langsame Gärung

Chris123
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langsame Gärung

Beitrag von Chris123 »

Hallo liebe Wein-Freunde,

dies ist mein erster Post und Ihr verzeiht hoffentlich Fehler.

Ich habe nach einer üppigen Ernte in unserem Schreber-Garten einen Pflaumen-Wein nach dem Rezept auf der HP angesetzt (20L in einem 25L Gärballon).
Nach einem heftigen Gär-Start (der Gär-Aufsatz hat über Nacht einen Raketen-Start gemacht und unsere ganze Keller-Decke war voll), war ich mit dem Zucker etwas vorsichtiger.
Ich habe also immer abgewartet, bis die Gär-Intensität nachgelassen hat und max. 200-250g Zucker (pur) reingegeben.
Jetzt brodelt das allerdings schon ca. 5 Wochen vor sich hin, weshalb ich mich frage, ob das geschmackliche Auswirkungen haben könnte.
Den Fruchtansatz habe ich nach ca. 1,5 Wochen entfernt.
Das ganze Prozdere mit Antigel, Reinzuchthefe (Trockenhefe Portwein), Säure-Einstellung, usw. hab ich gemacht.
Zuletzt war ich auf einem Alkohol-Level von ca. 12% mit Vinometer (ohne merkliche Restsüße, weshalb ich nochmals ca. 250g Zucker reingegeben habe) und es "blubbert" immer noch.
Ist so eine "langsame" Gärung schädlich für den Wein-Geschmack?
Normalerweise gibt man ja das doppelte (ca. 500g) an Zucker rein...

Habe ausserdem noch einen 20L-Gärballon mit Apfel-Birnenwein (15L) und der Hefe Steinberg angesetzt, wobei es nicht so heftig gegärt hat.
Allerdings keine Maische, die haben wir vorher entsaftet (per Küchenmaschine, und ja, sie hat durchgehalten ;-)
Bei den "Birnen" wussten wir vorher auch nicht, dass es welche waren, weil die wie komische Äpfel ausgesehen haben XD
Da hab ich allerdings noch nix gemessen, weil das erst vor 1 Woche war.
Die "Küchenmaschine" hat allerdings auch ordentlich Fruchtmus, bzw. "Schaum" durchgelassen, das ich versucht habe abzuseihen... Eher schlecht als recht...
Ist das schädlich für die Gärung?
Bis jetzt hat sich hierbei schon ein ordentlicher Bodensatz gebildet...
Aber ich will hier auch nicht die Hefe vorzeitig abziehen...

Für Vorschläge und Anregungen bin ich gerne offen.

Viele Grüße und einen schönen Wein-Start
Christian
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Josef
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Re: langsame Gärung

Beitrag von Josef »

Hallo Chris und Willkommen bei uns. :engel:

Zum Pflaumenwein:
Das sieht für mich ganz normal aus, also weiter machen.

Zu den (komischen) Birnen:
Bist du sicher das es Birnen waren, oder können es auch Quitten gewesen sein?
Ansonsten Äpfel und Birnen immer als Saftgärung, das ist schon richtig. Ein gewisser Bodensatz ist normal. Wenn er die Größe von 1-2geriebenen Äpfeln übersteigt dann würde ich nochmal abziehen, wegen Methanolbildung. Da hat der Chef mal was zu geschrieben. Hier
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Fruchtweinkeller
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Re: langsame Gärung

Beitrag von Fruchtweinkeller »

So isset. Und nein, der "Schlunz" ist eher nicht schädlich für die Gärung, im Gegenteil. Die Hefe freut sich über handfeste Fruchtreste. Und weil man die speziell beim Kernobst nur in Maßen im Ansatz haben will ist der 0815-Küchenentsafter suboptimal.
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Chris123
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Re: langsame Gärung

Beitrag von Chris123 »

Hallo Josef,

da bin ich bei dem Pflaumenwein schonmal beruhigt :-)

Zu den komischen Birnen:
Die wachsen schon an nem richtigen Baum (ca. 4m hoch).
Quitten können es daher nicht sein.
Auch geschmacklich und nach dem Fruchtfleisch erinnert es sehr nach Birne. Aber die sind halt von der Form her "verschrumpelt rund"...
Im letzten Jahr (wir haben den Garten erst kurz vor Corona, was bei uns ein Glücksfall war XD), haben wir die alle hängen lassen, weil wir dachten, dass es ein kranker Apfelbaum ist.
Dieses Jahr haben wir aber mal geguckt, und es kommt uns zumindest zu 90% wie Birne vor.
Also alles geerntet und ab damit in den Entsafter mit den übrigen Äpfeln.
Unsere Äpfel haben allerdings auch einen roten Fruchtkörper (also innen auch komplett rot) und die wachsen eher "buschig".
Der Säure-Anteil war schon ziemlich hoch, aber noch im tolleranz-Bereich.
Ich hab die "Birnen" dann als Kontrast dazu genommen, weil die eher süß waren.
Bei diesem Wein hört jetzt die Gärung trotz Zucker-Zugabe schon langsam auf.
Bin da jetzt laut Vinometer auf ca. 8%.
Ich denke, das ist auf die Steinberg-Hefe zurückzuführen, da die ja eh nicht so viel Alkohol produziert.
Morgen kommt meine Dichtespindel (diesmal in absolute Dichte, die 1. Spindel war leider nur in Öchsle) an. Dann kann ich zusammen mit Refraktometer den %-Gehalt genauer messen, wenn es denn so auch geht ;-)
Aber so lange es blubbert, wird weiter gegärt.

