Ananaswein Maischegärung Saft statt Wasser?

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Ananaswein Maischegärung Saft statt Wasser?

Beitrag von Geist im Wein » 16 Januar 2020 14:28

Ich habe zum ersten Mal einen Wein selber hergestellt. Die Entscheidung fiel auf einen Ananaswein.
Das Resultat finde ich persönlich für das erstmal Weinbereiten als gelungen.
Als Grundlage habe ich das Fruchtweinkeller Rezept als auch ein Buch verwendet.

Ich frage mich, wäre der Fruchtgeschmack im fertigen Wein intensiver, wenn bei einer Ananas Maischegärung statt Wasser Ananassaft verwendet würde?
Sozusagen eine Saft und Maischegärung in einem. Es wäre auch denkbar, dass Wasser zur Hälfte durch Saft zu ersetzen.
Ich denke der Zucker und die Säure (Zitronen) müssten reduziert werden weil bereits ein Teil im Saft enthalten ist.

Der Nachteil es braucht mehr Früchte (Mehrkosten). Eine Ananas bringt ca. 0.6L Saft

Bahnwein
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Re: Ananaswein Maischegärung Saft statt Wasser?

Beitrag von Bahnwein » 16 Januar 2020 18:57

Hallöchen im Fruchtweinforum.
Warum möchtest du Saft nehmen? Du kannst doch auch die Fruchtmenge in der Maische erhöhen und dafür die Wassermenge verkleinern. Wichtig ist dabei natürlich das Säuremanagement.
Der fehlende Geschmack könnte natürlich auch an der Ananassorte liegen, da wird im Forum immer mal wieder über die neuen Sorten und deren fehlendes, typisches Aroma geschrieben.

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Re: Ananaswein Maischegärung Saft statt Wasser?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 16 Januar 2020 21:51

Ananaswein stellt man normalerweise per Maischegärung her, so steht es ja auch auf der HP. Was für einen "Saft" hast du denn vergoren?
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Re: Ananaswein Maischegärung Saft statt Wasser?

Beitrag von 420 » 16 Januar 2020 22:45

Bei Deiner Maischegärung kannst Du, so sehe ich es, ergänzend anstatt Wasser auch Saft zugeben.

Aufpassen musst Du hinsichtlich Säure, wie schon von Bahnwein geschrieben.

Aber achte dann bitte noch auf den Zuckergehalt des Saftes. Bitte vorher die OE messen und bei der Zuckerzugabe dies berücksichtigen. Es wird auf jeden Fall mit dem zusätzlichen Saft bei Deiner Maischegärung teurer. Und wenn Du nur 12 % Alkohol als Resultat haben möchtest (am Ende soll der Wein nach der Klärung steril gefiltert werden), musst Du vorab messen, damit nicht zu viel Zucker im Ansatz landet.

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Re: Ananaswein Maischegärung Saft statt Wasser?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 16 Januar 2020 22:57

Grundsätzlich schon, aber das Säuremanagement ist wichtig, wie schon Bahnwein erwähnte. Und mit Fertigsaft aus der Flasche würde ich mir den Ansatz nicht versauen ;) Bliebe also die Frage: Wieso überhaupt Saft?
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Re: Ananaswein Maischegärung Saft statt Wasser?

Beitrag von Josef » 17 Januar 2020 06:54

Alles richtig was geschrieben wurde. Die Säure ist im Auge zu behalten.
Aber ich befürchte das der Geschmack zu intensiv wird wenn du noch Saft anstatt Wasser dazu nimmst. Und das verbessert das Ergebnis letztendlich nicht. Bei meinem letzten Ananaswein habe ich Ananas aus der Dose probiert. 2/3 Ananas dazu noch 1/3 Wasser, das war völlig ausreichend.
Der Wein schmeckte zuerst auch ganz gut, nur im laufe der Zeit, nach ein paar Monaten, wurde er immer schlechter. Aber das ist ein anderes Kapitel. ?-|

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Re: Ananaswein Maischegärung Saft statt Wasser?

Beitrag von wickie » 17 Januar 2020 08:26

Josef hat geschrieben:
17 Januar 2020 06:54
... nach ein paar Monaten, wurde er immer schlechter...
Also mein Ananas-Bananenwein wurde eigentlich immer besser, aber ich habe auch frische Ananas benutz. :lol:

Ddas Zeigt wann immer es möglich ist, sollte man unbedingt auf Frische Früchte zurückgreifen. Im Notfall geht auch "100% direkt gepresst", aber da muss man auch schon mit den Zusätzen aufpassen. Was irgendwie nicht so geht ist der normale Saft aus dem Supermarkt. Hier gibt es so gut wie kein Aroma.

Ich würde hier der Empfehlung vom Chef folgen und die Fruchtmenge erhöhen.

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Re: Ananaswein Maischegärung Saft statt Wasser?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 17 Januar 2020 21:58

Dose vs. frisch gibt es eventuell auf der nächsten Tagung...
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Re: Ananaswein Maischegärung Saft statt Wasser?

Beitrag von Geist im Wein » 18 Januar 2020 23:18

Fruchtweinkeller hat geschrieben:
16 Januar 2020 21:51
Ananaswein stellt man normalerweise per Maischegärung her, so steht es ja auch auf der HP. Was für einen "Saft" hast du denn vergoren?
Im Prinzip verstehe ich die Gründe für eine Maischegärung (dank der HP).
Wieso gerade die Ananas als Maische vergoren wird ist mir jedoch nicht ganz klar. Die Ananas ist weder Saftarm noch Pektinreich. Daher vermute ich die Gründe für eine Maischegärung im herauslösen der Farb- und Aromastoffe.

Auch ist mir nicht klar wieso gemäss HP Rezept der Strunk nicht in den Ansatz gehört. Im Buch Beeren- Frucht und Kräuterweine steht man könne diese dem Maischeansatz hinzugeben.

Das mit der Maischegärung, bei der das Wasser ganz oder teilweise durch Ananassaft ersetzt wird, ist nur eine Überlegung wie man mehr Aromen in den Wein bringen könnte. Ob mehr Aromen gleichbedeutend mit besserem Wein ist weiss ich nicht.
Ich würde nur selbst gepressten Ananassaft nehmen.

An dieser Stelle vielen Dank an Bahnwein, Fruchtweinkeller, 420, Josef und wickie für ihren Input

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Re: Ananaswein Maischegärung Saft statt Wasser?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 19 Januar 2020 00:22

Ich antworte pragmatisch: Die Rezepte sind so wie sie sind weil ich einen hohen Qualitätsanspruch habe. Was soll ich machen :pfeif:
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Re: Ananaswein Maischegärung Saft statt Wasser?

Beitrag von wickie » 20 Januar 2020 11:21

Das mot dem Strunk ist aber schnell erklärt. :D

Ich habe hier im Vorum gelernt, es sollte nichts Holziges vergoren werden, dass gibt unliebsame Nebenaromen. Und der strunk ist im normalfall sehr holzig. Auserdem hat der Strunk eh nicht viel Arome, also von daher lieber weglassen.
Natürlich kann man auf unsere Erfahrungen verzichten und lieber einem schnöden Buch glauben, mit dem der Autor nur Geld verdienen will. :lol:

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Re: Ananaswein Maischegärung Saft statt Wasser?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 20 Januar 2020 23:35

Jupp, verholzt und kann bitter schmecken.
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