

Beitrag von Metnase » 24 Oktober 2013 20:20

o.k., dann hatte ich das falsch in Erinnerung.

Jetzt habe ich aber auf einer anderen Seite gelesen, das man die Beere mehrmals einfrieren und wieder auftauen soll um die Gerbstoffe und den somit bitteren Geschmack zu eliminieren. Hat das schon mal jemand gemacht und kann dazu was sagen?

Oder wie behandelt Ihr Eure Schlehen?

Das Problem ist, wenn ich warte bis der erste Frost über die Beeren hinweg gezogen ist, sind keine mehr am Busch. Die hat dann nämlich schon jemand anders abgeerntet. :shock:
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Re: Schlehen-Versuchsansatz

Beitrag von Fruchtweinkeller » 24 Oktober 2013 20:28

Nee. Durch die Einfriererei wird Zucker aus Reservesteoffen frei wodurch die Früchte subjektiv angenehmer schmecken; am Gerbstoffgehält ändert sich aber nichts.
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Re: Schlehen-Versuchsansatz

Beitrag von StSDijle » 24 Oktober 2013 20:45

Also weiss eigentlich jmd was da genau passiert? Mir scheint das http://www.hobby-garten-blog.de/obst/46 ... rieren.php recht logisch. Ich kann mir nämlich beim besten Willen nicht vorstellen was für ein Zauber am Strauch passieren soll, den man nicht auch im tk simulieren kann. Die Geschichte, das die Gerbstoffe in die Pflanze zurück gezogen werden halte ich für Quatsch. Wo soll denn plötzlich die massive Stoffwechseltätigkeit her kommen bei einer Pflanze die gerade in Winterruhe gegangen ist. Ich kann das gerade nicht nach experimentieren. Ich hab zumindest no keine Schlehen im Mittelmeerraum gesehen, wenn ich's vorm Frost wieder nach Brüssel schaffe dann probier ich das mal...

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Re: Schlehen-Versuchsansatz

Beitrag von Metnase » 24 Oktober 2013 20:49

@StSDijle,

ja genau diese Seite hab ich gemeint.
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Re: Schlehen-Versuchsansatz

Beitrag von Fruchtweinkeller » 24 Oktober 2013 21:32

Liest jemand meine Beiträge?

Was passiert wenn jemand eine Kartoffel einfriert? Und genau das passiert auch mit den Schlehen.
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Re: Schlehen-Versuchsansatz

Beitrag von Blocki83 » 24 Oktober 2013 22:29

Quatsch ist das nicht!
Was meinst du warum die Blätter im Herbst braun werden?
Richtig! Weil das Chlorophyll aus den Blättern in die Pflanzenteile wie Zweige, Stämme und Wurzeln zurück gezogen wird! Es wird nämlich nicht jedes Jahr komplett neu gebildet. Genauso ist es auch mit Gerbstoffen bei den Schlehen!
Ein paar der Sträucher die ich mir ausgegugt habe sind bereits abgeerntet worden. Sowas ärgert mich richtig

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Re: Schlehen-Versuchsansatz

Beitrag von StSDijle » 24 Oktober 2013 22:37

Blocki, der prozess passiert aber vor dem 1. Frost. Außerdem haben Blätter ob ihrer Funktion eine ver und Entsorgungsstruktur, die so ausgeprägt bei Früchten nicht vorhanden ist. Wenn mir das Glauben leichter viele, hätte ich einen anderen Job ;)

Edit sagt noch zu Fruchtweinkeller: ja gelesen, aber das beantwortet nur einen kleinen Teil der Frage, nämlich warum kurz eingefroren nur etwas süßer schmeckt. Aber die große: frage was passiert da, ist nicht beantwortet. Der Vorschlag dass etwas ähnliches wie in den Blättern passiert, ist aus oben genannten Gründen, nicht nachvollziehbar. Wenn der Prozess aber ohne viel Austausch mit der mutterpflanze geht, ist eben noch die berechtigte frage ob man ihn simulieren kann. Wobei einfaches einfrieren aus Erfahrung nicht reicht.

S
Zuletzt geändert von StSDijle am 24 Oktober 2013 22:54, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Schlehen-Versuchsansatz

Beitrag von Fruchtweinkeller » 24 Oktober 2013 22:48

Das Chlorophyll "zurück gezogen wird" stimmt schon einmal nicht. Diese Sichtweise ist inzwischen überholt. Chlorophyll wird nicht eingelagert sondern zu farblosen Produkten abgebaut. Neueren Studien zufolge geht sogar der gesamte im Chlorophyll enthaltene Stickstoff zusammen mit dem Herbstlaub verloren, sprich es gibt kein "Recycling" von Chlorophyll. Wohl aber gibt es ein "Recyling" der Proteine an denen das noch funktionale Chlorophyll normalerweise gebunden ist.

Außerdem widerspricht meine Aussage nicht dass Gerbstoffe in den Stamm zurückgezogen werden. Das habe ich sogar oft genug hier im Forum geschrieben :pfeif: Ich habe erklärt warum Schlehen unter Umständen besser schmecken wenn man sie zu Hause einfriert obwohl das nichts mit Gerbstoffen zu tun hat.
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Re: Schlehen-Versuchsansatz

Beitrag von Blocki83 » 24 Oktober 2013 22:54

Ich galube aber nicht dass Gerbstoffe/säuren einfach so in der Frucht zerfallen. Oder bist du zufällig Biologe und kannst uns Aufschluß geben? Ich bin für alles offen!

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