Lieben Gruß
Chris
Chris123
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Re: langsame Gärung

Beitrag von Chris123 »

@Fruchtweinkeller:
Sorry, der Post kam direkt nach meinem XD

Soll ich den Apfel-Birnen-Mix nun abseihen, oder nicht?
Ich poste am besten mal ein Bild von der Gärflasche hoch...

LG
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Re: langsame Gärung

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Dichte? Refraktometer? Spindel? Ja, da gibt es online-Tools, die sind aber nicht für deine 90%-Birne- oder Apfel-Ansätze bzw. berücksichtigen die fruchtspezifischen Fehler nicht. Erwarte da keine genauen Werte. Da kannst du auch ein Vinometer verwenden. Das ist auch ungenau, aber zeigt die Hausnummer wenigstens direkt an :mrgreen:
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Re: langsame Gärung

Beitrag von Chris123 »

Ah shit... Das mit dem Hochladen klappt nicht so, wie ich will...
Chris123
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Re: langsame Gärung

Beitrag von Chris123 »

Für die Hausnummer benutze ich das ja auch.
Wollte halt wissen, ob ich trotz Rest-Süße am Ende der Hefe angelangt bin.
Das ist mit Vinometer alleine ja schlecht ausfindig zu machen, da Zucker das Ergebnis verfälscht (nach oben treibt, obwohl erreichbarer Alkoholgehalt noch nicht erreicht ist).
Oder irre ich mich da?
Bin wie gesagt noch ein Lehrling :-)
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Re: langsame Gärung

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Wenn kaum Restsüße vorhanden ist kann man dem (Präzisions)Vinometer halbwegs trauen. Da du Steinberg verendet hast ist es freilich völlig egal, wann du welchen Alkoholgehalt erreicht hast. Die erreicht auch ihre 15%, dauert nur länger. Wenn du darüber stabilisieren wolltest solltest du dir einen Plan B überlegen.
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Chris123
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Re: langsame Gärung

Beitrag von Chris123 »

Habe jetzt auch mal endlich ein paar Bilder hochladen können.
Hoffe, es funktioniert jetzt auch...

Hier der Pflaumenwein:
Bild
Die Klebestreifen sind Markierungen mit 10, 15 und 20 Liter.
Da hat sich ordentlich was abgesetzt...
Bild
Da ist mit Sicherheit auch noch einiges an Fruchtmus drinn...

Und der Apfel-Birnen-Mix zum Vergleich:
Bild
Der ist noch sehr trüb, da ich den noch regelmäßig geschwenkt habe, aber nun nicht mehr.
Bild
Chris123
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Re: langsame Gärung

Beitrag von Chris123 »

Update: Dichte-Spindel kam gerade zerbrochen an. Also wieder zurück :-/
Verlasse mich jetzt auf das Vinometer.
Hätte ich vielleicht auch von Anfang an machen können. Ich verbuche das mal als Anfänger-Enthusiasmus :-/
Chris123
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Re: langsame Gärung

Beitrag von Chris123 »

Update 2: Nachdem fast keine Gär-Tätigkeit heute mehr feststellbar war hab ich nochmal mit dem Vinometer gemessen:

Pflaumenwein bei 13%, sehr trocken, aber schmeckt sehr gut. Hierbei nochmal 200 g Zucker hinzugefügt und Gär-Tätigkeit sofort gestiegen.

Apfel-Birne: Hierbei konnte ich keine Messung mit dem Vinometer vornehmen, da es irgendwie immer vor der 0%-Marke gestockt hat.
Ich hab alles nach der 1. Probe mit destilliertem Wasser gereinigt. Vermute mal, dass es daran liegt??? Hab die Proben mehrfach durchlaufen lassen, weil ich es selbst nicht glauben konnte...
Da der Wein auch sehr trocken geschmeckt hat, hab ich auch da nochmal 200g dazugegeben.
Nach der Zucker-Zugabe hat es auch hier wieder angefangen zu blubbern. Also Gär-Tätigkeit ist hier auch noch vorhanden.

Was ist denn mit "Präzisions"-Vinometer gemeint? Gibts da Unterschiede, oder war das nur sarkastisch gemeint?
Ich hab meins von dem "bekannten" Betrieb Arau..
Gibts da Unterschiede?

LG
Chris
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